Irgendwo nach Crêt de la Neuve
May 28 in Switzerland ⋅ ☀️ 19 °C
Die Temperaturen waren heute Nachr stabil bei 13 Grad und somit ist es am Morgen auch trocken auf unserer riesigen hügeligen Wiese.
Recht ausgeschlafen folgen wir dem
inneren Prozedere und geniessen die Stille und das Erwachen der Natur. Sprich alle möglichen Käfer werden aktiv und haben sich zur Challenge gemacht, irgendwo am Zelt den höchsten Punkt zu erreichen. Einen Wolf, den haben wir selbstverständlich nicht gesehen. Trotz der offenen Windtüren vom Zelt mit freiem Blick über die Landschaft.
Der Weg bis zur gestern erwähnten Wasserstelle war unbequem und nervig. 10 min entlang der kurvigen, stärker befahren Straße, die nicht zum Trail gehört. Angekommen an der „Wasserquelle“ ist unsere Ernüchterung groß. Nix Wasser! Der Wasserfluss steht still! Mist! Mit der Wasserversorgung hier im Jura ist es schwierig und wir haben gerade erst Ende Mai. Ohne einen Tropfen Wasser mehr auf Tasche stehen wir wie bestellt und nicht abgeholt jetzt hier rum. 🥵
Ein Auto biegt in die Straße ein, spontan stoppte Franzi einfach den Wagen und fragte den Fahrer wo wir Wasser bekommen würden. Der Fahrer, sichtlich überfordert, zuckte mit den Schultern. Wir danken und er fährt weiter. Ratlose Sekunden vergehen. Trinken wäre echt nicht schlecht, denn bis zum nächsten Restaurant entlang des Trails sind es noch 10 Km. 🥺
Ein orangener Mercedes Baustellenbulli fährt auf den Platz und parkt. 2 Männer und eine Frau steigen aus. Alle in Arbeitskleidung. Franzi fragt, ob einer eine Flasche Wasser über hat. Ohne zu zögern wird aus dem Laderaum eine Flasche Wasser geholt und uns gegeben. Wir füllen in unsere Flasche um und geben das Leergut zurück. Vielen Dank Freunde! Eine gute Tat am Morgen! Sehr stabil von euch. 🙏🏻
Mit einem Liter Wasser kann es jetzt ab zur Hütte gehen. Die schmale Asphaltstraße führt erst durch Wald, später durch die eine oder andere schöne Wiese mit Waldlandschaft. Als wir straight auf eine Alm zu gehen steht eine Herde Jungbullen Rinder, unter anderem auf der Straße. Der Zaun, der die Weide begrenzt, zu unser rechten Seite, wir auf der Straße und die Weide auf unser linken Seite.
Okay, da müssen wir jetzt wohl durch. Schnellen Schrittes machen wir Meter zu den Rindern, hinter denen sich der Ausgang der Weide befindet. 3-4 Rinder sind sehr neugierig und gehen direkt auf uns zu. Hmm, wir gehen weiter, die Tiere sind interessiert, stoppen allerdings 1,5 Meter vor uns, und lassen uns passieren. Puh! Das ist zwar immer noch nichts im Vergleich zu den Aufgaben, die uns der HRP damals stellte, als wir mehrfach direkt durch Herden gelaufen sind. Das war nochmal etwas anderes. Aber gut, heute hat es gereicht. 😮💨
Wir kommen an der Alpage du Mont Tendre um 11:15 Uhr an. Die Küche ist noch nicht soweit und wir können nur zwischen Fondue oder Brotzeit wählen. Also erstmal Kaffee & Brotzeit. Es ist windig hier oben auf über 1.600 Metern Höhe und so zieht es die einzelnen Leckereien zeitnah in unsere Münder und wir stehen wieder am Anfang. Nach geraumer Zeit wird ein Tisch an der Hauswand frei wo es nicht so doll zieht. Auf dem Weg zum neuen Tisch wird kurzerhand der Ovomaltine Schokosnack vom noch nicht abgeräumten Tisch verschwundener Gäste gezockt! Wertvolle Energie lassen wir nicht liegen! 😬
Wir prüfen unsere Stromreserven und müssen mit Bedauern feststellen, dass eine unser 4 10.000 mAh Powerbanks scheinbar kaputt ist und sich entlädt. Wir können in der Hütte an einer Steckdose laden, also bleiben wir noch eine Stunde länger hier.
Jetzt ist genug mit Laden und sitzen im Wind, also ziehen wir wieder los. Es dauert nur einen Hikermoment und wir stehen auf dem Gipfel des Mont Tendre auf 1.679 Meter Höhe. Wir haben bessere Sicht als die letzten Tage und können endlich die französischen Alpen erkennen.
Heute ist bisher der schönste Tag im Jura für uns. Es ist nicht viel los, die Wege sind toll und wir lassen es gemächlich angehen und sammeln nebenbei unsere Kilometer.
Neben einem Plausch mit einem Schweizer über die Welt, den Meeresboden des Jura, die Toten Hosen, den HexaTrek, andere Trails und seine sehr alte Hündin, werden wir von einem älteren Herren angesprochen der hier in den Beegen arbeitet und gerade mit dem Quad irgendwas macht, arbeitet oder einfach Punkt A nach B für sich verbindet. Auf Franzdeutsch geht die Verständigung sehr gut und ihn interessiert wo wir lang gehen, wo wir sonst wandern usw usw. Achso, er sitzt auf dem Quad, seine Frau im Fashion T-Shirt mit Pailetten-Fahrrad als Schmuck auf der Front des Shirts, laufend mit Trekkingstöcken hinterher. Beide sehr sehr nett, es ist aber auch leicht schrill. 🤪
Wir erreichen das Restaurant du Marchairuz an einer Straßenkreuzung. Wir setzten uns natürlich an den Tisch der noch nicht abgeräumt wurde. Zwei leere Gläser und die nicht verzehrte Snackschale, die es standardmäßig zum Getränk gibt. Wir setzten uns und leeren zunächst die Schale. 😬 Da kommen echte HRP Gefühle auf: Immer die Reste der Tischnachbarn weg snacken… 😅
Der Kellner kommt, räumt ab und bringt eine neue Schale. Für uns gibt es alkoholfreies Bier! Lecker! Lange möchten wir nicht bleiben, nur noch etwas die Powerbank laden, Wasser aufnehmen dann soll es auch wieder los gehen. Es kommt eine Kellnerin zu uns an den Tisch und fragt wo wir jetzt noch hin wollen.
Weiter auf dem Jura-Höhenweg geht es für uns. Sie versteht das wir unser Schlafsetup dabei haben und freut sich, bleibt aber skeptisch. Sie sagt es gibt Wölfe hier, und meemt das typische Wolfsgeheule nach. Ja! Wir bitten darum! Wo sind den jetzt diese Wölfe? Sie lacht und wünscht uns viel Glück!
Wir möchten es heute noch bis zum Aussichtspunkt Crêt de la Nueve auf 1.494 Meter schaffen und schauen ob wir dort irgendwo die Nacht verbringen können, das sind in etwa noch 5,5 Km auf dem Jura-Höhenweg.
Dort angekommen finden wir leicht abgelegen vom Viewpoint eine alte Feuerstelle und eine in den Fels geschlagene Ausbuchtung neben einem knöchernen alten Baum. Perfekt! Hier werden wir unsere Matten auf den Boden legen und Cowboy Camping mit Anblick auf den Genfer See und das Mont Blanc Massiv machen.
Für die Nacht sind Böen bis 65 Km gemeldet und der Wind hat auch schon zugenommen. Der alte Baum unter dem wir liegen werden, wird heute Nacht sicherlich nicht unbedingt einen Ast verlieren, der auf uns herabfällt. 🤞🏻 Zu viele Stürme hat er bereits erlebt und sein breitgefächertes Ästwerk wurde dafür entsprechend ausgebildet. Passt!
Zum Abendessen verschlingen wir rund 400g Nudeln in Minestrone Suppe. Als Topping haben wir 100g gehobelten Parmesan dabei. Ein halbes Nussbrot und eine halbe Salami runden als Vorspeise das Abendessen ab. 🤤 Als besonderes Highlight hat am Abend die Sicht nochmal mehr aufgeklart und das Mont Blanc Massif kommt zum Vorschein! Großartig!! 🤩 Nicht desto trotz hängen einige dicke Wolken über den Alpen.
Jetzt sitzen wir hier, und blicken gespannt über den GenferSee und staunen über die Vielzahl an Blizen und Lichtern in den Wolken die sich wie von rechts bis nach links einmal über das Alpenpanorama strecken und zucken. Krass!
Das Essen zeigt seine Wirkung. Wir legen uns hin, einfach so hier. Die Äste des Baumes winden sich im Wind und wir schlafen ein. Gute N8
➡️ 24 Km ⬆️ 986 Hm ⬇️ 603 HmRead more



















Wandermaus 2020
Herrliches Bild
Alex und Franzi on trailDie Nacht bleibt in Erinnerung!
Wandermaus 2020
Da oben war es windig
Alex und Franzi on trailStimmt!