• Granhults Kyrka - älteste Holzkirche Schwedens

    July 23 in Sweden ⋅ ⛅ 19 °C

    Nach einer erholsamen und ruhigen Nacht verlassen wir diesen herrlichen Stellplatz und setzen unsere Reise weiter in Richtung Süden fort.

    Bevor es weitergeht, steht erst einmal ein Grosseinkauf auf dem Programm. Unsere Vorräte müssen wieder aufgefüllt werden – natürlich dürfen auch ein paar Flaschen Wein und etwas Bier nicht fehlen. Dafür steuern wir ein Systembolaget an, denn alkoholische Getränke mit mehr als 3,5 Prozent Alkohol werden in Schweden ausschliesslich in den staatlichen Fachgeschäften verkauft. Wein, Spirituosen und Starkbier sind nur dort erhältlich.

    Für heute haben wir eine eher gemütliche Etappe von gut 120 Kilometern geplant. Unterwegs legen wir einen Stopp bei der Granhults Kyrka ein – einer der ältesten und faszinierendsten Holzkirchen Schwedens.

    Die Kirche stammt aus den 1220er-Jahren und gilt als die älteste vollständig erhaltene Holzkirche des Landes.

    Schon von aussen beeindruckt das kleine Gotteshaus mit seiner traditionellen Bauweise aus massiven Blockbohlen und den dunkel geteerten Holzschindeln. Eingebettet in die sanfte Landschaft Smålands wirkt die Kirche beinahe wie ein kleines Märchenhaus.

    Im Inneren erwartet uns ein wahres Schmuckstück. Farbenprächtige Wand- und Deckenmalereien aus dem Jahr 1753 schmücken den Kirchenraum. Darunter verbergen sich sogar noch Reste mittelalterlicher Fresken. Besonders sehenswert sind ausserdem eine spätgotische Madonnenfigur aus dem 15. Jahrhundert sowie eine Darstellung des heiligen Olav.

    Dass wir dieses Kleinod heute überhaupt noch besichtigen können, ist den Bewohnern von Granhult zu verdanken. Nachdem im 19. Jahrhundert im nahegelegenen Nottebäck eine grössere Kirche gebaut worden war, sollte die alte Holzkirche abgerissen werden – ein Schicksal, das viele historische Kirchen in Schweden ereilte. Die Dorfbewohner setzten sich jedoch mit grossem Engagement für ihren Erhalt ein und konnten den Abriss verhindern. Noch heute wird die Kirche für Gottesdienste genutzt.

    Der Platz gefällt uns so gut, dass wir unsere ursprünglichen Pläne kurzerhand über Bord werfen. Spontan beschliessen wir, direkt neben der Kirche zu übernachten. Selbstverständlich fragen wir vorher im benachbarten Haus nach, ob das für die Anwohner in Ordnung ist. Die freundliche Zustimmung lässt nicht lange auf sich warten – und so verbringen wir einen wunderschönen Nachmittag an einem ganz besonderen Ort.
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