• Helsinki Tag 2

    July 19 in Finland ⋅ ☁️ 19 °C

    Wenn man aufwacht und die Uhr 10.15 Uhr zeigt, dann hat man wahrscheinlich ausgeschlafen. Aber alle nachfolgenden Aktivitäten verzögern sich entsprechend. Kurze Erinnerung: wir haben Urlaub. Unser erstes Ziel war heute das Ateneum gegenüber dem Hauptbahnhof. Es ist Teil der Finnischen Nationalgalerie und beherbergt die bedeutendste Kunstsammlung des Landes. Es war wirklich sehenswert. Die finnischen Künstler und ihre Werke waren mir bisher alle gänzlich unbekannt. Aber wenn man genau hinschaut, findet man durchaus Gemeinsamkeiten mit den Brücke- Künstlern oder der Neuen Sachlichkeit. Ich habe viele meiner Favoriten fotografiert und hoffe, es wird nicht langweilig beim Anschauen, da viele großformatige Bilder in natura viel imposanter sind, als das ein Handy- Display könnte. Für das Ateneum spreche ich eine klare Empfehlung aus, mit der Helsinki- Card Eintritt kostenlos. Derzeit findet auch eine sehr interessante Sonderausstellung/ Retrospektive zu Eero Nelimarkka statt. Unter anderem bekannt für seine intensive Portraitmalerei, die Landschaften waren nicht mein Geschmack. Voller Eindrücke ging es weiter ins Design- und Architekturmuseum. Wenn man schon einige Museen gesehen hat, vergleicht man natürlich auch. An die thematisch vergleichbaren Museen in Kopenhagen und Stockholm reichte dieses nicht heran. Interessant, aber zu klein war die Ausstellung zu Alvar und Aino Aalto. Da hoffe ich, während der Zeit hier in Finnland noch mehr zu erleben, denn ihr cleaner nordischer Stil sieht einfach fabelhaft aus und der Einfluss des Bauhauses ist nicht zu übersehen. Zusätzliche Themen waren Craft Punk: hypermoderne ausgeflippte Häkel- Designs von Juha Vehmaanperä - sehr speziell, aber irgendwie inspirierend (bitte nicht lachen!) für den Textilunterricht 😆. Mal schauen, was im August davon noch übrig ist. Zu guter Letzt war noch Tove Janssons Moomin- Welt Ausstellungsthema. Für mich persönlich waren und sind die Moomins nicht von Interesse. Ich fand den biografischen Teil zur Künstlerin wissenswerter. Sie lebte in späteren Lebensjahren zusammen mit ihrer Partnerin , der finnischen Grafikerin Tuulikki Pietilä allein auf der Schäreninsel Klovharu in einem bescheidenen kleinen Holzhaus, was für beide so zum Arbeitsort wurde, dass sie aus Platzgründen zeitweise im Zelt schliefen. Klingt ganz und gar nicht langweilig.
    Der Tag klang aus mit einem guten Burger in der Innenstadt und nun planen wir im BED -Mobil den morgigen letzten Tag noch grob. Sollten wir uns den Wecker stellen ?
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