• Unser langersehntes Ziel erreicht!

    2 hours ago in Norway ⋅ ☁️ 8 °C

    Heute Morgen stehen wir etwas früher auf als in den letzten Tagen und Wochen. Unser grosses Ziel dieser Reise wartet auf uns: das Nordkap. Die Wettervorhersage verspricht am Morgen ein gutes Zeitfenster, und voller Vorfreude starten wir bereits um 07:00 Uhr in Honningsvåg.

    Schon auf dem Weg staunen wir, wie bergig die Strecke zum Nordkap tatsächlich ist. Teilweise führt die Straße mit Steigungen von bis zu 9 % steil hinauf und auf der anderen Seite ebenso steil wieder hinunter. Anfangs ist das Wetter noch klar, doch je näher wir unserem Ziel kommen, desto dunkler wird es. Dichter Nebel zieht auf und hüllt die Landschaft in ein graues Kleid. Nicht einmal die Rentiere scheinen darin noch den Weg zu finden.

    Das Nordkap begrüsst uns schliesslich mit seinem dichtesten Nebelgewand – so dicht, dass selbst die Ticketschalter für die Parkgebühren kaum zu erkennen sind.

    PKWs und Wohnmobile müssen ein Parkticket lösen, das für sechs Stunden gültig ist. Busse hingegen haben eine separate, kostenlose Spur. Manche Wohnmobilisten „verirren“ sich offenbar auf diese Spur und kommen so ebenfalls kostenlos zum Parkplatz. Das reguläre Parkticket kostet derzeit für ein Wohnmobil 100 NOK, dazu kommen pro Person nochmals 10 NOK für den Außenbereich. Wenn man bedenkt, dass die Anlage gepflegt werden muss, erscheint dieser Betrag durchaus fair. Ob man zusätzlich die Nordkaphallen für 360 NOK pro Person besuchen möchte, bleibt jedem selbst überlassen.

    Unser Hauptreiseziel, das Nordkap, liegt in unserem mittlerweile siebten Reiseland. Nach 93 Reisetagen und über 8.998 Kilometern erreichen wir es endlich. Ein unbeschreibliches Gefühl.

    Im dichten Nebel erkunden wir das Gelände und stehen zum ersten Mal vor der berühmten Weltkugel. Es fällt uns schwer, die richtigen Worte für diesen Moment zu finden. Schon vor 25 Jahren wollten wir unsere Hochzeitsreise mit einem Wohnmobil ans Nordkap machen – doch damals kommt es anders. Und heute, ein Vierteljahrhundert später, stehen wir endlich hier.

    In der Hoffnung auf besseres Wetter machen wir erst einmal Frühstück im Wohnmobil. Doch inzwischen hat auch die Wetter-App ihre Prognose angepasst: Der Nebel soll den ganzen Tag bleiben. Trotzdem hoffen wir auf einen kleinen Lichtblick. Beim zweiten Versuch ist es dann tatsächlich soweit – für einen kurzen Moment reisst der Nebel auf und gibt den Blick aufs Meer frei. Schnell zücken wir die Handys… und genauso schnell ist der Moment auch schon wieder vorbei.

    Daraufhin entscheiden wir uns, die Nordkaphallen zu besuchen. Modern, hell und sehr schön gestaltet. Natürlich lassen wir uns auch den Panoramafilm nicht entgehen, der uns die ganze Dimension dieses besonderen Ortes aus der Vogelperspektive zeigt.

    Nach fast sechs Stunden am Nordkap geht es zurück nach Honningsvåg. Im Tourismusbüro möchten wir noch die Mitgliedschaft im Royal North Cape Club erwerben. Diese ermöglicht lebenslang kostenlosen Eintritt in die Nordkaphallen. Alles, was man dafür braucht, sind das Eintrittsticket der Nordkaphallen und ein Selfie vom Besuch – und die Anmeldung muss noch am selben Tag erfolgen. Nun sind wir stolze Mitglieder dieses besonderen Clubs. Die Kosten dafür betragen 175 NOK pro Person und werden als Spende abgebucht.

    Da wir im kommenden Winter noch einmal ans Nordkap reisen möchten, hat sich die Mitgliedschaft bereits jetzt gelohnt.

    Auch wenn unser heutiger Besuch im wahrsten Sinne des Wortes im Nebel liegt, bleibt dieses Erlebnis etwas ganz Besonderes – und eines, das wir sicher nie vergessen werden.

    Am Abend verabschieden wir uns von der Region rund ums Nordkap und fahren noch ein gutes Stück weiter in Richtung Alta.
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