Tag 6: La Plata bis Loma Verde
September 26 in Argentina
⛅ 25 °C
Heute heißt es: Mit Vollgas in die Pampa!
Nach unserem Frühstück machen wir uns auf in das Zentrum von La Plata. Dort stehen sich zwei imposante Gebäude gegenüber, auf der einen Seite das schönste Rathaus Südamerikas, laut einer Umfrage, und auf der anderen Seite die Kathedrale de La Plata. Und genau in deren Mitte ist eine Ansammlung von knapp 50 argentinischen Fahrradfahrern. Einige der Fahrradfahrer winken uns begeistert zu. Sie treffen sich hier, um heute eine Tour von 70 km zu fahren, so erfahren wir von drei der Argentinier, die uns ansprechen und uns über unsere Tour befragen. Während Lukas die Kathedrale besichtigt, warte ich draußen bei den Fahrrädern und lausche einer Kundgebung einer vermutlich religiösen Gruppe und deren Musik. Immer wieder folgen mir interessierte Blicke. Ein Paar läuft an den Fahrrädern vorbei, der Mann sagt etwas und wir kommen ins Gespräch. Ich erzähle, wohin wir fahren und aus welchem Land wir kommen und als er Alemania, also Deutschland hört, ruft er direkt seinen Sohn an der Deutsch lernt und ich hab übers Telefon ein kurzes Gespräch mit ihm.
Die Frau des Paares kommt aus Venezuela.
Kurz darauf kommt eine andere Frau auf mich zu. Sie fragt auch wieder, woher wir kommen und wohin wir wollen und als ich ihr die Länder aufzähle, fragt sie uns auch, ob wir nach Brasilien wollen. Dort sei sie mit ihrem Mann schon Fahrrad gefahren. Da sie jetzt aber ein Kind haben, können Sie im Moment nicht fahren, wenn das Kind aber älter ist, haben sie es wieder vor.
Das Gespräch hat nur in Spanisch stattgefunden. Vielleicht hat sie also auch etwas ganz anderes erzählt. :D
Um kurz nach 12 verlassen wir La Plata und fahren Richtung Südwesten. In der schachbrettartigen Stadt fällt die Orientierung nicht schwer, allerdings sieht eine Straße der anderen auch zum Verwechseln ähnlich. Sehr angenehm hier für Fahrradfahrer: Es gibt einen breiten Fahrradweg der auf dem Mittelstreifen der Straße verläuft, also fernab der Autos. Leider währt dieser nicht so lange und wir müssen uns wieder mit dem Verkehr abgeben. Jedoch ist das nicht so einfach. Wer hat hier denn nun Vorfahrt? Die Autofahrer sind mit uns und generell mit den Fahrradfahrern sehr umsichtig. Angehupt wird man hier nie! Außer man ist ein anderer Autofahrer oder Motorradfahrer, dann gibt es keine Gnade.
Ein paar Ampeln und einige Kilometer später befinden wir uns auf der Ruta Provincial 215. Ihr werden wir nun eine Weile folgen.
Zu unserem Glück haben wir Rückenwind und es läuft richtig gut. Unsere Mittagspause machen wir leicht abseits der Straße. Bis hierhin haben wir keine einzige Möglichkeit gesehen, wo wir hätten zelten können. Sobald sich die Stadt etwas gelichtet hatte, begannen schon die Erdbeerfelder. „Frutillas“ stand immer wieder am Straßenrand, mal 2kg für 10.000 ARS (~6 Euro) mal für 7.000 ARS (~4 Euro). Doch schon deutlich andere Preise als in der Stadt!
Einmal traue ich meinen Augen kaum. Trocknen sie etwa die Erdbeeren direkt auf der Straße? Wie sie das mit dem Paprika in Usbekistan gemacht haben? Nein, es sind doch nur rötliche Steine. Wie schnell man doch mit etwas Bekanntem vergleicht.
Sowieso fühlt es sich irgendwie ein bisschen so an, als seien wir noch auf der selben Tour von damals. Obwohl so viel Zeit vergangen ist, einmal auf der Straße fühlt es sich vertraut an, ob diese nun in Argentinien oder Usbekistan liegt.
Wobei ganz „angekommen“ sind wir ehrlich gesagt noch nicht. Trotz der ganzen Zäune rechts und links der Straße hätten wir uns so viel Platz am Straßenrand für unser Zelt in den USA manchmal echt gewünscht!
Wir sind uns hier, so kurz im Land, aber noch nicht sicher, wie wir es heute machen werden. Es gäbe eine Unterkunft, die wir gut erreichen könnten. Falls wir allerdings ein schönes Plätzchen finden, sind wir auch nicht abgeneigt zu zelten.
Lange folgen wir der Ruta 215 und sind schon überzeugt, dass wir die Unterkunft ansteuern, als sich links der Straße ein Weg auftut. Wir folgen ihn zu einem kleinen Waldstück, das neben dem Weg und damit nicht eingezäunt ist. Nach erstem Kontrollgang sind wir uns einig, das wird unser Schlafplatz. So liegt er doch weit ab von jeglichen Häusern.
Heute gehen wir früh ins Zelt, da der Tag, trotz guter Bedingungen sich geschlaucht hat.Read more















