422012
June 12 in Italy ⋅ ☁️ 15 °C
Angekommen – Grüß Gott, Ahrntal in Südtirol!
Um 6:45 Uhr ging es heute in Berlin los – das Auto wurde am Vorabend vollgepackt. Beim Kilometerstand meines Diesels mit 422.012 ging es los. Die Fahrt hatte allerdings einen treuen Begleiter: Regen, mal leicht, mal intensiv. Ab Dessau hat es praktisch durchgehend geregnet, und erst am Brenner wurde es langsam besser. Die Sonne kam auch raus. Wenigstens blieb uns dort das befürchtete Stauchaos erspart. Insgesamt hatten wir mit Stau Glück, ab und zu war mal etwas mehr Verkehr, aber es rollte ganz gut.
Nach etwas mehr als 11:30 Stunden, natürlich mit ein paar Pausen zwischendurch, haben wir endlich Sand in Taufers; der Ort liegt etwas nördlich von Bruneck, erreicht. Das Ahrntal ist das nördlichste Seitental in Südtirol. Je weiter wir ins Tal gefahren sind, umso dunkler wurden wieder die Wolken. Aber bei der Ankunft hörte der Regen dann wieder auf.
Und der erste Eindruck? Einfach schön. Unsere Ferienwohnung liegt etwas oberhalb des Ortes, ist sehr schön eingerichtet und bietet einen herrlichen Blick ins Tal. Besonders beeindruckend: Die Burg Taufers liegt direkt vor uns und wirkt fast zum Greifen nah. Nachdem wir unser Auto in der Tiefgarage geparkt hatten, wurden erstmal die Koffer ausgepackt und Bilder vom Balkon gemacht. Die Saunalandschaft im Untergeschoss haben wir auch gleich inspiziert - wow, die sieht ja richtig gut aus. Von der Sauna einen direkten Blick durchs Panoramafenster ins Tal.
Obwohl wir nach der langen Fahrt eigentlich ziemlich platt waren, wollten wir uns noch ein wenig die Beine vertreten - das lange Sitzen strengt auch an. Also ging es zu Fuß hinunter in den Ort. Dort sind wir schließlich im Restaurant Stangl eingekehrt und haben uns den ersten Aperol-Spritz des Urlaubs gegönnt. Irgendwie fühlt sich erst damit an, dass man wirklich angekommen ist. 🍹
Gegen 22 Uhr war dann aber endgültig Feierabend. Wir sind müde ins Bett gefallen – glücklich, angekommen zu sein, und gespannt auf alles, was das Ahrntal für uns bereit hält.⛰️😊Read more
Reinbachwasserfälle
June 13 in Italy ⋅ ☀️ 20 °C
Der Morgen begann mit einem Wolkenschauspiel über dem Ort und aus unserer überhöhten Position konnten wir zuschauen, wie die Wolken aus dem Tal die Hänge hinaufkrochen, um dann in sich zusammenzufallen.
Den ersten Tag wollten wir es ruhig angehen und nur eine kleine Tour machen, um die Beine erstmal in Stimmung zu bringen. Nach einem ausgiebigen Frühstück und einem intensiven Kartenstudium hatten wir uns für die Burg Taufers - die ja gleich gegenüber lag - und die Reinbachwasserfälle entschieden. Das sollte gut zu schaffen sein.
Vorher sind wir noch an die Rezeption gegangen und haben unsere Gästekarte abgeholt. Dabei sind wir mit der netten Dame ins Gespräch gekommen und sie hat uns einige Touren empfohlen. Und für den Anfang hat sie uns genau die Runde empfohlen, wie wir sie geplant hatten.
Es wurde nun deutlich wärmer, so dass wir unsere Jacken in unserer Unterkunft lassen konnten. Im Laufe des Tages haben wir an unsere kurzen Hosen gedacht, die wir nicht anhatten. An der Burg waren wir nach knapp 20 min, um festzustellen, dass eine Besichtigung nur mit Führung geht. Und die sind 10, 11, 14 und 16 Uhr. Wir waren leider erst 11:20 Uhr an der Burg und somit war eine Besichtigung nicht möglich. Schade - müssen wir ein anders Mal wiederkommen.
Weiter ging es dafür auf dem Panoramaweg, etwas oberhalb des Ortes, am Berghang entlang. Vorbei am Burgkaffee ging es in den Wald, der uns vor der Sonnen schützte. Ab und zu tat sich eine Baumlücke auf, so dass wir schöne Blicke ins Tal und auf den Ort genießen konnten. Und gegenüber am Hang war unsere Ferienwohnung - die Lage war wirklich top.
Unterwegs kamen uns fast keine Menschen entgegen, war nicht schlimm, gewundert hat es uns doch. Wir hatten mit mehr Leuten gerechnet.
Nach knapp 2 Stunden sind wir am Gasthof "Tobl" angekommen, welches um die Mittagszeit auf der Terrasse schon gut gefüllt war. Kurz hinter dem Gasthof war dann der erste Wasserfall von Dreien, der sich mit tosenden Donnern bemerkbar machte. Vorher haben wir aber eine Bank entdeckt und dafür entschieden hier unser Picknick einzulegen.
Danach ging es dann ein paar Meter abwärts zum Wasserfall. Vorher musste eine Holzbrücke gequert werden. Von der Brücke hatte man einen super Blick auf den Wasserfall, die Gischt hat aber dafür gesorgt, dass man in kurzer Zeit nass war. Ich hatte zu tun, die Linse meines Handys trocken zu halten, um ein paar Fotos zu machen. Wir hatten auch Glück und es standen keine Menschen im Bild, so dass wir uns ein wenig Zeit lassen konnten.
Wir mussten aber weiter, sonst wären wir wirklich durchnässt gewesen.
Auf dem Weg nach unten wurden die Wege nun doch deutlich voller, es war Wochenende und die Italiener waren dann in Familie unterwegs. Am zweiten Wasserfall angekommen war der Blick auch schön, aber nicht ganz so spektakulär wie am ersten. Und weiter ging es an einer großen Ansammlung von Steinmännchen vorbei in Richtung des dritten Wasserfalls.
Unten am Bach angekommen, ging es vorbei an einem Tourishop mit angeschlossener Bewirtschaftung. Wir hatten auch einen Grappa und Zirbenschnaps entdeckt, den wir uns eventuell kaufen wollten. Nach einer Kostprobe haben wir uns entschieden ihn nicht zu kaufen - hat nicht geschmeckt.
Nun musste der lange Weg durch Sand am Taufers und der Aufstieg zur Ferienwohnung noch geschafft werden. Die Sonne und auch die Füße brannten. Immerhin hatten wir schon 11 km auf der Uhr. In einem Café im Ort haben wir uns einen kalten Aperol gegönnt, um wieder auf Normaltemperatur zu kommen.
In der Ferienwohnung gegen 16:5 Uhr angekommen, wollten wir nur noch ausruhen und chillen, wie es neudeutsch heißt. Gute Gelegenheit die Saunalandschaft auszuprobieren. Und die war sehr schön, in der Sauna sitzend und schwitzend konnte man schön ins Tal schauen. Nach einem Nickerchen auf der Außenterrasse war der tag aber noch nicht zu Ende.
Nach dem Abendessen (Pellkartoffeln mit Quark - lecker) wollten wir nochmal los. Es ging mit dem Auto ans Talende des Ahrntals. Das waren noch knapp 20 km, immer bergauf. Die Gipfel links und rechts waren schneebedeckt und ganz schön steil. Die Fahrt ging durch immer kleinere Ortschaften hindurch, die aber immer einen Heiligen im Ortsnamen hatten: St. Peter, St. Johann usw. Am Talende angekommen, ging es mit dem Auto tatsächlich nicht weiter, eine Schranke versperrte den Weg und es durften dann nur noch "Berechtigte" den Weg weiter fahren. Nicht schlimm, wir konnten ja trotzdem das Talende gut sehen, steile Berge mit Schnee oben drauf. Dahinter war dann Österreich.
Kasern - so hieß der 90-Seelen-Ort hier, liegt auf knapp 1.580 m Höhe und ist das nördlichste Dorf Südtirols und zugleich Italiens. Durch die Höhe war es schon empfindlich kalt, so dass wir schnell wieder im warme Auto saßen.
Zurück ging es dann wieder bergab in unsere Ferienwohnung, um diesen Text zu schreiben.Read more
Speikboden Alm
June 14 in Italy ⋅ ☀️ 25 °C
Auch heute war wieder schönes Wetter mit ein paar Wölkchen und 25°C angesagt. Damit war die Entscheidung gefällt, dass wir heute kurze Wanderhosen anziehen und der Sonne unsere Kellerbräune zeigen.
Nur mit der Tour, die wir machen wollten waren wir uns noch nicht einig. Die Touren, die ich rausgesucht hatten waren einfach zu lang, um die 8 Stunden Gehzeit. Und da Wochenende war und somit viele Einheimische zusätzlich zu den Urlaubern unterwegs waren, wollten wir eigentlich nicht zur Speikboden-Alm fahren, um den Menschenmassen aus dem Wege zu gehen. Letztendlich haben wir uns doch für die Speikboden-Alm (Bergstation der Seilbahn) entschieden, allerdings von der anderen Seite. Wir sind nicht mit der Seilbahn auf den Berg gefahren, sondern wollten den Berg hinauflaufen, um dann am Nachmittag mit der Seilbahn hinab zu fahren. Und zusätzlich wollten wir dann auch gleich noch den 2.390 m hohen Sonnklarnock mitnehmen, da es dort ein Gipfelkreuz gab. Wanderurlaub ohne Gipfelkreuz geht nicht! Allerdings haben wir uns Beide nicht ganz klar gemacht, dass ein Aufstieg von 900 m bis auf fast 2.400 m nicht ganz ohne war. Aber dazu später mehr.
Gleich hinter unserer Ferienwohnung ging es den Weg bergauf. Immer den Weg 27A folgend. Die Sonne schien und die Sichten auf die Berge waren bestens. Zuerst ging es über Almwiesen und auf schmalen Wegen entlang, die aber immer gut ausgeschildert waren. Irgendwann verlor sich aber der Weg im Gelände und wir waren uns nicht mehr sicher, ob es der richtige Weg ist. Denn der ging durch bauchhohes Gras und Gestrüpp. Brennnesseln musste ich mit den Wanderstöcken zur Seite hauen - schließlich hatten wir kurze Hosen an. Im Wald ging es dann sehr steil aufwärts und wir Beide haben jetzt schon geschnauft. Und es lagen da noch 1.500 Höhenmeter vor uns. Die Aussichten ins Tal und auf die Berge gegenüber haben uns dafür entlohnt. Kurz hinter dem Oberpursteinhof sind wir in einen Wald gekommen, indem viele Flechten (wie Schleiherkraut) hingen, allerdings wurde der Weg hier noch steiler. Was soll das noch werden? Außer uns war auch kein Mensch auf diesem Wanderweg unterwegs. Die meisten fahren wahrscheinlich mit der Seilbahn hoch.
Meine Uhr hat mir immer die aktuelle Höhe angezeigt, so dass ich Gritti motivieren konnte weiterzugehen. Ich selbst hatte aber auch zu tun - wir haben uns wahrscheinlich den schwersten Weg nach oben ausgesucht.
Nach knapp 4:30 Stunden sind wir dann an einer Weggabelung auf knapp 2.200 m Höhe angekommen. Hier mussten wir uns entscheiden - weiter zur Sonnklarhütte (2.400 m) oder entlang des Panoramaweges zur Bergstation der Seilbahn bei der Speikboden-Alm (2.000 m). Da die letzte Seilbahn um 17 Uhr ins Tal fahren sollte, haben wir uns für letztes entschieden. Wir wollten nicht Gefahr laufen den Berg zu Fuß hinunter zu müssen.
Vom Panoramaweg hatte man wirklich sehr schöne Ausblicke, Gritti war auch wieder fit und legte einen ordentlich Schritt vor. Nur die Jacken mussten wir nun wieder anziehen, in der Höhe war die Temperatur doch etwas kühler. Vorbei kamen wir an mit Alpenrosen und Erika bedeckten Hügeln. Die ersten Rosenbüsche blühten und es war ein Gesumme der Bienen in der Luft.
Auf dem Weg zur Speikboden-Alm kamen wir an der Trejer-Alm vorbei. Ich hatte Durst und Appetit auf einen Kaiserschmarren. Leider hatten die Wirtsleute schon Küchenschluss, so dass es nur noch ein Stück Linzer Kuchen wurde. Ist dann doch nicht das Gleiche. Nach diesem kurzen Stopp ging es zur Seilbahn weiter. Ein kleines Stück mussten wir noch bergan laufen, boah, haben uns die Beine wehgetan.
Die Seilbahn konnten wir übrigens kostenlos nutzen, weil wir eine Gästekarte hatten. Allerdings gilt das nur im Mai und Juni. Naja, 30 € gespart. Unten angekommen, wollten wir zuerst den Weg nach Sand in Taufers nehmen, aber unmittelbar an der Talstation war eine Bushaltestelle. Und der Bus kam auch gleich, welchen wir auch kostenlos nutzen konnten.
In Sand in Taufers angekommen, haben wir uns eine Pizza an einem Imbiss gegönnt. War sehr gut und schmeckte. Nun hieß es noch die knapp 1.000 Schritte bis zur Ferienwohnung den Berg hinaufzulaufen.
Völlig erschöpft mussten wir uns erstmal hinsetzen.
Nun wollen wir uns heute Abend noch die Herz-Jesu-Feuer anschauen, die seit 1796 Tradition in Tirol und Südtirol sind. Auf den Bergen und Hängen werden große Feuer entzündet und es läuft dann auch ein Wettbewerb nach dem Motto: wer hat das größte Feuer!?
Direkt hinter unserer Ferienwohnung wurde auch ein großer Holzstapel aufgebaut, der mit Einbruch der Dunkelheit angezündet wurde. Beeindruckend fanden wir die Motive, die an den Bergen installiert wurden und mit zunehmender Dunkelheit immer besser zu sehen waren.Read more
Lappach-Klamm
June 15 in Italy ⋅ ⛅ 23 °C
Nach der Tour von gestern war heute "Wunden lecken" angesagt, wir haben unsere Knochen auch heute Morgen noch gespürt. Also war heute nur was "Kleines" angesagt. Die Sonne weckte uns und es versprach auch heute wieder ein schöner Tag zu werden.
Auf der Wanderkarte, die wir jeden Morgen intensiv studieren, haben wir in Lappach eine Klamm entdeckt. Und eine Klamm ist immer einen Ausflug wert. Also nach dem Frühstück und der Badrunde schnell die Sachen gepackt und runter in den Ort gelaufen. Schließlich wollten wir den Bus 451 nach Lappach nicht verpassen. Lappach liegt am Ende eines Seitentals, gleich unterhalb des Neves-Stausees. Die Fahrt dorthin dauerte nur knapp 25 min., es waren auch nur ganz wenige Fahrgäste im Bus und an der Endhaltestelle wir die Einzigen.
Von der Endhaltestelle sind wir eine Station zurückgefahren, weil von dort der Einstieg zur Klamm begann. Zuerst haben wir die Dorfkirche, die direkt am Weg war, besucht. Prächtig, wie alle katholischen Kirchen hier. Der Friedhof neben der Kirche war es ebenfalls. Friedhof mit Aussicht war unser Gedanke, denn die dort lagen hätten wirklich eine schöne Sicht auf die umliegenden Berge.
Weiter ging es über Wiesen in Richtung Klamm, Gritti sah inmitten der Almwiesen aus wie Heidi aus dem Heimatfilm. Zuerst ging es leicht bergab, um dann wieder leicht anzusteigen, später aber umso steiler. Vorbei ging es an einigen alten Mühlen und wir haben gelesen, dass der Müller in früheren Zeiten nicht sehr angesehen war. Deshalb haben viele Höfe lieber ihre eigene Mühle betrieben. Neben einer Mühle, auf einer Tafel war Wilhelm Busch zitiert (siehe Foto).
Kurze Zeit später haben wir dann den Nevesbach erreicht, der die Klamm durchfloss. Wir waren hier völlig allein unterwegs, was die Klamm für uns noch interessanter machte. Zuerst musste eine Brücke über den Bach gequert werden, der schon mit lautem Rauschen auf sich aufmerksam machte. Vor allem auf das was noch kommen sollte. Denn es kamen noch einige schöne Wasserfälle. Immer weiter ging es bergauf, bis zum nächsten Wasserfall. Es sah schon sehr schön aus, ein Ausflug hierher lohnt sich allemal.
Unterwegs hat Gritti eine Pflanze entdeckt, die wie eine Ballett-Tänzerin aussah. Es war Bärenklau, der diese Form gebildet hat...
Am oberen Einstieg zur Klamm sind wir nach knapp 1:30 Stunden angekommen und mussten nun noch den Weg wieder zurück nach Lappach gehen. Der Blick ins Tal war wieder sehr schön, schon dafür hat sich der Weg gelohnt.
Mit perfekten Timing sind wir an der Bushaltestelle angekommen, denn der Bus kam 3 Minuten später nach unserer Ankunft an. Ausgestiegen sind wir dann in Mühlen, einem Ort knapp 3 Kilometer von Sand in Taufers entfernt. Hier wollten wir uns einen Apfelstrudel mit Vanilleeis gönnen. Vorher ging es noch in einen kleinen Dorfladen, ein bißchen die Vorräte fürs Frühstück auffüllen. Und wir haben uns auch einen Zirbenschnapsl geleistet - welchen wir am Abend gleich probiert haben. Und der ist lecker!
Gleich um die Ecke war ein Café, wo wir uns dann den Apfelstrudel bestellt haben. Und jeder einen Aperol. Es ging uns gut und Beide haben wir an den Spruch von Harald Juhnke gedacht, der mal gesagt hat: "Die Definition von Glück: keine Termine und leicht einen sitzen." Und das hat gepasst.
Nach dieser schönen Pause sind wir dann zu Fuß zurück zu unserer Ferienwohnung gelaufen. Knapp 3 km, also gut zu schaffen. Vorbei ging es an einer großen Kirche mit wieder perfekt gepflegtem Friedhof. Uns sind bei den Gräbern kleine Schalen aufgefallen und wir konnten uns nicht erklären, für was sie gut sind. Also habe ich eine Dame angesprochen und erfahren, dass darin Weihwasser aufbewahrt wird und man seine Angehörigen dann immer mal mit Weihwasser besprenkeln kann. Wieder was gelernt.
Oben angekommen, haben wir uns eine schöne und entspannte Saunarunde gegönnt und schwitzend ins Tal geschaut. Besser ging es nicht und ein perfekter Abschluss eines entspannten und schönen Urlaubstages.Read more
Knutten-Alm
June 16 in Italy ⋅ ☁️ 14 °C
Für heute hatten wir eine Tour in ein Seitental des Ahrntals geplant. Es sollte uns nach Rein in Taufers (ital. Riva de Tures) führen, einem kleinen Ort am Ende des Seitentals. Von dort sind wir zur Knutten-Alm auf 1.900 m aufgestiegen. Das Wetter sollte heute eher bedeckt sein und es war auch etwas Regen angesagt. Also haben wir zur Sicherheit die Regenjacken eingepackt. Auf dem Weg zur Bushaltestelle wurde es aber immer wärmer, so dass wir die Jacken wahrscheinlich umsonst mit uns rumtragen würden. Aber lieber haben, als brauchen.
Der Bus war pünktlich und nach knapp 19 min Fahrzeit über enge Straßen und Serpentinen kamen wir kurz unterhalb der Kirche in Rein an. Der Weg war gut zu gehen mit nur leichtem Anstieg. Bis zur Alm waren 1:40 Stunden angesetzt, so dass wir kurz nach 12 Uhr ankommen sind. Die Alm befand sich am Talschluss unterhalb der imposanten Bergkette, die gleichzeitig die Grenze zu Österreich war. Dort haben wir uns dann was aus der Karte ausgesucht. Für mich gab es ein Preiselbeer-Radler(!), hat ganz gut geschmeckt. Mal was anderes. Und zu Essen gab es frisches Brot mit Kräuterbutter, Leberkäs-Knödelsuppe und Spinat-Topfen. War alles sehr lecker. Gut gestärkt ging es dann weiter zur Durra-Alm. Dafür mussten aber noch ein paar Höhenmeter gemacht werden, da diese auf knapp 2.100 m liegt. Jetzt mussten wir aber die langen Sachen anlegen, da es mittlerweile deutlich kühler geworden war. Die Sonne versteckte sich auch hinter dicken grauen Wolken.
In die Durra-Alm sind wir aber nicht eingekehrt, wir waren noch satt. Kurz dahinter ging es steil bergab, mit schönen Aussichten ins Tal. Vorbei an ein paar Rinderherden, die uns passiv aggressiv angeschaut haben. Auch wir waren vorsichtiger, da in den Herden Kälbchen zu sehen waren und da sind die Mutterkühe gegenüber Wanderern nicht so friedlich gestimmt wie sonst. Der Weg nach unten war einigermaßen beschissen, die Kühe hatten hier ihre Hinterlassenschaften gut verteilt.
Nach knapp 90 min Abstieg sind wir wieder im Tal in Rein angekommen. An der Bushaltestelle neben der Kirche warteten bereits einige andere Wanderer. Kurze Zeit später kam der Bus auch schon. Wir sind dann in Tobl ausgestiegen, da wir ein kleines Abendteuer vorhatten. Neben dem Wasserfall, den wir uns am ersten Tag angeschaut hatten, gab es einen sogenannten "Fly-Line" (www.fly-line-wasserfall.eu), eine Kombination aus Zip-Line, Achterbahn und Sommerrodelbahn. Man musste einen Gurt anlegen, in dem man dann saß, wurde in einen Haken eingehängt und ist dann an einem Aluminiumrohr quer durch den Wald, über die Wasserfälle und Felsen gerauscht. So richtig wussten wir nicht, was uns erwartete. Die Fahrt ins Tal dauerte knapp 5 min und man hatte zu tun mit einem Griff die Richtung zu halten, ansonsten wäre man ständig um seine eigene Achse gedreht.
Ich bin zuerst ins Tal gerutscht, Gritti kurz hinter mir. Ich wollte die Sache eigentlich fotografieren, hatte aber Angst mein Handy zu verlieren. Also habe ich es lieber in der Tasche behalten.
Unten angekommen waren wir der Meinung, dass es super war, aber nochmal musste es vielleicht nicht sein.
Nun ging es zurück zu unserer Ferienwohnung, haben aber im Café Röck in Sand in Taufers noch einen Stopp eingelegt, um einen Kaiserschmarren zu vernaschen, den wir mit einem frechem Spatz teilen mussten.
War wieder ein schöner Tag und haben den Tag in der Sauna ausklingen lassen.
Tour heute: 11,5 km, 580 Höhenmeter, 4:48 Stunden mit PausenRead more
Rauchkofel und Durreck-Höhenwanderweg
June 17 in Italy ⋅ ☁️ 12 °C
Nachdem wir gestern Abend schon das Wetter gecheckt hatten und der morgendliche Blick aus dem Fenster zum Gletscher gutes Wetter versprach, haben wir uns für eine lange Tour entschlossen. Folgender Vorschlag kam von Gritti: Auffahrt mit Seilbahn zum Klausberg (1.600 m), dann Aufstieg zum Klaussee (2.100 m), weiterer Aufstieg zur Klausscharte (2.572 m), Aufstieg zum Rauchkofel (2.653 m) und dann Wanderung auf dem Durreck-Höhenwanderweg mit anschließendem Abstieg nach Luttach. Laut Planung betrug die Gehzeit 8:30 Stunden!
Wir mussten also früh aufstehen und sind mit dem Bus nach Steinhaus gefahren. Dank Gästekarte konnten wir kostenfrei mit der Seilbahn zum Klausboden auffahren. Um diese Zeit waren noch nicht viele Wanderer unterwegs. An der Bergstation der Seilbahn konnten wir schon den ersten Blick auf den Rauchkofel werfen. Die Höhe war respekteinflössend, aber das erkennbare Gipfelkreuz war motivierend. Also ging es im gleichmäßigem Tempo um 9:15 Uhr nach oben. Man konnte erkennen, dass hier im Winter der Skizirkus voll im Gange sein wird. Auf dem Weg nach oben ging es über einige Skipisten.
Nach knapp 1:45 Stunden hatten wir den Klaussee erreicht, immer den Blick auf das Gipfelkreuz gerichtet. Glasklares Wasser hatte der Klaussee und tatsächlich auch Fische. Kommt bei Gebirgsseen nicht so oft vor.
Nachdem wir eine kurze Rast eingelegt hatten, ging es weiter bergauf. Zuerst über sumpfige Wiesen und dann über schmale Wanderwege. Und tatsächlich haben wir freudig unser erstes Murmeltier in diesem Urlaub entdeckt, welches aber gleich das Weite suchte.
Kurz danach fing dann der Weg an schwierig zu werden. Es ging über große Geröllplatten, immer den Markierungen folgend. An einer breiten Stelle rasteten 3 Frauen, die vielleicht auch auf den Gipfel wollten. Nachdem wir an ihnen vorbei waren, ging es jetzt steiler bergauf, der Weg bestand nun nur noch aus großen Felsblöcken, die so hingestapelt waren, dass man sie einigermaßen begehen konnte. Zwischendurch mussten wir ein Schneefeld kreuzen, welches aber schon gut weggetaut war.
Keine 30 Höhenmeter unterhalb der Klausscharte, einem Passübergang zum nächsten Tal, kamen wir an ein größeres Schneefeld, dessen Überquerung nicht ganz einfach werden sollte. Ich bin erstmal vorgegangen, um den Zustand des Schneefeldes zu prüfen und bin dann die letzten 30 m zur Scharte allein vorgegangen. Denn dort wollte ich schauen, ob auf der anderen Seite weitere Schneefelder kommen. Dann hätten wir den Aufstieg abgebrochen. Aber wir hatten Glück, die andere Seite war die Südseite und somit waren alle Schneefelder weggetaut.
Also bin ich wieder zurück und habe Gritti geholfen auch das Schneefeld zu überqueren. Ab und zu bin ich bis zu den Knien eingesackt, aber letztendlich konnten wir es gut queren. Nun musste nur noch die Scharte erreicht werden, was aber kein Problem mehr war. Oben angekommen, stand nun noch der Aufstieg zum Rauchkofel an. Leider fing es leicht an zu regnen an, so dass wir kurz überlegten, ob wir den Aufstieg noch machen. Aber wir haben uns entschlossen die Regenjacken anzuziehen, unsere Rucksäcke mit Regenschutz zu verpassen und samt den Wanderstöcken zurückzulassen. Es war ja kein Mensch außer uns hier, also konnten wir die Sachen liegen lassen und sind den Berg hinaufgekraxelt. Und nun musste man auch die Hände zur Hilfe nehmen. Auf halber Strecke war es Gritti zu viel und sie meinte, ich könne den Gipfel alleine besteigen. Ich hätte ihr den Erfolg auch gegönnt, aber der Aufstieg war wirklich nicht einfach.
Also bin ich alleine hoch und habe das Gipfelkreuz erreicht und von dort die 360°-Rundumsicht genossen. Nach ein paar Fotos bin ich wieder hinab und habe Gritti an ihrer letzten Position wieder eingesammelt.
Nun hatten wir Zeit ein ausgiebiges Picknick zu machen und dabei die Berglandschaft zu bestaunen. Weiter ging es auf dem Durreck-Höhenweg, einem schönen Panoramaweg. Weil man hier genau auf dem Bergrückengrad entlang läuft, hat man gute Sichten auf die Berge links und rechts. Einfach toll! Ab und zu kamen wir an ein paar Engstellen vorbei und an Stellen, wo man sich sich nur an einem Drahtseil entlang hangeln konnte.
Knapp eine Stunde später erreichten wir dann noch ein Highlight, die Überquerung eines Felsens, per Seilsicherung. Es war abenteuerlich, aber wir haben es gut geschafft. Kurze Zeit später haben wir den Pojenspitz (2.453 m) erreicht, den wir noch mitnehmen wollten, damit auch Gritti heute ein Gipfelkreuz erreicht. Sie hat sich gefreut wie Bolle.
Weiter ging es zum Obersteiner Holm (2.395 m) und ab jetzt ging es steil bergab nach Luttach. Dafür mussten 1.400 m Höhenmeter abgebaut werden. Und wir waren hier schon fußlahm. Auf dem Wegweiser stand: 3 Stunden bis Luttach. Da es schon 16:30 Uhr war, wären wir also halb 8 im Tal. Also hieß es Tempo machen. Unsere armen Füße, haben wir gedacht. Der Abstieg war schon sehr steil und ohne Stöcker hätten unsere Knie das nicht durchgehalten. Unsere Zehen wurden durch das nach vorne stoßen immer heißer...
Nach einer kurzen Pause mit den Resten unseres Picknicks und dem Wegzischen des letzten Wasser, ging es weiter nach unten. An einer am Weg liegenden Bergquelle haben wir gefühlt jeder einen Liter Wasser getrunken. Es war warm und wir schwitzten ordentlich. Kurz vor 20 Uhr sind wir dann im Tal angekommen. Uns tat nun alles weh, aber die Tour war sehr schön. Insgesamt waren wir fast 11 Stunden unterwegs und ab dem Klaussee ganz allein.
Kurze Zeit später sind wir mit dem Bus nach Sand in Taufers gefahren. Wir hatten aber noch Hunger und sind in ein Restaurant eingekehrt. Hauptsache sitzen! Allerdings stand uns noch der Aufstieg zu unserer Ferienwohnung bevor. Wir sind zwar gelaufen wie auf rohen Eiern, haben aber auch das geschafft.
Kurz duschen und nur noch schlafen wollen...Read more
Burg Taufers und Kneipp
June 18 in Italy ⋅ ☁️ 27 °C
Nach der gestrigen Tour war heute Erholung angesagt. Wir spürten Beide unsere Knochen noch deutlich und waren dadurch langsamer unterwegs. Nach einem ausgiebigen Frühstück sind wir zur Burg Taufers (https://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Taufers) aufgestiegen, die in kurzer Sichtweite von unserer Unterkunft lag. Um 10 Uhr sollte die erste Führung sein und wir waren kurz vorher da. Alle Anwesenden wurden in 2 Gruppen aufgeteilt, einmal in deutscher und italienischer Sprache. Die einstündige Führung war interessant und viel zu schnell vorbei. Danach konnten wir noch eine Ausstellung über die Geschichte des Ahrntals anschauen und den Burgfried besteigen. Von dort hatte man eine gute Aussicht auf den Ort Sand in Taufers.
Danach sind wir gemütlich zu unserer Unterkunft zurück gelaufen und Gritti hat uns Pasta gezaubert.
Um die Beine in Bewegung zu halten, haben wir uns entschlossen zur Kneipp-Anlage am anderen Ende des Ortes zu laufen- immer entlang des laut tosenden Gebirgsbaches namens Ahr, der durch den Ort fließt. Unterwegs noch einen Blick in die kleine Dorfkirche geworfen und nach knapp 45 Minuten waren wir an der Kneipp-Anlage. Es war herrlich bei der Hitze die Arme und Beine im Gebirgswasser zu kühlen. Und geschmeckt hat es auch noch.
Nach dieser Rast ging es wieder zurück, vorher noch ein paar Sachen im kleinen Dorfladen gekauft und den restlichen Nachmittag auf der Liege mit schöner Aussicht auf die Berge verbracht.Read more
(Gipfel-)Kreuzweg
June 19 in Italy ⋅ ☀️ 30 °C
Nach der gestrigen Erholung wollten wir heute wieder aktiver sein, wenn auch gemäßigter.
Dafür hatten wir uns den Panorama-Höhenweg über die Sonnklar-Alm, den Gipfel des Speikbodens (2.518 m), den Seewassernock (2.433 m) und den Kleinen Nock (2.227 m) ausgesucht. Der Vorteil war, dass wir mit der Seilbahn und dem Sessellift bis auf 2.400 m hochfahren konnten. Von hier ging dann der Höhenweg los. Man hatte auch heute wieder super Aussichten. Wir konnten bis in die Dolomiten schauen und sogar die Drei Zinnen erkennen. Wir haben uns gefreut, weil wir dort schon rumgewandert sind.
Auf einem Sattel, leicht unterhalb der Bergstation konnten wir die Vorbereitungen der Gleitschirmflieger entdecken, die auf günstigen Wind warteten. Los ging unsere Wanderung in Richtung des Speikbodens, im Hintergrund die schneebedeckten Gipfel der Zillertaler Alpen. Was für ein Panorama! Den Gipfel haben wir in knapp 25 Minuten erreicht. Natürlich durfte ein Foto am Gipfelkreuz nicht fehlen.
Nach kurzer Pause ging es dann auf dem Höhenweg weiter. Ab hier wurden es dann auch weniger Wanderer. Über uns kreisten inzwischen schon die Gleitflieger, ihre Schirme haben große Schatten auf den Weg geworfen. Sah aus, als ob Adler über uns wären.
Zwei Stunden später haben wir den Kleinen Nock mit dem Gipfelkreuz erreicht. Auch von hier hatte man tolle Aussichten, das Wetter war dafür perfekt. Sonne, wenig Wind und angenehme Temperaturen. Nun haben wir unser Picknick gemacht, nebenbei konnte ich mit dem Fernglas die Berge nach Kreuzen abzusuchen. Gibt noch viele, die man erreichen kann...
Anschließend ging es auf sehr gut ausgebauten Wanderwegen wieder hinab zur Bergstation der Gondelbahn. Unten angekommen sind wir in die Alm eingekehrt. Für Gritti ein Eis und für mich Weißwurst mit 🥨.
Erholt und gestärkt sind wir mit der Gondelbahn abwärts gefahren. Da unser Schrittepensum noch nicht erreicht war, sind wir die Strecke von knapp 2,5 km zu unserer Unterkunft statt mit dem Bus zu fahren, gelaufen.
Im Tal war es heute schon sehr warm (30°C) und die Sonne brannte. Der Gebirgsbach sorgte aber für luftige Abkühlung.
Den Rest des Tages haben wir gechillt, natürlich in der Sauna.
Und zum frühen Abend zog dann noch das angekündigte Gewitter auf.Read more
Edelrauthütte und Napfspitz
June 20 in Italy ⋅ ⛅ 20 °C
Nach dem gestrigen ruhigeren Tag war heute wieder eine große Tour geplant. Diesmal sollte es an den Neves-Stausee gehen, um von dort eine Wanderung zur Edelrauthütte (wird wirklich so geschrieben) zu beginnen. Anfänglich war unsere Tour vom Neves-Stausee, die Edelrauthütte, den Neveser Höhenweg zur Chemnitzer Hütte und Abstieg zum Neves-Stausee als Rundtour geplant. Aber auf dem Höhenweg gab es noch zu viele Schneefelder und die Tour wäre sehr lang. Nachdem wegen der heißen Witterung zum Abend immer Gewitter angesagt waren, wollten wir nicht riskieren am Berg im Gewitter zu sein.
Es ging es in ein Seitental nach Lappach (vor ein paar Tagen waren wir schon mal dort) und von dort über eine Mautstraße zum Neves-Stausee. Diesmal mussten wir unser Auto nutzen, weil die letzte Busstation in Lappach war und der Aufstieg zum Stausee nochmals 90 min. gedauert hätte. Die Auffahrt zum Stausee wurde durch eine Schranke und eine Ampel gesteuert. Eine ganz schmale Straße ging es hinauf, schneller als im 2. Gang ging es nicht, da die Strecke sehr kurvenreich war. Die Staumauer soll die größte in Südtirol sein. Ein Parkplatz war schnell gefunden, es waren auch schon einige andere Autos dort, obwohl es erst kurz nach 9 Uhr war.
Das Wetter sollte tagsüber wieder sonnig sein und wir haben uns deshalb für die kurze Hose entschieden. Aber hier oben war es dann im Schatten noch sehr kühl, knapp 12°C. Also mussten wir den Stausee schnell umrunden, um wieder auf die Sonnenseite zu kommen.
Nach knapp 20 min kamen wir an die Neves-Alm. Vorbei an ein paar Ziegen, die verstreut auf dem Weg lagen, ging es einen breiten Fahrweg weiter bergan. Wir beide haben jetzt schon geschnauft. Einige 100 m später standen 2 Jungbullen auf dem Weg, die den Eindruck auf uns machten, dass wir hier nicht willkommen sind. Also sind wir etwas ausgewichen, um einem Stierkampf aus dem Wege zu gehen, aber die beiden Rindviecher haben uns dann verfolgt, was uns beiden nicht so gefallen hat. An einem Bach konnten wir aber über eine kleine Brücke flüchten. Nach diesem Schreck ging es nun weiter bergan über eine breite Ebene, die von Murmeltieren bevölkert war. Ihr lautes Pfeifen hat unser Kommen angekündigt. Ich hatte mir ein paar Möhren zurechtgelegt, die ich eventuell verfüttern wollte. Aber hinter uns kamen Wanderer, die einen frei laufenden Bordercolli dabei hatten, welcher mit nicht endender Energie über die Wiese jagte und damit alle Murmeltiere in ihre Baue triebt. Schade!
Der gut markierte Weg ging nun weiter über Geröll- und Schneefelder. Die Wanderer vor uns hatten schon Spuren im Schnee hinterlassen, so dass wir diese gleich nutzen konnten. Gut war, dass die Schneefelder nicht so steil, wie am Rauchkofel waren, so dass man eventuell nur einsinken würde, und nicht gleich den Hang hinab rutscht. Am nächsten Felssattel hatten wir dann die Edelrauthütte (2.545 m) und das Eisbruggjoch im Blick, so dass die Kräfte nochmals gesammelt werden konnten.
Nach knapp 3:15 Stunden haben wir die Hütte erreicht, in der man auch übernachten kann. Auf der großen Außenterrasse haben wir uns etwas zu Essen bringen lassen, für Gritti eine Gerstensuppe mit Selchfleisch und für mich Graukas-Knödel mit Krautsalat. Uns hat es geschmeckt.
Während des Essens hatte ich immer den vor mir liegenden Napfspitz (2.888 m) im Blick. Und ich hatte wieder das Kribbeln in mir, diesen Berg bezwingen zu wollen. Also haben Gritti und ich uns geeinigt, dass ich den Aufstieg alleine machen solle, sie würde solange auf der Hütte auf mich warten.
Gut gestärkt habe ich meinen Rucksack bei Gritti gelassen und bin den Berg hinauf gestiegen, in 2 Stunden wollte ich wieder zurück sein, es sollten knapp 340 m Höhenmeter im steilen Anstieg bewältigt werden. Anfänglich war der Aufstieg noch einigermaßen gut zu schaffen, je weiter es nach oben ging, umso schwieriger wurde es, einige Male musste ich mich mit beiden Händen hochziehen. Teilweise hatte ich einen Puls von 160. Leider war die Markierung des Weges nicht mehr sehr gut, so dass ich mich 2 mal verstiegen habe und merkte, es geht nicht weiter. Irgendwann hat man ihn aber wieder gefunden. Nach knapp 50 min war ich am Joch kurz unterhalb des Gipfels. Wenig später habe ich dann das Gipfelkreuz der Napfspitze erreicht. Freudig vor Glück musste ich erstmal verschnaufen, um die Aussicht genießen zu können. Ich konnte die Hütte, wo Gritti auf mich wartete und mich die ganze Zeit mit dem Fernglas nicht aus den Augen lies, sehen. Die eis- und schneebedeckten Gipfel der Zillertaler Alpen waren nun noch näher, als in den Tagen davor und wirkten dadurch noch mächtiger.
Außer mir war hier oben niemand, so dass ich in Ruhe ein paar Selfies machen konnte. Nun hieß es wieder den gleichen Weg zurück. Der Abstieg war zwar körperlich nicht so anstrengend wie der Aufstieg, aber auch nicht ganz ohne, da man genau hinschauen musste, wo man seinen Fuß hinsetzte. Denn teilweise war der Kamm nur knapp 30 cm breit. Nix für Leute mit Höhenangst.
Und auch hier habe ich mich 2 x am Berg "verlaufen", aber den Weg immer wieder gefunden. Nach ca. 2 Stunden war ich wieder unten angekommen und Gritti froh, dass ich wieder da war.
Nun hatte ich mir ein Radler verdient, um danach den Abstieg von der Hütte zurück zum Stausee zu starten. Diesmal haben wir einen Weg oberhalb der Schneefelder genommen. Am Stausee angekommen mussten wir diesen noch umrunden, um wieder zu unserem Auto zu gelangen. Dafür haben wir den Weg über die riesige Staumauer gewählt. Gut, dass heute Samstag war, den von Mo-Fr war die Staumauer wegen Reparaturarbeiten gesperrt.
Der Stausee hatte wenig Wasser, dabei ist erst Sommerbeginn. Man spürt die Trockenheit auch hier.
Fußlahm haben wir unser Auto wieder erreicht, nach fast 9 Stunden und ca. 1.100 Höhenmetern.
Auf dem Weg zu unserer Ferienwohnung haben wir noch einen kurzen Stopp im Konsum gemacht, um ein paar frische Erdbeeren auf dem Balkon mit Blick auf die Berge zu genießen.Read more
Erdpyramiden
June 21 in Italy ⋅ ☁️ 27 °C
Heute sollte es wieder sehr heiß werden, so dass wir uns heute Morgen noch gar nicht so richtig entscheiden konnten was wir unternehmen wollten. Letztendlich haben wir uns für eine kleine Tour zu den Erdpyramiden in der Nähe von Percha, etwas nordöstlich von Bruneck, entschieden. Die Fahrt dorthin sollte auch nur 30 min dauern.
Da wir etwas getrödelt hatten, begann unsere Tour in der größten Mittagshitze.
Ein Parkplatz war schnell gefunden, die Schuhe angelegt und losgelaufen. In der Nacht hatte es geregnet und demzufolge war die Luft sehr schwül, so dass wir schon nach 100 m geschwitzt haben, als ob wir schon Stunden unterwegs wären. Gott sei dank ging es die meiste Zeit durch den Wald. Nach etwa 45 min haben wir die Erdpyramiden erreicht. Alle sind sie durch Erosionen entstanden und verändern sich immer weiter.
Nach einigen Fotos haben wir die Tour fortgesetzt, jetzt ging es steil bergab, um dann in der Talsohle wieder steil bergan zu gehen. Unterwegs haben wir Walderdbeeren naschen können. Wie immer haben wir uns einen Weg ausgesucht, den wir für uns allein haben. Vorbei sollte es an der Schönblick-Alm gehen. Eigentlich wollten wir dort einkehren, um die angepriesene Aussicht zu den Dolomiten und nach Bruneck neben was leckeren zu essen, genießen. Leider ist bis 3.7. geschlossen. Na gut, dann haben wir uns eine Bank gesucht und unser Picknick gegessen. War auch gut, aber Kaiserschmarren wäre schöner gewesen.
Die knapp 50 min bis zum Parkplatz wollten nun auch noch geschafft werden. Kurzerhand haben wir uns entschlossen zum Tobl-Hof nach Ahornach zu fahren, da gibt es Kaiserschmarren. Und den haben wir uns schmecken lassen. Der Tobl-Hof liegt unmittelbar neben dem großen Reinfall-Wasserfall und da es immer noch sehr warm war, haben wir uns entschlossen eine Dusche am Wasserfall zu nehmen. Nach nur wenigen Sekunden ist man von der Gischt so eingesprüht, dass überall das Wasser aus den Haaren tropfte. Egal, das war es den Spaß wert. Wie begossene Pudel sind wir zum Auto und zu unserer Unterkunft gefahren, wo wir den Nachmittag mit süßem Nichtstun verbracht haben.Read more
Alpinistenweg
June 22 in Italy ⋅ ⛅ 29 °C
Eigentlich hatten wir heute eine große Tour am Talende, ab Kasern, geplant. Allerdings war für heute wieder heißes Wetter angesagt, so dass wir nach Möglichkeit nicht den ganzen Tag in der prallen Sonne laufen wollten. Bei der Tour am Talende wäre aber genau das eingetreten.
Also haben wir Plan B, eine kleine Tour ab Ahornach mit vielen Waldwegen und gelegentlichen Blicken ins Tal geplant. Die Gehzeiten habe ich mit der Handy-App Bergfex vorher planen können. Nach dem Frühstück sind wir zur Bushaltestelle gelaufen und nach Ahornach hochgefahren. Dort angekommen, haben wir uns zuerst die Dorfkirche angeschaut. Wie alle Kirchen hier war auch diese sehr schön.
Dann ging es bergauf in Richtung Dorfausgang. Auch hier war ein Haus schöner als das andere und immer sehr gut gepflegt. Hier würde ich gerne wohnen wollen, mit dem Ausblick von der Terrasse sowieso.
Kurz hinter dem Dorfende kamen wir an eine Wiese, an welcher Gleitschirmflieger ihre Startfläche haben. Es war auch ordentlich Betrieb, immer wieder startete einer und rannte den Berg hinab. Vor einiger Zeit hatte ich solche Flüge mal mitgemacht, ist schon schön, wenn man es kann.
Weiter ging es dann auf dem Wanderweg in Richtung Wald. Kurz bevor wir in den Wald eingetaucht sind, haben wir nochmal die herrliche Aussicht auf Sand in Taufers und das ganze Tal genossen. Is det schön, würde man in Berlin sagen.
Im Wald ging es dann erstmal bergan. Bloß gut, dass wir beschattet waren, trotzdem kamen wir ins Schwitzen. Wir waren jetzt auf dem Alpinistenweg, an welchem in unregelmäßigen Abständen Schautafeln über die Geschichte der hiesigen Alpenvereine und die Geschichte das Alpinismus im Ahrntal aufgestellt waren.
Wenig später hörten wir ein Geräusch aus dem Wald, welches wir nicht zuordnen konnten. Zuerst dachten wir, es wäre ein Vogel. Irgendwann konnte ich aber ein ganz junges Kätzchen sehen, welches herzzerreißend gemauzt hat. Wir haben die kleine Mieze erstmal gekrault, und sie fing gleich an zu spielen. Von unserem Picknick hat sie eine Scheibe Salami bekommen, welche sie schnell gefressen hat. Ja was machen wir mit ihr? Weit und breit kein Mensch und auch nicht die Katzen-Mama. Also haben wir sie mitgenommen, um im nächsten Ort zu fragen, ob jemand ein Katzenjunges vermisst. Eine ältere Dame, die wir angesprochen haben, konnte zwar nicht genau sagen, wem sie gehört, hat uns aber empfohlen, die Mieze am ersten Haus abzusetzen. Irgendwann findet die Katzen-Mama ihr Junges wieder. Haben wir dann auch so gemacht - was sollten wir auch tun. Aber niedlich war das Kätzchen schon.
Weiter ging es zum kleinen Weiler Pojer, von welchem wir über einen Feldweg wieder ins Tal abgestiegen sind. Nach knapp einer Stunde kamen wir an der Burg Taufers raus und sind dort in die Burgschänke eingekehrt. Unter einer großen Linde im Burginnenhof haben wir unser Getränk genossen. Und Beide haben wir gedacht: es geht uns gut!
Nun noch die paar Meter in den Ort gelaufen, um ein wenig fürs Frühstück zu kaufen und ein Eis auf die Hand…Read more
Drei Almen Wanderung
June 23 in Italy ⋅ ⛅ 29 °C
Heute ist nun unser letzter Urlaubstag im Ahrntal angebrochen und diesen wollten wir mit einer Genußwanderung abschließen.
Dafür hatten wir uns die Besteigung des Sonnklarnocks und anschließenden Abstieg über 3 Almen ausgesucht. Besteigung ist eher bildlich gesprochen, denn wir sind mit der Seilbahn des Speikbodens bis auf 2.400 m hochgefahren. Von dort ging dann die Wanderung los. Bis zum Sonnklarnock (2.390 m) waren es auch nur knapp 15 min. Am Gipfelkreuz haben wir natürlich die obligatorischen Fotos gemacht. Wegen des schönes Wetters haben wir auch wieder richtig gute Aussichten auf die Berge und Täler gehabt. Wir konnten uns nicht sattsehen! Doch irgendwann ging es weiter den Weg Nr. 26 abwärts zum Tal. Vorbeigekommen sind wir wieder an Hängen, wo die Alpenrosen blühten. Gritti hat sich da gleich reingesetzt. Weiter ging es einen gut ausgebauten Weg immer bergab, bis wir am Trejersee angekommen sind. Hier haben wir ganz in Ruhe unser Picknick gemacht. Kurze Zeit später sind wir an der ersten Alm (Trejer-Alm) vorbeigekommen, hier sind wir aber nicht eingekehrt, da wir dies weiter unten im Tal bei der Alm Nr. 2 oder 3 machen wollten.
Ein langen Weg ging es dorthin immer weiter abwärts, viel durch den Wald, was wegen der Sonne schon gut war. Ab und zu taten sich Lücken auf, so dass man wieder ins Tal schauen konnte.
An der Alm Nr. 2 (Alm Mitte Hitte - wird wirklich so geschrieben) mussten wir feststellen, dass diese bis 2.7. geschlossen war. Aber es wurde schon gekocht, wir haben es gerochen. Schade, aber wir sind halt noch in der Nebensaison. Also weiter zur Alm Nr. 3, laut Google sollte diese offen sein. Pustekuchen, als wir davorstanden konnten wir dem Anschlag entnehmen, dass erst ab 18 Uhr geöffnet wird. Och menno. Wir wollten uns doch noch einen Kaiserschmarrn bestellen. Hilft ja nix, kannste nix machen!
Also sind wir weiter gezogen. Auch hier waren wir wieder ganz allein unterwegs, ein weiteres Mal haben wir uns einen Weg ausgesucht, den wohl sonst keiner geht. Unterwegs hatten wir Zeit uns die Blümchen am Wegesrand anzuschauen. Mit meiner Pflanzen-App konnten wir die meisten Pflanzen bestimmen. Wilde Orchideen bildeten ganze Wiesen aus. Sah toll aus!
Nach knapp 5 Stunden und 12 km auf den Schuhen sind wir dann an unserer Unterkunft angekommen. Auch wenn es diesmal nur 40 m Aufstieg waren, hatten wir aber fast 1.500 m Abstieg. Wie gesagt, es sollte eine Genußrunde sein.
Den Rest des Nachmittags haben wir in der Sauna verbracht und uns von der Liege-Terrasse nochmal die Berge angeschaut. Morgen sind wir wieder Flachland-Tiroler.
Aber es geht dann erstmal nach Bayreuth, dort haben wir eine Zwischenstation, weil wir uns dort das Schloss anschauen wollen.
Zusammengefasst: es war ein schöner und aktiver Urlaub. Wir hatten richtig viel Glück mit dem Wetter, die Ferienwohnung war toll, die Landschaft ist sehr sehr schön und wir lieben die Berge.Read more

Die Genusswanderungen hören sich für mich toll an, die Gipfelkreuze eher nicht. 🤣 Wünsche Euch noch einen schönen Tag in Bayreuth und bis bald in Berlin. 🙋♀️ [Tanja]

TravelerDankeschön. Sind gerade am Zusammenpacken und dann wollen wir noch einen Abstecher auf der Walhalla in Regensburg machen, bevor es nach Bayreuth weitergeht
Walhalla
June 24 in Germany ⋅ ⛅ 33 °C
Nun waren wir auf dem Rückweg aus Südtirol und müssten dann auch wieder über dem Brenner. Es lief erstaunlich gut, nur an der Mautstelle war Anstehen angesagt. Bei der Hitze (Thermometer im Auto zeigte 33 Grad) war ich froh, dass ich die Klimaanlage in meinem Auto vor dem Urlaub habe reparieren lassen.
Die Straßen waren voll, aber es rollte. Ab der deutschen Grenze wurde der Verkehr deutlich mehr, was das Fahren durch das fehlende Tempolimit unruhiger machte.
Nun ja, wir hatten uns aber trotzdem einen kleinen Umweg überlegt, bevor wir in Bayreuth eine Zwischenübernachtung einlegen würden. Es sollte zur Walhalla in Regensburg gehen. Wir waren vor einigen Jahren schon mal hier, aber da wurde sie renoviert.
Heute strahlte sie in vollem Glanz. Sollte man mal gesehen haben, wenn man sich mit deutscher Geschichte identifiziert.
Nach 43 langen Stufen vom Parkplatz aus hat man sie erreicht. Angelegt ist sie wie die Akropolis in Athen, auf einem Hügel direkt an der Donau. Von hier hatte man auch einen schönen Blick übers Land.
Die Walhalla ist drinnen klimatisiert, was den Aufenthalt umso angenehmer machte. Nach diesem kurzen Ausflug haben wir dann die knapp 90 min bis Bayreuth auch noch gut und staufrei geschafft.
Was leckeres zu essen und den Urlaub gemeinsam „nachgesprochen“, sowie den nächsten Urlaub planen…
Und stolz auf meinen alten Diesel bin ich schon.Read more













































































































































































































































































11,30 h ist ja schon ne Hausnummer, puh [Tanja]