Ankunft in Fès
March 9, 2025 in Morocco ⋅ 🌬 16 °C
Nach einer 4,5-stündigen Fahrt bin ich endlich angekommen. Die ersten 1,5 Stunden bestanden fast ausschließlich aus Schlaglochausweichmanövern, Schotterpisten und unterbrochenen Asphaltflächen. Landschaftlich erinnerte mich alles eher an Europa – grün, mit viel Landwirtschaft. Doch Eselkarren und Pferdekutschen holten mich schnell in die Realität zurück und zeigten mir, wo ich wirklich bin.
Dank eines Tipps von zwei Österreichern in Zagora steuerte ich in Fès einen Parkplatz direkt an der Medina an – ein perfekter Ausgangspunkt. Die Anfahrt führte kurvig und steil am Rand der Medina entlang, war aber gut machbar. Nach der Ankunft hielt mich nichts lange auf – wer weiß, wie lange das Wetter hält. Also ließ ich mich einfach durch die Gassen der alten Medina treiben.
Fès beherbergt die am besten erhaltene Medina der arabischen Welt: ein riesiges, buntes und lebendiges Labyrinth aus über 9.000 Gässchen, bekannt als Fès el-Bali. Es ist das weltweit größte städtische Gebiet ohne Autoverkehr – zu eng für Autos, deshalb übernehmen hier Esel, Kutschen und Motorräder den Transport von Waren und Menschen. Die gesamte Altstadt gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Auf Anraten des Parkwächters bog ich links in die Medina ab, lief immer weiter bergab und schlängelte mich durch kleinere Gassen einmal quer hindurch. Es ist eng, bunt und wundervoll. Überall kann ich beim Herstellen von Waren zusehen, sei es Metallbearbeitung, Schleifen von Horn oder Webereien. Nur die Gerberei lasse ich aus. Diesen Geruch ertrage ich nicht. Da hilft auch keine Minze. Man darf aber den Blick nach oben nicht vergessen, denn es gibt jede Menge gut erhaltene Bauwerke zu bestaunen.
Schon bald stieß ich auf die Kairaouine-Moschee (Moschee von al-Qarawiyyin), die ich als Nichtmuslimin nicht betreten darf. Sie verfügt über 14 Eingangstore und ist der älteste erhaltene Moscheebau Marokkos. Die angeschlossene Universität al-Qarawiyyīn gilt als die älteste Universität der islamischen Welt. Ihre Handschriftenbibliothek, die Maktabat al-Qarawīyīn, ist seit Jahrhunderten die bedeutendste Sammlung islamischer Schriften in Marokko.
Was ich jedoch besichtigen konnte, war die Madrasat al-Attārīn, eine ehemalige Koranschule in der Medina. Die kunstvollen Mosaike, filigranen Steinmetzarbeiten und kunstvoll geschnitzten Holzdecken waren einfach beeindruckend. Von den kleinen Studienzimmern im Obergeschoss hatte ich einen wunderbaren Blick auf die grünen Dächer der Moschee und Universität.
Auf dem Rückweg – frei nach dem Motto „Hauptsache die Richtung stimmt“ – kaufte ich noch frische Minze und ein hervorragendes Brot. Am Abend setzte dann starker Regen ein, also machte ich es mir im Camper gemütlich. Ich muss sagen, der erste Eindruck ist großartig.
Für morgen habe ich mir ein paar Ziele ausgesucht, die ich ansteuern will. Mal sehen, was es am Ende dann wird.Read more





















