Col De Grand Fond nach Landry
September 3 in France ⋅ ⛅ 27 °C
Nach dem der Wind am späten Abend seine letzten Brisen hauchte, wurde es Still hier oben. Absolute Stille! Wir verschwanden satt gegessen im Zelt. Alles wurde schnell feucht, draußen, aber auch im Zelt. Es sollte eine kalte Nacht für uns werden. Mit 4 Grad nicht die kälteste, sie fühlte sich aber so an. Am Morgen war unser Zelt trocken, innen wie außen. Die Luftfeuchtigkeit ist von 84% auf 51% gefallen. Wir finden so etwas total spannend.
Eilig haben wir es heute nicht damit, unseren traumhaften Biwakplatz zu räumen. Nur langsam trinken wir den letzten Schluck Kaffee und lassen unsere Blicke über den MB schweifen. Keine Wolke am Himmel, kein Wind und nur 4,4 Grad! In Daumenjacke und kurzer Hose packen wir zusammen und schauen mal wie wir von unserer Position wieder weg kommen. Am Abend ist man meist so im Film, dass man alle möglichen Hürden, Berg hoch Berg runter meistert. Am Morgen sind diese imaginären Wege verschwunden, einfach weg. Die Sehen und Muskeln lahm, im Kopf treibt ein zufriedener und glücklicher Brei herum. Alles bestens wir suchen uns einfach einen Weg, den der Körper um diese Uhrzeit schafft, egal wie weit der ist.
Ach ja, und das auf direktem Wege zum Col de Grand Fond auf 2.671 Meter. Die 350 Meter Anstieg gehen wir nicht alleine. Eine Gruppe Steinböcke hat sich dazu gesellt und läuft am Hang mit uns mit. Vllt. 15 Tiere. Den Weg teils über Boulder finden wir am Morgen sehr schön.
Auf dem Col können wir schon das Refuge de Presset an einem kleinen See erspähen.
Naja, wir sehen Kaffee, Schokokuchen und Cola, so ehrlich müssen wir schon sein. Wie beim Aufstieg gehen die ersten 200 Höhenmeter über Boulder zur Hütte.
Ein schönes Refuge muss man sagen! Wir verweilen mit Blick in die Ferne eine ganze Weile hier oben. Keiner von uns beiden hat wirklich Bock auf 1.900 Meter Abstieg.
Irgendwie eisen wir uns doch von unserem Tisch los, füllen unsere Flaschen mit je 1 Liter und dann geht die wilde Abstiegsfahrt los.
Wir folgen dem Singletrail bis zu einer Dirtroad, die selbstverständlich mit faustgroßen Steinen geziert ist. Wie immer halt!
Die Sonne knallt schon den gesamten Morgen vom strahlend blauen Himmel. Nur der Mond ist als weißer Farbklecks zu entlarven.
Nach weiteren Stunden verlassen wir die DR und wechseln auf die linke Hangseite die uns um den Berg herum etwas mehr Richtung Osten führt. Über grüne Wiesen und durch zahlreiche springende und hüpfende Insekten. Wir haben uns auch als Schmetterlingsfotografen versucht, sind aber kläglich gescheitert.
Mit den Wiesen wird irgendwie alles anders. Die Temperatur ist nochmal gestiegen. Der Boden ist staubtrocken. 35,1 Grad! Und in Teilen des Hangs laufen wir durch so heiße Luftschichten, das man denken könnte es brennt. Hier ist es locker über 40 Grad. Was ist hier bloß los? Wir ziehen nochmal mit Sonnencreme nach, aber wohl zu spät.
Schon etwas gerädert kommen wir in Valezan, dem ersten von 3 kleinen Dörfern heute an. Die Gite/Auberge wird am Ortseingang mit übergroßen Schildern angekündigt. Die HT App sagt das es durchgehend Essen usw gibt. Final gibt es nur Eis. Die Küche ist leider noch geschlossen. Wir winken ab und folgen dem Trail nach Bellentre. Dort soll es eine HexaTrek friendly Bar - Restaurant Café geben. Also nix wie hin. Wir kommen mit dem Wetter nicht so richtig zurecht. Auf einen Schlag ist es unerträglich heiß. Je tiefer wir absteigen um so heißer wird es.
An der Bar in Bellentre angekommen stehen wir vor dem Schild mit den Öffnungszeiten. 17 Uhr geht es hier erst weiter. Es ist 15:20 Uhr. PUH! Jetzt ist erstmal die Luft raus. Auf der der geräumigen Terrasse machen wir uns erstmal breit. Schuhe aus, Beine hochlegen. Augen zu, nichts geht mehr. Hikertrash par excellence!
Ein Blick in die App zeigt, im nächsten Ort gibt es weitere Möglichkeiten auf Essen und Schatten. Wir ziehen weiter.
Die folgenden 2,9 KM sind die, an die man sich nach seiner Rückkehr und weit darüber hinaus noch erinnern wird. Wir laufen von Schatten zu Schatten. Tja, wir haben uns wohl nicht ordentlich mit Sonnencreme eingeschmiert. Die Waden sagen danke und bitzeln, vor sich hin. Mental geht gerade nichts mehr. Alle Energie wird in Ankommen und Essen investierst.
Es ist Mittler Weile kurz vor 17 Uhr. Ein Restaurant in Landry hat geöffnet. Die Küche hat aber noch geschlossen. 19:30 geht es hier weiter. Frust! Die freundliche ältere Dame verweist uns zum Proxy Supermarkt um die Ecke. Und da sie auch Apartments vermietet, bleiben wir einfach heute hier! Nochmal den nächsten Berg wieder rauf, schaffen wir einfach nicht mehr…
Also ab zum Supermarkt, 2 Stücke frische Tarte mit Pilzen, Lauch und Hähnchen, Baguette mit Schinken, Cola, Eistee sollten es sein. Verspeist wird alles in Windeseile im Schatten an Supermarkt. Schon wieder liegen wir in mitten des regen Treibens vor dem Supermarkt als klassischer Hikertrash rum und essen. Lecker! Die meisten vorbeikommenden Menschen freut es. 😅
Jetzt aber ab ins Apartment, duschen und dann ins Restaurant, richtig essen!
Morgen geht es wieder weit weit bergauf. Wir freuen uns schon sehr.
Wir haben uns heute etwas verbrannt. Es sollte aber nichts hinderliches für die Tour bleiben.
Apartment - Bar Restaurant au col du Palet auf 776 Meter. Damit das erste Mal seit Tag 2 der Tour unter 1.000 Meter Höhe.
➡️ 21 KM ⬆️ 481 HM ⬇️ 1.998 HMRead more



























Traveler
anschauliches Stilleben mit Wollgras - tolles Foto!
Alex und Franzi on trail🤩
Traveler
sehr, sehr selten!
Alex und Franzi on trailWir kennen ihn zumindest nicht.