• Alpage de Ritord nach Valfréjus

    September 7 in France ⋅ ☀️ 21 °C

    Um 04:30 werden wir wach. Es beginnt zu winden und zu regen. Die Wolken fallen oben von den Gipfeln herab durch das Tal. Schon vor einigen Tagen wurde Regen für diesen Morgen vorhergesagt. Auf dem Trail ist das Wetter immer ein Gesprächsthema. Victor hat diesen Morgen in seiner Planung berücksichtigt, ein französisches Pärchen im Refuge beratschlagte wie sie damit umgehen und auch die CDT Hikerin aus US überlegte noch wo sie diese Zeit verbringen möchte.

    Gestern Abend war der Regen auf unserem Garmin Inreach weg. Für diesen Tag waren „nur“ noch Bewölkung angesagt, über die wir uns nach den letzten sehr heißen Tagen nicht beschweren möchten.
    Jetzt regnet es. Der Wind zieht kühl durch unser luftiges Zelt.

    Unser Wecker meldet sich und erinnert an eine pünktlichen Start in die Alternative. Rund 3.700 Höhenmeter (hoch+runter) warten auf 16,5 Kilometer, bis wir ein Refuge erreichen an dem wir biwakieren dürfen. Eine Reservierung haben wir wie immer natürlich nicht! Schon im letzten Refuge wurde uns mitgeteilt, dass das hier im Nationalpark keine so gute Idee ist, da die Plätze rah sind.

    Es regnet noch eine Weile und somit entscheiden wir uns final doch gegen die Alternative. Wir kommen hier einfach nicht pünktlich weg und das unbeständige Wetter lässt uns zweifeln, ob wir es schaffen würden. Es ist Anfang September und die Sonne geht hier schon gegen 20:00 Uhr unter. Die Zeit des Hochsommers ist vorbei, wo wir noch länger in den Abend bei Licht laufen könnten.

    Das Ende dieser Tour rückt näher und wir kalkulieren auch wann wir wie am South Terminal der Stage 2 rauskommen werden und müssen. Wir brauchen noch eine Pause bevor es in den Endspurt geht.

    Verspätet aber gut drauf starten wir in den Tag. Der Anstieg bis zum Col de Chavière auf 2.796 Meter bleibt bis auf die letzten Meter einfach zu gehen. Noch hängen die Wolken hier und da in den Bergen. Auch sind noch einige Gletscherreste erkennbar. Teils ragt das Eis oben am Grad über das Gestein und wir können nur mutmaßen, wie es dahinter aussieht. Final geht es über Felsbrocken, hier und da helfen Steinmännchen den vermeintlich einfachsten Weg nach oben zu folgen.

    Leider wurden hier auch hunderte sinnlose Steinmännchen von Besuchern gebaut. Das verändert das Landschaftsbild total. Es sieht halt „menschengemacht“ aus. Sehr schade. Wir sind keine Fans davon. Der Weg ist halt viel begangen. Aber die Steinfarben hier oben sind krass. Das Lila färbende Gestein sticht ins Auge.

    Vom Col erwartet uns ein langer Abstieg bis zum Ort Modane. Auf der rechten Seite haben wir lange gute Sicht auf zwei Wasserfälle die recht nah bei einander vom Fels in die Tiefe abfließen. Der rechte sieht weiß aus, der linke ist stark mit Sedimenten durchsetzt und grau. Kein gutes Zeichen für den Gletscher auf der andern Bergseite!

    Schon wieder sticht die Sonne vom fast blauen Himmel auf uns herab. Lange nicht so stark wie die Tage zu vor, trotzdem ist es heiß. Wo ist die angesagte Bewölkung? Nur wenige Sonnenstunden waren ursprünglich vorher gesagt.

    Wir erreichen das Chalet Restaurant L‘Estiva Polset an der Chapelle Saint-Laurent auf 1.830 Metern. Crêpe mit Ei, Beaufort Käse und getrocknetem Schinken. 🤗
    Die nette Wirtin fragt, was wir laufen, wo wir gestartet sind, wo wir herkommen und wo wir hin möchten. Final legt sie uns das HexaTrek Gästebuch auf den Tisch. So muss es wohl auch dir am 24. Juli ergangen sein lieber Louder 🤩. Beim Stöbern durch das Buch haben wir deinen Eintrag entdeckt 😅.

    Nach der Stärkung fliegen wir auf dem einfachen Waldtrail nach Modane bis auf 1.055 Meter. So weichen Boden hatten wir schon eine ganze Weile nicht mehr unter den Füßen.

    Im Tal ist es heiß. Der Ort wirkt um 15:45 leer & ausgestorben. Wir müssen etwas planen und recherchieren und nutzen das erste Café.
    Wir brauchen einen Geldautomaten, einen Supermarkt, um unseren letzten Resupply zu tätigen und eine Unterkunft für unseren zweiten Pausentag. Es soll nochmal Gewittern und länger Regen. Das könnte sich mit einem Pausentag vielleicht gut ausgehen.

    In Modane gibt es wenig bis nichts an Unterkünften. Einen Ort weiter und höher gelegten finden wir etwas passendes direkt auf der Route. Wir telefonieren kurz mit dem Hotel ob es Verfügbarkeiten gibt - wir sollen einfach vorbei kommen. 🙏🏻 Bevor es los geht machen wir noch einen leichten Umweg durch den Ort, der uns zum Geldautomaten und zum Supermarkt führt. Perfekt! Für den letzten Aufstieg wählen wir eine Abkürzung durch Modane die uns final wieder auf den Trail führen soll. Und wie es sich für Abkürzungen gehört wird es abenteuerlich! Ein paar Wege können wir über Outdooractive navigieren, andere sind in der HT App zu sehen. Keine der Wege sind viel belaufen und bringen neben steilem Gelände, umgestürzte Bäume und stacheliges Gestrüpp mit sich. Also, alles wie es sich für eine Abkürzung gehört! Zumindest nach unserer Erfahrung. 😅 Am Ende schaffen wir den wohl kompliziertesten Abschnitt der Tour und landen wieder auf dem Trail. Auf der anderen Seite dieses Berges liegt Italien und die LKW neben uns auf der Straße stehen Schlange vor dem Tunnel.

    Kurz vor unserem Ziel passieren wir die Notre Dame du Charmaix. Eine schöne, in den Fels gebaute Kapelle aus dem 15. Jahrhundert.

    Am Ziel erreichen wir den Skiort Valfréjus, wo unsere Unterkunft wartet. Hier ist nix los. Ein paar Monteure und Urlauber auf der Durchreise, das war’s.

    Hoffentlich macht das Wetter es so ähnlich wie angesagt, dann ist unser Zeroday hier gut gelegen. ⛈️

    Unterkunft in Valfréjus auf 1.550 Meter.

    ➡️ 26,4 KM ⬆️ 1.369 HM ⬇️ 1.791 HM
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