Ein schöner Tag, aber kalt.
5 hours ago in Germany ⋅ ☁️ 10 °C
Liebes Tagebuch. Der Tag begann früh. Draussen war es kalt. Eine dicke Wollendecke bedeckte den Himmel. Ich war müde und wollte schlafen. Mir war kuschelig warm und die neue Matte ist schon ziemlich bequem. Das machte es nicht einfacher... trotzdem wollte ich los. Kleine Schritte dauern länger.
Ich zog fast alles an was ich dabei hatte, schrieb Rüdiger noch eine nette Nachricht in sein Gästebuch und dann ging es los. Der Weg war super abwechslungsreich, also im Vergleich zu den ersten Tagen. Es ging durch Wälder und Felder. Der Wind war kalt. Ich ging so langsam, dass ich auch nicht richtig aufheizte. Trotzdem alles wunderbar. Keine Schmerzen. Niemand weit und breit. Ich konnte meinen Gedanken freien Lauf lassen und dann stand ich irgendwann schon in Osterby. Ein richtig hübscher kleiner Ort. Ganz idyllisch. Ich wollte eine Pause machen, aber der Wind pfiff zu doll. Sofort wurde mir kalt. Also weiter. Ja und was soll ich sagen... also ich weiss nicht wie, aber ich stand ich Eckernförde an der Ostsee. Hä? War ich wirklich schon 27km gegangen. Meine Beine waren sich auch nicht sicher. Es war gerade mal halb zwei. Und endlich wurde es etwas wärmer. Bis zum nächsten Campingplatz waren es noch 10km... sollte ich? Nein. Ich entschied mich hier zu bleiben. Nicht wieder übertreiben. Morgen wird so oder so ein langer anstrengender Tag - es geht ums Schweden Eck und sinnvolle Etappenziele gibt es erst kurz vor Kiel.
Ich nahm mir ein Zimmer, deponierte meine Sachen und ging dann die Promenade entlang. Noch ein kleines Stück NST. Nur bis zur Steilküste. 😂 Die Sonne kam überraschenderweise raus und ich legte mich in den Sand. Ja und dann genoss ich einfach das plätschern der Wellen. Einfach mal sein. Kein Stress, nicht an morgen denken. Die letzten Tage hatte ich nur an mein Bein gedacht, aber dem ging es offenbar ganz gut. Also freie Fahrt für freie Gedanken.
Irgendwann verschwand die Sonne wieder hinter den Wolken und der kalte Wind übernahm das Kommando. Ich ging durch den Wald zu einer Bushaltestelle an einer Bundestraße und fuhr zurück nach Eckernförde. Ich holte mir Salat und liege nun vor dem TV und gucke "Das perfekte Dinner"! Es spielt zufälligerweise hier in der Gegend. 😂
Ich könnte zwar noch das ein oder andere schreiben, aber gerade möchte ich einfach nur nichts tun. 😊 Das war ein schöner Tag.
Ps: gerade habe ich gemerkt, dass ich die 200km Marke überschritten habe. 🤷🏼♀️Read more
Genug erlebt...
May 10 in Germany ⋅ ⛅ 10 °C
...um nicht über das Wetter schreiben zu müssen.
Liebes Tagebuch.
Die Nacht war in Ordnung und gegen acht verließ ich das Dom Hotel in Richtung Promenade. Vereinzelt torkelten noch ein paar Jugendliche am Wasser entlang. Etwas entfernt lief Ballermannmucke. Weg hier. Mein nächstes Ziel war das Haitabu Museum. Ich war ich mal als Kind und nun wollte ich mal gucken was man hier lernen konnte. Das zukünftige Wissen sollte 14€ kosten. Joa. Ich war der erste vor Ort und kam mir wie ein Nerd vor. Die Austellung startete auch ganz gut. Eine Abhandlung über die Historie der ehemaligen Wikinger Siedlung und die Ausgrabungen. Natürlich wurde auch diese archäologische Stätte im dritten Reich von den Nationalsozialisten ausgeschlachtet.
Anschließend gab alle möglichen Gegenstände des Alltags zu sehen. Schmuck, Werkzeuge, Waffen etc. Anschließend ging es in die Schiffshalle, in der sich ein Modell eines Langschiffs befand. Mittlerweile war noch ein Rentnerpaar dazu gekommen. Sie ließen den Audioguide in voller Lautstärke über ihr Telefon abspielen. Somit konnte sich mein Wissen verfestigen. Ich ging durch die nächste Tür und Stand plötzlich im Eingangsbereich. Gerade mal eine Stunde. Ich hatte wirklich alle Texte gelesen. Nun gut. Es gab ja noch das Dorf, aber auch das war in 15 Minuten abgehakt. Heute war Sonntag und am Wochenende sind da so Leute, die so tun als wären sie Wikinger. Aber heute war wohl nur eine Schildmaid anwesend. Sie saß Kaffee trinkend auf einer Sitzgarnitur. So muss es wohl gewesen sein. Weiter ging es. Der Weg wurde nun richtig schön und schmal und es ging auch mal etwas hoch und runter. Überall zwitscherten Vögel. Meinen Beinen ging es gut. Ich hielt an meiner gestrigen Gangart fest. Der Weg ging nun wieder über eine Strasse und ich hörte schnelle Schritte hinter nie und eine Wanderin lief plötzlich neben mir. Moin. Moin. Wir guckten uns gegenseitig auf die Rucksäcke. Es stellte sich heraus, dass sie auch auf dem NST unterwegs ist. Sie war auch letzten Samstag gestartet. Wir gingen ein paar Schritte zusammen und erzählten uns die schönsten Geschichten aus der Asphalthölle. Ich konnte nicht mit ihr Schritt halten und sie musste einen Bus zurück zu ihrer Unterkunft kriegen. Als wir uns verabschiedeten stellte sich heraus, dass wir an einer Bundestrasse standen und nicht auf dem NST. Sie ging die Straße weiter, um dann wieder auf den Trail abzubiegen. Ich hatte null Ambitionen an der Straße zu gehen und drehte wieder um. Das sollte sich lohnen, denn es ging an einer schönen Mühle und Teichen vorbei. Der nächste Abschnitt war etwas mühsam. Gerade Feldwege, aber immerhin ab und zu mit Schotter. Ich fing an des Spiel "Verzecken" zu spielen. Wieviele Zecken konnte ich am Wegesrand im hohen Gras ausfindig machen? Meine Geschwindigkeit war dafür perfekt. Ja und nach kurzer Zeit und der Zahl 15 wurde der Spielspass durch Paranoia abgelöst. 😂 Ich konzentrierte mich auf den Asphalt. Aber auch das wurde anschließend mit dem Naturpark Hütter Berge belohnt. Keine Berge. Hügel. Eine willkommene Abwechslung. Ein ganz toller Buchenwald mit vielen kleinen Wegen. Dann ein Anblick, den ich schon seid Jahren nicht mehr hatte. Eine rare Sichtung unter den Outsoodspezies. Immer gut getarnt, oft abseits der Wege unterwegs: Bushcrafter. Gleich zwei. Sie stapfen an mir vorbei direkt in den Wald. Vermutlich wollen sie nur einen Kaffee kochen, denn sie haben je nur einen ca 60 Liter Militärrucksack dabei. Ihr Tarnkleidung macht sie eins mit der Natur, als sie im Gebüsch verschwinden.
Jetzt ging es rauf auf den bislang höchsten Punkt mit 62 Metern. Oben angekommen wurde ich von Sonne und einer Sitzgelegenheit in Empfang genommen. Bis zu meinem Ziel waren es nur noch 1,7 km. Zeit hier etwas zu verweilen und zu schreiben. Währenddessen kamen immer mal wieder ein paar Einheimische hier hoch. Völlig ausser Atem. Von diesem schweren Anstieg waren auch viele Geschichten im E1 Trailregister nachzulesen. Dieses befand sich in einer Holzschachtel am "Gipfel". Neben einigem Blödsinn waren auch viele Einträge von Menschen auf dem NST zu lesen.
Es wird kühl und ich mache mich auf den Weg zum Trekkingcamp. Da hatte ich mich gestern schon angemeldet. Das Camp ist hinter einem Haus, in dem Rüdiger wohnt. Er bezeichnet sich als Althippie und stellt seinen Garten gerne zur Verfügung. Als er meine Schuhe sieht ist das Eis sofort gebrochen. Er ist passionierter Altra Träger und nachdem wir mit dem Thema durch sind kommen wir zur Musik, Wandern, Natur und Vögel. Er ist auch Vogelkundler. Ja und so vergehen fast ein einhalb Stunden, bevor ich überhaupt mein Zelt aufbaue. Alles auf eine super sympathische Art. Er hat eine Aussentür für sein Bad eingebaut, damit seine Gäste vom Garten direkt aufs Klo können. Er teilt gern, wie er sagt. Seine Katze kommt mich noch besuchen. Auf der riesigen Weide nebenan leben Schafe und Ziegen. Die Vögel zwitschern. Schnell noch dehnen, essen und dann in die Falle.Read more

TravelerEs freut mich riesig für dich, dass dein Bein gerade so funktioniert und du im Moment deinen Rhythmus geändert hast. Das lässt mich dich mit Respekt aus der Ferne grüßen und wünsche dir, dass du weiterhin den Rhythmus findest denn du dann brauchst. Vielen Dank dir für deinen interessanten achtsamen Tagesbericht 🌞🍀

TravelerGenau solche Unterkünfte / Begegnungen fand ich mit das tollste auf dem NST
Viele kleine Schritte...
May 9 in Germany ⋅ ☀️ 14 °C
...viele kleine Dinge. Von Road Rage, schöner Natur, einem Mahl, nervigen Jugendlichen und ausgebliebenen Schmerzen.
Liebes Tagebuch. Die zwei Tage Ruhe taten richtig gut. Ich konnte mich körperlich und geistig vom Asphalt erholen. Der Schmerz in meinem Schienbein war fast weg. Gestern war ich noch kurz entschlossen zu Green Running, einem Fachgeschäft für Laufschuhe und Trailrunner in Altona, nachdem ich reflektiert hatte was wohl zu meinem Gebrechen geführt hatte. Zum einen die Wegbeschaffenheit, mein hoher Pace und große Schritte. An letzten beiden Punkten konnte ich selbst etwas ändern, aber der Strassenbelag... Ich wünschte mir etwas mehr Dämpfung an den Sohlen. Das ganze hatte zur Folge, dass ich über eine Stunde lang beraten wurde inkl. Laufanalyse auf so einer Maschine. Dann wurden mir Schuhe und Sohlen vorgelegt und es ging los: das Anprobieren. Letztendlich kristallisierte sich ein Schuh und die passenden Einlagen heraus. Ausprobieren. Schuhe brauche ich immer.
Wieder bei Phoenix angekommen sortierte ich noch ein paar Sachen aus. Zum Beispiel meinen Gaskocher und Topf. Ich hatte ihn einmal benutzt. Lets try coald soaking. Die Gewichtsersparnis wurde durch eine Familientube Salbe schnell wieder ausgeglichen.
Ja und heute morgen wollte ich es wagen. Ich wurde von Phoenix zum Bahnhof gebracht und um sieben stieg ich in die Bahn. Um halb elf stand ich dort wo ich den Trail verlassen hatte. Ich war nervös. Würde es ohne Schmerzen gehen? Ich tapste los. Langsam, kleine Schritte. Taps taps taps. Natürlich auf Asphalt. Nach drei Kilometern machte ich eine kurze Pause und horchte in meinen Körper, direkt ins Bein. Nichts. Ich freute mich. Die größte Herausforderung war nun an meinem Tempo und meinen Schritten festzuhalten und nicht auszubrechen. Das ganze wurde mir einfacher gemacht, als aus der Strasse plötzlich ein weicher schmaler Weg wurde. Es ging am Idstedter See vorbei und ich fing an wieder zu genießen. Die Sonne schien. Natürlich kamen auch wieder geteerte Wege zum Einsatz. Auf einem dieser sah ich einen schwarzen BMW auf mich zukommen. Doch anstatt den Abstand zu mir zu vergrößern hielt er direkt auf mich zu bis er plötzlich ca 20 Meter vor mir abrupt zum Stehen kam. Eine Staubwolke stieg an der Motorhaube empor. Als sie sich legte machte sie den Blick auf die Fahrerin frei. Sie starrte mich an. Als erstes dachte ich sie wolle mir vielleicht Hilfe anbieten, weil ich mit meinen Kompressionsstrumpf da so lang humpelte. Der Gedanke wurde sofort gelöscht als sie aufs Gaspedal trat und an mir im Affenzahn vorbei rauschte. Ich sprang zu Seite. Was zum Geier? Zwei weitere Szenarien machten sich in meinem Frontallappen breit: Entweder ich erinnerte sie an jemanden, mit dem sie noch ein Hühnchen zu rupfen hatte und die Konsequenz wäre es, diesen jemand zu überfahren oder sie war auf der Suche nach ihrem Traummann. Zum Glück schien ihr Restverstand noch die richtige Einschätzung der Sachlagen übermittelt zu haben. Wie auch immer. Bis jetzt war ich ja von irren Situationen verschont geblieben und versuchte es gelassen zu nehmen. Aber doch etwas verdutzt tapste ich weiter. Es ging wieder auf schmalen Wegen durch Wald und Wiesen. Ein wahrer Genuss. Sattes Grün, überall Blümchen, Kühe, Rehe, Wasser, Sonne, Wolken, Wind. Keine Schmerzen. Ja und irgendwann stand ich im Herkulesgarten in Schleswig und nur etwas später in der Stadt. Hier wollte ich bleiben. Nicht unnötig reinklotzen und außerdem möchte ich mir morgen früh in Ruhe das Haitabuh Museum angucken. So stieg ich im Dom Hotel ab. Was kann man für 50 Schleifen erwarten? Richtig. Aber das Zimmer war sauber und ich habe sogar mein eigenes Klo, was wohl nicht alle Zimmer haben. Etwas hellhörig. Ich vermute ich kann morgen früh hören was meine Nachbarn gegessen haben und andersrum.
Ich ging noch kurz in die Innenstadt. Irgendwas zwischen Hansestadt und Ghetto. Irgendwie wie Kiel light.
Hier sind Schattenboxen und Durstlöcher Trinkpäcken angesagt. Es ist Samstag und die Stadtjugend lässt es krachen. Fair enough. Ich stiess auf einen arabischen Imbiss und es roch extrem lecker. Ach so eine Kleinigkeit... keine zwei Sekunden nachdem ich mich gesetzt hatte wurde mir eine Schale Suppe vorgesetzt. Dazu eine herzliche Begrüßung. Eine kleine Schawarma sollte es sein, nachdem ich um eine Empfehlung gebeten hatte. Nun gut. Die bekam ich auch, aber nach und nach wurden andere Speisen vor mich gestellt. Etwas Hummus, eingelegtes Gemüse, Tee und ein dickes Stück Kuchen. Diese arabische Gastfreundschaft ist halt nicht zu schlagen. Mit dicker Plautze verabschiedete ich mich und rollte zurück Richtung Hotel. Ich setzte mich noch kurz ans Ufer der Schlei, um zu schreiben. Ich hörte es hinter mir gackern. Zwei Teenager setzen sich einen Meter neben mich. Dank meiner langjährigen Tätigkeit an einer Förderschule wusste ich, dass es nun dumm werden würde. Ich war jetzt schon genervt. Dann fragten sie mich was geht und bla. Ich sah wie die eine Göre heimlich mit dem Handy filmte und machte gleich höflich aber deutlich klar, dass ich auf so einen Quatsch keinen Lust hätte. Sie wurden etwas verlegen und deuteten an, dass sie nun weiter müssten. Ich stimmte ihnen zu. Was zum Geier Teil 2. Sowas bleibt einem erspart, wenn man irgendwo in der Natur schläft. Ich genoss den Abend am Wasser und freute mich einfach, dass mein Knie durchgehalten hatte. Schräg gegenüber feierten ein paar Jugendliche auf dem Segelboot der Eltern. Hinter mir beleidigten sich andere mit "Bastard" und "Hurensohn" durch. Idyllisch, dieses Schleswig.Read more
PCT Flashbacks
May 7 in Germany ⋅ ☁️ 15 °C
Liebes Tagebuch. Pause ist angesagt. Heute morgen war es nur minimal besser und die Angst, dass es wieder so schlimm wie vor drei Jahren auf dem PCT werden sollte kroch in mir hoch. Nichts riskieren, keinen falschen Ehrgeiz. Bis nach Schleswig wären es eh 22+km gewesen. Das würde es nicht besser machen. Das gute: ich war dieses Mal nicht irgendwo in der Wüste ab vom Schuss, sondern nur in der Norddeutschen Einöde. Ein zwei Pausentage müssen her. Hier auf dem Campingplatz wollte ich nicht bleiben. Es gab hier einfach null Infrastruktur. Aber es gab eine Bushaltestelle 50 Meter entfernt. Ich könnte in 45 Minuten in Schleswig sein und mir dort eine billige Absteige nehmen oder in die andere Richtung fahren und über Flensburg in nicht einmal drei Stunden bei Phoenix vor der Haustür stehen. Die Entscheidung war einfach. Um 20 nach sechs kam der Bus und um kurz nach neun stand ich plötzlich in Hamburg.
Ich nutze die Gelegenheit und machte einen kurzen Abstecher zu Globettotter, um meine Isomatte auszutauschen. Diese war dank intensiver Nutzung fast vollständig delaminiert und hielt nicht mehr so richtig warm von unten. Schon Wochen vor der Tour habe ich versucht eine neue Matte zu besorgen, aber das von mir gewünschte Modell war nirgendwo lieferbar. Vor ein paar Tagen hatte ich sie Nachricht bekommen, dass es sie nun wieder gab und zufällig war sie in Hamburg auf Lager. Vor Globetrotter bildete sich schon eine Schlange von Rentnern, die wohl neue Funktionskleidung benötigen. Was man halt so um halb elf an einem Donnerstag macht. Ich hielt mich abseits auf bis der Laden aufmachen sollte. Ein Typ kam vorbei und sprach mich an was für eine Tour ich machen würde. Wir kamen kurz ins Gespräch und auch ihm sagte der Nord Süd Trail etwas. Er wollte auch zu Globetrotter und sich noch was für seine Rennsteig Tour nächste Woche holen. Als der Laden seine Pforten öffnete verabschiedeten wir uns und verloren uns in der Konsumhalle zwischen Tonnen von Outdoor Zeug auf drei Etagen. In der entsprechenden Abteilung wurde ich zum Glück nicht vom Personal angesprochen. Bestimmt nette Typen, aber ich wusste ja genau was ich wollte. Also schnell die Matte gepackt und zur Kasse. Natürlich standen vor der Kasse noch so Sachen, die man mal so mitnehmen soll und es hat funktioniert. Auf einem kleinen Tisch lagen ein paar Bücher. Unter anderem das Buch "7 Millionen Schritte auf dem Pacific Crest Trail". Eigentlich hab ich schon zu viele Bücher über den PCT gelesen. Im Endeffekt handeln sie halt alle von der gleichen Wanderung. Mal interessanter mal langweiliger geschrieben. Der Autor Björn und seine Freundin Annika waren allerdings auch 2023 auf dem PCT und waren verrückt genug in die völlig verschneiten Sierras zu gehen. Auf dem Trail waren wir uns leider nicht begegnet, aber die PCT Community "kennt" sich trotzdem. Ich hatte morgens noch mit ihm geschrieben, denn die beiden sind Trail Angel am NST in Kiel. Er hatte mir Angeboten bei ihnen zu übernachten und mich mit ihm an seine IPA Vorräte zu machen. 😂
Das verschiebt sich nun etwas nach hinten. Aber wo war ich. Ach beim Globi. Auch lustig: da stehste in voller Ultraleicht Kampfausrüstung im Laden und kaufst ein Buch, welches du schnell und diskret in deiner Meshtasche verstecken willst... Schnell zur Kasse und dank Gutscheinprogramm von meiner Arbeit (Danke Chef!) 100€ Rabatt bekommen und dann noch Voltaren aus der Apotheke besorgt. Dann war es Zeit für Self Care. Füße hoch, eingecremt und Kühlkissen drauf.
Irgendwann war ich natürlich neugierig wie die neue Matte so ist. Also aufgeblasen, probegelegen und sofort für 1 1/2 Stunden weggepennt. 😂 Scheint bequem zu sein.
Dann fing ich an das Buch zu lesen und ich bekam Gänsehaut. Erinnerungen kamen hoch.
Dann fand ich mich/uns wieder. Die beiden sind etwas nach uns gestartet und an einer Stelle beschreibt er seine Sorgen und die vorherrschenden Bedingungen, den Schnee und einen lokalen Fernsehbericht über eingeschneite Hiker in Mt. Laguna. Das waren u.a. wir. 😂
Bin gespannt auf ihre Geschichten und wie es weitergeht.
So verging die Zeit und irgendwann kam Phoenix von der Arbeit...Read more
Böse Omen
May 6 in Germany ⋅ ☁️ 12 °C
Liebes Tagebuch, was für eine prächtige Nacht. Ich habe geschlafen wie ein Stein. Draußen war es ziemlich kalt, aber ich war die ganze Nacht kuschelig warm. Noch bevor mein Wecker losknattern kann übernimmt ein Fasan ganz in der Nähe diese Aufgabe. Viel schöner.
Wie zu erwarten bei diesem Platz ist alles nass vom Kondenswasser. Das Zelt ist gleich doppelt so schwer.
Während mein Nachbar noch ratzt mache ich mich den wunderbaren Sonnenaufgang entgegen auf den Weg. Es dauert nicht lange und ich erreiche Flensburg. Ab hier werde ich bis Hamburg dem E1 folgen. Der Weg geht steil bergab. Wie kann das sein? Wann genau soll ich denn in den letzten zwei Tagen hochgegangen sein? 😂
Der Markt wird gerade aufgebaut und in der Innenstadt ist noch völlige tote Hose. Nur ein Cafe hat auf. Während ich einen Kaffee schlürfe und die Schläuche entleere geier ich noch etwas Strom. Als ich das Cafe verlasse ist plötzlich richtig Trubel. Ich schlendere über den Markt und gucke ob es etwas besonderes zu Naschen gibt, aber nur der Flensburger Bierwagen sagt mir zu. Warum nicht. 😂 Auf die abgeschlossene Etappe Sylt-Flensburg. Das Bierfoto schicke ich frech zu meiner Arbeit...
Ich mache mich wieder auf den Weg. Bloß raus aus der Stadt. Ich mache nir keine Hoffnungen auf etwas anderem als Asphalt zu gehen und ich habe recht. Eine schwer bepackte Wanderin kommt mir entgegen. Sie ist auf dem Weg nach Dänemark. Na dann hat sie es ja bald geschafft.
Ich mache eine kurze Pause in einer Bushaltestelle im Nirgendwo, als ich wieder losgehe zieht es plötzlich in meinem linken Schienbein. Oh oh. Das kenne ich doch vom PCT. Scheisse. Es wird mich den Rest des Tages begleiten. Ich mache ganz langsam aber der leichte Schmerz ist ständig da. Uff. Jetzt schon? Hat mich der Asphalt gebrochen? Ich habe mich extra die letzten Tage immer gedehnt und ein paar Yoga Action Moves gemacht. Umsonst? Jeder Schritt zieht...
Plötzlich stehe ich in einem Wald. Ein völlig ungewohntes Umfeld nach Tagen der offenen Fläche. Ja und dann wird aus der harten Strasse plötzlich ein kleiner wilder Singletrail. Was mir sofort auffällt: es zieht nicht mehr so dolle. Oh bitte lass keinen Asphalt mehr kommen. Falls gedacht. Natürlich dauert es nicht lange und ich stehe auf einer frisch geteerten Straße. Yeah. Ja und sofort wird das Ziehen doller. Noch drei Kilometer bis zum Campingplatz. Das kann ja was werden.
Im Internet lese ich wilde Geschichten über den Betreiber des Platzes. Was mag da wohl noch auf mich zukommen? Ein ganz netter Herr und ich staune nicht schlecht als er ein Gespräch anfängt. Er weiss bescheid über das Wandern. Auf dem E1 ist viel los und in letzter Zeit sind auch immer mehr Leute auf "dieser neuen Route" unterwegs. Er meint den NST. Er zeigt mir einen Platz mit der Anmerkung, dass dort genau die Sonne aufgeht, denn "ihr Wanderer wollt ja morgens immer trockene Zelte". Richtig. Nur meistens bin ich schon unterwegs, wenn die Sonne aufgeht.
Er zeigt mir wo alles ist und wünscht mir einen schönen Abend. Ich gehe sofort unter die Dusche. Ein tolles Gefühl. Dann nutze ich zum ersten mal meinen Kocher. Bis jetzt habe ich immer nur kalt gegessen und kalten Kaffee getrunken. Er hat mir bis jetzt nicht gefehlt. Aber nun eine warme Tütenpampe. Einfach ein Gedicht. Obwohl ich kurz an zu sabbern anfange, als die einzigen anderen Menschen auf dem Platz ihren Grill anwerfen.
Mein Schienbein spüre ich fast gar nicht, solange ich nicht gehe. Ich werde morgen früh gucken wie es ist. Vielleicht ein Pausentag, vielleicht schaffe ich auch die 22km bis nach Schleswig, wo ich mir eh eine billige Absteige suchen wollte. Zur Not fährt direkt vorm Platz ein Bus oder im nächsten Dorf. Es ist so einfach hierzulande. So ärgerlich es sich auch anhört und mich wurmt habe ich einen entscheidenden Vorteil: Zeit! Und keinen Druck irgendwann irgendwo zu sein.
Ich lege die Füße hoch und hoffe, dass es morgen besser ist.Read more

TravelerIch drück dir die Däume mit deinem Schienbein! ✊ Wenn ich genau gucke sehe ich dich glaube schon am Horizont 👆

TravelerDie Auswahl ist sehr beschränkt. Ich bin im Domhotel untergekommen. (das billigste wo gibt) Sehr einfach aber man hat alles was man braucht, Einkaufsläden sind auch um die Ecke. Dusche im Zimmer, Klo auf dem Gang. Ja kein Scheiss hier steht wirklich ne Dusche mitten im Zimmer. Kosta quanta 50€/Nacht. Kann ich empfehlen.
Die Profilreibe und späte Rache
May 5 in Germany ⋅ ⛅ 9 °C
Liebes Tagebuch. Heute ist gar nicht so viel passiert. Kein Bierkrieg oder so. Nur Asphalt. Ich habe mich gefühlt wie auf dem Siegwardsweg. Kaum eine Menschenseele unterwegs. Immer geradeaus. Nur die Hasen, Rehe, Fasane, Kraniche und Katzen waren meine treue Begleitung. Aber ich habe es auch genossen einfach nur so für mich zu sein. Nachdenken und sowas.
Los ging es um viertel vor sechs. Ich bin nochmal beim Waldheim vorbei. Es roch nach Eisen. Nach Blut. Vor dem Schlachschuppen stand eine Wanne mit den Resten des gestrigen Rehs.
Der Geruch war nicht sehr angenehm. Das Foto erspare ich euch.
Um acht Uhr war ich in Ladelung und meine Stimmung wurde gedrückt, während ich mir die Gedenkstätte des KZ Ladelung anguckte. In den sechs Wochen, in denen es das Lager gab, wurden 300 Menschen durch Zwangsarbeit umgebracht. Beklemmend. Besonders in Zeiten wo die AfD Faschistenbande Rassismus wieder gesellschaftsfähig gemacht hat. Umso mehr freue ich mich, dass ich hier noch keine dummen Plakate oder Naziaufkleber gesehen habe. Eher das Gegenteil. Kein Vergleich zum Sauerland, der Pfalz oder dem Hunsrück, wo sogar Menschen Hakenkreuze an ihrem Haus hatten.
Ich mache eine Pause und lasse die Eindrücke sacken. Diese Orte nehmen mich immer sehr mit.
Der Weg geht anschließend meist schnurgerade aus. Du darfst raten auf welchem Untergrund. Naaaa? Richtig!
Etwas aufregender wurde es, als es hinter einer Leitplanke an einer Bundesstraße entlang ging. Joa. Alles muss nichts kann. Da ist ne Leitplanke warum also mal von 100 runterbremsen? Ist eh Baustelle...
Zum Glück waren es nur ein paar hundert Meter. Danach endlich wieder knüppelharter Belag. Ein Gedicht. Nebenbei überschritt ich die 100km Marke.
Der Rest war nur ein Durchhaltewettbewerb. Ich kam noch einmal an der dänischen Grenze vorbei. Als Rache für gestern ging ich rüber und entleerte meine Blase. Nehmt das, ihr Schurken.
Der letzte Kilometer zum Trekkingplatz war dann ein Genuss. Es ging durch eine mit Sträuchern bewachsene Wiese. Weicher Untergrund. Sattes grün.
Am Camp Schäferhaus stand auch schon ein Zelt. Ein Bursche mit einem Drahtesel auf dem Weg zum Nordkapp. Schön etwas Gesellschaft zu haben. Meine Sprachausgabe war den Tag über etwas eingeschränkt. Bis auf 7xMoin 2xmitKartebitte und 2xDanke gab es nichts zu reden.
Ein guter Zeitpunkt mal wieder das gesprochene Wort zu üben. Themen gab es genug, da er auch 2023 in den USA unterwegs war. Jedoch mit einem Van. Naja und Geartalk und sowas halt.
Der Platz war übrigens auch sehr hübsch. Ein kleines Areal inmitten der wilden Weide. Rindvieh nebenan und eine Skulptur in der Mitte. Dazu eine Armee Waldameisen, die sich über meinen Nachbarn hermachten und Einzugspläne für sein Zelt hatten.
Nach 39km auf der Profilreibe war ich bereit für den Matratzenhorchdienst und legte mich ab. Im Hintergrund das leise Rauschen der A7.Read more

TravelerGratuliere zu den ersten 100km 😀 habe mich heute schon den ganzen Tag auf deinen Bericht gefreut. Über die Schurken konnte ich herzlich lachen. 😂 Zum KZ, kann ich dir nur zustimmen. Jup, schade, dass es wieder so viele Leute gibt die sich wieder aufs Glatteis führen lasse und nicht mit Hirn und Verstand Aussagen und Taten kritisch hinterfragen...
Der deutsch dänische Bierkrieg
May 4 in Germany ⋅ ☀️ 9 °C
Liebes Tagebuch, als ich aufwache scheint die Sonne durch das Fenster. Ich freue mich. Zum einen über das Wetter und zum anderen darüber, dass ich Sylt verlassen werde. Aber vorher erst noch Frühstück. Dann geht es auch schon zum Bahnhof wo ich schweren Herzens von Phoenix Abschied nehmen muss. Ach weh. In ca zwei Wochen sehen wir uns vermutlich erst wieder. Sie bleibt noch ein paar Stunden, um die Strände unsicher zu machen. Ich steige in den Zug. Sie wird mir fehlen. Jetzt beginnt das Train Blazing. 🤣 Von Morsum ans Festland kann man nur mit dem Zug kommen. Nix mit wandern. Nach 20 Minuten erreiche ich Klanxbül. Der Trail ist die Landstraße. Ich treffe die Wanderin von gestern wieder (auch hier bei den Pinguinen als Himmelskind zu finden). Wir schnacken kurz in einer Bushaltestelle. Vermutlich werden wir uns erst nicht wiedersehen. Von daher alles gute für deine Reise, falls du das liest.
Dann geht es auf einen kurzen Abstecher nach Dänemark. Auf einem Deich geht es kilometerlang durch eine weite Landschaft. Als ich am Grenzübergang zu Deutschland vorbeikomme und einen dänischen Supermarkt sehe, freue mich riesig auf ein leckeres IPA, aber vor Ort die große Enttäuschung: Verkauf nur an Dänen, wegen Dosenpfand. Danke Merkel. Ich bin kurz davor den Deutsch Dänischen Bierkrieg anzuzetteln. In letzter Zeit wurden ja schon aus nichtigeren Gründen Konflikte entfacht. Ich reisse mich zusammen. 🤣 Geknickt ziehe ich weiter. Auf Asphalt. An einer Schutzhütte mache ich eine Pause und esse etwas und dann geht es kurz durch etwas wie eine Art Wald. Wie ich das vermisst habe. Einfach mal wieder ein paar Bäume. Die Freude ist von kurzer Dauer und wird von mehr Asphalt abgelöst. Ich wusste was auf mich zukommt und somit akzeptiere ich es schlicht und einfach. Ich erreiche Süderlügum. Es ist Nachmittag und sämtliche Supermärkte (so sieben Stück) werden von Dänen geplündert. Ich hoffe, dass ich noch ein einziges Jever für den Tagesabschluss abbekomme. Pustekuchen. Eine einsame zerbeulte Dose steht halb ausgelaufen im Regal. Visionen von Krieg erscheinen erneut vor meinem inneren Auge. Von wegen The Trail Provides. Ich kapituliere. Rückzug nach vorne. Mein Unmut ist schnell verflogen, als ich einen heidebewachsene Dünenlandschaft quere. Nur kurz, aber eine Wiedergutmachung. Besonders die zwei dicken Ringelnattern, die ich sehen durfte haben mich versöhnt. Jetzt ist es nicht mehr weit zum Trekkingplatz "Mückenparadies". Hier kann man umsonst und legal zelten. Ein wunderschönes Areal im Wald mit einer Schutzhütte, Bänken und einem kleinen Teich mit Insel. Auf der Insel eine Sitzgruppe, die man per Floß erreichen kann. Hammer.
Ich gehe noch kurz zum nahegelegenen Jugendwaldheim, um mein Wasser aufzufüllen. Ein paar Kids stehen an der Tür eines Schuppens. Ich mache mich bemerkbar und sie drehen sich um und geben den Blick in das Innere des Verschlags frei. Von der Decke hängt ein Reh. Links daneben ein dicker Jäger und rechts ein Mädchen, welches an dem Reh rumfiletiert. Er guckt mich verdutzt an. Ob ich mein Wasser auffüllen könnte, frage ich ganz lieb. "Da um die Ecke ist der Hahn". Er wendet sich wieder dem Mädchen zu erklärt ihr wo sie jetzt am besten rumschnippeln müsse. Die gute norddeutsche Art. Bloß kein Wort zu viel. Ich lasse sie ihr blutiges Handwerk verrichten und hole mir Wasser. Immerhin zerlegen die Kids ihr Abendessen selbst. Dann geht es zurück zum Platz. Schnell alles aufbauen und dann was essen. Nebenbei lese ich das Hüttenbuch der Initiative NST. Einfach toll, dass sich nach ein paar Jahren eine richtige Community gebildet hat. Daumen hoch. 👍
Ab und zu kommen ein paar von den Schlachterkindern am Teich vorbei ansonsten passiert nichts und ich erkläre den Tag für beendet. Peace. ✌️Read more

TravelerToll, das auch du die Nacht an diesem Trackingplatz verbringst und einen so spannenden Tag hattest. Viel Spaß dir.

TravelerSchön, dass du angekommen bist. Ich habe mich mühsam zu den Scheltern geschleppt. Nach einer a*-kalten Nacht überlege ich wie es weitergeht und ob es weitergeht. Vier weitere kalte Nächte mit wenig Schlaf halt ich nicht durch. Die Entscheidung fällt in Süderlügum.

TravelerDer Shelter dort gibt kraft und mut. Ein toller platz. Im shelter war es auch wesentlich wärmer als davor.
Will ich zurück nach Westerland?
May 3 in Germany ⋅ ☁️ 14 °C
Liebes Tagebuch. Heute war die Etappe recht entspannt. Nur 13km sollten es werden. Von Westerland ging es nach Tinnum und dann immer dem Deich entlang. Links Schafe und rechts das Wattenmeer. Das Highlight war meine Begegnung mit einer anderen NST Wanderin. Das hätte ich nicht gedacht, so schnell jemand zu treffen. Von Weitem habe ich sie schon erkannt. Hier auf der Insel sind eigentlich keine Menschen mit Trekking Rucksack und Wanderstöcken unterwegs. Das fällt sofort auf. Nach einem kurzen Schnack ziehe ich weiter.
Sonst passiert nicht viel. Ich ergötze mich an den verschiedenen Vogelarten und ein paar Kühen. Es regnet kurz und das schöne: ich bin fast ganz allein auf den Wegen. Ja und plötzlich stehe ich schon am Bahnhof in Morsum. Am liebesten würde ich die Insel verlassen, aber in Westerland wartet Phoenix auf mich. Der einzige Grund dorthin zurückzukehren. Nach zehn Minuten im Zug stehe ich wieder mitten im Touritrubel und merke, dass ich fertig mit der Insel bin. Es gibt hier keine Einheimischen mehr. Alles wirkt gekünstelt. Ich treffe Phoenix in einem Cafe und dann gehts kurz in die Unterkunft, um die Füße hochzulegen, bevor etwas Essen gehen wollen. Wie schon gestern erwähnt: die meisten lokale sind extrem teuer und die, die halbwegs bezahlbar sind wirken wie schlechte Systemgastronomie, ABER letztendlich landen wir in einem persischen Restaurant und werden nicht enttäuscht. Ganz hervorragende Küche und nicht aufdringlicher Service. Das Ganze zu normalen Preisen. Mahlzeit.
Der Himmel hat sich verdunkelt und Regen peischt an die Scheibe und prasselt auf das Dach. Draußen versuchen die feinen Damen und Herren ihre Stepp- und Daunenjacken trocken zu halten. Wir sind froh nicht auf dem Zeltplatz zu sein. Es ist auch ziemlich kalt geworden... kurz bekomme ich Zweifel, ob es richtig war nur eine kurze Hose mitzunehmen. 😅 Aber für morgen ist wieder Sonnenschein angesagt und es geht auf das Festland.Read more

TravelerWesterland ist hässlich! Nur eine kurze Hose, das ist puristisch. Aber ohne ginge auch noch.
Reif für die Insel
May 2 in Germany ⋅ 🌙 12 °C
Es geht los. Um sechs bimmelt der Wecker. Schnell Kaffee in den Leib geschüttet und dann ab zur Bahn. Als wir auf den Bahnsteig kommen fährt unsere S-Bahn gerade ab. Vier Minuten früher als geplant. Yeah. Also neue Verbindung suchen, nochmal umsteigen und mit ach und krach schaffen wir es pünktlich am Bahnhof Altona aufs Gleis. Ein paar Sekunden später kommt ein Bahnmitarbeiter und informiert uns, dass der Zug nach Westerland ausfällt. Danke Merkel.
Der Nächste fährt 30 Minuten später und ist natürlich knackig voll. Pünktlich um 8:32 Uhr MEZ fährt er los... nur um nach gefühlt 250 Meter wieder anzuhalten. Irgendwas mit anderen Zügen und Weichen. Alle 10 Minuten ertönt ein schriller Warnton und frisst sich ins Gehör. Wovor er warnt? Keine Ahnung. Die DB liefert mal wieder. In mir wächst der Wunsch wieder ein Auto zu haben. Auch Vandalismus ziehe ich in Betracht, aber erinnere mich an mein eigentliches Ziel: ich möchte spazieren gehen, über "Los" und meine "du kommst aus dem Gefängnis frei" Karten sind aufgebraucht. Also ruhig bleiben.
Dann geht alles ohne Vorfälle weiter. Bis kurz vor Sylt. Da steigt der Zoll und ein macht so Zoll Dinge. Ich vermute das Koks wird aber per Privatjet auf die Insel gebracht.
Irgendwann erreichen wir Westerland. Nichts wie raus aus dem Zug, rein in den Rewe, raus aus dem Rewe, rein in den Bus und weiter auf den nördlichen Teil der Insel. Von da aus geht zu Fuss weiter bis zum Trailhead des Nord Süd Trail. Ein paar Leute stehen drum rum und lesen das Schild. Sie sehen nicht aus, als wenn sie den Weg gehen wollen.
Es ist 15 Uhr und seitdem wir aus den Haus sind acht Stunden vergangen. Na dann mal auf. Phoenix macht es sich in einem Strandkorb gemütlich und wird später mit dem Bus zurück fahren. Ich stapfe los. Der NST verläuft hier direkt am Strand und in dem weichen Sand geht doppelt viel Energie für jeden Schritt drauf. Ich denk mir nur "Uff. Das kann ja was werden." Zum Glück setzt die Ebbe ein und nach und nach legt sie einen Streifen nassen Sand frei, auf dem es sich ganz wunderbar gehen lässt. Der Strand ist menschenleer. Nur ein paar Vögel, die Brandung und der Wind. Ich komme gut voran und nach 11km erreiche ich Kampen. Hier verlässt der Weg den Strand und bahnt sich durch die Häuser der Schönen und Reichen bis zur Uwe Düne. Einen klasssischen Uwe (unten wirds eklig) kann ich zwar nach einem halben Tag nicht vorweisen, aber ich genieße die Aussicht über die Insel. In der Ferne sehe ich den hässlichen Fernsehturm von Westerland. Da gehts hin. Der Weg bahnt sich durch das Rote Cliff und es ist mal ein "echter" Wanderweg. Die letzten zwei Kilometer geht es auf einem Fahrradweg entlang und dann stehe ich schon auf dem Bahnhofsvorplatz wo Phoenix auf mich wartet. Wir schlendern durch die Innenstadt und kehren bei McDoof ein. Alles andere ist viel zu teuer oder sieht nach Tourinepp aus. Dann lieber was ehrliches. Westerland ist auch irgendwie abgerockt. Hier sind weniger Millionäre. Eher das gewöhnliche Volk und teilweise grausamste 70er Architektur schmücken das Stadtbild. Mir gibt das alles nichts. Nur die Dünenlandschaften mit den harten Gräsern und der Heide sind wirklich wunderschön.
Nach dem Trash Buffet geht es in unsere Absteige, die aber tatsächlich von innen recht modern ist. Duschen, schlafen und morgen geht es weiter.
23km in the Täsch.Read more



































































































































































Traveler
👌👌👌
TravelerKleine Schritte - und Müßiggang, si soll's sein.
Traveler
Merkwürdiger Wettbewerb!? 😁