Speikboden Alm
June 14 in Italy ⋅ ☀️ 25 °C
Auch heute war wieder schönes Wetter mit ein paar Wölkchen und 25°C angesagt. Damit war die Entscheidung gefällt, dass wir heute kurze Wanderhosen anziehen und der Sonne unsere Kellerbräune zeigen.
Nur mit der Tour, die wir machen wollten waren wir uns noch nicht einig. Die Touren, die ich rausgesucht hatten waren einfach zu lang, um die 8 Stunden Gehzeit. Und da Wochenende war und somit viele Einheimische zusätzlich zu den Urlaubern unterwegs waren, wollten wir eigentlich nicht zur Speikboden-Alm fahren, um den Menschenmassen aus dem Wege zu gehen. Letztendlich haben wir uns doch für die Speikboden-Alm (Bergstation der Seilbahn) entschieden, allerdings von der anderen Seite. Wir sind nicht mit der Seilbahn auf den Berg gefahren, sondern wollten den Berg hinauflaufen, um dann am Nachmittag mit der Seilbahn hinab zu fahren. Und zusätzlich wollten wir dann auch gleich noch den 2.390 m hohen Sonnklarnock mitnehmen, da es dort ein Gipfelkreuz gab. Wanderurlaub ohne Gipfelkreuz geht nicht! Allerdings haben wir uns Beide nicht ganz klar gemacht, dass ein Aufstieg von 900 m bis auf fast 2.400 m nicht ganz ohne war. Aber dazu später mehr.
Gleich hinter unserer Ferienwohnung ging es den Weg bergauf. Immer den Weg 27A folgend. Die Sonne schien und die Sichten auf die Berge waren bestens. Zuerst ging es über Almwiesen und auf schmalen Wegen entlang, die aber immer gut ausgeschildert waren. Irgendwann verlor sich aber der Weg im Gelände und wir waren uns nicht mehr sicher, ob es der richtige Weg ist. Denn der ging durch bauchhohes Gras und Gestrüpp. Brennnesseln musste ich mit den Wanderstöcken zur Seite hauen - schließlich hatten wir kurze Hosen an. Im Wald ging es dann sehr steil aufwärts und wir Beide haben jetzt schon geschnauft. Und es lagen da noch 1.500 Höhenmeter vor uns. Die Aussichten ins Tal und auf die Berge gegenüber haben uns dafür entlohnt. Kurz hinter dem Oberpursteinhof sind wir in einen Wald gekommen, indem viele Flechten (wie Schleiherkraut) hingen, allerdings wurde der Weg hier noch steiler. Was soll das noch werden? Außer uns war auch kein Mensch auf diesem Wanderweg unterwegs. Die meisten fahren wahrscheinlich mit der Seilbahn hoch.
Meine Uhr hat mir immer die aktuelle Höhe angezeigt, so dass ich Gritti motivieren konnte weiterzugehen. Ich selbst hatte aber auch zu tun - wir haben uns wahrscheinlich den schwersten Weg nach oben ausgesucht.
Nach knapp 4:30 Stunden sind wir dann an einer Weggabelung auf knapp 2.200 m Höhe angekommen. Hier mussten wir uns entscheiden - weiter zur Sonnklarhütte (2.400 m) oder entlang des Panoramaweges zur Bergstation der Seilbahn bei der Speikboden-Alm (2.000 m). Da die letzte Seilbahn um 17 Uhr ins Tal fahren sollte, haben wir uns für letztes entschieden. Wir wollten nicht Gefahr laufen den Berg zu Fuß hinunter zu müssen.
Vom Panoramaweg hatte man wirklich sehr schöne Ausblicke, Gritti war auch wieder fit und legte einen ordentlich Schritt vor. Nur die Jacken mussten wir nun wieder anziehen, in der Höhe war die Temperatur doch etwas kühler. Vorbei kamen wir an mit Alpenrosen und Erika bedeckten Hügeln. Die ersten Rosenbüsche blühten und es war ein Gesumme der Bienen in der Luft.
Auf dem Weg zur Speikboden-Alm kamen wir an der Trejer-Alm vorbei. Ich hatte Durst und Appetit auf einen Kaiserschmarren. Leider hatten die Wirtsleute schon Küchenschluss, so dass es nur noch ein Stück Linzer Kuchen wurde. Ist dann doch nicht das Gleiche. Nach diesem kurzen Stopp ging es zur Seilbahn weiter. Ein kleines Stück mussten wir noch bergan laufen, boah, haben uns die Beine wehgetan.
Die Seilbahn konnten wir übrigens kostenlos nutzen, weil wir eine Gästekarte hatten. Allerdings gilt das nur im Mai und Juni. Naja, 30 € gespart. Unten angekommen, wollten wir zuerst den Weg nach Sand in Taufers nehmen, aber unmittelbar an der Talstation war eine Bushaltestelle. Und der Bus kam auch gleich, welchen wir auch kostenlos nutzen konnten.
In Sand in Taufers angekommen, haben wir uns eine Pizza an einem Imbiss gegönnt. War sehr gut und schmeckte. Nun hieß es noch die knapp 1.000 Schritte bis zur Ferienwohnung den Berg hinaufzulaufen.
Völlig erschöpft mussten wir uns erstmal hinsetzen.
Nun wollen wir uns heute Abend noch die Herz-Jesu-Feuer anschauen, die seit 1796 Tradition in Tirol und Südtirol sind. Auf den Bergen und Hängen werden große Feuer entzündet und es läuft dann auch ein Wettbewerb nach dem Motto: wer hat das größte Feuer!?
Direkt hinter unserer Ferienwohnung wurde auch ein großer Holzstapel aufgebaut, der mit Einbruch der Dunkelheit angezündet wurde. Beeindruckend fanden wir die Motive, die an den Bergen installiert wurden und mit zunehmender Dunkelheit immer besser zu sehen waren.Read more

























Sehr schöne Eindrücke, aber denkt auch daran, Euch etwas zu erholen. [Tanja]
TravelerJa, das machen wir auch. Aber lange rumliegen können wir Beide nicht.