• Ab nach Russland (oder nicht?)

    September 16 in Estonia ⋅ ☁️ 18 °C

    Wir fahren gleich nach der ruhigen Nacht und dem Frühstück weiter ostwärts. Um uns endgültig von der Ostsee zu verabschieden, halten wir kurz in Sillamää. Eine seltsame Stadt!!! Während der Sowjetzeit militärische Sperrzone in der Uran angereichert und das Material dann entsorgt wurde, heute angeblich Badeort. Wir finden sie zwar in schönem Zustand, aber sehr leer vor. Kein einziges Kind ist zu sehen. Kein Hund. Im Supermarkt spricht niemand ein Wort, nichtmal die Kassierin. Um unser beklemmendes Gefühl loszuwerden verschwinden wir schnell wieder um den Ort zu erreichen, der am weitesten von daheim entfernt ist.

    Narva, direkt an der russischen Grenze. St. Petersburg ist grade mal 100 km entfernt. 90 % der Bevölkerung hier spricht russisch, viele sind staatenlos, da sie die Voraussetzung estnisch zu sprechen, nicht erfüllen.
    Die Brücke nach Russland ist mit Zäunen und Panzersperren dicht gemacht. Nur eine lange Schlange Fußgänger wartet auf den Grenzübertritt. Wir besichtigen die Herrmansfestung, eine mittelalterliche Burg, und winken zur russischen Schwesternburg in Nowograd auf der anderen Seite des Grenzflusses.

    Ab jetzt beginnt die Heimfahrt, und wir halten beim Nonnenkloster in Kuremäe. Wir sehen die Nonnen bei der Arbeit und besuchen den zugehörigen Friedhof. Alle Kreuze sehen beinahe gleich aus und alle Gräber, egal vom Todeszeitpunkt sind sehr gepflegt.

    Kurz danach erreichen wir den riesigen See Peipus, an dem wir heute nächtigen. Man kann das gegenüberliegende Ufer wegen der Größe nicht sehen, und wir lassen den Tag in der Sonne mit Seeblick ausklingen.
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