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Auf Reisen mit SAP

Meine Arbeit bringt mich mit faszinierenden Menschen zusammen und an wunderschöne Orte. Read more
  • Zeitreisen und Hochrisikoscooting

    October 2, 2022 in Spain ⋅ 🌙 12 °C

    Eine Gasse hinter dem Hotel verwandelt sich die Stadt. Die sehr schick polierten Fassaden der großen Hotels weichen Graffiti gebombten kleinen Geschäften, manche noch mit geschlossenen Rolläden, andere schon offen. Vintage Second Hand Teile und neues Zeugs von noch unbekannten Designern, passend unterwummert mit dunklem Metal oder hippigen Beatles, lassen mich durch die Stadt treiben. Ich hab keinen Plan, vielleicht begegnet mir eine Schlaghose. Leider war man früher wohl weniger bauchig, und ich schwenke um auf einen alten Traum und lande beim Temple of Susu und einer alten Motorradjacke. Der ch fühle mich wie eine Kreuzung aus Bruce Springsteen und Janes Dean, nur schwitzender, weil die Außentemperatur noch nicht vollständig mit schweren Jacken kompatibel ist. Egal.
    Jetzt erst mal abtauchen bei Nänai auf einen Burguer de a mar (o del amar) und der Passion nach G. H.
    Chelsea, meine Neueste und Jüngste im Team, hat mir ein Buch von Clarice Lispector mitgebracht, in das ich jetzt eintauche. Seltsam und unerwartet. Genau das richtige nach all dem Business Gebrabbel.
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  • Raketenwissenschaft in Madrid

    September 30, 2022 in Spain ⋅ ☀️ 17 °C

    Draußen singt ein Tenor auf dem Weihnachtsmarkt auf der Plaza Espagna direkt vor meinem Hotelzimmer und es ist alles sehr surreal. Diese erste Konferenz “nach Covid” war aus vielen Gründen aufregend anders. Erstmals war ich Ausrichter und Gastgeber und plötzlich ändert sich der Blickwinkel sehr: Sind die Gäste glücklich? Finde ich den richtigen Gesprächspartner für den jeweiligen Besucher, gelingt es mir neue Partnerschaften aufzugleisen, und Kontakte zu knüpfen. Dazu noch die Auftaktpräsentation, eine Panel Diskussion, eine Keynote und warmen Worte zum Abschied, dazwischen viele Einzelgespräche mit Kunden. Puh. Aber jetzt ist Schluss und wir chillen als Team in verschiedenen roof top Bars, schlürfen Cocktails und schlendern durch die wunderschöne Stadt. Da steht eine Rakete von Hergé, dort ein spanischer Tim Horton‘s (Grusel), und kleine Restaurants. Heute wird nicht mehr gedacht - nur gefeiert.Read more

  • Heroische Architektur

    June 29, 2022 in Belgium ⋅ ⛅ 25 °C

    Großes Kino, oder wenigstens große Point-and-Click-Adventures sollten hier gedreht werden. Noch heroischer als auf dem Triumphbogen gestern, recken sich die Recken auf den Messehallen in den blauen Himmel. Große, nach oben strebende Linien. Fortschritt, wie man ihn den 1930ern sich vorgestellt hat. Ich halte Ausschau, wo ich klicken müsste, um in die geheimen Gewölbe unter den Hallen zu kommen, wo die Luftschiffe startbereit warten, und die Wachen in schwarzen Uniformen überlistet werden müssen. Grundstimmung: Abenteuerlustig.Read more

  • Teuflisches Bier und goldene Häuser

    June 28, 2022 in Belgium ⋅ ☀️ 16 °C

    Direkt neben dem Atomium ist die Expo, und dort geht es die nächsten drei Tage und teuflisches Trappistenbier, Kroketten und belgische Fritten. Und um Nachhaltigkeit in der Fertigungsindustrie. Ganz heftige Dissonanz zwischen den Versprechen zur Transformation, und dem, was bereits unterwegs ist in der Umsetzung. Wir sind hier mit einem Recyclingstand aus unseren eigenen Büromöbeln und -elektronik, einem eBike aus einem Heimtrainer und ein paar Postern und Recyclingschokolade. Fühlt sich nachhaltig an und etwas nach Jugend forscht. Die Software dagegen ist robust, industriell, und skaliert für Großunternehmen. Und darauf kommt‘s ja eigentlich an.Read more

  • Entschleunigt

    June 17, 2022 in Germany ⋅ ⛅ 27 °C

    Fein, dass in Chile viel mehr Menschen mit Maske herumlaufen, und auch generell beim Betreten des Gebäudes die Temperatur gescannt wird. Im dortigen Winter führt das dann meist zu Messwerten zwischen 34 Grad oder bereits komplett tot.
    Trotzdem kratzte mein Hals, als ich die Treppe zu unserer Wohnung hochstapfte - der doppelte Test war dann ganz eindeutig und ich mach jetzt erstmal Urlaub auf dem Balkon. Sehr schade, weil morgen Silkes Hochzeit ist, aber ich will ja auch nicht superspreaden. Immerhin musste ich nicht irgendwo in Antofagasta in die Quarantäne.
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  • Abenspaziergang über dem Smog

    June 15, 2022 in Chile ⋅ ☀️ 9 °C

    Der Manquehue ist der Hausberg Santiagos, und dahin wollte ich eigentlich an meinem letzten Abend spazieren. Dann war es nach 3 Kundenmeetings an drei unterschiedlichen Orten in der Stadt doch recht spät und ich beschloss vernünftig zu sein. Der Cerro del Carbon war als „without difficulties“ beschrieben. Klugerweise hatte ich meine Wanderklamotten den ganzen Tag sehr kompakt in meiner Laptoptasche dabei, damit ich nicht noch mehr Zeit mit einem Stop im Hotel verlor. Beinahe klug.
    Die Sonne stand schon recht tief als mich mein Uber am Einstieg in den Trail herausließ. Der Smog lag wie ein glühender Schleier über der Stadt und verbarg die schneebedeckten Bergketten. Und trotzdem: beim ersten Stopp ein schöner Blick auf die riesige Stadt unter mir. Alles ist still.
    Das Gelände wurde immer steiler und rutschiger, und ich dachte über die Entscheidung nach, einen Laptop, Ladegeräte, Powerbank, Anzug mit Hemd und Schuhen, und so einiges mehr mit hier hoch zu tragen.
    Ich übte Entschleunigung und wurde gemeinerweise von allerlei lässigen Joggern überholt, die noch nicht einmal zu schwitzen schienen.
    So langsam wurde es dämmrig und ich begann zu ahnen, dass der Carbon noch eine Bergkuppe weiter oben war. Aber so kurz vor dem Ziel umkehren? Nein. Außerdem waren reichlich andere Jogger da, die mich notfalls ohne sichtbare Anstrengung auch wieder heruntertragen würden.
    Ich war immer noch bergauf unterwegs, und meine Oberschenkel glühten in großem Widerspruch zur Trailbeschreibung im roten Bereich. Neben mir tauchten jetzt auch immer Kakteen auf, die Bäume waren schon Geröll gewichen. Oben an der Kuppe leuchtete ein grünes Schild - ein letzter Sprint und was für eine Aussicht. Ich hatte vergessen zu erwähnen, dass ich aus Sicherheitsgründen eine weitere Tasche mit Leckereien und Energienahrung vom Starbucks getragen, über die jetzt herfiel.
    Dann ging es nur noch bergab, in der hereinbrechenden Dunkelheit. Zum Glück kamen mir immer noch Profihiker mit Stirnlampe entgegen. Der wahre Sportler schafft das auch mit Laptoptasche, Einkäufen und Handytaschenlampe. Selbiger hat dann aber auch fast nicht mehr die Stufen bis hoch ins Hotel geschafft.
    [Geschrieben aus der heißen Badewanne mit Vorsätzen mal wieder mehr Sport zu machen.]
    PS. Dass ich so verschwitzt aussehe, kann ich noch nicht mal auf die Temperatur schieben.
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  • Kontraste

    June 15, 2022 in Chile ⋅ ☀️ 14 °C

    Nach Antofagasta ist Santiago ein krasser Kontrast - und selber voller Kontraste. Mein Hotel (mit dem hübschen Schwimmbad) liegt in einer schicken Gegend mit feinen Boutiquen. Selbst der Starbucks ist hier in einem Cottage. Nur ein Stück weiter werden die Häuser (und die Starbucks) deutlich wolkenkratziger. Doch alle Häuser werden von der umliegenden Bergkette verzwergt. Was für eine Kulisse! Wäre da nur nicht der Smog hinter dem alles verschwindet.Read more

  • Dachterrassen hier und da

    June 14, 2022 in Chile ⋅ 🌙 9 °C

    Die. Delegation zieht weiter und ich muss plötzlich wieder selber organisieren, ubern und den Weg finden.
    Also erst mal ins. lokale SAP Büro und die Kollegen treffen. Miguel lädt mich auf ein Bier, dass ich am Ende doch selbst bezahle - in der Rooftopbar meines eigenen Hotels. Der Pool leuchtet geheimnisvoll. Warum nur ist keiner im Wasser…?Read more

  • Politisches Parkett

    June 14, 2022 in Chile ⋅ ☀️ 16 °C

    Im 18. Stock, mit Blick auf die Stadt, treffen wir zwei Minister, Diplomaten, Handelskammern und Industrieverbände. Ich finde es einerseits spannend dabei zu sein, merke aber auch die Spannung zwischen den Aussagen der linken Regierungsvertreter gegenüber den durchaus sehr konservativen Vertretern der Industrie. Man redet über Freihandel und es geht vorrangig um die Interessen eben dieser Industrie - aber dann bin ich ja auch Industrie. Knifflig.Read more

  • Mondbasis Alpha 1

    June 13, 2022 in Chile ⋅ ⛅ 11 °C

    Am Rand der Atacama Wüste. Die Farben sind wieder da. Chromknallig und unwirklich. Wir eröffnen ein (nachhaltiges) Lithiumwerk und essen Häppchen. Mir klappern die Zähne. Wüstennacht für Chemieingenieure. Schnell zurück in den Space-Bus und mit Warp 8 zum Flughafen. Mir fehlt schon wieder eine Bordkarte zur völligen Entspannung.Read more

  • Der Verlust der Farben

    June 13, 2022 in Chile ⋅ ☀️ 14 °C

    Auf dem Weg von Antofagsta nach La Negra ging uns die Farbe verloren. Die Bergbaustadt ist vor allem da bunt, wo man nicht so reich ist, Manchmal voller Parolen, Graffiti, dann wieder einfach nur an dich knallig.
    Die Serpentinen aus der Stadt in die Berge hinein schiebt den Farbregler nach unten. Alles ist graubraun bis schwarz. Ich muss an Tatooine denken und den Mars.
    Nicht der Mensch hat hier irgendetwas verwüstest. So war es schon immer, sagen die Leute von hier. Und doch ist dieses Land theoretisch reich - an Mineralien, Windkraft und Sonne. Die Solarzellen, die ich sehe, sind jedoch Staub bedeckt. Alles nicht so einfach, und dann steht da ein Mann auf seinem Haus. Es bleiben viele Fragen.
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  • Große Maschinen und Diplomatie

    June 13, 2022 in Chile ⋅ ☀️ 15 °C

    Zwischen Wüste und Strand findet die Exponor, Bergbaumesse statt, und wir sind dabei - sprechen mit Ministern, Industrievertretern und sind Gastland. Franziska hat Fototermin in großen Maschinen, ich habe eher kleine Gespräche am Rande und verstehe langsam besser, wie Diplomatie und Geschäftsanbahnung funktioniert - und wo die Hürden liegen ein Land wie Chile und seine Ambitionen mit unseren Interessen (und der Realität) zusammen zubekommen. Es bleibt spannend und ich bin froh, dabei zu sein.Read more

  • Bergbaucharme mit Meerblick

    June 12, 2022 in Chile ⋅ ☀️ 15 °C

    Wie trennt der Duden eigentlich Bergbaucharme? Na, ist auch egal. Hier dreht sich fast alles um Kupfer und zunehmend um Lithium. Gute, erste Diskussionen im Delegationsbus, und ein Hotel mit Meerblick. Naja, das Hotel hat Meerblick. Auf mein Zimmer zielt eine Kanone und ich sehe statt dem Meer die 1. Division de Ejercito und die Bergkette.Read more

  • Adrenalin bei der Impfvalidierung

    June 12, 2022 in Chile ⋅ ☁️ 7 °C

    Emotionale Achterbahnen, yay. Ich hatte ja schon vorher Vorahnungen, weil die chilenische Überprüfung mit den deutschen Impfstoffen und Regularien nicht sehr kompatibel sind. Zum Zeitpunkt des Abflugs war einer von vier Impfstoffen genehmigt - und das langt zwar um ins Land einzureisen, aber eben nicht für die Bergbaumesse mit vielen Menschen.
    An der Immigration hat mich ein freundlicher Mitarbeiter dann auch zur Seite genommen, und gesagt, er schaut sich das mal an. Er hat mit seiner Vorgesetzten telefoniert und mir versprochen, alles würde gut. Fein. Was er nicht sagte, wann das der Fall wäre, und so rieselten die Minuten langsam durch die Sanduhr, und ich stand immer noch an der Immigration mit meinem Boardingpass.
    Die Vorgesetzt ging dann auch nicht mehr ans Telefon, aber der freundliche Mitarbeiter war weiterhin sehr gelassen. Ich nicht so. Er erklärte mir schon mal den weiteren Weg und riet mir - sehr gelassen - sehr schnell zu rennen.
    Schließlich dann doch das grüne Licht - nun sind 3 von 4 Impfungen anerkannt. Auf der Bordkarte steht 10:32 Abflug, und ich bin die schnellste Maus von Mexico und renne im Slalom durch die anderen Reisenden.
    Oben im Abflugterminal steht mein Flug allerdings mit einer anderen Zeit angeschrieben und ist scheinbar schon weg - um 09:32. Die freundliche Mitarbeiterin an der Info spricht chilenisches Spanisch und Chinesisch, und schickt mich in eine ungefähre Richtung die Abflughalle herunter. Ich sprinte weiter und sehe am Horizont Franziska und ein paar Botschaftsmitarbeiter und Delegationsteilnehmer. Erleichterung!!!
    Vorne am Gate networken wir in der Delegation, und ich schleiche zwischendurch kurz zum Abflugsschalter. Dort steht als Abflugszeit 11:32. Ich versichere mich kurz, dass ich mitdarf mit meiner Bordkarte. Alles gut. Ich netzwerke weiter, verleihe meine Powerbank an eine Delegationsteilnehmerin ohne Strom, und sitze schließlich entspannt und freundlich auf meinem Platz. Kurz das Programm durchblättern, und dann lese ich Chouinards Biografie, dem Gründer der Firma Patagonia.
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  • Schneefelder und Bergspitzen

    June 12, 2022 in Chile ⋅ ☁️ 4 °C

    8 Uhr morgens. Anflug auf Santiago. Die Anden sind schneebedeckt, aber ich sitze auf einem Gangplatz. Eine endlose Gebirgslandsvhaft durch Bullaugen. In Madrid habe ich den Merinohoodie noch verflucht. Ich glaube, ich werde ihn hier schätzen.
    Unten in Santiago ist Nebel, hier oben lässt die Morgensonne die Bergspitzen leuchten. Es ist schön.
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  • Lithium Hintergründe

    June 12, 2022 in Spain ⋅ 🌙 27 °C

    Warum rentiert es sich überhaupt so weit zu fliegen und ist es nicht an sich böse, Lithium gerade in der Atacama-Wüste zu fördern? Ich fand diesen Artikel erhellend, der erklärt, was ein Salar ist, warum dieses Wasser so süß ist wie das Tote Meer. Damit ihr auch mitreden könnt. Und wir von der SAP tun unser bestes, damit das noch etwas transparenter und nachhaltiger wird…

    https://www.gtai.de/de/trade/chile/branchen/lit…

    Ich füge darüber hinaus zwei Fotos von Yann Arthus-Bertrand an und den Link zu den überwältigenden anderen Fotos. Ich komme dort ja eh nicht hin. Aber vielleicht ein glimpse aus dem Flieger?
    Bitte hier das Original: http://www.yannarthusbertrand2.org/collection/c…
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  • Die unsichtbare Delegation

    June 11, 2022 in Spain ⋅ ⛅ 28 °C

    Die erste Fernreise seit langem und aus vielen Gründen spannend: erstens bin ich Teil einer Delegation der Deutschen Industrie, die die Staatssekretärin und grüne Heidelbergerin Franziska Brandner auf ihrer Reise auf der Suche nach grünem Lithium begleitet - und zwar nach Chile. Bisher habe ich meine Delegation - oder auch nur Franziska - nicht entdeckt. Stattdessen lungere ich im Flughafen herum, futtere Sandwiches (um im Flieger nichts essen zu müssen, sondern zu schlafen). Zur Spannung trägt auch mit bei, dass ich eher hoffe als ganz sicher bin, dass die Chilenen meine 4 Impfungen anerkennen. Bisher hat die Bürokratie dort langsame Mühlen und ich hab immer noch nicht den lokalen Impfpass.

    Auf dem Fluganzeiger schafft man es so gerade Madrid und Santiago de Chile gemeinsam anzuzeigen - und das ist für mich nur eine derzeit 10.706 km entfernte Zwischenstation. Puh.
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  • Mit dem Omafiets zum Kurhaus

    May 16, 2022 in the Netherlands ⋅ ☀️ 16 °C

    Eigentlich hätte ich mir beim Umsteigen in Utrecht gerne das Fahrradparkhaus angehen, aber der Zug nach Den Haag wartete schon. Da gab es nicht nur ein ebenso beeindruckendes Fahrradparkhaus, sondern eine Rolltreppenrampe nur für Radler; nein, nicht nur eine Rolltreppe.
    Leider wollte man mir am Bahnhof kein unkompliziertes Velib-Rad vermieten. Dafür hatte das Novotel-Konferenzhotel ein elegant schwarzes Omafiets für mich. Und so rollte ich Richtung Waterfront zum Kurhaus zur Vorbesprechung der morgigen Konferenz. Die tiefstehende Sonne, der endlose Sandstrand, das ewige Meer. Einatmen. Ausatmen. Der Holzsteg hinaus aufs Meer und das Riesenrad im Wasser wie aus einer Szene in Syberia. Morgen sind dann wieder Hotelhallen und Konferenzcenter angesagt. Gut, nochmal durchgeatmet zu haben.
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  • New York leuchtet wieder

    January 24, 2020 in the United States ⋅ ⛅ 3 °C

    Manchmal werde ich gefragt, warum ich für einen Tag nach New York fliege. Manchmal frage ich mich das auch. Diesmal war es aber genau richtig. Ein bisher misstrauischer bis aggressiver Kunde hat Vertrauen gefasst. Vielleicht auch weil ich dabei war, denn zwei der Teilnehmer kannte ich schon, als beide jeweils noch bei ganz anderen Firmen gearbeitet haben. Sie haben sich gefreut mich zu sehen, und plötzlich war eine Vertrauensbasis da.
    Diesmal bin ich ganz abwechslungsreich erstens mit Singapore Airlines geflogen im riesigen A380, und dann ausnahmsweise in JFK gelandet. Die spannende Frage dann: wie komme ich von dort am besten nach Manhattan. Ich versuche es wie immer erstmal mit dem Zug und lande in Jamaica, auf einen Zug aus Cold Spring Harbour. In meinem Kopf spielen Lieder.
    Die Zugverbindungen und die Buchung der Tickets sind knifflig und jede Station hat eine andere Überraschung. In Jamaica öffnen die hinteren beiden Waggons die Türen nicht, weil der Bahnsteig zu kurz ist. Ratet mal wo ich sitze. Men Zugticket sieht korrekt aus. Der Schaffner knipst zufrieden zwei Löcher rein und steckt das Ticket ein. Beim Unsteigen stecken alle anderen Fahrgäste ihr Ticket in den Automat und die Sperre schwingt auf, nur ich hab kein Ticket mehr, und klettere gewandt mit Laptoptasche und Rollkoffer über die Barrikade. Hoffentlich guckt keiner.

    Die Nacht verbringe ich im sehr verblüffenden Moxy-Hotel. Meine Kollegen sagen, ich wäre dafür zu alt. Das wäre nur was für Millenials. Inzwischen verstehe ich was sie meinen. Am Eingang bläst mit laute Musik entgegen, der Aufzug ist eher ein Miniaturclub, und auch die Leute sehen nicht nach Business Class aus.
    Dafür sind die Möbel lustig zwischen Jugendherberge europäischem Boutiquehotel. Lässig, hier will ch wieder hin und das Frühstück im zugehörigen Café d‘Avignon lässt mich prompt zu spät kommen.
    Die Aussicht aus dem Büro ist filmreif, und ich genieße es wieder hier zu sein. So schön. Ein Lief über New York spielt im Hintergrund. Dann Termin, Debriefing, und wieder zurück zur Pennstation. Nein ,das ist der Bahnhof nicht das Hotel.
    Am Flughafen wird sehr schönerJazz gespielt, und ich denke, die Band müsste ich kennen, und am liebsten würdevoll verweilen. Aber dann ist alles reichlich hektisch und ich verpasse fast meinen Flug weil mein Boardingpass nicht gescannt werden kann und ich wieder zurück zum Schalter muss. Puh. Jetzt steh ich aber endlich doch am Gate und freu mich aufs Schlafen.. Singapore Air schenkt wieder eine ganze Sitzreihe. Ich wickle mich in Decken, zieh den Hoodie über den Kopfhörer und träume vom Heimkommen.
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