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- Day 1–3
- August 31, 2024 at 5:00 PM - September 2, 2024
- 2 nights
- ☁️ 26 °C
- Altitude: 1,040 m
CanadaEast Village51°2’47” N 114°3’8” W
Calgary

Die letzten Beiden Tage in Kurzfassung:
Samstag Nachmittag bin ich zusammen mit Judith (einer Kommilitonin) in Calgary angekommen.
Nach 10 Std Flug und 8 Stunden Zeitverschiebung laufen wir Zombiehaft durch die Stadt um uns was zu Essen zu kaufen. Im Hostel schaffen wir es gerade so, Nudeln mit Tomatensauce zu kochen. Die aufgedrehten, übertrieben extrovertierten anderen Hostel Gäste ignorieren wir einfach. Wir versuchen so lange durchzuhalten, dass wir zu einer vernünftigen Uhrzeit ins Bett gehen um schnellstmöglich unseren Tagesrhythmus umzustellen. Aber nachdem wir 24 Stunden wach waren fallen wir um 20:30 Ortszeit einfach ins Bett.
Am Nächsten Tag sind schon ein Paar andere Exkursions-Teilnehmer*innen da.
Wir gehen in die Downtown, denn heute ist Pride Parade 🏳️🌈.
Auf Matcha und Kaffee erkunden wir anschließend das alte Stadtzentrum inklusive Tee-Café und urigem Book-Store.
Wir kochen wieder im Hostel und wollen zum Abschluss des Tages auf den einzigen Hügel Calgarys für den Sundowner mit Blick auf die Skyline der Stadt
Morgen startet dann die Exkursion "Ökologie Westkanadas"Read more
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- Day 3
- Monday, September 2, 2024 at 11:08 AM
- ☁️ 24 °C
- Altitude: 699 m
CanadaNacmine51°28’45” N 112°47’25” W
Tyrell Dinosaur Museum

Gestern Abend sind auch die letzten Teilnehmer*innen der Exkursion angekommen
Nachdem sich alle in 5er Gruppen für die Autos und als Kochgruppen aufgeteilt haben geht es los nach Drumheller zum "Royal Tyrell Dinosaur Museum". Wir sitzen im Auto mit unserem Prof, Lukas Schreiber (dürfen wir ihn jetzt dutzen oder nicht? Wir sind alle verwirrt..)
In einer Kolonne aus 4 Minivans cruisen wir durch die Prairie Albertas. Es sieht so aus wie bei "Zauberer von Oz" wo Dorothy am Anfang mit ihren Großeltern wohnt.
Grasland und Getreidefelder so weit das Auge reicht. Und zwischendurch mal ein einsamer Hof oder eine Erdölpumpe. Ich sehe sogar Cowboys die gerade ihre Pferde satteln. In den seichten Hügeln stehen immer wieder verlassene, halb verwitterte Holzhäuser. Am Horizont hinterlassen riesige Erntemaschinen noch größere Staubwolken.
Diese endlose Weite strahlt irgendwie Freiheit und Einsamkeit gleichzeitig aus. Wunderschön und trist zugleich.
Die Fahrer*innen der Autos kommunizieren über Walkie Talkies um in Notfällen einander zu informieren. So ein Notfall tritt auch direkt ein, denn während der Fahrt lässt sich in unserem Auto keine Bluetooth Verbindung für Musik herstellen! Also alle auf den nächste Parkplatz bis das Problem gelöst ist.
Im Museum haben wir 2 Stunden Zeit. Es gibt unglaublich viele vollständige Sklelette von riiieesigen Dinosauriern zu sehen. Z.B. der Albertosaurus (wo der wohl gefunden wurde?) Oder dem Triceratops und natürlich ein Tyrannosaurus Rex.
In Drumheller gibt es sonst nix und die ganze Stadt ist auf Dinos ausgerichtet. Dino Restaurans, Dino Souvenierläden, Dino Spielplätzen und überall Dino Figuren.
Danach geht es 3 Stunden weiter nach Medicine Hat. Hier schlafen wir in einem Motel. Es sieht echt aus wie ein Klischee Motel aus amerikanischen Filmen. Medicine Hat liegt mitten im Nirgendwo und besteht eigentlich nur aus Tankstellen, Motels, einem Wallmart und Autohäusern die nur Pick ups, SUVs und riesige RV Trailer verkaufen.
Hier ist alles ganz schön amerikanisch:
Papphäuser mit schöner Veranda, überwiegend Pick up Trucks auf den Straßen, die Kilometerweit nur geradeaus gehen, Toast-Waffeln zum Frühstück, Getränke in Cafés sind 3 mal so groß wie bei uns und "Giddy Up - Western Clothing" Stores am Straßenrand...Read more
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- Day 5
- Wednesday, September 4, 2024 at 9:40 AM
- ☁️ 18 °C
- Altitude: 711 m
CanadaNorwood50°0’28” N 110°39’58” W
Beobachtete Spezies

Hier mal alles was wir so identifiziert haben
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- Day 5
- Wednesday, September 4, 2024 at 10:01 AM
- ☁️ 18 °C
- Altitude: 715 m
CanadaNorwood50°0’28” N 110°39’59” W
Noch mehr Beobachtungen

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- Day 5
- Wednesday, September 4, 2024 at 12:12 PM
- ☀️ 19 °C
- Altitude: 725 m
CanadaPatricia50°41’56” N 111°40’28” W
Dinosaur Provincial Park

Heute geht's zum Dinosaur Provincial Park. Dort wurden die meisten Fossilien gefunden, die im Tyrell Museum ausgestellt sind.
Während Johnny Cash von Cowboys, Freiheit und Einsamkeit singt fahren wir mal wieder Stundenlang durch die Prairie. Noch bin ich davon nicht gelangweilt. Was glaubt ihr, wie viele Schattierungen von Gold-braun es gibt!
Der Dinosaur Provincial Park liegt in einer vom Red Deer River ausgewaschen Senke (Coulee). Der Boden besteht aus Vulkanasche und Sedimentgestein und wäscht sich sehr leicht durch Flüsse und Regen aus, das ist richtig sichtbar. Dadurch werden dauerhaft neue Dinosaurier Fossilien freigelegt, ohne dass man überhaupt buddeln muss. So viele Fossilien, das die Wissenschaftler des Tyrell Dinosaur Museums gar nicht mit präparierten hinterher kommen. Wir finden aber leider kein Fossil...
In meiner Vorstellung ähnelt das Tal hier einer Mars-Landschaft, ganz grau und rostrot und kaum Pflanzen. Und hier soll mal Subtropischer Urwald gewesen sein!
Immer wieder sieht man Hoodoos. Das sind pilzförmige Gebilde bei denen die obere Erdschicht fester ist und stehen bleibt, während die untere, weichere Schicht langsam weggewaschen wird.
Später gehen wir in einem richtigen Saloon Burger essen. In einer "Stadt" wo man sich mal wieder fragt; Was macht die hier? Rundherum nur Ödland, heruntergekommenen Höfe und halb verostete Trucks.
Aber der Saloon ist der Wahnsinn! Durch ein Schwingtor geht es in einen verrauchten Raum mit alten Sätteln als Deko und Schildern wie "Only Redneck Parking, others will be castrated" an den Wänden. Ein Bild einer nackten Frau mit Cowboyhut die lässig im Heu liegt fehlt natürlich auch nicht.
Aber es gibt sogar vegetarische Burger Patties, die man sich dann selber auf den Grill legt. Dieser befindet sich selbstverständlich IN dem Saloon...
Und ich habe hier den leckersten, saftigsten und süßesten Maiskolben meines Lebens gegessen. Frisch, noch mit Blättern, vom Grill.
Wir übernachten wieder in einem Super8 Hostel, diesmal in Lethbridge. Aus Mangel eines gemeinschaftsraum spielen wir im Keller verstecken-fangen und Scharade. Als uns das verboten wird gehen ich und ein paar Leute noch draußen in der typisch amerikanischen Wohngegend spazieren. Die Häuser sehen nicht aus wie richtige Wohnhäuser sondern eher wie übergroße Gartenhäuser oder Wohnwägen, aus Pressspahn und fake-Holz Fassade. Aber es sieht dennoch sehr gemütlich aus. Auf einem Fußball Platz veranstalten wir erstmal ein Wettsprinten und machen uns danach ganz aufgekratzt auf den Rückweg. Schöner Abend :)Read more
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- Day 6
- Thursday, September 5, 2024 at 10:34 AM
- ☀️ 22 °C
- Altitude: 560 m
CanadaNelson Airport49°29’31” N 117°17’39” W
Head-Smashed-In Buffalo Jump/Frank Slide

Auf Wiedersehen Prairie und Hallo Berge!
Heute liegen etwa 700 km vor uns. Aber wir machen zwei Zwischenstopps auf der Strecke.
Zuerst geht es zum Head-Smashed-In Buffalo Jump. Das ist eine der Klippen in der Prairie, die von den Blackfoot zur Jagd von Büffeln (auch Bisons genannt) benutzt wurden. Seit 8.000 Jahren wurden im Herbst ganze Büffelherden gejagt und über die Klippen in den Tod gestürzt. So war der Winter gesichert.
Und dann kamen die Europäer und haben in kurzer Zeit die Büffel beinahe ausgerottet. Weil sie aus Spaß aus der Eisenbahn auf sie geschossen haben...
Dadurch wurden die meisten Indigenen ihrer Haupt-Ressource beraubt, denn sie haben fast alles was sie benutzt und gegessen haben aus den Büffel hergestellt. Viele sind einfach verhungert.
Im Museum nebenan, welches hauptsächlich von Indigenen geführt wird, gab es ein Ausstellungsstück, das mich besonders gerührt hat: Es war bei den Blackfoot Tradition, auf einer Büffelhaut die Winter zu zählen. Jeder Winter hat ein Symbol bekommen. Diese bedeuteten dann so etwas wie "als die Beeren den ganzen Winter an den Büschen hängen blieben" oder "als die Wölfe ins Lager kamen". Das allerletzte Symbol auf der Büffelhaut war "When the Buffalo disappeared"...
Mit diesem guten Gefühl geht es dann weiter richtung Gebirge. Die Prairie geht ziemlich schlagartig in Berglandschaft über. Es sieht auch die ganze Zeit so aus, als würde man demnächst einfach gegen eine Bergwand fahren.
Der zweite Stopp ist Frank Slide. Wir haben gerade so die Praire hinter uns gelassen und das Gebirge erreicht. Die Prairie war unglaublich beeindruckend und auf eine ganz besondere Art schön, aber ich merke, dass ich mich im Gebirge direkt wohler fühle. Obwohl Berge in mir immer Demut auslösen. Beim Aussteigen weht mir der vertraute Geruch nach Kiefern und trockenem Erdboden entgegen. Wie kann ich soweit weg sein, und alles so anders und gleichzeitig so vertraut sein?
Eine Kommilitonin meint, dass Berge ihr Angst machen, aber für mich ist es vertraut, weil ich seit ich denken kann immer schon in den Bergen war.
Aber zurück zur Frank Slide:
Hier hat vor 120 Jahren ein Erdrutsch ein ganzes Dorf unter sich begraben. Dabei ist der halbe Berg abgebrochen und in die Tiefe gestürzt. Der Erdrutsch sieht heute noch fast genau so aus wie damals, nur Schienen und Highway wurden wieder aufgebaut. Und das Dorf Frank ist ein paar 100 Meter weiter gezogen.
Nach einer kurzen Besichtigung geht es 5 Std weiter richtung Nelson.
Wir sind jetzt ganz nah an der Grenze zur USA.
Nelson ist eine kleine hübsche Stadt in einem Flusstal und wir übernachten in einem kleinen hübschen Hostel.
Abends ziehen wir noch los in den nächsten Liquor Store und lassen den Abend mit Kartenspielen ausklingenRead more
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- Day 7
- Friday, September 6, 2024 at 11:27 AM
- ☀️ 25 °C
- Altitude: 552 m
CanadaNelson Airport49°29’25” N 117°17’57” W
Rundfahrt Columbia Mountains

Langsam glaube ich, diese Exkursion besteht hauptsächlich aus Autofahren...
Heute haben wir von Nelson aus eine Rundtour gemacht. Wir haben bei einem verlassenen Silberminen-Dorf angehalten. Dort steht der erste Wasserbetriebene Stromgenerator.
Außerdem stehen super viele alte Busse und Trucks dort rum, wodurch es fast ein bisschen wie ein Schrottplatz aussieht. Aber eigentlich ganz cool. Ich hatte nur mehr Dorf erwartet. Es standen lediglich 2 originale alte Häuser noch. Aber dafür gab es mal wieder einen Souvenirshop in dem erstmal alle verschwunden sind
Wieder ab ins Auto und durch die Columbia Mountains kurven. Die Straße war aufgrund von Waldbränden noch bis vor 2 Wochen geschlossen. Vom Auto aus sieht man die abgebrannt Hügel und sogar noch letzte Brände an den Hängen gegenüber. Wenn man das Fenster aufmacht, kann man den Rauch riechen.
Wir fahren weiter, vorbei an Bächen, durch pittoreske Orte und halten schließlich an einem großen See. Eigentlich wollten wir hier nur Mittagspause machen, aber es dauert keine 3 Minuten, da bin ich zusammen mit zwei Anderen im Wasser. Lukas (unser Prof den wir jetzt offiziell duzen dürfen) kapituliert und aus der Mittagspause wird ein bade-Nachmittag. Ich hätte aber auch nicht NICHT in das kristallklare Wasser springen können. Ein alter, hoher Pfeiler eines Steges wird zum Sprungturm umfunktioniert. Paul (der Doktorand) macht Videos von den besten Arschbomben.
Lukas entdeckt in der Zwischenzeit einen Fischadler in seinem Horst und schüttelt nur den Kopf über seine Biologiestudent*innen die lieber planschen. Vier von uns ziehen dann aber los um näher an den Adler heranzukommen.
Und dann geht es weiter.
Unser letzter Stopp ist Kokanee Creek. Hier findet gerade Lachswanderung statt. Von einem angelegten Weg durch den Wald kann man die Fische perfekt beobachten. Einige sind offensichtlich schon am Ende ihrer Kräfte. Aber man kann auch zuschauen, wie Pärchen ihre Nester im Kies verteidigen, oder einzelne Fische versuchen die Steine zu überwinden.
Da wir morgen eine lange Wanderung vor uns haben, geht es heute früh ins BettRead more
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- Day 8
- Saturday, September 7, 2024 at 7:23 PM
- ☁️ 23 °C
- Altitude: 558 m
CanadaNelson Airport49°29’28” N 117°17’47” W
Gwillim Lakes

Heute wird richtig gewandert. Endlich!
Wir fahren knapp 2 Stunden von Nelson aus bis zum Beginn der Wanderung. Die letzten 30 Minuten geht es über Schotterstraßen mit riesigen Schlaglöchern. Auf halber Strecke, mitten im Nirgendwo verliert der Reifen eines der Autos bedenklich viel Luft. Mit dem Notfall-Kit kann er aber erstmal wieder aufgepumpt werden und hält die Luft für die restliche Strecke gut genug. Morgen müssen wir aber eine Werkstatt suchen.
Wir schaffen es tatsächlich bis zum Parkplatz und geht's in die Wanderschuhe und los!
Im Gänsemarsch laufen wir den Schmalen Pfad durch den Wald. Links und rechts gibt es Huckleberries (Heidelbeer Verwandte) zu Naschen. Es wird immer Steiler und steiniger. Für Einige aus der Gruppe ist das eine richtige Herausforderung. Ein Paar Leute bleiben am ersten See zurück während die anderen weiter zum nächsten See gehen. Zu den richtigen Gwillim Lakes schaffen wir es leider zeitlich nicht und müssen am zweiten See schon umdrehen. Ich bin schon ein bisschen enttäuscht, denn Bilder von den Seen sagen fantastisch aus. Es geht vielen so, und wir denken hätte man die Länge der Strecke besser kommuniziert und wäre vielleicht einfach früher gestartet, hätten wir das locker geschafft. Ich will mich aber nicht zu sehr frustrieren lassen, denn die Landschaft ist auch am zweiten See unglaublich schön! Alle halten ihre Füße ins klare Wasser und mampfen ihre Sandwiches.
Auf dem Rückweg essen Jenny (Kommilitonin) und Ich so viele Huckleberries wie wir können, ohne die Gruppe zu lange aufzuhalten. Mit blauen Händen und Lippen kommen wir unten an :)
Die Rückfahrt verschlafe ich einfach.
Obwohl uns allen die Beine weh tun, machen sich einige von uns nach dem Abendessen nochmal auf den Weg in die Stadt. Denn auf dem immer noch andauernden Oldtimer Trefffen spielt eine ACDC Coverband aus BC (British Columbia) namens BCDC. Aber leider verlangen die am Eintritt 50 $. Also doch in den Liquor Store und dann beim Hostel hinsetzen. Auch gut.Read more
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- Day 9
- Sunday, September 8, 2024 at 2:16 PM
- ☁️ 28 °C
- Altitude: 431 m
CanadaJenning Creek50°37’44” N 117°52’14” W
Nakusp Silent Forest und heiße Quellen

Früh am Morgen zum Sonnenaufgang laufen Jenny, Judith, Paul (nicht der Tutor Paul, sondern der Student Paul) und ich runter zum See. Am kleinen Hafen gibt es einen Steg. Die Sonne blitzt gerade so über die Berggipfel, alles ist pastell-Lila und wir springen ins kalte Wasser. Ein kleines Flugzeug startet neben uns und fliegt über den See in den Sonnenaufgang.
Dann machen wir uns auf den Rückweg um pünktlich zum Frühstück zurück zu sein.
Heute geht es tiefer in die Columbia Mountains, nach Revelstoke.
Wie immer sind spannende Stopps auf der Strecke eingeplant. Wir fahren zum Nakusp Silent Forest. Aufgrund der hohen Feuchtigkeit ist der ganze Wald von Moos bedeckt. Jedes Geräusch wird vom weichen Moos geschluckt und es entsteht eine magische Stille.
Nicht mehr ganz so magisch, wenn man mit 24 Leuten dadurch latscht.
Aber weil ich eh damit beschäftigt bin, jeden Zipfel Moos und jeden Pilz zu fotografieren, bleibe ich etwas zurück. Sogar das laute Rauschen vom Fluss wird gedämpft.
Wir laufen bis um Ursprung der Nakusp Hot Springs. Irgendwann sieht man einen leicht dampfenden, nach Schwefel riechenden Bach durchs Moos gluckern.
Weiter unten sind dann die Hot Springs zum Baden. Leider nicht naturbelassen, sondern ein angelegtes Schwimmbecken. Das Wasser ist aber herrlich warm. Nach der strammen Wanderung gestern genau das richtige für unsere erschöpften Beine.
Warm und müde setzen wir uns zurück ins Auto. Ich darf wieder Musik machen (yay) und Eddie Vedder singt uns mit seiner Stimme in den Schlaf.
Aber schon nach kurzer Zeit werden wir wieder wach, denn wir müssen mit einer Fähre den See überqueren. Während wir noch auf eben diese warten, spielen einige Kontakto (so ein Versteck Spiel) und dann geht es aufs Boot.
Die Sonne geht gerade unter und zaubert gold-orangene Reflexe auf das lila-blaue Wasser. Wir stehen alle an der Reling und lassen uns die Haare vom Wind zerzausen.Read more
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- Day 10
- Monday, September 9, 2024 at 6:06 PM
- ⛅ 18 °C
- Altitude: 451 m
CanadaRevelstoke51°0’14” N 118°12’25” W
Rogers Pass und Boardwalks

Ich habe meine Zimmergenossinnen überzeugt, mit Yoga in den Tag zu starten. Gut gedehnt und fit setzten wir uns ins Auto und fahren zum Rogers Pass. Dort werden die Permits für die Nationalparks gekauft und es gibt ein Mini Museum.
Dann fahren wir wieder zurück Richtung Unterkunft, dem "Alpine Inn".
Unterwegs halten wir, um über Boardwalks durch den gemäßigten Regenwald zu laufen. Hier gibt es Riesenlebensbäume und wieder jede Menge Moos.
Dieses Land ist wirklich für Auto-Touristen ausgelegt. Man fährt zum Parkplatz im Wald, und dann führt ein maximal 1km lang Boardwalk einmal in den Wald und wieder heraus. Da war man dann ja richtig in der Wildnis.... Aber schön ist es trotzdem.
Wir schauen uns auch noch den Illecillewaet River an. Das ist ein Gletscherfluss, der sich malerisch, weißblau durch das Tal schlängelt. Morgen werden wir bis zum Gletscher hinauf wandern. Die Vorstellung der anspruchsvollen Wanderung löst bei einigen echt viel Sorge bis Panik aus, vor allem, weil viele schon bei der letzten Wanderung Probleme hatten. Aber ich bin zuversichtlich und ich freu mich drauf. Ich hoffe, dass nicht zu viel Unmut aufkommt.
Nachmittags gehen wir noch Revelstoke erkunden. Wir holen uns Slurpees, das die Zunge verfärbt und finden ein German-Indian Fusion Kitchen Restaurant. Da gibt es tatsächlich sowas wie Tandori Spätzle😂
Meine Gruppe ist heute mit Kochen dran. Da wir Resteverwertung machen, haben wir nicht viel zu tun.
Wir sind ja gerade im Alpine Inn mit zwei 8er Suiten. Leider unterstützt das die Grüppchenbildung ziemlich. Eine Gruppe/ Suite mit den "Coolen extrovertierten" und dann halt wir... Bisher hatte es sich halbwegs durchmischt. Ich hoffe, dass sich die Grüppchen nicht noch mehr verhärten. Denn in dem anderen Grüppchen, sind ein paar echt nette Leute, zu denen ich gerne mehr Kontakt hätte.
Ich hab auch mal wieder festgestellt, dass Bonn ein Dorf ist. Pizza (einer bei mir aus dem Wohnheim Endenicher Allee 37) spielt in ner Band. Und Jonah, einer von der Exkursion, scheinbar auch. Mal wieder kennt man irgendwen über 2 Ecken 😂
Zum Einschlafen machen wir Abend Yoga :)Read more

TravelerNee das ist einfach Riesen Lebensbaum Thuja plicata. Die Redwoods sind Sequoia

Braucht Ihr die Permits schon für die Gletschertour oder für eine mehrtägige Tour (Backcountry-Permit?) [M]

TravelerFür den Gletscher. Der liegt schon in einem Nationalpark. Und um da überhaupt reinzukommen braucht man die Permits
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- Day 11
- Tuesday, September 10, 2024 at 11:53 PM
- ☁️ 13 °C
- Altitude: 451 m
CanadaRevelstoke51°0’13” N 118°12’25” W
Illecillewaet Gletscher

Um 7 Uhr geht es ab in die Autos und los.
Heute wird wieder gewandert. So früh am Morgen ist es wirklich kalt (Max. 10°C oder so) und alle haben ihre Daunenjacken und Mützen ausgepackt.
Der Weg führt am Illecillewaet River entlang, erst sanft durch ein Wäldchen, dann immer steiler der Baumgrenze entgegen. Langsam dringt die Sonne durch die Zweige und hinterlässt goldene Tupfen auf dem Moos. Durch die Anstrengung wird es in den Daunenjacken ganz schön warm und wie auf Kommando ziehen fast alle gleichzeitig ihre Jacken aus. Wir kämpfen uns über Geröll-Felder, überqueren Flüsse und schleppen uns steile Serpentinen hoch. Lukas, unser 60 Jähriger Prof, läuft uns allen davon. Die Gruppe splittet sich allmählich in zwei Gruppen auf, die schnelleren und die etwas langsameren. So kann jede*r in seinem/ihrem Tempo laufen.
Es ist wirklich steil, und ich bin selber ganz schön am schnaufen. Eine Person dreht tatsächlich irgendwann um. Zwei weitere kommen leider schon vorm Ziel an ihre Grenzen, und bleiben am Wegrand sitzen. Aber auch von hier haben sie eine fantastische Aussicht.
Nach 3,5 Stunden, 6,5 km und 1100 Höhenmetern erreichen wir das Ziel: der Illecillewaet Gletscher. Es ist unglaublich wie weit sich die Eismassen hier oben erstrecken. Direkt am Gletscher ist blaues Wasser und die Eischollen lassen sich super snacken, die knuspern so schön.
Vor 4 Tagen waren wir noch in der Prairie und jetzt sitze ich vor einem Gletscher! Mein Kopf kommt da nicht mit...
Und dann entdecken Jonah, Judith und ich auch noch eine Eishöle! Ich komm gar nicht mehr klar...
Nachdem ich mich an dem Eis kaputt fotografiert habe, geht es wieder runter. Der Steile Abstieg steckt mir jetzt noch in den Knien. Aber wie sehen ein Streifenhörnchen :)
Am Abend gehen wir essen, damit niemand nach dem anstrengenden Tag kochen muss.
Mein Zimmer geht noch schnell fürs Frühstück einkaufen. Und als wir ankommen ist der ganze Tisch schon von den andern besetzt. Wir müssen uns an einen Nachbartisch setzten. Natürlich... Da ist die Gruppendynamik mal wieder top... mich ärgert das ziemlich. Weil wir wieder in den aufgeteilten Grüppchen sitzen.
Aber nach dem Essen bleiben wir noch für Bierchen und ich setzte mich rüber zu den anderen, damit die Gruppen nicht so verhärten.
Laut Paul sind in diesem Restaurant/Bar in den vergangenen Jahren legendäre Sachen passiert, aber heute sind alle so müde, dass die meisten nach dem ersten Bier ins Bett gehen
Nochmal Abendyoga und dann wird geschlafenRead more
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- Day 12
- Wednesday, September 11, 2024 at 11:40 AM
- ☁️ 16 °C
- Altitude: 450 m
CanadaRevelstoke51°0’13” N 118°12’26” W
Meadows in the Sky

Nach der anstrengenden Wanderung wird heute zur Erholung gewandert...
Aber nur 7 km und 300 Höhenmeter oneway. Wir fahren auf 2000 m zu den Meadows in the Sky am Mount Revelstoke. Hier wechseln sich lichte Wälder aus schmalen Felsengebirgstannen mit Bergwiesen (Meadows) ab, die im Sommer wohl über und über mit Blumen bedeckt sind. Jetzt im Herbst sind nur noch einige wenige Blüten über. Dennoch ist es nicht trist. Das Farbenspiel aus knallgrünen, beinahe gelblichen Wiesen, dunkelgrünen Tannen und blauen Bergen im Hintergrund sieht aus wie gemalt. Wir wandern bis zu einem wunderschönen kleinen See. Der fügt dem ganzen noch ein Petrol-grün hinzu.
Auf dem Rückweg sehen wir richtig viele Murmeltiere und Pikas. Letztere heißen auch Pfeifhasen, weil sie laute, quietschen Geräusche ausstoßen. Das klingt aber eher so, als würde man auf ein Hundespielzeug treten. Und wie Hasen sehen die auch nicht aus. In der Gruppe wird sich darauf geeinigt, dass Tröt-Maus ein viel passenderer Name ist.
Heute ist ausnahmsweise mal nicht perfektes Wetter und es nieselt zwischendurch immer wieder.
Zurück im Alpine Inn kuscheln sich alle in Decken ein und trinken heißen Tee.
Ich gucke mit Phina und Joanna Twilight in der Nachbarsuite. Das passt perfekt, weil die Landschaft im Film der Gegend hier doch sehr ähnlich ist.
Nachdem Abendessen mache ich mich bereit für die Monsterwanderung morgen. Es soll auf den Mount Begbie gehen (dem seht ihr auf einem Foto der letzten Tage), 1700 Höhenmeter auf 7 km Strecke oneway. Nur Lea, Lovis, Eric, Student-Paul, der Prof, Lena-Tutorin und ich wollen es wagen. Leider habe ich mir heute eine Blase gelaufen und meine Knie haben die letzten beiden Tage schon gelitten. Mal schauen wie es morgen früh aussiehtRead more
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- Day 13
- Thursday, September 12, 2024 at 8:04 PM
- ☁️ 14 °C
- Altitude: 453 m
CanadaRevelstoke51°0’14” N 118°12’24” W
Begbie?

Als ich aufwache merke ich: Shit, mein rechtes Knie tut doch mehr weh als gedacht. In Kombination mit meiner Blase am Zeh keine guten Voraussetzungen für die Monsterwanderung. Nach viel abwägen, hin und her überlegen und mit meinem Papa beraten entscheide ich mich spontan, doch nicht mitzugehen. Wenn ich nicht mit 99,9% Überzeugung an die Sache herangehen kann, dann besser gar nicht. Denn von meinem Mitbewohner Felix hab ich gelernt: keine halben Sachen machen (Grüße gehen raus 🫶🏼)
Stattdessen geht es zu einer Historischen Sehenswürdigkeit, dem "last Spike". Das ist der letzte Nagel der in die Schienen des Canadian Pacific Railway gehauen wurde. Danach gehen wir in den "Enchanted Forest". Ich lass da einfach mal die Fotos sprechen.
Zum Abschluss haben wir uns gewünscht zu den Begbie Falls zu gehen. Wir laufen ganze 800m zum Fluss runter. Dort sehen wir wieder Kokanees (Süßwasser Lachse) und natürlich einen schönen Wasserfall.
Abends geht's nochmal auf ein Bierchen und für Billard in die StadtRead more
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- Day 14
- Friday, September 13, 2024 at 1:37 PM
- ☁️ 14 °C
- Altitude: 1,379 m
CanadaLusk Creek51°1’44” N 115°2’3” W
Ab in die Rockies

Heute geht es weiter von den Columbia Mountains in die Rocky Mountains.
Auf der Strecke halten wie an Radium Hot Springs. Leider wieder nicht naturbelassen, aber trotzdem sehr entspannend. Wir fahren weiter durch den Rocky Mountain Trench. Dieser Graben trennt die Columbia Mountains von den Rocky Mountains. Hier treffen die Pazifische und die Nordamerikanische Kontinentalplatten aufeinander. Die Pazifische schob sich damals unter die Nordamerikanische und die Rocky Mountaind entstanden. Man kann das sehr gut an den Bergen erkennen. Sie sehen aus wie aufgeschoben Schollen und mann erkennt die verschiedenen Gesteinsschichten. Die Columbia Mountains entstanden aus vorgelagerten Inseln, die zusammengeschoben wurden. Der Rocky Mountain Trench wiederum entstandt, weil Teile der Kontinentalplatten abgesackt sind.
Von dem Rocky Mountain Trench geht es dann Richtung Canmore, richtig in die Rockies. Ich hab mich gefragt, inwiefern die Rockies denn noch beeindruckender sein sollen als die Columbia Mountains. Aber es ist der Wahnsinn, hier ist einfach alles eine Dimension Größer. Die Landschaft ist rauer, trockener und, wie man dem Namen entnehmen kann, steiniger. Die Täler sind weiter und die Berge gigantischer!
Die letzten Tage der Exkursion verbringen wir in einer Field-Station in Kananaskis. Hier ist es so wunderschön. Mitten in der Natur haben wir ein ganzes Haus für uns. Es gibt einfach ein Kaminzimmer mit rot-goldenen Sesseln (die gemütlichsten Sessel in denen ich je gesessen habe). In einem anderen Haus (die Lodge) gibt es Frühstück, und Tee, Kaffee und Muffins für zwischendurch.
Anscheinend sind auch Bären in der Gegend, weshalb wir uns nur in Grüppchen von der Field Station entfernen dürfen.
Hier könnte ich noch drei Wochen bleiben.Read more
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- Day 15
- Saturday, September 14, 2024 at 5:07 PM
- ☀️ 13 °C
- Altitude: 1,380 m
CanadaLusk Creek51°1’44” N 115°2’2” W
Prairie View

Man merkt langsam, dass es Herbst wird. 15 °C, kalter Wind und Nieselregen. Außerdem fühle ich mich ein bisschen krank. Nichtsdestotrotz geht es los zur Wanderung mit Prarie View. Es ist eigentlich eine relativ gemütliche Wanderung, aber ich merke meine Erschöpfung deutlich. Bisher hatten wir ja auch keinen richtigen Pausentag.
Jenny, Lovis, Eric, Judith und ich spielen beim Wandern "wer bin ich". Passend zur Exkursion werden sich Begriffe ausgedacht wie, Grizzly, Muskelkater, the Last Spike oder Oreo Keks. Am ersten Aussichtspunkt, von dem man allerdings die Prairie noch nicht sehen kann, warten freche Grey Jeys (so Häher-Vögel) auf uns und unsere Snacks. Sie fressen dem Student-Paul sogar aus der Hand. Ein kleiner Teil der Gruppe dreht um, der Rest läuft weiter zum zweiten Aussichtspunkt, von wo aus man in die Prairie schauen kann. So richtig Prairie sieht man aber eigentlich noch gar nicht. Der Rückweg zieht sich etwas, aber ich philosophiere mit Jonah darüber, wie toll es wäre sich mit Pilzen auszukennen, um den ganzen Tag Pilze und Beeren zu sammeln und dann abends am Kamin mit Tee und selbstgesammeltem Essen zu sitzen. So ein richtig perfekter Herbsttag.
Zurück in der Field Station schlägt meine Erkältung zurück. Ich setzte mich in einen der Sessel um zu lesen. Ich schaffe jedoch nicht mal eine Seite, sondern schlafe einfach ein.
Dann muss ich wach werden, denn meine Gruppe kocht heute.
Ein paar Leute organisieren eine Beamer und bauen eine Leinwand aus Bettlaken. Wir stellen die Sessel um, kuscheln uns ein und schauen "Jurassic Park". Dazu gibt es frisch gebackene Brownies. Herrlich!Read more
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- Day 16
- Sunday, September 15, 2024 at 9:40 AM
- ☀️ 7 °C
- Altitude: 1,385 m
CanadaLusk Creek51°1’38” N 115°2’2” W
Pausentag

Leider ist meine Erkältung schlimmer geworden und ich entscheide mich, den Tah in der Field Station zu verbringen. Obwohl die Wanderung heute endlich mal auf einen Gipfel gehen soll. Grrrrr....
Es fällt mir sehr schwer nicht mitzugehen.
Aber dafür habe ich die Field Station für mich. Nur Eva, die ebenfalls erkältet ist, bleibt auch hier. Ich setzte mich mit Tee auf einen Sessel in der Lodge und genieße die Aussicht.
Gegen 11:30 stehen auf einmal Jenny und Tutor-Paul vor der Tür. Leider hat Jenny an einer sehr schwierigen, sehr steilen Passage der Wanderung Panik bekommen und musste umkehren. Um den Tag noch bestmöglich zu nutzen wollen die beiden mit dem Auto auf Wildlife Safari gehen. Eva und Ich schließen und an, den das ist ja sehr entspannt. Wir fahren durch die Berge bis zu einem See an dem Wir Picknick machen, und dann wieder zurück. Auf dem Weg sehen wir Rocky Mountain Sheep und ein Reh. Aber leider keine Bären oder Elche... schade
Egal, war ein schöner Ausflug :)Read more
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- Day 17
- Monday, September 16, 2024 at 3:42 PM
- ☁️ 19 °C
- Altitude: 1,386 m
CanadaLusk Creek51°1’42” N 115°2’0” W
Burgess Shale

Nach meinem Pausentag gestern fühle ich mich relativ erholt und fit genug für das heutige Programm.
Um 5:30 machen wir uns auf den Weg ins Yoho Valley. Vor uns liegt eine 22 km lange Wanderung zum Burgess Shale. Die bedeutendste Fundstelle für Fossilien aus dem Cambrium. Das besondere an dieser Fundstelle ist, dass neben Gliederfüßern mit fester Schale (z.B. Trilobiten) auch viele Weichtiere im Schiefer konserviert wurden.
Zum Burgess Shale kommt man nur mit Guide und auch nur wenige Gruppen werden dort hin gelassen. Deshalb hab ich gestern auf die Coole Gipfel-Wanderung verzichtet.
Die Wanderung startet am Takkakaw Wasserfall (zweithöchster in Westkanada). Es ist -1°C und alles ist noch mit Frost bedeckt.
Langsam schiebt sich die Sonne über die Berge. Sie blinzelt durch die Bäume und bringt alles zum Glitzern.
Wir kommen nach etwa einer Stunde am Yoho See vorbei. Nebelschwaden ziehen malerisch über das spiegelglatte Wasser.
Dann geht es vorbei am Mount Wapta Richtung Mount Burgess. Während der Wanderung haben wir einen wunderbaren Blick auf den Emerald Lake unten im Tal. Der See macht seinem Namen alle Ehre und sieht so unecht türkis aus, dass wir anfangen darüber zu witzeln, ob wohl jede Saison Farbeimer in den See gekippt werden.
Kurz vor der eigentlichen Ausgrabungsstätte werden wir in zwei Gruppen eingeteilt, denn es dürfen maximal 12 Personen gleichzeitig dorthin.
Ich bin in der zweiten Gruppe. Während wir warten, genießen wir die Aussicht und suchen die Hänge nach Bergziegen ab. Unsere Guide Jane ist ganz enttäuscht, dass wir keine finden.
Dann dürfen wir endlich hoch. Der andere Guide Simon hat selbst einige Jahre hier bei Ausgrabungen gearbeitet. Er erklärt und zeigt uns welche Fossilien hier gefunden wurden. Die meisten Tiere im Cambrium waren wenige Zentimeter groß. Aber es wurden auch Klauen gefunden, die auf Schalentiere von über einem Meter schließen lassen.
Nach dem Theorie Teil dürfen wir selber nach Fossilien suchen. Es gibt immer noch super viel hier zu finden, und das ist nur der "Schrott" der liegengelassen wurde. Es fühlt sich ein bisschen an, wie ein riesiger "Kosmos" - Experimente Kasten.
Wir tragen alle Fossilien zusammen, die wir gefunden haben. Das meiste sind tatsächlich Trilobiten oder der Wurm Ottoia prolifica. Wir dürfen aber natürlich keine Fossilien mitnehmen. Wer das versucht, muss mit Gefängnis-Strafe rechnen.
Dann laufen wir die 11 km wieder runter.
Gegen 18 Uhr kommen wir am Parkplatz an. Wir waren ganze 10 Stunden unterwegs.
Bis zur Field Station sind es nochmal knapp 2 Stunden Autofahrt. Wir hören die drei ??? und ich döse weg.
Abends setzte ich mich mit Phina, Jonah und Saskia in die Lodge um Tee zu trinken.
Wir quatschen über die 10 biblischen Plagen und alles mögliche andere. Als wir gerade ins Bett gehen wollen, weil wir sehr geschafft von der Wanderung sind kommt ein Typ, setzt sich auf einen Stuhl gegenüber, grinst uns an und sagt: "I've never met germans before! How are you?"
Er fragt uns aus über das Leben in Deutschland, ob wir auf der rechten oder linken Straßenseite fahren, was wir in Kanada komisch finden, und ist ganz geschockt, dass wir alle kein Fleisch essen.
Das war irgendwie lustig.
Danach fallen wir alle ins BettRead more
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- Day 18
- Tuesday, September 17, 2024 at 3:47 PM
- ☁️ 17 °C
- Altitude: 1,379 m
CanadaLusk Creek51°1’44” N 115°2’4” W
Mal entspanntes Programm

Als ich Aufwache fühle ich mich leider richtig krank. Nase zu, Kopfschmerzen, Mist....
Aber heute steht eigentlich nur sehr entspanntes Programm an.
Es heißt dann aber plötzlich doch, als wir schon im Auto sitzen, Wanderschuhe anziehen. Ich hab nicht mehr wirklich die Chance umzudrehen und fahre also mit.
Da Tutor-Paul gestern mit Jenny die Mount Baldy Wanderung abbrechen musste, mach er die heute nochmal und hat ein Auto mitgenommen. Dadurch müssen sich 7 Leute auf je 6 Plätze in den Autos quetschen. Saskia und Jonah kommen bei uns dazu.
Wir fahren 30 min um dann etwa 2 km zu einem See zu laufen. Wie in Trance taumel ich den Weg hoch. Einige laufen vom See noch weiter bis zu einem Gletscher aber ich sacke auf der nächsten Bank zusammen.
Hier ist auch ein Backcountry Campground und es gibt eine Feuerstelle.
Die wird natürlich genutzt. Leider ist das Holz recht feucht und qualmt mehr als dass es brennt. Nach einem Nap in der Sonne fühle ich mich auch schon deutlich besser und der Rückweg ist viel angenehmer.
Unser Auto fährt noch eine Runde Wildlife gucken.
Aber weil ich die gleiche Strecke schon mit Jenny, Eva und Paul gefahren bin, und sehr müde bin, schlafe ich ein. Wir halten am gleichen See wie das letzte Mal. Als wir so da stehen, auf das Türkisblaue Wasser und die schneebedeckten Berge im Hintergrund schauen sage ich zu Jonah: "Wenn man hier lebt, und diese Seen gewohnt ist, kann man doch nie wieder irgendwo anders auf der Welt an einen See gehen und sagen 'Ja, ist schön hier' "
Ein letztes Mal die Aussicht aufsaugen, und dann geht es zurück in die Field Station. Die anderen sind schon länger da und spielen Volleyball, oder lesen. Ich schlaf erstmal ne Runde, damit ich für den Abend fit bin.
Denn Lukas hat Bier für alle gekauft und es ist ein gemeinsamer letzter Abend geplant.
Es gibt Burger und danach wird Bierpong aufgebaut und Karten gespielt. Manche machen irgendwie doch ihr eigenes Ding und so ganz gemeinschaftlich ist es nicht. Aber trotzdem schön.
Ich steige beim Bierpong ein und wir spielen zu 11 😅. Weil wir alle so schlecht sind, dauert es trotzdem super lange...
In den nächsten Runden spielen nur noch Jil und Eva gegen Jonah und mich (das unschlagbare Bierpong Team) bis fast alle im Bett sind.
Gegen 12:30 gehe auch ich ins Bett.Read more
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- Day 19
- Wednesday, September 18, 2024 at 11:54 AM
- ☁️ 18 °C
- Altitude: 1,034 m
CanadaCalgary zoo51°2’43” N 114°1’33” W
Zurück nach Calgary

Heute ist der letzte Tag der Exkursion und wir fahren zurück nach Calgary.
Dort gehen wir erstmal in den Zoo.
Die Gruppe spaltet sich in viele kleine Grüppchen auf und plötzlich sind nur noch Jonah und ich zu zweit unterwegs, treffen aber später noch auf Aci.
Eigentlich hat niemand von uns allen so richtig Lust, Tiere in zu kleinen Gehegen eingesperrt zu sehen.
Besonders hart ist es, Tiere wie Bighorn Sheep oder so zu sehen. Vor ein Paar Tagen haben wir sie noch in freier Wildbahn in den Bergen gesehen. Oder wir haben die ganze Zeit gehofft mal Bären zu sehen und hier werden sie uns zusammen mit majestätischen Tigern und Menschenaffen hinter Gittern einfach auf dem Tablett serviert. Wie Fastfood.
Menschenaffen im Zoo finde ich besonders widerwärtig.
Der ganze Ausflug ist eigentlich nur traurig.
Rilke hat das besser in Worte gefasst:
Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, daß er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.
Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.
Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf -. Dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille -
und hört im Herzen auf zu sein.
Danach werden wir alle am Hostel in Calgary abgeladen. Hier hat alles angefangen...
Unsere Tutoren fliegen heute schon nach Hause, aber die meisten Student*innen bleiben noch mindestens eine Nacht.
Ich leg mich erstmal schlafen.
Am späten Nachmittag gehe ich mit Joanna, Saskia, Jonah und Phina los zu Leopolds Tavern. Dort gibt es laut Jonah richtig leckere vegane Wings. Und heute ist Wing-Wednesdey, das heißt, alle Wings zum halben Preis.
Wir schlagen uns die Mägen voll und die anderen trinken noch Margaritas.
Angeheitert ziehen wir weiter zum Prince's Island Park. Saskia und Joanna kaufen sich einen Hasch-Keks in einem der vielen Cannabis Stores.
Der Haupt-Snack der letzten Wochen waren Oreos und als sie den Keks auspacken ist es natürlich ein Oreo...
Am Park setzten wir uns an den Fluss. Gegenüber spielt jemand Gitarre und singt richtig gut. Die untergehende Sonne spiegelt sich in den Fenstern der Wolkenkratzer.
Als es uns zu kalt wird machen wir uns auf den Rückweg. Wir laufen durch eine Menschenleere Mall, durch einen Tunnel über der Straße und zurück zum Hostel.
Im Keller gibt es einen Billardtisch. Das nutzen wir natürlich noch. Ich bin sogar gar nicht komplett scheiße.
Gegen 10 bin ich so müde, dass ich mich kaum noch konzentrieren kann und gehe ins Bett. Ich wollte diesen letzten Abend mit den Anderen aber noch genießen, auch wenn das nicht das beste für meine Erkältung ist. Und es war ein wirklich schöner Abend.
Da alle so mit ihren Gedanken bei die Heimreise sind, habe ich selber das Gefühl, dass ich schon nach Hause gehe, obwohl ich ja noch drei Wochen vor mir hab. Es fühlt sich so an, als wäre jetzt alles vorbei und gleichzeitig geht es jetzt erst richtig los. Komisches Gefühl.
Die anderen gehen noch in einem Cowboy-Schuppen feiern und in eine Karaoke-Bar, während ich schon in der Traumwelt angekommen bin.Read more
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- Day 20
- Thursday, September 19, 2024 at 8:08 PM
- ☁️ 10 °C
- Altitude: 1,461 m
CanadaTunnel Mountain51°11’7” N 115°32’53” W
Ende und Anfang

Ich fühle mich heute wieder halbwegs fit.
So gehe ich mit Saskia und Jonah nach Inglewood, dem alten Stadtteil wo ich zu Beginn schon mal war.
Da noch alles zu hat setzten wir uns in ein Café und trinken Pumpkin-Spiced-Latte. Damit ist der Herbst offiziell eingeläutet.
Dann stöbern wir durch die vielen Secondhand-, Krimskrams- und Pflanzen-Geschäfte.
Jonah und Saska müssen dann irgendwann los. Jonah flieht heute nach Hause und Saskia will auch nochmal Mittagspause im Hostel machen.
Ich treffe mich mit Lea in einem Teehaus um die kommenden Tage zu planen. Denn wir wollen, zumindest jetzt am Anfang, zusammen Reisen. Wir entschließen uns, heute noch nach Banff zu fahren und dort erstmal in einem Hostel zu übernachten, weil wir beide nicht ganz gesund sind. Und dann gucken wir vor Ort einfach mal.
Mit dem Flix Bus kommen wir super easy von Calgary nach Banff. Ich freue mich, dass es wieder in die Rockies geht. Auf der Busfahrt quatschen wir super viel über die Exkursion, was wir gut und was wir eher nicht so toll fanden und alles mögliche andere.
So vergehen die knapp 2 Stunden Fahrt super schnell.
In Banff angekommen, sieht man direkt, dass es hier eine Touri Stadt ist. Aber das hat auch seine Vorteile, denn so ist die Infrastruktur für Touristen einfach besser ausgebaut. Und da wir kein Auto haben, sind wir auf gut erreichbare Wanderungen oder Busse angewiesen.
Bis zum Hostel müssen wir mit unseren Riesen Rucksäcken noch erwa 30 Minuten laufen. Ich kann mir noch nicht so ganz vorstellen, wie wir damit ganze Tage wandern sollen. Mal schauen wie's wird.
Im Hostel kochen wir uns Abendessen mir den Lebensmitteln, die wie noch von der Exkursion mitnehmen konnten. Und dann gehen wir relativ früh ins Bett.
Ich fühl mich sehr wohl mit Lea und freu mich auf die nächste Tage, an denen wir was zusammen machen.
Ich finde es bewundernswert, wie sehr sie einfach ihr Ding macht und in sich ruht. Mit 20 war ich noch nicht so weit und bin es auch jetzt noch nicht so richtigRead more

TravelerDas waren sehr schöne Berichte über deine Exkursion. Toll, was du alles erleben durftest. Nun wünsche ich dir für den zweiten Teil, dein "kleines" Abenteuer, ganz viel Spaß. Schön, dass du für den Anfang eine Begleiterin gefunden hast. Ich freue mich schon auf deine Erzählungen von deinen Erlebnissen. Liebe Grüße und fühl dich gedrückt.
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- Day 21
- Friday, September 20, 2024 at 8:42 PM
- ☁️ 3 °C
- Altitude: 1,454 m
CanadaBankhead51°11’31” N 115°31’25” W
Banff

Heute schlafen wir aus und wollen erstmal einen entspannten Tag machen.
Nach dem Frühstück checken wir aus und laufen runter nach Banff um uns im Tourismus-Büro Kartenmaterial und Infos zum Backcountry Camping zu holen.
Anschließend laufen wir ein bisschen durch die Stadt. Ich kaufe mir noch eine Mütze und wir decken uns mit Lebensmitteln fürs Abendessen ein. Wir finden sogar richtiges Sauerteig Baguette! Sowas feines gab es hier in Kanada bis jetzt noch nicht. Immer nur Toast und labbrige Bagels. Das wird ein Festmahl!
Wir hatten auch überlegt heute schon eine kleine Wanderung zu machen. Aber es ist nur 9°C und regnet die ganze Zeit. Also laufen wir zurück zum Hostel. Wir haben ja schon unsere Zimmerkarten abgegeben, aber durch die Hintertür schleichen wir uns ganz frech in die Küche. Wir machen Tee und setzten und auf die Sofas in der Lobby. Zusammen erstellen wir einen groben Plan für die nächsten Tage und mampfen das Baguette. Wir sind beide leider immer noch nicht fit und schlafen irgendwann einfach auf den Sofas ein. Für heute Nacht haben wir uns einen Zeltplatz reserviert, aber da es immer noch regnet nutzen wir einfach nochmal heimlich die Küche des Hostels zum kochen.
Danach fahren wir mit dem Bus zum Zeltplatz.
Irgendwann hält ein Auto vor uns und der Bus muss auch stoppen. Der Busfahrer sagt "Oh there is a deer on the left. That's why they are stopping" und von hinten schallt es vielstimmig zurück "a deer on the left!" "Oh a deer on the left" "a DEER on the left"
Das war süß.
Vom Hostel aus fahren wir ungefähr 10 Minuten nur an Campingplatz und Wohnmobil Stellplätzen vorbei, bis wir zu unserem Abschnitt des Campingplatzes kommen.
Wir bauen das Zelt von Lea auf und gehen sehr früh ins Bett.Read more
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- Day 22
- Saturday, September 21, 2024 at 8:43 PM
- ☁️ 8 °C
- Altitude: 1,452 m
CanadaBankhead51°11’32” N 115°31’23” W
Johnston Canyon

Die Nacht war ganz schon kalt. -3°C
Dementsprechend habe ich nur mäßig gut geschlafen.
Und auch am Morgen ist alles noch mit Eis bedeckt. Krass, wie schnell es jetzt kalt geworden ist. Auf den Bergen liegt teilweise bis zur Baumgrenze Schnee. Sie sehen aus wie mit Puderzucker bestäubt. Der Schnee wird wohl auch den Tag über nicht schmilzen.
Wir kochen heißen Tee und Porridge. Zum Frühstücken setzten wir uns auf einen Nachbar-Platz weil dort sie Sonne hinkommt.
Nachdem wir unseren duftenden Kram (Lebensmittel, Kulturtasche etc.) Im Bear-Locker verstaut haben, fahren wir wieder mit dem Bus runter in die Stadt. Als wir im Hostel gebucht hatten, haben wir Tickets für 3 Tage Busfahren im Banff-Stadtgebiet bekommen. Und gestern haben wir uns einfach noch ein Ticket für einen Tag mehr eingesteckt. Hehe... Aber bei über 60$ pro Person und Nacht ist das in Ordnung denke ich.
Heute wollen wir in den Johnston Canyon wandern. Den Bus dahin müssen wir leider trotzdem bezahlen, schade.
Wir werden an einem riesigen Parkplatz mit Café und Souvenierladen raus gelasse. Zusammen mit vielen anderen schieben wie uns den asphaltierten (?!) Wanderweg entlang. Nach den ersten Aussichtspunkten auf Wasserfälle nimmt die Zahl der Menschen zum Glück ab und auch der Weg wird schöner. Es ist trotzdem wirklich sehr voll hier. Aber wir wollten ja eine leichte, gut zu erreichende Wanderung machen. Das wollen viele Andere natürlich auch. Und der Canyon und die Wasserfälle sind wirklich schön!
Nach etwa der Hälfte der Strecke merke ich wie angestrengt ich bin. Ich entscheide mich dazu, umzudrehen, damit ich mich nicht überlaste. Irgendwie muss sich mein Körper ja erholen.
Lea läuft noch weiter.
Ich setzte mich am Café draußen auf eine Bank in die Sonne. Ich hätte auch Lust mich rein zu setzen, aber ich will nicht 6$ für einen Kaffee bezahlen...
Ein Chipmunk besucht mich und klettert mir fast auf die Füße. Süß. Dann döse ich in der Sonne weg.
Als Lea zurück ist, beschließen wir, uns das Geld für den Bus zu sparen und stattdessen Leute auf dem Parkplatz zu fragen, ob sie uns mitnehmen. Beim 5. Versuch klappt es. Wir steigen zu einem Pärchen aus Texas ein. Die sind irgendwie sehr amerikanisch. Wir führen Smalltalk, und man merkt, dass sie eigentlich gar nicht so richtig interessiert sind. Aber es ist trotzdem nett. Die beiden sind nur für 6 Tage hier in den Rockies. Das ist schon krass. Sie machen Auto-Tourismus und schauen sich die offensichtlichen Attraktionen an. Danach kennt man die Rockies ja...
In Banff springen wir noch kurz in den Supermarkt und fahren dann mit dem Bus zum Zeltplatz. Wir kochen, machen Lagerfeuer und genießen die letzten warmen Sonnenstrahlen des Tages. Morgen wollen wir mit vollen Rucksäcken losziehen zum ersten Backcountry Camping. Wir überlegen genau, was wir wie kochen können, um nur das nötigste mitzunehmen. Wir werden auch ein Zelt und anderen Kleinkram hier lassen, um Gewicht zu sparen.
Ich bin sehr gespannt wie das morgen klappt.Read more
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- Day 23
- Sunday, September 22, 2024 at 8:43 PM
- 🌙 7 °C
- Altitude: 1,486 m
CanadaBanff51°16’33” N 115°23’12” W
Lake Minnewanka Backcountry Camping

Um 7 Uhr klingelt der Wecker. Es ist noch gar nicht richtig hell. Lea ist sofort wach und geht duschen. Ich brauche noch ein bisschen, bis ich mich aus meinem Kokon geschält habe.
Als ich aufstehe begrüßt mich ein Squirrel auf unserem Tisch.
Ich hole die Lebensmittel und mache ein Lagerfeuer zum aufwärmen. Ich drehe mich wieder zum Tisch mit den Lebensmitteln um und da flitzt eine Squirrel aus dem Lebensmittelbeutel davon. Tse tse... hat aber nix erwischt.
Es gibt warmes Porridge und Tee am Lagerfeuer.
Dann packen wir alles zusammen. Die Sachen, die wir nicht fürs Backpacking mitnehmen wollen, lassen wir frech wie wir sind, einfach im Bear-Locker und wollen die morgen Abend wieder abholen.
Jetzt geht es mit dem Bus nach Banff und dann zum Lake Minnewanka. Wir wollen an einer einfachen Strecke das Wandern mit Gepäck testen. Am Rand des Sees wandern wir durch Wälder, über Schotterpisten und durch Pappel-Haine dir jetzt im Herbst ganz gelb leuchten. Endlich beginnt der "Indian Summer".
Es läuft sich erstaunlich gut mit den vollen Rucksäcken.
Nach etwa 9km erreichen wir den Backcountry Campground, den wir reserviert haben. Diese Campgrounds haben meist wenige Stellplätze, die mitten in der Natur sind. Dazu gibt es Bear-Locker, einen Tisch, eine Feuerstelle und ein Plumpsklo.
Es ist erst 13 Uhr und auf dem Weg gibt es noch zwei weitere Campgrounds. Wir entschließen uns dazu, unser Glück zu versuchen und einfach weiter zu laufen. Vielleicht ist auf einem der weiter entfernten Campgrounds ja noch was frei und vielleicht sind dort weniger Menschen. Zur Not laufen wir halt zum ersten Campground zurück.
Der nächste ist komplett voll, aber auf dem, der nochmal 3 km weiter ist, sind wir ganz alleine. Man ist direkt am See und der Kiesstrand liegt in einer windgeschützten Bucht. Direkt auf dem Strand gibt es eine Feuerstelle. Es ist so unfassbar schön hier!
Heute bauen wir mein Zelt auf, um das auch mal auszuprobieren. Ich bin gespannt, wie es sich heute Nacht schlägt. Wir haben auf jeden Fall mehr Platz, als in dem Zelt von Lea.
Nachdem unser ganzer Kram gut verstaut ist, gehen wir an den See. Lea springt sogar ins Eiskalte Wasser, dafür fühle ich mich aber noch nicht fit genug. Ich laufe ein bisschen am Strand hin und her
Der Kies ist von der Sonne richtig aufgewärmt. Wir setzten uns beide irgendwo in die Sonne und lesen oder schauen in die Gegend. Da wir schon gegen 15 Uhr hier waren haben wie den ganzen Nachmittag Zeit. Irgendwann wird es kühler und wir machen Feuer. Jeder macht so ihr Ding und das ist total angenehm.
Ich finde es super spannend, die Landschaft vom gleichen Punkt aus im Laufe der Stunden zu beobachten. Das Wetter wechselt von Sonnig zu bedrohlich bewölkt und wieder Sonnig. Mal sind die Berge im Hintergrund von der Sonne angestrahlt und leuchten richtig, während über mir Wolken sind, dann andersherum.
Als wir hungrig werden fangen wir an zu kochen. Es ist ganz besonders und schön, so nach dem Gefühl zu leben. Wenn man Hunger hat isst man, wenn man müde ist, geht man schlafen. Ohne Zwanghaft auf irgendwelche Uhrzeiten zu achten. Das sollte eigentlich immer so sein.
Wir hatten uns gestern ein "Tüten-Gericht" selbst zusammengestellt und kochen das jetzt mit Wasser aus dem See. Dazu gibt es Tee. Zwischendurch sieht es sehr nach Regen aus, aber es tröpfelt zum Glück nur kurz. Den Rest des Abends sitzen wir weiter am Feuer, quatschen oder schweigen und genießen es, hier zu sein.
Jetzt ist es 20:30 und ich habe mich (bis auf mal aufs Klo gehen oder Lebensmittel holen) seit über 4 Stunden quasi nicht vom Fleck bewegt und es ist nicht langweilig geworden. Ok, ich hab für 15 Minuten oder so Steine übers Wasser hüpfen lassen.
Kein Netz, kein Stress, nix zu tun. Nur den Moment in mir aufnehmen.Read more
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- Day 24
- Monday, September 23, 2024 at 6:35 AM
- 🌙 5 °C
- Altitude: 1,476 m
CanadaBanff51°15’5” N 115°29’44” W
Rückweg vom Lake Minnewanka

Gute Neuigkeiten: wie wurden nicht vom Bär gefressen!
Wir stehen wieder früh auf, machen Feuer und Porridge. Hinter den Bergen geht die Sonne auf. Sie bringt die Wolken und die Berge gegenüber zum Glühen.
Relativ zügig ist alles wieder eingepackt und wir sagen diesem wunderschönen Flecken Erde auf Wiedersehen.
Wir laufen den gleichen Weg zurück, den wir gekommen sind. Schneller als gedacht sind wir wieder am Parkplatz und der Bushaltestelle. Wir sind schon um 13:30 zurück in Banff. Jetzt haben wir genug Zeit um Postkarten zu kaufen. Dann setzen wie uns in ein Café und planen die nächsten Tage. So ein guter heißer Kaffee ist was tolles! Wir holen und noch die letzte Infos und Ratschläge vom Visitor Center und dann steht der Plan. Morgen haben wir was großes vor!
Um mein Knie zu schonen hole ich mir Kinesio Tape und recherchiere wie ich es am besten tape.
Anschließend erledigen wir nich die Einkäufe für die kommenden Tage. Wir gönnen uns mal so richtig was: Körnerbrot für 10$ !
Dann geht es zurück zum Zeltplatz. Bereich C auf dem wir zuvor waren ist jetzt geschlossen. Hoffentlich sind unsere Sachen noch im Bear-Locker...
Ja sind sie, Glück gehabt.
Wieder alles Aufbauen, Zeug sortieren, neu verstauen... bisschen anstrengend.
Zum Abendessen gibt es ganz klassisch Nudeln mit Tomatensauce. Aber als Highlight Mais vom Feuer und Stockbrot aus fertig-Teig.
Dann früh schlafen, denn morgen geht es wieder früh los.Read more
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- Day 25
- Tuesday, September 24, 2024 at 9:48 PM
- ☁️ 14 °C
- Altitude: 2,936 m
CanadaBanff51°8’54” N 115°29’38” W
Mount Rundle "the Scramble"

Erinnert ihr euch an den Berg auf dem ersten Bild?
Der hat mich schon beeindruckt, als wir während der Exkursion auf dem Weg zur Field Station dran vorbei gefahren sind. Wenn ich von gigantischen Bergen und hochgeschobenen Kontinentalplatten geschrieben hab, hatte ich diesen Berg im Kopf.
Das ist Mount Rundle
Den haben wir heute bezwungen.
Um 6 Uhr im Dunkeln stehen wie auf. Leider müssen wir unseren Zeltplatz für kommende Nacht wechseln, weshalb wir hier alles abbauen müssen. Das verzögert den Aufbruch natürlich etwas. Die Sachen lassen wir einfach wieder im Bear-Locker.
Dann fahren wir mir dem Bus bis zum Banff Springs Hotel. Die haben hier einfach ein unfassbar großed Schloss gebaut... für die Superreichen. Dort starter unsere Wanderung. Kaum biegen wir in den Wald ab, sind wir ganz alleine. Die Sonne ist noch hinterm Berg und es ist leicht dämmrig und dunstig. Auf einmal bewegt sich etwas im Unterholz. Ein Bär?
Nein. Ein Hirsch überquert, etwa 20 Meter vor uns majestätisch den Weg. Wir sind ganz baff. Als wir weiter gehen, sehen wir einen weiteren Hirsch und ein paar Hirschkühe ganz nah am Weg im Wald stehen. Der Hirsch hebt sein mächtiges Geweih und schaut mich direkt an. Es fühlt sich magisch an.
Der Weg geht weiter durch den stillen Wald. Nach etwa 7 km erreichen wir eine Breite Rinne mit ausgetrocknetem Flussbett, das wir überqueren müssen. Hier treffen wir Emilia und Chi. Emilia ist Ende 50, Chi Anfang 20 und Student aus China. Emilia ist super herzlich erzählt uns, dass sie sich als Wanderpartner gefunden haben um diesen Berg zu besteigen. Wir überholen die beiden, aber vielleicht treffen wir sie ja am Gipfel wieder.
Jetzt geht es steil bergauf. Erst durch den Wald bis zur Baumgrenze. Ab da ist der Pfad immer weniger zu erkennen, bis er sich gänzlich im Geröll verliert. Wir erreichen nun den "Drachenrücken". Ein 2 bis 15 Meter breiter Grat mit tiefen Schluchten auf beiden Seiten. Laufen über Geröll wechselt sich mit Plattenkletterei im 2. Grad ab. Und dann beginnt der eigentliche "Scramble". Nur noch 2km bis zum Gipfel, das ist ja gar nicht mehr so weit, Haha...
Es wird immer steiler und das Geröll immer dichter. Das Geröll ist mit feinem Kies gemischt, und dadurch so lose, dass man kaum voran kommt. Bei über 40% Steigung sind wir nun fast durchgehend auf allen Vieren unterwegs. Man macht 2 Schritte vorwärts und rutscht einen wieder zurück. Das macht echt keinen Spaß mehr. Es ist nur noch Kampf. Wären nicht noch andere Menschen hier auf dem Weg nach oben, hätte ich vielleicht gedacht wir sind falsch unf müssen abbrechen.
Das ist ja auch nicht gerade ungefährlich. Ständig müssen wir Pause machen, weil es soo anstrengend ist. Mittlerweile sind wir bei mehr als 50% Steigung. Wir krabbeln und rutschen und krabbeln und rutschen. Man kann sich auch an keinem Stein richtig festhalten, weil ALLES lose ist. Nur ein paar ganz große Brocken sitzen fest. Dazu kommt heftiger Wind von der Seite, der einen aus dem Gleichgewicht bringt wenn man steht. Der Gipfel kommt nur sehr langsam näher. Für die letzten 2 km brauchen wir über 3 Stunden und die letzten 500 Höhenmeter legen wir im letzten Kilometer zurück. Dann sind wir oben. Noch ein kurzes Stück am Grat entlang und dann sind wir ENDLICH auf dem Gipfel. Genau so wie man es sich vom Bild des Berges vorstellt sieht es hier oben aus. Man steht auf dieser Rampe und schaut über die Kante, hinter der es senkrecht nach unten abfällt. Wir stehen einfach auf einer nach oben geschobenen Erdplatte. Das ist es und so sieht es aus. Unfassbar!
Für die (Nach-)Mittagspause gehen wie ein Stück zurück, zum einzigen windgeschützten Ort hier oben. Von hier sehen wir Emilia und Chi, wie sie sich das Geröll hinauf kämpfen. Als sie bei uns ankommen bricht Emilia in Tränen aus. Chi geht zum Hauptgipfel aber Emilia sagt, für sie ist hier der Gipfel. Sie erzählt uns, wie schwer ihr der Aufstieg gefallen ist. Sie hat Asthma und kann aufgrund einer OP im Gesicht nicht richtig durch die Nase Atmen. Und trotzdem hat die es durch Willenskraft irgendwie geschafft. Man merkt ihr an wie stolz sie ist. Sie sagt ständig "I did it!". Emilia erzählt uns auch, dass sie den Berg zu Ehren einer im Sterben liegenden Freundin bestiegen hat. Unfassbar wie sie das geschafft hat.
Wie machen ein Foto von ihr und dem Berg und begeben uns dann auf den Rückweg.
Fürs runter Kommen ist der weiche Kies-Geröll Mix super. Wenn man sich drauf einlässt, dann surft man regelrecht den Hang runter. In 30 min legen wir das zurück, wofür wir auf dem Hinweg 2 Stunden gebraucht haben.
Aber der Rest des Rückwegs zieht sich unendlich in die Länge. Meine Knie tun weh, meine Beine sind müde und ich will irgendwann einfach nicht mehr. Zu allem Überfluss geht uns das Wasser zu Neige. Wir sind jetzt seit 8 Stunden unterwegs und vor uns liegen noch 7 km. Der steilste Teil ist allerdings geschafft. An der Rinne vom Hinweg machen wir Pause. Und dann rollt mein Rucksack plötzlich los den Hang runter. Und rollt und rollt und knallt unten in die Rinne. Mit all meinem Zeug und der Kamera. Scheiße. Kein Bock mehr.
Zum Glück kann ich die Rinne gut runter klettern und meinen Rucksack erreichen. Aber wie unnötig. Das raubt mir die letzte Motivation.
Zum Glück ist nichts kaputt gegangen (vor allem um die Kamera hatte ich Angst).
Auf dem Rückweg fantasiere ich von eisgekühltem Wasser, denn es ist mittlerweile auch sehr warm. Immerhin ist der Weg jetzt angenehmer zu gehen und Lea und ich können uns wieder unterhalten. Das ging vorher durch die Anstrengung und nötige Konzentration einfach nicht. Um 19 Uhr erreichen wir das Ende des Trails.
Wir sehen einen Fluss und stürzen uns direkt darauf. Lea hat einen Wasserfilter und wir schlürfen das kalte klare Wasser.
Herrlich. Wir bleiben erstmal sitzen und strecken unsere schmerzenden Beine aus. Irgendwann schaffen wir es aufzustehen und das letzte Stück zum Bus zu laufen. Jeder Schritt ist eigentlich zu anstrengend.
Mit dem Bus können wir zum Glück direkt zum Zeltplatz hoch fahren. Stinkend und zerzaust sitzen wir zwischen all den Schicki Micki Touris und platzen fast vor Stolz darüner, dass wir das geschafft haben. Vom Bus hat man nochmal einen Blick auf den Gipfel, den wir uns erkämpft haben.
Als wir ankommen wird es schon dunkel, und wir müssen uns beeilen, das Zelt aufzubauen. Gestern haben wir in weiser Vorraussicht schon vorgekocht und müssen das Essen nur noch aufwärmen. Wir schaffen es gerade so, alles aufzuräumen und zu spülen und fallen ins Bett. Wir beschließen, morgen einen entspannten Tag zu machen. Eigentlich wollten wir zu einem Backcountry Campground aber die Wanderung dorthin erscheint uns einfach zu anstrengend.
Gute Nacht!
Mount Rundle:
19,8 km
1500 Höhenmeter
10 StundenRead more
TravelerHallo Vera, freue mich, dass du mich durch deine Berichte an deinem Aufenthalt in Kanada teilhaben lässt. Ich wünsche dir eine wunderschöne Zeit.
Traveler
Wowi! Soo klare Luft!!
Ja, auch von mir, gute Idee mit dem Blog. Bin sehr gespannt.... [Andreas]
Ich wünsche dir eine tolle Zeit und freu mich auf die interessanten Berichte [PetraD]