• Plan von gestern heute umgesetzt

    October 17 in Austria ⛅ 11 °C

    Heute geht’s mit dem Bus nach Kitzbühel. Von dort aus wandeln wir auf den Spuren von Marco Odermatt, Pirmin Zurbriggen & Co.! Mit der Hahnenkammbahn geht es hoch hinaus, bevor wir die legendäre Streif zu Fuss talwärts erkunden.

    In Kitzbühel steigen wir aus dem Bus – und sind schlagartig hellwach! Andreas hat tatsächlich sein Handy im Bus liegen lassen. Eine «kleine» Hektik bricht aus. Zum Glück können wir das Handy orten und sehen, wohin es unterwegs ist. Also nichts wie hinterher!

    Die Endstation beim Bahnhof ist von unserem Standort rund 15 Gehminuten entfernt. Wir hoffen, dass der Bus dort eine kleine Pause einlegt. Gleichzeitig rufen wir Andreas’ Handy an – und tatsächlich: Der Buschauffeur hört das Klingeln und gibt uns grünes Licht. Er wird noch etwa 25 Minuten an der Haltestelle stehen. Puh, nochmals Glück gehabt!

    Ein Trinkgeld für den hilfsbereiten Buschauffeur ist für uns selbstverständlich. Anschliessend bringt er uns sogar wieder zurück zu unserer Haltestelle – natürlich ganz regulär im Fahrplan. So viel Hilfsbereitschaft muss belohnt werden!

    Nach diesem kleinen Abenteuer geniessen wir die Fahrt mit der Hahnenkammbahn gleich doppelt. Sie bringt uns hinauf auf rund 1’650 Meter über Meer.

    Für heute haben wir uns etwas Besonderes vorgenommen: Wir wollen die Streif talwärts erwandern.

    Die Streif am Hahnenkamm in Kitzbühel ist weit mehr als eine Skipiste. Sie ist eine der berühmtesten und spektakulärsten Kulissen des alpinen Skisports – und ein Symbol für Mut, Können und die Geschichte des Skirennsports. Seit 1931 werden hier die legendären Hahnenkammrennen ausgetragen.

    Auf unserer Wanderung kommen wir an einigen der berüchtigtsten Streckenabschnitte vorbei. Dazu gehören die Mausefalle, der Steilhang und die Hausbergkante.

    Die Streif in Zahlen:
    - Streckenlänge: rund 3,3 Kilometer
    - Höhenunterschied: etwa 860 Meter
    - Maximales Gefälle: bis zu 85 Prozent
    - Streckenrekord: 1:51,58 Minuten, aufgestellt von Fritz Strobl im Jahr 1997

    Schon diese Zahlen sind beeindruckend. Doch die wahre Dimension dieser Abfahrt begreift man erst, wenn man selbst davorsteht.

    Wenn man die Skirennen im Fernsehen verfolgt, wirkt das Gelände oft gar nicht so steil. Doch jetzt, wo wir selbst oberhalb oder direkt unterhalb eines solchen Steilhanges stehen, wird uns erst richtig bewusst, was die Athleten hier leisten. Was im Fernsehen beinahe mühelos aussieht, ist in Wirklichkeit eine unglaubliche Kombination aus Technik, Kraft, Mut und Körperbeherrschung.

    Etwa auf halber Strecke erreichen wir die Seidlalm. Ein geschichtsträchtiger Ort, der eng mit der Geschichte des Hahnenkammrennens verbunden ist.

    Hier legen wir eine wohlverdiente Pause ein. Ein Schnitzel und ein Apfelstrudel sorgen dafür, dass wir unsere Energiereserven wieder auffüllen.

    Gut gestärkt machen wir uns wieder auf den Weg. Unsere Beine und Knie erinnern uns inzwischen deutlich daran, dass wir nicht einfach nur gemütlich spazieren gehen. Doch Schritt für Schritt kommen wir unserem Ziel näher.

    Nach rund 900 Höhenmetern haben wir es geschafft! Wir sind die legendäre Streif hinuntergewandert – und haben dabei einen ganz anderen Blick auf jene Strecke bekommen, die wir sonst nur aus dem Fernsehen kennen.

    Zum Abschluss schlendern wir noch ein wenig durch das schöne Kitzbühel, bevor wir mit dem Bus zurück zu unserem Campingplatz fahren.

    Was für ein Tag! Ein bisschen Aufregung am Morgen, beeindruckende Ausblicke, sportliche Herausforderungen und eine wohlverdiente Stärkung auf der Seidlalm. Und die Erkenntnis, dass die Streif nicht nur auf Skiern, sondern auch zu Fuss eine echte Herausforderung ist.
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