• Mücken und ein Hauch Goldrausch

    June 8 in Finland ⋅ ⛅ 20 °C

    Man spürt es deutlich: Der Sommer ist in Finnland angekommen. Rund um Seen, Flüsse und in den Wäldern haben die Mücken bereits die Oberhand gewonnen. Eine regelrechte Plage. Vor allem die typischen summenden Stechmücken sind jetzt massenhaft unterwegs – besonders hier oben in Lappland. Nach der Schneeschmelze entstehen unzählige Wasserflächen und Sümpfe, perfekte Brutplätze für die kleinen Plagegeister. Vor allem abends, nachts und bei Windstille sind sie aktiv. Ihre Hauptsaison reicht von Juni bis Juli, manchmal sogar bis in den August hinein. Besonders schlimm wird es an warmen, feuchten und windstillen Tagen – offene, windige Hügel mögen sie dagegen überhaupt nicht.

    Also heisst es für uns: nichts wie weg von unserem Übernachtungsplatz. Für die kommende Nacht suchen wir uns lieber einen etwas windigeren Ort – Wind mögen die kleinen Plagegeister bekanntlich nicht.

    Auf der heutigen Strecke begegnen uns fast nur Wohnmobile und Camper – kaum normale PKWs. Offenbar sind wir auf einer der klassischen Nordkap-Routen unterwegs. Fast jeder scheint entweder auf dem Weg dorthin oder bereits wieder auf dem Rückweg zu sein. Sogar einen Fahrradfahrer überholen wir – sein Ziel dürfte wohl ebenfalls das Nordkap sein. Respekt!

    Und natürlich fehlen auch heute die Rentiere nicht. In Lappland gehören sie inzwischen fast schon selbstverständlich zum Straßenbild.

    Auf dem Weg zu unserem Tagesziel legen wir einen Stopp im kleinen Goldgräberdorf Tankavaara ein. Hier können Besucher selbst ihr Glück versuchen und ganz traditionell mit der Waschpfanne im Bach nach Gold suchen. Die Ausrüstung wird gestellt – und alles, was gefunden wird, darf behalten werden.

    Gold wurde in dieser Gegend bereits seit den 1930er Jahren entdeckt, während sich der Tourismus rund ums Goldwaschen erst ab den 1970er Jahren entwickelte. Im Ort befindet sich ausserdem das Goldmuseum, das laut Betreiber als einziges internationales Goldmuseum der Welt gilt. Hier wird die Geschichte des finnischen Goldrauschs erzählt und berühmte Goldfunde aus aller Welt gezeigt.

    Wir schauen uns die gesamte Anlage in Ruhe an. Nur das Goldwaschen selbst und der Museumsbesuch sind kostenpflichtig – darauf verzichten wir heute. Stattdessen genießen wir den Rundgang durch das kleine Dorf, das aktuell behutsam renoviert und für die Saison vorbereitet wird.

    Tankavaara ist kein Ort, den man unbedingt als großes Highlight in die Reiseroute aufnehmen muss – aber definitiv einer, an dem man auch nicht einfach vorbeifahren sollte.

    Unser heutiges Tagesziel liegt noch rund 35 Kilometer entfernt: Saariselkä, genauer gesagt der Kaunispään Kolmiomittaustorni – auf etwa 438 Metern über dem Meeresspiegel. Ein Platz, der hoffentlich nicht nur Aussicht, sondern auch etwas weniger Mücken verspricht.
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