Und täglich grüßt der Rheinsteig
June 15 in Germany ⋅ ⛅ 18 °C
Liebes Tagebuch. Ich werde mich heute etwas kompakter fassen, denn der Tag war eine Wiederholung des Gestrigen und wieder grandios. Ich sitze hier an einer wundervollen Hütte oberhalb des Rheines und möchte noch etwas die Aussicht genießen.
Aber noch kurz zur gestrigen Nacht. Es wurde doch etwas später, denn als ich mich bettfertig machen wollte sah ich etwas im Gebüsch blitzen. Waren es die Augen eines Tieres, welche im Licht meiner Kopflampe reflektierten? Ich machte das Licht aus. Da. Schon wieder. Trotzdem. Und dann funkelte es überall. Die Glühwürmchen waren rausgekommen. Und so saß ich da und beobachtete sie bei ihrem Treiben. Ich rief sogar kurz Phoenix an, um ihr davon zu berichten. Sie liebt Glühwürmchen.
Ansonsten war es absolut friedlich und ich schlief wie ein Stein.
Ja und dann ging es genauso weiter wie es gestern aufgehört hatte. Rauf, runter, Fernsichten ohne Ende.
Ein paar Besonderheiten hatte der Tag doch. Die Burgen. Burg Katz, Maus, Rheinfels, Die feindlichen Brüder... ich hab sie alle gesehen und die meisten davon auch erklommen. Tolle Hingucker waren sie alle. Ihre Türme und Mauern betten sich hervorragend in die epischen Weitsichten.
Dann war da noch Uschis Wanderstube. Ja da saß die Uschi um halb elf an einem Montag vor ihrer Stube und wartete auf hungrige Wandersleut. Ein williger Kunde erschien. Kuchen und Weizen sollten es sein. Am Tisch neben Uschi saß Manni. Vor ihm eine leere Pulle Bier. In der linken Hand eine Kippe, in der rechten eine halb volle Kanne. Er setzte an und sog stramm am Hals. Uschi brachte das Gedeck und Manni fing an zu quasseln. Er fragte mich dies und das und erzählte von seinem Urlaub im Sauerland. Das ganze im original rheinischen Akzent. Uschi saß da und sagte gar nichts. Eine bizarre Situation. Aber nicht unangenehm. Manni stand auf und holte sich noch eine Pulle und leerte sie bevor ich meinen Kuchen aufessen konnte. Er sah nicht sehr gesund aus. Ach Manni. Es war Zeit weiterzuziehen. Ich füllte noch mein Wasser auf, verabschiedete mich freundlich und ging vom Hof. Manni schlurfte auch los. Und zwar zu seinem Auto und fuhr davon. Ach Manni. Hoffentlich fährst du nur nach Hause 50 Meter weiter...
Auf den Programm stand heute auch die Loreley. Langweiliger Zuweg durch eine Siedlung, viel Beton und eine eher enttäuschende Aussicht. Zum Glück war nichts los. Nur ein paar Rocker und Arbeiter, die mit den Vorbereitungen für das Roland Kaiser Konzert beschäftigt waren. Das eigentliche Highlight war die luxuriös anmutende Toilette. 🚽
Drei Kilometer vor meinem Ziel gab es noch eine kleine Überraschung. Eine Kühlbox mit kleinen Weinflaschen. Komm. Das Gewicht war bei den drei Litern Wasser jetzt auch egal. Ein schöner Riesling sollte es sein.
Letzter Höhepunkt war mein Ziel. Die Hütte 313. Riesiges Ding mit Betonboden. Dazu eine Bank und ein Vintage Tischchen. 30 Meter weiter eine kleine Kanzel mit toller Aussicht. Die Hütten auf dem Rheinsteig sind wirklich etwas ganz besonderes. Man kann sich gar nicht entscheiden wo man rasten soll.
Ansonsten war alles beim Alten: geniale Pfade, bestes Wetter, viele Kilometer und brutale Auf- und Abstiege.Read more




























Traveler
Wie schön ✓
Traveler
Der Wanderer ist zu langsam gewesen, da wuchert es um die Füsse 😆
TravelerEs ist doch überraschend, wie schön das alles da oben ist, wenn auf das trubelige Rheintal schaut.