Söhlde
Jun 16–17 in Germany ⋅ ☁️ 20 °C
(English Version Below)
AUSFLUG INS GRÜNE
Tag 3.640
16/06/2026
Söhlde
Morgens Schulkinder, Studenten und Menschen auf dem Weg zur Arbeit. Es geht schon früh los in der kleinen Seitenstraße des Ortsteils, wo wir übernachtet haben.
In Watenbüttel bei der Autobahnauffahrt gehen wir wieder spazieren und dieses Mal ist unser Zusammenspiel schon brauchbarer. Die Sonne steht hoch am Himmel und in den Brombeeren riechts nach Hase, sagt Hilde.
Wegen unserem Termin am frühen Morgen frühstücke ich erst später auf dem Rastplatz an der Autobahn, während die Sonne schon ein bisschen Fahrt aufnimmt, denn es soll ja eine Hitzewelle kommen. Hilde hat sich längs auf dem Bett ausgestreckt und kann endlich entspannen.
Ab heute sind wir wieder unterwegs, in den nächsten zehn Tagen zwar mit einigen Terminen und etlichen Begegnungen, aber auch mit viel mehr Zeit und Ruhe.
Selbst als ich jetzt die Seitentür öffne, führt das erstmal nicht dazu, dass Hilde sich aufsetzt. Nur die Nase setzt sich schon mal in Bewegung. Aber dann ist sie wach und muss raus.
Auf dem Parkplatz ist das Gras jüngst gemäht worden und liegt noch auf der Seite. Schräg uns gegenüber hält ein T5 California, Baujahr 2007, 150.000 km. Es ist ihm ein bisschen gelb ums Dach geworden, als er hört, dass der blaue Bus nur drei Jahre älter ist, dafür aber schon 850.000 km auf Reisen war.
Nachmittags treffen wir unseren Reisedoktor, der eine leckere, heiße Spargelcremesuppe in einer Thermoskanne mitbringt. Ich bin über die einzelnen Begegnungen mit den Menschen, die mir ans Herz gewachsen sind im Laufe unseres Reiselebens, sehr dankbar.
Jeder liebe Mensch erfüllt mein Herz mit Freude, sodass ich gerade heute Abend regelrecht überfüllt bin.
In Evessen lebt der Ziegenbauer Lowes, den ich gestern kontaktiert habe. Ich kann festen Käse kaufen und Frischen, zwei Flaschen Milch. Die Ware schmeckt lecker, die Preise sind gut, er bringt mir den Einkauf zum Bus, Hilde leckt sich das Maul.
Am Ortsausgang gehen wir spazieren. Schotterweg mit RLS im heißen Licht der späten Sonne. Nicht einfach und mit vielen Unterbrechungen, weil wir nicht im gleichen Rhythmus gehen. Hilde muss öfter zurückkommen, auf dem Rückweg bleibt sie einfach sitzen, bis ich aufhole.
Schweißnass und trotzdem zufrieden, auf dem Weg zur Schaffarm, wo wir auch übernachten, macht sie ein Nickerchen. Auch hier kommt die Chefin mit einem großen Behälter voller Joghurt und zwei Flaschen Milch, ich könnte glatt drin baden.
Später bekommen wir noch lieben Besuch aus dem Ort, das ist wirklich schön, und Hilde ist begeistert über die umfangreichen Streichel - Einheiten. Dann sind wir alleine.
Ich baue den Bus um, verstaue unsere Schätze für die nächsten Wochen, als es klingelt und sich Sabine meldet. Sie hat die Einladung für die Lesung fertig.
Wer auf den Stellplatz möchte, sollte sich über folgende Mail-Adresse bei ihr melden und auch die Verbindung zur Lesung erwähnen.
hkrippendorf@aol.com
Wie werden auch den nächsten Tag dort verbringen, denn dann findet im vorderen Hof das Charity Sommerfest der Ukrainischen Nachbarn mit heimischen Spezialitäten statt. Sicherlich eine gute Möglichkeit, um Neues kennenzulernen und andere Menschen zu unterstützen.
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A TRIP INTO THE COUNTRYSIDE
Day 3,640
September 16, 2026
Söhlde
Schoolchildren, students, and commuters in the morning. Things get going early on the small side street in the neighborhood where we spent the night.
We go for another walk near the highway entrance in Watenbüttel, and this time our teamwork is a bit more effective. The sun is high in the sky, and Hilde says the blackberry bushes smell like hare.
Because of an early-morning appointment, I don’t have breakfast until later at a highway rest stop—just as the sun is starting to really heat things up, since a heatwave is on the way. Hilde has stretched out lengthwise on the bed and can finally relax.
We’re back on the road as of today; the next ten days will involve a few appointments and quite a few encounters, but also plenty more time and tranquility.
Even when I open the side door now, Hilde doesn't sit up right away. Only her nose starts moving. But then she’s awake and needs to go outside.
The grass in the parking lot has just been mowed and is still lying in swathes to the side. Diagonally opposite us, a 2007 T5 California with 150,000 km on the clock is parked. Its roof seems to turn a shade of yellow with envy when it hears that the blue bus is only three years older yet has already covered 850,000 km on its travels.
In the afternoon, we meet our "travel doctor," who brings along a thermos of delicious, hot cream of asparagus soup. I am deeply grateful for these individual encounters with people who have become dear to my heart over the course of our life on the road.
Every lovely person fills my heart with joy; this evening, in particular, I feel absolutely overflowing with it.
Lowes, the goat farmer I contacted yesterday, lives in Evessen. I buy some firm cheese, some fresh cheese, and two bottles of milk. The products are delicious and the prices are good; he brings my purchases right to the bus, while Hilde licks her chops.
We go for a walk at the edge of town—a gravel path, with RLS, bathed in the hot light of the late afternoon sun. It isn't easy, and there are frequent interruptions because we don't walk at the same pace. Hilde has to keep coming back; on the way back, she simply sits down and waits for me to catch up.
Soaked in sweat yet content, she takes a nap on the way to the sheep farm where we’ll be spending the night. Here, too, the owner arrives with a large container full of yogurt and two bottles of milk—there’s enough to bathe in.
Later, we receive a lovely visit from locals—it’s truly delightful, and Hilde is thrilled to get plenty of petting. Then, we’re on our own again.
I’m busy reconfiguring the van and stowing away our treasures for the coming weeks when the doorbell rings and Sabine gets in touch. She has finished the invitation for the reading.
Anyone wishing to stay at the site should contact her at the following email address and mention the reading:
hkrippendorf@aol.com
We’ll be spending the next day there as well, as our Ukrainian neighbors are hosting a charity summer festival in the front courtyard, featuring local specialties. It’s sure to be a great opportunity to discover new things and support others.Read more
Dörnberg
Jun 17–18 in Germany ⋅ ☁️ 23 °C
(English Version Below)
AUSFLUG INS GRÜNE
Tag 3.641
17/06/2026
Ehlen
Gestern habe ich mich aber so was mit dem Datum vertan, denn ich habe die Geschichte in den September verlegt.
Doch bis dahin mache ich erstmal meinen Ausflug, der eine Ergänzung zur Pilgerreise ist, aber auch ausdrücken soll, dass die inneren Komponenten eine äußere Zielrichtung bekommen.
Der gestrige Tag hatte so eine Fülle von besonderen Begegnungen, dass ich viel zu spät schlafen gegangen bin und entsprechend müde in den neuen Tag aufwache.
Im Schlaf verarbeitet der Mensch ja so manches, aber anderes wird hochgespült, kommt in den Träumen an die Oberfläche. Obwohl ich gerne liegen geblieben wäre, weil die Knie weh tun, muss ich der Nacht ein Ende bereiten.
Die Sonne ist schon hoch am Himmel, es ist komplett windstill, die Temperatur im Bus aber durchaus noch angenehm.
Erster RLS um ein Windrad herum. Hilde bekommt ihr Frühstück, mein Wasser kocht auf den nächsten zwanzig, dreißig Kilometern bis zu einem kleinen Parkplatz bei Holle.
In Sottrum erinnere ich mich an eine Radtour mit Übernachtung auf dem Gelände, die ich mit meiner sechsjährigen Tochter vor gut dreißig Jahren gemacht habe.
Lamspringe mit der historischen Altstadt und dem Klosterbereich neben einem schönen Garten voller Grün und Helligkeit.
An der Grenze zwischen Lamspringe und Gehrenrode gibt es einen kleinen Parkplatz neben einer Schutzhütte, die aber anscheinend verschlossen ist. Von hier aus führt ein Skulpturenweg bergauf zurück zum Kloster. Für mich gibt es das zweite Frühstück aus Ziegenfrischkäse und Ziegenmilch und einen schönen Markknochen für Hilde.
Stehen schon seit einer Stunde an einem Parkplatz in der Gegend von Einbeck. Hilde schläft und ich bin so erschöpft, dass ich gerne schlafen möchte, aber viel zu unruhig bin. Mit offener Tür lassen sich die Temperaturen aushalten.
Wir durchqueren den Solling-Vogler und halten am Neuen Teich, der unter den Tannen hervorschaut. Südwestlich von Dassel liegt dieser historische Stausee, der 1737 für die Holzflößerei angelegt wurde.
Ein Rundwanderweg führt von hier aus zum Lakenteich. Der Fluss Ilme entspringt unweit in dieser naturnahen Waldlandschaft.
Bei Reinhardswald stehen zwei Stuten mit ihren Fohlen unter einer hohen Tanne. Als ich anhalte, laufen die Muttertiere immer so um ihr Fohlen herum, dass es hinter ihnen versteckt ist.
In der Nähe von Hofgeismar halten wir seitlich der Straße, wo ein asphaltierter Weg in die Felder führt. Das ist durchaus für unsere Abendrunde geeignet, die heute besser klappt, was auch daran liegen mag, dass die Luft Hilde und mich so erschöpft.
Bei offener Tür trocknet der Schweiß. Hilde hat aus ihrem Eimer den Knochen hervorgeholt, den sie erneut bearbeitet.
Zum Abendessen stehen wir oben auf dem Dörnberg an einer Weide kräftigen, braunen Viehzeugs. Hier wollen wir nicht schlafen, aber ich schlemme den köstlichen, gelben, festen Ziegenkäse, von dem ich ein Kilo mitgenommen habe.
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A TRIP INTO THE COUNTRYSIDE
Day 3,641
June 17, 2026
Ehlen
I really got the date mixed up yesterday—I had mentally shifted the story forward to September.
But before I get there, I’m taking this trip; it complements the pilgrimage but is also meant to show how internal elements are gaining an outward direction.
Yesterday was so full of special encounters that I went to bed far too late, and I’m waking up to the new day feeling correspondingly tired.
We process a lot of things while we sleep, of course, but other matters bubble up and surface in our dreams. Even though I would have loved to stay in bed—my knees are aching—I have to bring the night to an end.
The sun is already high in the sky and the air is completely still, yet the temperature inside the bus remains quite pleasant.
A first lap around a wind turbine. Hilde gets her breakfast, and my water boils as we cover the next twenty or thirty kilometers to a small parking area near Holle.
First stop around a wind turbine. Hilde gets her breakfast, and my water boils as we cover the next twenty or thirty kilometers to a small parking area near Holle.
In Sottrum, I recall a cycling trip—complete with an overnight stay on the grounds—that I took with my six-year-old daughter a good thirty years ago.
Lamspringe, with its historic old town and the monastery grounds situated next to a lovely garden full of greenery and light.
On the border between Lamspringe and Gehrenrode, there is a small parking area next to a shelter, though it appears to be locked. A sculpture trail leads uphill from here, back toward the monastery. I have a second breakfast of fresh goat cheese and goat milk, while Hilde enjoys a nice marrow bone.
We’ve been parked for an hour now in the Einbeck area. Hilde is asleep, and I am so exhausted that I’d love to sleep too, but I’m far too restless. With the door open, the temperature is bearable.
We make our way through the Solling-Vogler region and stop at the *Neuer Teich* (New Pond), which peeks out from beneath the fir trees. This historic reservoir, created in 1737 for timber rafting, lies southwest of Dassel.
A circular hiking trail leads from here to the *Lakenteich*. The Ilme River has its source nearby in this unspoiled woodland landscape.
Near Reinhardswald, two mares and their foals are standing beneath a tall fir tree. Whenever I stop, the mothers move around their foals to keep them hidden behind their bodies.
Near Hofgeismar, we pull over at the side of the road where a paved path leads out into the fields. It is a perfect spot for our evening walk—which goes much better today, perhaps because the fresh air leaves both Hilde and me so pleasantly exhausted.
With the door open, the sweat dries on our skin. Hilde has retrieved the bone from her bucket and is working on it again.
For dinner, we find ourselves up on the Dörnberg, parked beside a pasture filled with sturdy brown cattle. We don’t plan to spend the night here, but I feast on the delicious, firm, yellow goat cheese—a whole kilogram of which I brought along.Read more
Alme
Jun 18–19 in Germany ⋅ ☁️ 27 °C
(English Version Below)
AUSFLUG INS GRÜNE
Tag 3.642
18/06/2026
Alme
Am Abend sind wir dann doch oben auf dem, dem Dörnberg gegenüber liegenden, Parkplatz in den Wiesen und neben den Bullen geblieben, auf dem ein halbes Dutzend Camper Platz genommen hat.
Früh am Morgen war die Sonne noch von Wolken weitgehend verdeckt, aber kurz vor acht ist der Himmel grell hell, sodass wir in einen Schattenplatz um die Ecke fahren.
Hier machen wir unseren Morgenspaziergang, dann gibt es Frühstück, während der alte Cohen Musik dazu beiträgt. Hilde kaut ihren Knochen, den sie an meinen unteren Rücken drückt, um ihm Halt zu geben.
Ich befürchte dabei, dass sie sich irgendwann mal im Material vertut, doch sie hat mich noch nie gebissen. Wir warten auf Silke, die uns hier gerne auf einen Schwatz trifft. Dieses Mal spazieren wir am Zaun entlang, wo es flacher ist.
Hilde ist auch heute völlig fertig. Von einem lieben Menschen gab es letztens einen kleinen Knochen vom Schaf, an dem sie reichlich zu kauen hat. Das und die Hitze hat sie geschafft.
Als Silke abgefahren ist, überlege ich, wohin die Reise geht. Wir sind morgen Nachmittag in Oerlinghausen verabredet, das ist vielleicht hundert Kilometer entfernt, ganz in der Nähe der Emsquelle, wo wir letztens schon waren.
In einem Wald bei Elleringhausen finden wir einen akzeptablen Parkplatz im Schatten, auf dem wir es einigermaßen aushalten können. Die Straße ist nah und hin und wieder laut.
Heute kam die Frage auf, ob die Küstentour zuende sei. Das kann ich gerne verneinen. Bei den nächsten vier längeren Reisen, die ich geplant habe, ist Küste immer ein Thema, aber nicht ausschließlich.
Wir umrunden den Diemelsee zur Hälfte und sehen von oben zurück, wo in einem kleinen Hain Jesus gedacht wird.
In vielen Kurven geht es Richtung Brilon und anschließend nach Alme, wo wir einen schattigen Schlafplatz finden.
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A TRIP TO THE COUNTRYSIDE
Day 3,642
June 18, 2026
Alme
In the evening, we ended up staying at the meadow parking lot—located opposite the Dörnberg and right next to the bulls—where half a dozen other campers had also set up.
Early in the morning, the sun was still largely obscured by clouds, but just before eight, the sky became dazzlingly bright, prompting us to move to a shady spot around the corner.
We take our morning walk here, followed by breakfast accompanied by music from the old master, Cohen. Hilde chews on her bone, pressing it against my lower back to steady it.
I worry that she might eventually mistake my back for the bone, but she has never bitten me. We are waiting for Silke, who likes to meet us here for a chat. This time, we walk along the fence, where the terrain is flatter.
Hilde is completely worn out again today. A kind person recently gave her a small sheep bone that keeps her busy chewing for ages. That, combined with the heat, has really taken it out of her.
After Silke drives off, I consider where the journey will take me next. We have a meeting scheduled for tomorrow afternoon in Oerlinghausen—about a hundred kilometers away, right near the source of the Ems River, a spot we visited recently.
In a forest near Elleringhausen, we find a decent, shady parking spot where conditions are reasonably bearable. The road is close by and noisy at times.
The question came up today as to whether the coastal tour was over. I can certainly answer no to that. The coast features in all four of the longer trips I have planned, though not exclusively.
We circle halfway around the Diemelsee and look back from above at a small grove where Jesus is commemorated.
We wind our way through many curves toward Brilon and then on to Alme, where we find a shady place to sleep.Read more
Melle
Jun 19–20 in Germany ⋅ ☀️ 31 °C
(English Version Below)
AUSFLUG INS GRÜNE
Tag 3.643
19/06/2026
Melle
Der Ventilator läuft die ganze Nacht. Und glücklicherweise bleibt der frühe Morgen bewölkt, sodass die Temperatur moderat ist.
Die Hitze zehrt uns aus, ich fühle mich intellektuell ausgebremst. Kaum Lesen ist möglich, keine klaren Gedanken, viel im Internet unterwegs.
Beim morgendlichen Spaziergang begegne ich einem jungen Mann, der neben seinem Bus am Computer arbeitet. Er macht am Wochenende Mountainbiketouren, trifft seine Freunde, würde niemals Menschen so ansprechen wie ich das mache, ist aber trotzdem sehr aufgeschlossen.
Er trägt einen christlichen Namen wie ich und engagiert sich in einer Baptistengemeinde. Wie klein die Welt oft ist. Meine Nachbarin bringt ihren Müll weg, kommt auf mich zu, spricht mich an. Wir erzählen vom Reisen, sie und ihr Mann lieben Spanien, aber sie waren auch begeistert von Norwegen.
Irgendwo dazwischen werden wir einen Teil der nächsten Wochen verbringen, ich bin auch schon ganz neugierig. Aber erstmal fahren wir durchs Almetal nach Ringelstein, wo ich auf einem unscheinbaren Parkplatz frühstücke. Irgendwo verborgen von den Bäumen steht noch eine alte Burgruine.
In Oerlinghausen machen wir einen Besuch. Die Hitze ist extrem. 34 °C, mein Gegenüber schenkt mir Wasser nach. Wir haben uns auf dem Campingplatz in Gieselwerder vor Jahren kennengelernt. Sie beginnen ihren Morgen mit unserer aktuellen Geschichte. Und natürlich ist er neugierig, wohin unsere Reise geht.
Wir wollen Bielefeld vermeiden und fahren über kleine Straßen durch kleine Dörfer, an Wiesen , Feldern und kleinen Wäldchen vorbei, die aber nicht groß genug sind, damit wir uns unter schattigen Bäumen verstecken können.
Zwischen Bad und Reitplatz parken wir unter einer Linde. Die Sonne geht hinter der Bäumen unter, trotzdem bleibt die Wärme wie eine Wand im Raum stehen. Habe Hilde angeschnallt, die Seitentür geöffnet, ihr ein nasses Tuch übergelegt.
Obwohl das hier eine Sackgasse ist, fahren zahlreiche Pkw an der Linie von einem halben dutzend Camper vorbei. Und auf dem Bürgersteig hinter uns lustwandeln Hundespaziergänger.
Hilde ist so fertig, dass sie kaum etwas mitbekommt, sie hechelt unentwegt. Manchmal der Hauch eines Windstoßes, die Straßenlaternen leuchten. Um zehn Uhr schließe ich die Tür, wir haben jetzt nur den Ventilator zur leichten Erfrischung.
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A TRIP INTO THE COUNTRYSIDE
Day 3,643
June 19, 2026
Melle
The fan runs all night long. Fortunately, the early morning stays overcast, keeping the temperature moderate.
The heat is draining us; I feel intellectually sluggish. I can barely read, can’t form clear thoughts, and spend a lot of time online.
During my morning walk, I run into a young man working on his computer next to his van. He goes mountain biking on weekends and meets up with friends; he says he would never strike up a conversation with strangers the way I do, yet he is very open-minded.
He has a Christian name, just like me, and is active in a Baptist congregation. It’s a small world. My neighbor comes out to take out the trash, walks over, and strikes up a conversation. We talk about traveling; she and her husband love Spain, but they were also thrilled by Norway.
We’ll be spending part of the coming weeks somewhere between those two places—I’m already quite curious about it. But first, we’re driving through the Alme Valley to Ringelstein, where I have breakfast in an unassuming parking lot. Hidden somewhere among the trees stands the ruin of an old castle.
We are visiting Oerlinghausen. The heat is extreme—34°C—and the person sitting across from me is refilling my water glass. We first met years ago at the campsite in Gieselwerder. They start their morning by catching up on our latest news. And naturally, he is curious about where our journey is taking us.
We want to avoid Bielefeld, so we drive along back roads through small villages, passing meadows, fields, and little copses of trees—though none are large enough to offer us shelter under shady boughs.
We park under a linden tree in the space between the public pool and the riding arena. The sun sets behind the trees, yet the heat hangs in the air like a solid wall. I’ve buckled Hilde in, opened the side door, and draped a wet cloth over her.
Even though this is a dead-end street, a steady stream of cars drives past the line of half a dozen campers. Meanwhile, dog walkers stroll along the sidewalk behind us.
Hilde is so exhausted she barely notices anything; she is panting incessantly. Occasionally, there is a faint breath of wind, and the streetlights glow. At ten o'clock, I close the door; now, we have only the fan to provide a bit of relief.Read more
Hesel
Jun 20–21 in Germany ⋅ ⛅ 30 °C
(English Version Below)
AUSFLUG INS GRÜNE
Tag 3.644
20/06/2026
Hesel
Um fünf Uhr morgens versuche ich die Stützstrümpfe über die heißen Beine zu ziehen, was kaum gelingt. Es war eine kurze Nacht, voller Hitze und wenig Schlaf, sodass ich in den Morgenstunden endlich in einen tiefen Schlaf verfalle.
In der Unwetterwarnung - App sehe ich, dass es im Norden unproblematisch ist. Außerdem ist die Temperatur fünf Grad niedriger. Eine dritte Nacht halten wir nicht mehr aus, sodass wir nordwärts fahren.
Erstmal macht das keinen Unterschied, denn es ist weitgehend windstill und die Sonne brät vom blauen Himmel. Gute Schattenplätze sind Mangelware, aber auch sie sind nur dann kühler, wenn sie den ganzen Tag über im Schatten liegen.
Wind kommt da schon besser, selbst wenn es nur eine leichte Brise ist. Natürlich mag das Quatsch sein, für zwei Tage so viele Kilometer zu fahren. Aber erstens ist die Hitze nur unterwegs gut zu ertragen. Und zweitens sind unsere Nächte nicht mit einer Wohnung zu vergleichen.
Als ich in der Nacht die Seitentür geöffnet habe, brachte die frische Luft, die ja immer noch um die zwanzig Grad war, meine nackte, verschwitzte Haut zum Frösteln. Einige Minuten später, ich hatte grade die Tür geschlossen, brach mir erneut der Schweiß aus, und ich fühlte mich wie im Fieberwahn.
Hilde dagegen liegt wie tot vor den Pedalen, wenn sie aufhört zu hecheln, das Maul leicht geöffnet, die Augen geschlossen. Auch bei ihr hat das ewig gedauert, bis sie einschlafen konnte. Ich lege Kühltücher auf sie, solange sie oben auf den Sitzen liegt. Unten rutschen die leider schnell von ihrem Körper ab.
Nördlich von Werlte machen wir eine längere Pause unter Bäumen. Hilde schläft, mir läuft der Schweiß, aber ich muss etwas essen.
In der Gegend von Esterwegen parke ich an der Ohe, sodass Hilde ein Bad nehmen kann. Triefend nass kommt sie zurück zum Bus und ist happy.
In Apen läutet der Glockenturm die sechste Stunde ein, Zeit für die Abendmette.
Letztendlich hat uns der liebe Gott noch einen schmalen Parkplatz auf einem vollbesetzten Stellplatz frei gehalten. Mit netten Nachbarn, einem grünen Baum im Blick, und einem kühlen Wind durch die Seitentür.
Hilde ist passend zum Juni läufig geworden. Ich erinnere mich noch gut an die Novemberreise mit Vasco, der von einem Moment zum anderen getrennt von Hilde spazieren gehen musste mit Brigitte.
Heute Nacht fällt die Temperatur auf fünfzehn Grad, ich freue mich auf eine ruhige, angenehme Nachtruhe.
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A TRIP INTO THE COUNTRYSIDE
Day 3,644
June 20, 2026
Hesel
At five in the morning, I try to pull my compression stockings onto my overheated legs—a task I barely manage. It was a short night, filled with heat and very little sleep, so I finally drift into a deep slumber during the early morning hours.
Checking the severe weather warning app, I see that conditions in the north are better; the temperature is five degrees lower, too. We can’t bear the thought of a third night here, so we head north.
At first, it makes no difference, as the air is largely still and the sun is blazing from a blue sky. Shady spots are scarce, and even those only stay cool if they remain in the shade all day long.
A breeze makes things much more bearable, even if it’s only a light one. Of course, driving so many miles for just two days might seem like nonsense. But for one thing, the heat is only truly tolerable when we’re on the move. And for another, our nights can’t be compared to sleeping in a regular apartment.
When I opened the side door during the night, the fresh air—still around twenty degrees—made my bare, sweaty skin shiver. A few minutes later, just after I’d closed the door, I broke into a sweat again and felt delirious, as if in the grip of a fever.
Hilde, meanwhile, lies motionless in front of the pedals once she stops panting—her mouth slightly open, her eyes closed. It took a long time for her to fall asleep, too. I place cooling cloths on her while she’s lying up on the seats; down below, unfortunately, they tend to slide right off her body.
North of Werlte, we take a long break under the trees. Hilde sleeps and I’m sweating, but I need to eat something.
Near Esterwegen, I park by the Ohe stream so Hilde can have a dip. She returns to the bus dripping wet and happy.
In Apen, the bell tower chimes the hour of six—time for evening prayers.
In the end, the good Lord saved a narrow spot for us at a fully occupied parking area—complete with nice neighbors, a view of a green tree, and a cool breeze drifting in through the side door.
Hilde has gone into heat, just in time for June. I still vividly remember our trip in November with Vasco, who—from one moment to the next—had to go for walks with Brigitte, separate from Hilde.
Temperatures are dropping to fifteen degrees tonight; I’m looking forward to a quiet, comfortable night’s sleep.Read more
Wittmund
Jun 21–22 in Germany ⋅ ☀️ 23 °C
(English Version Below)
AUSFLUG INS GRÜNE
Tag 3.645
21/06/2026
Wittmund
Seit einiger Zeit überlege ich, ob die Geschichten nicht langweilig sind. Es gibt keinen wirklichen Reiseplan, sondern eher ein kreuz und quer durchs Land zwischen den notwendigen Reparaturen am Bus und der letzten Lesung auf unserer Lebensreise.
Ob Hilde einen Knochen frisst oder die Nächte heiß sind, ob es mir schwer fällt zu lesen oder wir, wie jetzt, an einem Waldweg Schatten gesucht haben. Das klingt alles belanglos und banal.
Die Tiefe der Geschichten ist weg. Und ohne eine Küstentour wiederholt sich vieles, wenn ich aus dem täglichen Leben berichte. Für uns ist das Leben immer noch spannend, ich erfreue mich an den Begegnungen, manchen schönen Bildern, und der Zeit mit Hilde.
Aber ich habe gerade nicht mehr viel zu sagen, was dich fesseln könnte. Der Tag heute ist ein Bewegungsmuster durch das Land um Aurich. Wir sehen Windmühlen, und Brücken über Flussläufe, gelb blühende Seerosen und Radfahrer.
Am Nachmittag stehen wir auf einem schönen Parkplatz an der 461 zwischen Wittmund und Carolinensiel. Zwei Traktoren arbeiten auf ihrem Feld, verfolgt von hungrigen Möwen. Ein schöner Weg zweigt zu ihnen ab, und als sie längst gefahren sind, packe ich den Rollator aus und wir machen den schönsten Spaziergang zusammen. Hilde bleibt in der Nähe, zwar oft am Ende der fünfzehn Meter, aber zieht nicht, sodass ich locker laufen kann.
Später liegt sie zufrieden im Gras und es kommt mir vor, als hätten wir noch eine Ewigkeit vor uns. Wenn man die Zeit zurückdrehen könnte und all die unnützen Momente rausschneiden würde, dann wäre das Leben voller Sinn und Tiefe.
Heute gibt es noch den zweiten Knochen vom Schaf, den Hilde mit Begeisterung bearbeitet hat. Wir sagen dem Spender einen herzlichen Dank.
Für die Nacht sind wir auf den kostenlosen Stellplatz in Wittmund gefahren, der von Grün umgeben ist.
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A TRIP INTO THE COUNTRYSIDE
Day 3,645
June 21, 2026
Wittmund
For some time now, I’ve been wondering if these stories might be boring. There is no real itinerary—just a crisscrossing of the country, moving between necessary repairs on the bus and the final reading of our life’s journey.
Whether Hilde is chewing on a bone or the nights are sweltering, whether I’m struggling to read or—as is the case right now—we’ve sought out shade along a forest path... it all sounds trivial and mundane.
The depth of the stories is gone. And without a coastal tour, a lot of what I report from our daily life feels repetitive. For us, life remains exciting; I delight in the encounters, the occasional beautiful image, and the time spent with Hilde.
But right now, I don’t have much left to say that might captivate you. Today is simply a pattern of movement through the countryside around Aurich. We see windmills and bridges spanning waterways, yellow water lilies in bloom, and cyclists.
In the afternoon, we find ourselves at a lovely parking spot along Route 461, between Wittmund and Carolinensiel. Two tractors are working in a nearby field, trailed by hungry seagulls. A pleasant path leads off toward them, and long after the tractors have left, I get out my walker and we go for a wonderful walk together. Hilde stays close by; although she often wanders to the full extent of her fifteen-meter leash, she doesn't pull, allowing me to walk at a relaxed pace.
Later, she lies contentedly in the grass, and it feels as though we have an eternity ahead of us. If one could turn back time and edit out all the pointless moments, life would be filled with meaning and depth.
Today, she gets the second sheep bone—the one she worked on with such enthusiasm. We send a heartfelt thank-you to the donor.
For the night, we’ve driven to the free parking area in Wittmund, which is surrounded by greenery.Read more

TravelerHach Peter, da waren wir vor ca. 2 Wochen! Haben unser Pony besucht welches in Caroliensiel zur Kur steht.

TravelerJa tatsächlich 😅, sie bekam letztes Jahr im Oktober Probleme mit der Atmung. Im Frühjahr kam dann starker Husten hinzu und da hat uns eine junge Tierärztin davon erzählt, dass es an der Nord und Ostsee einige Höfe gibt die Pferde zur Kur nehmen. Die Seeluft ist nicht nur für uns Menschen gut 👍🏼!
Dülmen
Jun 22–23 in Germany ⋅ ☁️ 28 °C
(English Version Below)
AUSFLUG INS GRÜNE
Tag 3.646
22/06/2026
Dülmen
Beim Spaziergang hat Hilde eine Spur, so vermute ich, denn einen Hasen sehe ich nicht. Ich habe die Leine losgelassen, weil es gestern völlig unproblematisch war.
Zum Glück nur Wiesen und weit genug von den Kühen entfernt. Irgendwann dreht sie um, rennt aber den Weg zurück von mir weg. Erst als sie mal zu mir rüber schaut, und ich mit Rufen und Signalen der Hände, wie ein Schiffbrüchiger auf ner Insel einem Flugzeug zuwinkt, ihre Aufmerksamkeit errege, läuft sie mir entgegen.
Und ich bin froh. Heute ist alles besser. Gestern war es anders, auch wenn alles vielleicht nur ein Gefühl ist, hat es trotzdem eine tiefe Wunde in mir hinterlassen. Wie in Wellen kommt meine Vergangenheit in unterschiedlichen Zeitepochen in meine Gegenwart gebrochen, und ich erkenne einen roten Faden, einen kausalen Zusammenhang.
Manchmal fragen mich Menschen nach dem Grund meiner Reise, und jede Antwort decken einen Teil der Wahrheit auf, jede erfüllt in ihrer Zeit den Sinn meiner emotionalen Erfahrungen.
Und nein, es ist keine Flucht, dazu bin ich einfach zu alt, als dass ich - selbst vor der Vergangenheit - fortlaufen müsste. Aber es ist ein Schutz für meine eigenen Schwächen des Charakters.
Und natürlich muss es einen Grund geben, dass ich nur mit Hilde lebe, obwohl ich mir durchaus manchmal eine andere Lebenssituation vorstellen kann.
Aber letztendlich geht es mir ohne eine Lebensgefährtin besser, als es je zuvor in den Partnerschaften möglich war. Ich genieße die Gemeinschaft mit anderen Menschen, besonders mit Frauen, und auch auf gemeinsamen Reisen, weil der gegenseitige Respekt und die notwendige, durchaus liebevolle Distanz jedem ein großes Maß an Freiheit gewährt.
Das Schreiben hat mich erstmal ermüdet, zumal es mir gesundheitlich nicht gut geht. Ich habe einen Pickel am Kopf überm rechten Ohr, den ich mit einem Tuch voll Wundspray behandele. Trotzdem schmerzt das Liegen, weil ich auf dieser Seite schlafe. Ich habe Beschwerden beim Schlucken, die Lymphdrüse rechts ist geschwollen, was ja ein aktives Zeichen der Bekämpfung eines Infektes ist.
Die linke Körperhälfte ist schmerzfrei, und selbst wenn der Rücken sich meldet, ist es rechts. Also auf der herzlosen Seite des Menschen. Demnach könnte die Seele rechts angesiedelt sein. Das ist natürlich nur haltloses Geschwafel, denn mir fehlt jegliches Wissen in diesem Bereich.
Mittags fahren wir nach Haltern, wo wir fünf Stunden später nach dreihundert Kilometern ankommen. Alex erneuert die defekten Querlenker, und neunzig Minuten später begeben wir uns auf die Suche nach einem Spazierweg und dem Schlafplatz für die Nacht.
Durchs Dülmener Tor fahren wir in die Stadt und stehen mit der Seitentür vor einer grünen Wand aus Kastanien und so einem dornigen Gestrüpp, in dem die Mücken herumsurren, sodass ich immer nur einen Moment Frischluft reinlassen kann.
Hilde liegt bei den Pedalen und atmet ruhig.
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OUTING IN THE COUNTRYSIDE
Day 3,646
June 22, 2026
Dülmen
During our walk, Hilde picks up a scent—or so I assume, since I don’t see a hare. I’ve let her off the leash because it went perfectly smoothly yesterday.
Fortunately, there are only meadows here, and we are far enough away from the cows. At one point she turns around, but runs back along the path away from me. Only when she glances my way—and I manage to catch her attention by calling out and using hand signals, waving like a castaway on an island trying to flag down a plane—does she run toward me.
And I am relieved. Things are better today. Yesterday was different; even if it was perhaps just a feeling, it still left a deep wound inside me. My past, spanning different eras, comes crashing into my present in waves, and I recognize a common thread—a causal connection.
Sometimes people ask me the reason for my journey; each answer reveals a part of the truth, and each, in its own time, gives meaning to my emotional experiences.
And no, it is not an escape; I am simply too old to need to run away—even from the past. But it does serve as a safeguard against my own character flaws.
And naturally, there must be a reason why I live only with Hilde, even though I can certainly imagine a different living situation at times.
Ultimately, however, I am better off without a romantic partner than I ever was in my past relationships. I enjoy the company of others—especially women, and sharing trips with them—because mutual respect and a necessary, yet affectionate, distance allow everyone a great deal of freedom.
Writing has tired me out for the moment, especially since I am not in good health. I have a sore on my head above my right ear that I am treating with a cloth soaked in antiseptic spray. Even so, lying down is painful because I sleep on that side. I am having trouble swallowing, and the lymph node on the right is swollen—a clear sign that my body is actively fighting an infection.
The left side of my body is pain-free, and even when my back acts up, it’s on the right—the heartless side of a person. That might suggest the soul is located on the right. Of course, that’s just baseless rambling, since I lack any knowledge in this area.
At midday, we drive to Haltern, arriving five hours and three hundred kilometers later. Alex replaces the faulty control arms, and ninety minutes later, we set out to find a walking path and a place to spend the night.
We drive into town through the Dülmen Gate and park with the side door facing a green wall of chestnut trees and thorny undergrowth; mosquitoes are buzzing about, so I can only let in a breath of fresh air for a moment at a time.
Hilde is lying by the pedals, breathing calmly.Read more
Darfeld
Jun 23–24 in Germany ⋅ ☀️ 28 °C
(English Version Below)
AUSFLUG INS GRÜNE
Tag 3.647
23/06/2026
Darfeld
Wir sitzen bei ATU in Marl mit einem jungen Mann im Gespräch, der hier auf sein Fahrzeug wartet. Eine sehr interessante Begegnung, ich schicke ihm die PDF vom ersten Band, er freut sich.
Der blaue Bus bekommt noch ne Achsvermessung und fährt danach sehr angenehm. Mittags sind wir nochmal mit Petra zum Spaziergang verabredet. Sie nimmt Hilde und ich den Rollator. Die Sonne brennt, die Gräser blühen, ist echt was los in der Luft.
Was mache ich jetzt. Die Lesung ist am Freitag in Lennestadt, das ist gut hundert Kilometer entfernt. Ich muss eine Lösung finden, um der Hitze zu entweichen. Am Sportplatz Darfeld finden wir einen Schattenplatz, ein leichter Wind weht in die offene Tür.
Ein hoher Haselnussstrauch verdeckt die Sonne, kleine Vögel knistern im alten Laub, in der Ästen tanzt die Sonne zwischen den Blättern. Ein leichter Windhauch trifft meine Haut.
Hilde nervt und will Leckerlis. Weiter hinten auf dem Stellplatz bellt der Hund des Tauchers. Seine Frau sitzt hinterm Laster und strickt, wir haben uns sofort erkannt, obwohl die letzte Begegnung schon einige Jahre zurückliegt.
Ich bestelle Grüße an ihren Mann, der mit dem Rad unterwegs ist. Wir parken ein bisschen entfernt, damit die Hunde sich nicht sehen.
Kinder betreten den Fußballplatz hinter der Haselnuss, eine Jungenmannschaft kommt zum Training.
Als wir auf Petra am Flussanleger Olfen warten, brummt es plötzlich im Bus hinten bei Hilde, die mit ihren Pfoten und der Schnauze wiederholt in die Ecke stupst. Dann ist Ruhe. Als ich nachgucke, finde ich keine Ursache, vielleicht muss ich die versteckten Ecken im Bus aussaugen.
Das mache ich am Abend, sehe aber auch nichts Auffälliges. Auf dem ziemlich vollen Stellplatz ist gegenüber dem Eingang noch was frei. Ein älteres niederländisches Ehepaar spricht weder Deutsch noch Englisch. Das ist ungewöhnlich.
Letztendlich bleibt die Seitentür lange offen, die Luft ist erträglich im Bus, es ist schon halb zehn am Abend. Noch ist keine Mückenzeit, aber wenn ich solange an der Tür sitze, meldet sich mein Rücken.
Hilde findet keine Ruhe, wir beide schlafen zu wenig, sind völlig raus aus unserem Lebensrhythmus. Das ist auf Dauer nicht gesund. Tagsüber zu schlafen ist bislang für mich nicht möglich. Leider nimmt sich Hilde aber ebenso wenig diese Phasen, was dann abends dazu führt, dass sie völlig überdreht ist.
Der Mond steht schon am Himmel, ich wünsche mir, dass es endlich nicht mehr so heiß ist.
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A TRIP INTO THE COUNTRYSIDE
Day 3,647
June 23, 2026
Darfeld
We are chatting with a young man at the ATU service center in Marl while he waits for his vehicle. It’s a very interesting encounter; I send him the PDF of the first volume, and he’s delighted.
The blue bus gets a wheel alignment and drives very smoothly afterward. We’ve arranged to meet Petra again at midday for a walk. She takes Hilde, and I take the walker. The sun is blazing, the grasses are in bloom—the air is truly alive with activity.
What should I do now? The reading is on Friday in Lennestadt, a good hundred kilometers away. I need to find a way to escape the heat. We find a shady spot by the Darfeld sports field; a gentle breeze blows in through the open door.
A tall hazel bush blocks the sun; small birds rustle in the old leaves, and sunlight dances between the leaves on the branches. A light breath of wind touches my skin.
Hilde is being a nuisance and wants treats. Further back in the parking area, the diver’s dog is barking. His wife is sitting behind their truck, knitting; we recognized each other immediately, even though our last meeting was years ago.
I send my regards to her husband, who is out cycling. We park a little distance away so the dogs can’t see each other.
Children are entering the soccer field behind the hazelnut tree; a boys' team is arriving for practice.
While we wait for Petra at the Olfen river landing, there is a sudden rumbling sound in the back of the bus near Hilde, who keeps nudging a corner with her paws and snout. Then, silence. When I check, I find no obvious cause; perhaps I need to vacuum out the hidden nooks and crannies of the bus.
I do that in the evening but don't spot anything unusual. In the fairly crowded parking area, there is still a spot open opposite the entrance. An older Dutch couple there speaks neither German nor English. That is unusual.
In the end, the side door stays open for a long time; the air inside the bus is bearable, and it is already half-past nine in the evening. It isn't mosquito season yet, but sitting by the open door for so long makes my back start to ache.
Hilde can’t seem to settle; we are both getting too little sleep and are completely out of our usual rhythm. That isn't healthy in the long run. So far, I haven't been able to sleep during the day. Unfortunately, Hilde doesn't take those kinds of breaks either, which leaves her completely overexcited by evening.
The moon is already up, and I find myself wishing that the heat would finally let up.Read more
Bechen
June 25 in Germany ⋅ ☀️ 33 °C
Zeit für ein aktuelles Update?!

TravelerPass weiterhin gut auf dich und Hilde auf, es wird noch heißer, Samstag 37 Grad. Erst nächste Woche gehen die Temperaturen etwas runter.

TravelerSamstag sind wir den ganzen Tag unterwegs und hoffentlich am Sonntag dann schon im kühlen Wind

TravelerImmer ein feuchtes Tuch mit möglichst kaltem Wasser in den Nacken gelegt. wirkt gut, um runter zu kühlen. Das mit dem hohen Puls kennt Norbert auch nur zu gut. Er fühlt sich dann auch vollkommen unwohl.
Lennestadt
June 26 in Germany ⋅ ☀️ 35 °C
Morgengruß aus dem blauen Bus
Lennestadt
June 26 in Germany ⋅ ☀️ 35 °C
(English Version Below)
AUSFLUG INS GRÜNE
Tag 3.650
26/06/2026
Lennestadt
Die voraussichtlich letzte Lesung am letzten Tag des zehnten Reisejahres bei extremer Hitze auf dem kleinen Stellplatz von Sabine's Familie im fröhlichen Kreis reiselustiger Menschen, die sich alle lieb um Hilde gekümmert haben, war ein emotionales Highlight in unserem Leben, für das ich sehr dankbar bin.
Ich füge einfach die Bilder der letzten Tage als Erinnerung bei.
Morgen beginnt ein neuer Abschnitt auf unserer Lebensreise. Am ersten Tag des elften Jahres drehen wir den Bus in eine Richtung und nehmen langsam Fahrt auf. Destination North.
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A TRIP INTO THE COUNTRYSIDE
Day 3,650
June 26, 2026
Lennestadt
The likely final reading—held on the last day of our tenth year of travel amidst extreme heat at the small campsite belonging to Sabine’s family, and in the cheerful company of fellow travel enthusiasts who all took such loving care of Hilde—was an emotional highlight of our lives, and one for which I am deeply grateful. I am simply including photos from the past few days as a memento. Tomorrow marks the start of a new chapter in our life’s journey. On the first day of our eleventh year, we will turn the bus in a new direction and slowly pick up speed. Destination: North.Read more



















































































































