Buchara
May 21 in Uzbekistan ⋅ ☁️ 20 °C
Ca. 7 Stunden benötigt der Bus nach Buchara von der rund 450 Kilometer entfernten Oasenstadt Chiwa. Die Fahrt auf der usbekischen Autobahn A 380 führt vorbei an Sanddünen, Büschen und Erdgasleitungen durch die lebensfeindliche Wüste 200.000 km² große Kysylkum Wüste zwischen den Flüsssen Syrdarja im Nordosten und Amudarja im Südwesten. Westlich des Amudarja liegt die noch größere Wüste Karakum auf Staatsgebiet von Turkmenistan.
Sogar Schaf- und Ziegenherden sind zu sehen. Aber wo die Tiere grasen, bleibt ein Rätsel. Am Straßenrand stehen vereinzelt Pappattrappen von Polizeiautos. Sie sollen die Fahrer vom Rasen abhalten.
Buchara und auch Chiwa waren vom 17. bis weit ins 19. Jahrhundert abgeschottete Emirate, in die Ungläubige keinen Fuß setzen durften - bei Strafe ihrer Hinrichtung. Es war lebensgefährlich, hier zu reisen und fast keiner kehrte zurück. Fernab der Städte machten turkmenische Wüstenstämme die Gegend unsicher, raubten Karawanen aus und verkauften die (brauchbaren, arbeitsfähigen) Ausgeraubten auf den Sklavenmärkten von Chiwa und Buchara. Innerhalb der scheinbar sicheren Stadtmauern ließen die Herrscher der Emirate jede (auch vermeintliche) Missetat mit Verstümmelung, Tod oder Verfaulen im Kerker bestrafen. Kleinste Abweichungen vom Wertekanon hatten dramatische Folgen.
Archäologen haben nachgewiesen, dass die Stadt fast so alt ist wie Samarkand. Bereits im 7. Jahrhundert vor unserer Zeit befand sich hier eine Siedlung. Urkundlich erwähnt wurde Buchara zum ersten Mal im 6. Jahrhundert. und kurz darauf, 674, war sie auch schon von den Arabern erobert worden. Buchara wurde Hauptstadt eines Emirats in der Provinz Chorasan. Der Eroberer ließ den Tempel abreißen und 712 durch eine Moschee ersetzen. Für jeden Moscheebesuch bekam man zwei Dirham.
892 wurde sie zur Hauptstadt des Samaniden- Reiches. Das Wirken zahlreicher berühmter Personlichkeiten ist mit Buchara und dieser Epoche verbunden.
Hochgebildete, feinsinnige Khane und Emire hielten ihre Völker mit despotischen und grausamsten Mitteln in Schach.
1220 ließ Dschingis Khan sie dem Erdboden gleichmachen; 30 000 Einwohner wurden enthauptet.
Durch den Karawanenhandel erlebte die Stadt eine weitere große Blütezeit. Heute noch erhaltene Marktkuppelbauten aus dieser Zeit sind Zeugen einer regen Handelstätigkeit und eines hochentwickelten Handwerks. Buchara war weit über die Grenzen hinaus berühmt für seine Gold-und Seidensticker, Miniaturmaler, Kupferziselierer, Messerschleifer und Keramiker.
Buchara verwandelte sich unmerklich vom fortschrittlichen Zentrum muslimischer Gelehrsamkeit in einen Hort der Buchstabengelehrtheit und Intoleranz. Der geistliche Dogmatismus lähmte das gesamte Leben.
Durch einen neuen Impuls durch die russische Regierung wurde Buchara aus einem mehr als zweihundertjährigen Schlaf gerissen. Die neuen Herrscher machten sie 1920 bis 1924 zur Hauptstadt der Sowjetischen Volksrepublik Buchara, bevor sie in die Usbekische Sozialistische Sowjetrepublik eingegliedert wurde.
Der alte Stadtkern ist eine Mischung
aus Festung, Medresen, Moschen. Auch Märkte, Bãder, Wohnhäuser und Wasserbecken aus elf Jahrhunderten sind vollständig erhalten.
Unterbringung im Atlas hotel, direkt im Zentrum. Abendessen im Ayvan Restaurant und Zargaron Terrasse.Read more




























Sehr schöne Bilder [Bärbel]