Königskrabbe
June 15 in Norway ⋅ 🌬 6 °C
In Bugøynes dreht sich vieles um den Fang der Königskrabbe (rote Kamtschatka-Krabbe) – nicht umsonst gilt das kleine Dorf als eine Art „Hauptstadt der norwegischen Königskrabbe“.
Die roten Königskrabben stammen ursprünglich nicht aus Norwegen. In der Sowjetzeit wurden sie im russischen Teil der Barentssee angesiedelt, um dort eine neue Fischerei aufzubauen. Von dort breiteten sie sich entlang der Küste Finnmarks bis nach Nordnorwegen aus. Heute sind sie wirtschaftlich äusserst bedeutend, werden ökologisch jedoch vielerorts als invasive Art betrachtet.
Gefangen werden die Königskrabben mit speziellen Fallen, die am Meeresboden im Varangerfjord ausgelegt werden. Kleine Fischerboote – sogenannte „Sjarker“ – setzen und kontrollieren sie regelmässig. Nach dem Einholen werden die Tiere nach Größe und Qualität sortiert. In Bugøynes arbeiten viele Fischer eng mit lokalen Verarbeitungsbetrieben zusammen.
Für das kleine Dorf ist die Königskrabbe von großer wirtschaftlicher Bedeutung. Sie wird über lokale Betriebe verarbeitet und – teils lebend – auf internationale Märkte exportiert. Viele Einheimische sind direkt oder indirekt vom Krabbenfang abhängig.
Norwegens Fischereigesetze gehören zu den strengsten der Welt. Gefangen werden dürfen nur ausgewachsene männliche Tiere über einer bestimmten Mindestgrösse, während Jungtiere und Weibchen zurück ins Meer gesetzt werden. Diese Regeln tragen dazu bei, die Bestände stabil zu halten und gleichzeitig eine hohe Qualität zu sichern.
Königskrabben-Safaris gehören zu den besonderen Erlebnissen in Bugøynes: Besucher fahren gemeinsam mit Fischern hinaus auf den Fjord, holen Fallen ein und erhalten Einblicke in Fang und Verarbeitung. Genau dieses Abenteuer hätten wir heute selbst erlebt – doch das Wetter spielt nicht mit. Starker Wind zwingt uns, an Land zu bleiben.
Auch der Besuch der Verarbeitungsfabrik fällt aus. Während der Häutungsphase von März bis Mai ist kein kommerzieller Fang möglich, und nach den windigen Tagen konnten die Fischer ihre Arbeit noch nicht wieder aufnehmen. Entsprechend gibt es derzeit auch keine Krabben in der Fabrik zu sehen.
Stattdessen nimmt sich unser Guide Thor Zeit, uns dennoch spannende Einblicke in die Königskrabben-Fischerei zu geben. Den Tag lassen wir schliesslich bei einem leckeren Mittagessen im Dorfbistro ausklingen – ein ruhiger Abschluss eines eigentlich sehr „nassen“ Fjordabenteuers.
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Die Natur arbeitet
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