• Lappach-Klamm

    June 15 in Italy ⋅ ⛅ 23 °C

    Nach der Tour von gestern war heute "Wunden lecken" angesagt, wir haben unsere Knochen auch heute Morgen noch gespürt. Also war heute nur was "Kleines" angesagt. Die Sonne weckte uns und es versprach auch heute wieder ein schöner Tag zu werden.

    Auf der Wanderkarte, die wir jeden Morgen intensiv studieren, haben wir in Lappach eine Klamm entdeckt. Und eine Klamm ist immer einen Ausflug wert. Also nach dem Frühstück und der Badrunde schnell die Sachen gepackt und runter in den Ort gelaufen. Schließlich wollten wir den Bus 451 nach Lappach nicht verpassen. Lappach liegt am Ende eines Seitentals, gleich unterhalb des Neves-Stausees. Die Fahrt dorthin dauerte nur knapp 25 min., es waren auch nur ganz wenige Fahrgäste im Bus und an der Endhaltestelle wir die Einzigen.
    Von der Endhaltestelle sind wir eine Station zurückgefahren, weil von dort der Einstieg zur Klamm begann. Zuerst haben wir die Dorfkirche, die direkt am Weg war, besucht. Prächtig, wie alle katholischen Kirchen hier. Der Friedhof neben der Kirche war es ebenfalls. Friedhof mit Aussicht war unser Gedanke, denn die dort lagen hätten wirklich eine schöne Sicht auf die umliegenden Berge.
    Weiter ging es über Wiesen in Richtung Klamm, Gritti sah inmitten der Almwiesen aus wie Heidi aus dem Heimatfilm. Zuerst ging es leicht bergab, um dann wieder leicht anzusteigen, später aber umso steiler. Vorbei ging es an einigen alten Mühlen und wir haben gelesen, dass der Müller in früheren Zeiten nicht sehr angesehen war. Deshalb haben viele Höfe lieber ihre eigene Mühle betrieben. Neben einer Mühle, auf einer Tafel war Wilhelm Busch zitiert (siehe Foto).

    Kurze Zeit später haben wir dann den Nevesbach erreicht, der die Klamm durchfloss. Wir waren hier völlig allein unterwegs, was die Klamm für uns noch interessanter machte. Zuerst musste eine Brücke über den Bach gequert werden, der schon mit lautem Rauschen auf sich aufmerksam machte. Vor allem auf das was noch kommen sollte. Denn es kamen noch einige schöne Wasserfälle. Immer weiter ging es bergauf, bis zum nächsten Wasserfall. Es sah schon sehr schön aus, ein Ausflug hierher lohnt sich allemal.
    Unterwegs hat Gritti eine Pflanze entdeckt, die wie eine Ballett-Tänzerin aussah. Es war Bärenklau, der diese Form gebildet hat...
    Am oberen Einstieg zur Klamm sind wir nach knapp 1:30 Stunden angekommen und mussten nun noch den Weg wieder zurück nach Lappach gehen. Der Blick ins Tal war wieder sehr schön, schon dafür hat sich der Weg gelohnt.
    Mit perfekten Timing sind wir an der Bushaltestelle angekommen, denn der Bus kam 3 Minuten später nach unserer Ankunft an. Ausgestiegen sind wir dann in Mühlen, einem Ort knapp 3 Kilometer von Sand in Taufers entfernt. Hier wollten wir uns einen Apfelstrudel mit Vanilleeis gönnen. Vorher ging es noch in einen kleinen Dorfladen, ein bißchen die Vorräte fürs Frühstück auffüllen. Und wir haben uns auch einen Zirbenschnapsl geleistet - welchen wir am Abend gleich probiert haben. Und der ist lecker!
    Gleich um die Ecke war ein Café, wo wir uns dann den Apfelstrudel bestellt haben. Und jeder einen Aperol. Es ging uns gut und Beide haben wir an den Spruch von Harald Juhnke gedacht, der mal gesagt hat: "Die Definition von Glück: keine Termine und leicht einen sitzen." Und das hat gepasst.
    Nach dieser schönen Pause sind wir dann zu Fuß zurück zu unserer Ferienwohnung gelaufen. Knapp 3 km, also gut zu schaffen. Vorbei ging es an einer großen Kirche mit wieder perfekt gepflegtem Friedhof. Uns sind bei den Gräbern kleine Schalen aufgefallen und wir konnten uns nicht erklären, für was sie gut sind. Also habe ich eine Dame angesprochen und erfahren, dass darin Weihwasser aufbewahrt wird und man seine Angehörigen dann immer mal mit Weihwasser besprenkeln kann. Wieder was gelernt.

    Oben angekommen, haben wir uns eine schöne und entspannte Saunarunde gegönnt und schwitzend ins Tal geschaut. Besser ging es nicht und ein perfekter Abschluss eines entspannten und schönen Urlaubstages.
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