• Kreuzfahrtflair in Honningsvåg

    Yesterday in Norway ⋅ ⛅ 11 °C

    Gestern Abend, kurz vor Mitternacht, mussten wir unseren ersten Übernachtungsplatz verlassen. Der Wind wurde so stark, dass an ruhigen Schlaf kaum zu denken war. Also machten wir uns kurzerhand auf die Suche nach einem geschützteren Plätzchen — und wurden schnell fündig. Zwar war der neue Platz landschaftlich nicht besonders reizvoll, dafür bescherte er uns eine wunderbar ruhige Nacht.

    Heute zeigt sich das Wetter von seiner ungemütlichen Seite. Deshalb entscheiden wir spontan, unsere Fahrt zum Nordkap auf morgen zu verschieben. Stattdessen geht es für uns nach Honningsvåg.

    Zuvor steht jedoch eine Premiere an: unsere erste Fahrt durch den "Nordkaptunnelen". Es ist ein beeindruckendes Gefühl, so tief unter dem Meeresspiegel unterwegs zu sein — eine Strecke, die wir so schnell nicht vergessen werden.

    In Honningsvåg angekommen, entscheiden wir uns für den Wohnmobilparkplatz mitten im Zentrum. Praktisch und unkompliziert lässt er sich ganz einfach über EasyPark bezahlen.

    Schon kurz vor Mittag liegen vier große Schiffe im Hafen: ein Postschiff und drei Kreuzfahrtschiffe. Bei voller Auslastung bringen allein die Kreuzfahrtschiffe unglaubliche 6.726 Passagiere mit — die Crew nicht mitgerechnet. Entsprechend lebendig ist der Ort. Überall Kreuzfahrttouristen. Irgendwie fühlt es sich für uns seltsam an, diesmal nicht selbst als Kreuzfahrtpassagiere unterwegs zu sein.

    Trotz des Trubels lassen wir uns einen gemütlichen Bummel durch Honningsvåg nicht nehmen. Der Ort hat einen ganz besonderen Charme: nordisch, gepflegt und voller kleiner Baustellen und Renovationen, die zeigen, wie viel Wert hier auf den Erhalt gelegt wird.

    Für das Mittagessen finden wir — mit Hilfe von ChatGPT — ein tolles Restaurant. Dort probieren wir zum ersten Mal Rentierbraten, der schlichtweg ein Gedicht ist.

    https://findpenguins.com/6kdeanaddcs1g/footprin…

    Nach diesem kulinarischen Highlight kommen wir noch am Postschiff von Havila Voyages vorbei. Spontan fragen wir nach, ob wir für einen Kaffee oder einen kurzen Besuch an Bord kommen dürfen. Und tatsächlich: kein Problem. Mit Besucherausweisen ausgestattet dürfen wir uns frei auf dem Schiff bewegen. Sofort ist dieses vertraute Kribbeln wieder da — das Kreuzfahrtfieber. Vielleicht steht irgendwann einmal eine Reise mit einem Postschiff auf unserer Liste.

    Zurück im Wohnmobil beobachten wir noch das bunte Treiben rund um die Sky Princess. Als das Postschiff schliesslich den Hafen verlässt, wird es von den anderen Schiffen mit lautem Horn verabschiedet. Ein Moment, der direkt unter die Haut geht.

    Nun blicken wir gespannt auf morgen. Die Wetterprognosen für die frühen Morgenstunden sehen vielversprechend aus. Vielleicht wartet dann endlich das Nordkap auf uns.
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