• Refuge d‘entre Deux Eaux nach Ritord

    September 6 in France ⋅ ☀️ 18 °C

    Gut geschlafen, das ist wichtig! Um 08:00 Uhr ist hier späteste „Abreise“ auf der Biwakarea vor dem Refuge. Der Wind hat sich übernacht komplett gelegt und wir konnten in aller Ruhe recovern.

    Heute geht es weiter durch den Vanoise Nationalpark. Wir starten als letztes vom Refuge in unseren Tag und am ersten Aufstieg überhohlen wir zunächst faste alle, die auch im Refuge geschlafen haben 😅. Der HexaTrek folgt heute, wie auch schon gestern, weiter dem GR55.

    Auf der Hochebene wird uns klar, heute wird ein voller Tag auf dem Trail. Es ist Sonntag. Wenn einem weiße lange Hosen entgegen kommen, könnte man ahnen, dass es sich um Tagestourer handeln könnte. Ganze Gruppen kommen uns entgegen. Krass! Nach 1,75 Stunden, gegen 09:45 erreichen wir das Refuge Du Col de la Vanoise auf 2.523 Meter. Das große Haus mit 130 Schafplätzen ist wunderschön gelegen. In direkter Nachbarschaft liegt der Glacier des Grand Couloir. Allerdings hat sich der Gletscher schon stark zurück gebildet und gibt mittlerweile frisches Gestein frei, was vor kurzem noch unter Eis war. Leider!

    Trotzdem ist es heute noch recht imposant und schön anzuschauen. Wie es wohl vor 15 Jahren hier ausgesehen haben muss?
    Hier am Refuge sind schon einige Wanderer unterwegs. Der Anblick dreier Gämse löst Geschrei und Verwunderung aus. Naja… 🙄

    Nach einer Snackpause ziehen wir weiter. Hier beginnt der Abstieg in den Ort Pralognan. Zu Beginn jagt ein Fotostop den nächsten und wir bahnen uns unseren Weg auf dem vollen Trail.

    Wir erblicken einen Seilbahn. Jetzt wird uns einiges klar. Wir hatten uns auf den letzten Höhenmetern ernsthaft gefragt, wie die einen oder anderen die 1.100 Meter Aufstieg überhaupt gemeistert haben. Nunja, der Abstieg entlang der Seilbahn ist unspektakuläre und so erreichen wir zur Mittagszeit den Ort.

    Nach etwas Suche finden wir in einem Restaurant Plätze im Schatten. Klar die möchten, bei diesem Wetter, alle haben. Es sind etwa 30 Grad. 🥵
    Gute Burger mit krossen Pommes dürfen es heute Mittag schon sein. Recht erledigt und satt hängen wir in den Stühlen. Eine HexaTrekkerin aus den USA kommt auf die Terrasse an unseren Tisch und fragt was wir laufen. Sie hat unsere Rucksäcke gesehen und fragt ob wir damit zufrieden wären. Sie hat viel Rucksackgewicht, da ist der Unbound von HMG nicht für geeignet. Lauft ihr North or South? Leider waren wir zumüde alle Fragen beantworten zu können. Dabei hätten wir selber ja welche gehabt! Ein großer Continental Divide Trail Sticker ist auf der Front ihres Fannypack genäht. Sie ist müde und kaputt, nimmt jetzt eine Dusche und bleibt heute im Ort, der Supermarkt hat noch geschlossen, warten wollte sie auch nicht.
    Und da war sie wieder weg.

    Wir schlendern vollgefuttert zum Supermarkt, der um 15 Uhr wieder öffnet. Ein kleiner Nudelsalat, Hummus, ein Maisbrot, zwei Birnen und eine Packung Kekse sollten zur Ergänzung unser Reste ausreichen.

    In der Nachmittagshitze treten wir den finalen Aufstieg zur Käserei an. Der Betreiber stellt ein Teil seines Grundstückes zum biwaken für Wanderer zur Verfügung. Kostenlos! 18:15 erreichen wir die Alpage de Ritfort. Der Weg, eine breite Dirtroad, nichts spannendes. Gletscher begleiten uns an den Bergspitzen und lassen erahnen, was sich im Nationalpark dahinter versteckt. Wir haben etwas Zeit und setzen uns auf die Bänke vor dem Haus. Birnesaft und local Icetea passen locker bei uns rein. Für einen schmalen Taler teilen wir uns noch einen frischen 400g Sérac. Einen Naturkäse!
    Dazu gibt es Walnussöl, Salz und Pfeffer, Zucker und homemade Erdbeermarmelade. Je nach Wunsch den Käse einstreichen oder beträufeln und rein damit. Lecker und frisch.
    Auf dem Hof sehen wir ausschließlich junge Menschen, nicht schlecht!

    Wir haben uns dazu entschieden morgen auf die Alternativroute zu wechseln. Bis 3.000 Meter geht es rauf. Es wartet ein langer anstrengender Tag auf uns. Biwakieren ist verboten und somit ist unser Ziel, ein Refuge, fix. In den darauf folgenden Tagen kommt nochmal reichlich Regen und evtl. ein Gewitter auf uns zu. Wenn alles passt sind wir dann in Modane und können es aussitzen. 🤞🏻

    Biwak an der Alpage de Ritord auf 1.970 Meter.

    ➡️ 25,8 KM ⬆️ 1.049 HM ⬇️ 1.205 HM
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