Tag 10: Azul bis Almacen „La Suerte“
September 30 in Argentina
☀️ 17 °C
Wir starten so gegen halb 10. Der Pausentag hat sein Nötigstes beigetragen, denn heute ist es nicht ganz so schmerzhaft auf den Sattel zu sitzen. Die letzten Tage war es zum Verrücktwerden! Der erste Kontakt mit dem Sattel am Morgen war, sagen wir mal, unschön. Nach längerem einfahren ging es besser, doch der Wunsch nach einer Pause (natürlich nur für den Po ;) ) war gegenwärtig. Aber egal wie kurz diese auch war, danach war der ganze Fortschritt wieder dahin und es hat sich angefühlt, als seien wir gerade erst losgefahren. Also ja, der Po tut weh und das nicht zu wenig!
Aus Azul heraus fahren wir durch den dortigen Park, der wirklich sehr schön angelegt wurde. Jede Brücke über den künstlichen Fluss ist individuell. Wir folgen der RP 51, einer kleineren Straße, auf der noch wenig los ist. Dabei entdecken wir eine kleine Kultstätte. Sowieso fallen uns oft am Straßenrand die kleinen Hundehütten auf. Allerdings sind diese nicht für die Vierbeiner gedacht, sondern eine Art Kult- beziehungsweise Gedenkstätte, in denen auch heilige Figuren stehen.
Nach der RP 51 fällt der Standstreifen wieder weg, allerdings ist die Straße auch vierspurig und so ist es nicht allzu unangenehm. Ewig führt sie immer geradeaus. Rinder und erste Felder umgeben sie.
Und dann taucht etwas auf, das wir gar nicht zu hoffen gewagt haben: Berge. Bestimmt über eine Stunde sind Berge auf der linken Seite der Straße zu sehen und dann überwinden wir sogar einen. Ok, eventuell habe ich etwas übertrieben. Aber nach der langen Zeit ohne jegliche Erhebung fühlen sich selbst die kleinsten Hügel (etwa so groß wie sanfte Weinberge in der Rheinebene) an wie riesige Berge, zumindest fürs Auge.
An einem Empanadastand an der Straße machen wir Mittagspause und essen zusammen 7 dieser leckeren, mit Spinat und Ei gefüllten und dann frittierten Teigtaschen. Hier hätte es auch welche mit Ananas, Schinken und Käse oder mit Fleisch gegeben.
Ab dieser Pause wendet sich das Blatt für uns. Wir haben sehr viel Gegenwind. Lukas strampelt fleißig und pflügt und so einen Weg durch. Dann kommt das, was Fahrradfahrer fürchten. Ich habe meinen ersten Platten. Hatte es auf der letzten Tour fast 6000 Kilometer gedauert, haben dieses Mal etwas mehr als 400 km gereicht.
Der Verursacher ist allerdings schnell gefunden, ein Stück Draht, und als dem Mantel entfernt. Als wir gerade beim Aufpumpen sind passiert mehreres gleichzeitig. Ein Autofahrer hält an und fragt und, ob alles ok ist, ein Fahrradfahrer bietet seine Unterstützung an und eine Fahrradfahrerin (ja, auf dieser Strecke wimmelt es von Rennradfahrern) hilft uns beim Aufpumpen mit einem Minikompressor. Was es nicht alles gibt!
Nach dieser Reparatur geht es flach weiter. Kühe über Kühe, soweit das Auge reicht, an einer Stelle liegen auch mehrere Tote auf einem Feld. Wir entdecken noch ein sehr altes und kaputtes Auto in einem Bach und kommen dann an ein kleines Restaurant. Über iOverlander haben wir gesehen, dass hier schonmal Fahrradfahrer gezeltet haben und überlegen es uns auch. Da es allerdings mit 16 Uhr noch recht früh ist und morgen der Wind noch schlechter sein soll, entscheiden wir uns dagegen und füllen nur unsere Flaschen auf.
Weitere zwanzig Kilometer später (für die wir leider deutlich länger brauchen, als gehofft) erreichen wir kurz vor Sonnenuntergang ein Almacén (eine Art Tante-Emma-Laden mit Bar) und dürfen dort unser Zelt aufbauen.
Lukas isst nochmal Empanadas. Da diese hier aber nur mit Fleisch sind, esse ich süße Teile und später im Zelt dann noch eins der gekochten Eier und mitgebrachten Empanadas vom Mittag.
Es ist schon sehr kalt. Wir wärmen uns noch kurz am Holzofen im Laden und gehen dann ins Zelt.
Leider hat das viele Strampeln Lukas etwas zu schaffen gemacht, sodass er jetzt sein Knie spürt.Read more












