• Biwak nahe Tête de Moëde nach La Flégère

    August 29 in France ⋅ 🌙 12 °C

    Es war eine der bisher ruhigsten Nächte - kein Wind, kein Regen, kein Gewitter. Aus den erwarteten 7 Grad in der Nacht wurde nichts. Bis auf kalte 2 Grad kühlte es sich ab und sorgt für eine eisige Nacht. Darauf waren wir nicht eingestellt und es fröstelte uns etwas in der Nacht.

    Wie üblich nach so viel Regen legen sich die letzten Wolken über die umliegend Gipfel. Socken und Schuhe sind noch von gestern nass und so lassen sich die ersten Schritte im tiefen nassen Wiesengrass ertragen.

    Wir klettern auf den Hügel hinter unserem Zelt und genießen einen tollen Blick auf das Mont Blanc Massiv. Sie Sonne stiegt über die Gipfel im Osten auf und beginnt unser Zelt zu trocken. Bei DCF dauert das nur ein paar Minuten. Den Rest wischen wir ab und packen ein.

    Die Murmeltiere in naher Umgebung machen mit ihren typischen Rufen auf sich aufmerksam und wir starten um 09:00 Uhr in einen anstrengenden Tag.

    Der Anstieg zum Col de Salenton auf 2.525 Meter ist gut zu gehen. Was nicht bedeutet, dass wir oben nicht durchgeschwitzt ankommen. 😅 Der Wind ist eisig und so steigen wir auf der anderen Seite direkt wieder ab.

    Der Abstieg führt über große und kleiner Boulder und über riesige Felsen. Der Fels ist sehr griffig und so können wir einige Passagen einfach so runterlaufen. Unser Gelenke sind heute nicht unbedingt pfiffig und geschmeidig. Bei vielen Tritten bergab sind wir doch recht steif unterwegs.

    Von jetzt auf gleich ist hier im Blockgelände eine Menge los. Trailrunner laufen nach oben oder fliegen in kleinen Gruppen den Berg hinunter. Schon irre was die teils hier im Berg so veranstalten. Hinzu kommen Touristengruppen, Familien usw. Wir sind ein wenig überfordert. Nach dem ersten Abstieg durch das felsige Gelände machen wir eine Pause und essen etwas. Der Berg ist wieder Menschen leer. So schnell wie plötzlich alle da waren, sind sie jetzt wieder weg. Es geht weiter bergab, kein Schritt gerade, immer über Steine und Felsen.

    Wir folgen dem Eau de Bérard weiter Richtung Tal bis zum Restaurant Buvette de la Cascade Bérard auf 1.430 Meter. Es ist laut hier direkt neben dem Fluss und Wasserfall, das Personal sehr freundlich und fix. Toiletten gibt es hier nicht. Hände waschen dürfen wir einfach in der Küche. Cola, Eistee Hotdog, La Croûte ( Brot, Schinken, Käse, mit noch mehr Köse in der Auflaufform überbacken). Das ist ein altes alpines Gericht. Die Käsemassen erinnern uns an die italienische GTA 2024 wo wir in den kleinen italienischen Bergdörfern öfters Polenta mit Käse und Käse (in unseren Worten) gegessen haben, was bei Anstiegen doch recht schwer im Magen lag. 🤣 Zum Glück ist das heute nicht der Fall.

    Wir haben heute noch einiges vor. Besser wir sorgen für noch mehr Energie und essen noch Crêpe mit Nutella bzw. Zucker und einer Kugel Vanille Eis zum Nachtisch on top.

    Wie schon üblich an diesem Tage geht es etwas schwerfällig weiter. Es kurzes Stück gehen wir parallel zu einer Straße. Wir hören Rasseln und Glocken. Etwas später sehen wir ein paar Trail Runner und Schaulustige, die die Runner anfeuern. Muss wohl irgend ein Runner Event sein. 🤷🏼 Danach geht es selbsterklärend natürlich bergauf. Wir betreten das Réserve Naturelle des Aiguilles Rouges. Ab jetzt führt uns der Trail parallel zum Mont Blanc Massiv.

    Wir kommen gut in den Rhythmus und beißen erstaunlich leichtfüßig die Höhenmeter aus dem Berg. Steinböcke und große Raben begleiten uns auf dem Weg zum Lac de Chésery und zum Lac Blanc auf 2.350 Meter Höhe. Am erst genannten werden 30 Biwakplätze angeboten die man vorab buchen muss. Eine doch recht wilde und unaufgeräumte Szenerie bietet sich bei unser Ankunft. Ein ordentlicher Wind pustet den zumeist nicht so geübten Zeltaufbauern um die Ohren. Wer sein Setup fertig errichtet hat, steht in dicker Jacke vor dem Zelt. Die einen liegen Probe und müssen noch entscheiden, ob die Zeltposition passt, andere kämpfen mit dem Zelt direkt. Das internationale Publikum scheint aber gut drauf zu sein und einer unvergesslichen Nacht gegen über des Mont Blanc entgegen zu fiebern.

    Die letzten Meter zum Lac Blanc geht es über Leitern und an den Fels geschraubte Holzbalken. Es fühlt sich an wie das Grand Finale für unseren Tag und das ist es auch. Am Lac Blanc ist tote Hose, sicherlich ist es mit 19:45 Uhr eher zu spät, das sich hier noch viele Bergfanatiker rumtreiben. Wir haben unser Ziel fest im Blick und steigen, gerade oben angekommen wieder ab. Die grüne Zone, in der Biwakieren erlaubt ist, müssen wir heute noch erreichen. Der Weg ist zwar breit aber aufgeräumt hat hier schon lange keiner mehr. 😅. Alles ist voll mit losem Geröll, was das Gehen nach so einem Tag wirklich nicht einfacher macht.
    Auf dem Weg üben junge Steinböcke den Rivalenkampf und lassen sich 5 Meter neben uns dabei in keinster Weise stören.

    Mit Blick auf die HexaTrek App erreichen wir die Biwakzone und prüfen sofort die Umgebung. Um 20:30 Uhr und 100 Meter später werden wir fündig. Ein Platz für unser Zelt! Windstill, ruhig, mit Blick auf das Bergmassiv, bei bestem Wetter. Grüße gehen raus an den Lac de Chésery🤗.

    We call it a day! Ein unvergesslicher Blick zum weißen Riesen, schnell etwas essen und wir fallen müde und kaputt in den Schlaf.

    Biwak auf 2.022 Meter.

    ➡️ 23,1 KM ⬆️ 1.620 HM ⬇️ 1.698 HM
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