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Seidenstraße

An open-ended adventure by bettina Read more
  • Trip start
    May 15, 2026

    Ashgabat

    May 15 in Turkmenistan ⋅ ⛅ 24 °C

    Abflug gegen 15 Uhr von Frankfurt, Ankunft in Istanbul um 19 Uhr ( 1 Stunde Zeitverschiebung), 1 Stunde später startet das Flugzeug nach Asgabat in Turkmenistan, nach 4 Stunden landen wir um 2 Uhr nachts, mit 3 Stunden Zeitverschiebung zu Deutschland.
    Der Flughafen in Asgabat ist mit Abstand der schönste und größte in Zentralasien und einer der prächtigsten der Welt.
    Am Covidtest kommen wir leider nicht vorbei, die aufgebauten Tische wirken provisorisch. Listen liegen aus, wo man sich eintragen muss, niemand kontrolliert, was eingetragen wird. Das Q tip wird kurz in die Nase geführt und dann auf einen der vielen Träger, die auf dem Tisch liegen, aufgebracht. Zuordnen lässt sich da nichts mehr. An einer Kasse wird der Pass und das Visum abgegeben und man erhält ein anderes Formular für die zweite Kasse. Teilnehmer einer holländischen Gruppe zahlen 130 Euro, belgische Teilnehmer 120 und wir 100 Euro für den gleichen Vorgang. Verstehen muss man das nicht🤔🤔
    Gegen 3:30 Uhr sitzen wir im 🚌 um zum Hotel zu fahren.
    Das Internet ist sehr schlecht, Email, WhatsApp, Google, .... funktioniert nicht.
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  • Ashgabat

    May 16 in Turkmenistan ⋅ ⛅ 27 °C

    Historisch gesehen war Asgabat nie Teil der klassischen Seidenstraße. Die Stadt existierte zur Zeit der großen Karawanen noch nicht.
    Über Jahrhunderte hinweg bewegte sich ein stetiger Strom von Handelsleuten, Pilgernden, Flüchtenden und Diplomaten durch Zentralasien. Der Austausch ging dabei weit über den Handel mit Seide, Glas, Gold und Edelsteinen hinaus: neue Ideen, wissenschaftliche Erkenntnisse und besondere Handwerkskünste verbreiten sich entlang der Route und prägten die Entwicklung ganzer Kulturräume.
    Nach 4,5 Stunden Schlaf frühstücken wir.
    Das lauwarme Wasser reicht notdürftig zum Duschen, später beim Zähne putzen gibt es plötzlich kein Wasser mehr. Vielleicht liegt es am 8. Stock.
    Turkmenistan wird im Süden durch das Köpet Dag Gebirge zum 25km entfernten Iran begrenzt.
    Heute haben wir eine junge Führerin, die uns per Bus die Stadt zeigt. Wir dürfen uns nur um das Hotel herum bewegen, in der Stadt nur mit einem Guide. Auch darf man nicht alles fotografieren.
    Seit unserer Ankunft empfinden wir die Szenerie wie eine Filmkulisse, sie könnte auch Disneyland entsprungen sein.
    Fast alles, was man sieht ist erst nach dem großen Erdbeben von 1948 entstanden.
    Ca. 25 000 Touristen dürfen das Land mit 7 Millionen Einwohner bei 1/3 mehr Land als Deutschland jährlich besuchen. 1,3 Millionen wohnen in der Hauptstadt. Insgesamt gibt es 5x soviel Frauen wie Männer. Da die Frauen mehr Unfälle in Straßenverkehr produzieren 🤣🤣🤪🤪dürfen sie erst mit 35 Jahren und die Männer mit 17 Jahren den Führerschein machen. Die Frauen bekommen in der Prüfung auch mehr Fragen.
    1991 wurde Turkmenistan unabhängig von der Sowjetunion. Die Sprache ähnelt sehr dem türkischen, nur ca. 200 Wörter sind anders.
    Turkmenistan ist unter den top 5 der Öl- und Gas produzierenden Ländern.
    Die hohen Häuser der neuen Stadt sind alle mit weißem Marmor aus Carrara verkleidet. Jedes Haus hat eine andere Architektur. Die Gebäude der Ministerien sind gestaltet nach der Art des Ministeriums. Das Außenministerium trägt eine Weltkugel, das Bauministerium erinnert an eine Krankonstruktion, das Literaturministerium an ein Buch. Es gibt auch ein 🐎 schutzministerium und ein Aufenthaltsministerium.
    Die Straßen sind lang und breit angelegt und man sieht nur weiße 🚗, auch silberne und goldene sind erlaubt. Alte 🚗 wurden in die Provinzen verbannt.
    Turkmenistan glänzt wiederholt mit Superlativen. So steht hier der mit 133m einstmals höchste Fahnenmast der Welt, die Fahne wiegt 450kg, im Teppichmuseum befindet der sich mit über einer Tonne wiegende, größte Teppich (14×21,5m, 1,355 Millionen Knoten) und es steht hier auch das größte Indoor 🎡 der Welt.
    Durchschnittlich verdient man hier 200 Euro, man zahlt ca. 10% Steuern, 2% des Gehaltes für Energie, 1 Liter Benzin kostet 8 Cent.
    In Luxuswohnungen zu kaufen muss man bis zu 1200 Euro pro Quadratmeter für eine große Wohnung an 100 Quadratmeter bezahlen.
    Jeder fährt von A nach B mit dem Auto. Die Lebenserwartung liegt bei 75 Jahren, was vermutlich an der mangelnden Bewegung und am fetten Essen liegt.
    2 Tage im Jahr sind autofrei, es fahren dann nur Busse. Es dient dazu die Menschen zu motivieren sich zu bewegen.
    Die Frauen gehen mit 57 und die Männer mit 63 in Rente.
    Die Menschen heiraten sehr jung, auch damit die Männer dem Militärdienst entgehen. Bei der Hochzeit, die mehrere Tage und sogar eine Woche dauern kann, trägt die Braut einen ganzen Tag Schmuck, der ca. 40 kg wiegt. Damit zeigt sie, dass sie 💪 genug ist für die Ehe. Meist haben die Familien, besonders auf den Land, mehrere Kinder.
    Die Frauen lassen sich nach der Hochzeit von der Stiefmutter in Modefragen beraten, ob sie sich eher traditionell oder westlich kleiden sollen.
    Der jüngste Sohn bleibt nach der Heirat bei den Eltern wohnen und kümmert sich später um die Eltern.
    Die Kinder bis zur 5. Klasse gehen morgens, danach nachmittags in die Schule. Sie tragen grüne Kleidung, Studenten eine rote Kleidung.
    Die Ausübung der Religion ist jedem selbst überlassen, auch Atheisten werden toleriert. 87% sind Moslems.
    Die Turkmenbashi Rukhy Moschee
    ist die größte einkuppelige Moschee in Zentralasien - ihre Fläche beträgt etwa 18.000 Quadratmeter und ihre Innenhallen bieten Platz für bis zu 10.000 Gläubige, wobei die untere Halle für Männer ausgelegt ist und bis zu 7.000 Menschen aufnehmen kann und die Balkone für Frauen, mit einer Kapazität von bis zu 3.000 Menschen. Die gesamte Struktur ist aus weißem Marmor, die riesige bemalte Kuppel verdient besondere Aufmerksamkeit. Neben dem Haupteingang führen 7 weitere Eingänge zu den inneren Hallen, vor denen sich schöne Brunnen befinden. Neben der Moschee befindet sich ein Mausoleum.
    Wir essen in einem kleinen Café in der Nähe des Hotels, verschiedene kleine Teigtaschen, 1,20 Euro.
    Abends genießen wir bei einer Busfahrt die wunderschöne, farbige Beleuchtung der Stadt bei Nacht. Sehr schön beleuchtet ist ein Einkaufszentrum mit einem Springbrunnen. Es sind nur wenige Menschen unterwegs. Samstag Abend trifft man sich zum Ausgehen in der alten Stadt. Gegen 22:30 schließen die Restaurants.
    Im Theater kann man Opern- oder Schauspielaufführungen anschauen, Ballett ist zu sexistisch.
    Die Turkmenen mögen es nicht sich nach außen zu zeigen. Man trifft sich zu Hause mit der Familie und Kindern, auch für Karaoke. Man würde nicht in einem Park eine Decke ausbreiten und ein Picknick machen. Nur im Park der alten Stadt darf man einen Hund ausführen, im Park der neuen Stadt ist es verboten. Man könnte den Park verschmutzen.
    In unserem Hotel ist heute noch Livemusik und es werden kleine Spiele zur Belustigung der Besucher angeboten. Die Frauen auf der Tanzfläche haben auch ihren Spaß als wir uns unter die Tänzer mischen.
    Übernachtung im Hotel Ak Altyn.
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  • Asgabat

    May 17 in Turkmenistan ⋅ ⛅ 21 °C

    In der Nahe des Dorfes Bagir, 12 Kilometer westlich von Aschgabat, liegen auf einem großen, flachen Hügel die Ruinen der alten Stadt Nisa ausgebreitet.
    Sie war mit einer fűnfeckigen Stadtmauer, die von 43 Türmen gekrönt wurde und Mauern von bis bis zu neun Metern umgeben. Säu- lengestützte Repräsentationsbauten für weltliche und geistliche Zwecke bargen bemalte Tonstatuen aus dem 2. Jhd. vor unserer Zeit und zahlreiche Gegenstände, die starken griechischen Einfluss erkennen lassen. Als sensationeller Fund gelten die in den 1950ern in den Schatzkammern entdeckten 50 einhenkligen Trinkgefäße. In den Boden eingelassene Amphoren wurden gefunden, die offenbar der Lagerung von Wein gedient haben. Große Sammelbecken speicherten Wasser von den Bergen des Köpet-Dag. Für Archäologen gibt es hier noch viel zu entdecken. 🤔🤔
    Das Seyit Jamal, ad Din Gebäude ( Moschee,...) wurde beim großen Erdbeben von 1948 nach ca. 400 Jahren weitgehend zerstört. Wichtig ist es noch für religiöse Zwecke. Ein Stein wird mehrmals umrundet um Wünsche für sich, die Familie und die Erde zu formulieren, auch werden Gegenstände für die Realisierung der Wünsche abgelegt. Wir treffen auch auf Männer, die sehr im religiösen Glauben verwurzelt sind und ab 40 Jahren Bärte und eine traditionelle Kleidung tragen.
    Wir besuchen anschließend die
    Achal-Tekkiner - die himmlischen Pferde.
    Der Araber wäre nie gezüchtet worden ohne diese Rasse. Man spricht von 5000 Jahren, die man sie am Nordhang der Berge Köpet-Dag züchtet. Durch das wasserarme, stark kontinentale Klima der turkmenischen Wüste sind diese Pferde auf sehr harte Bedingungen ausgerichtet, sie können lange und schwierige Distanzen zurücklegen. Sie gelten als sehr trittsicher, gewandt und ruhig. In Turkmenistan werden sie bel Plerderennen bis 60 Kilometer eingesetzt. Nicht wenige Olympiasieger waren Achal-Tekkiner. Achal-Tekkiner haben ein Stockmaß von 150-160 Zentimetern.
    Heute sind alle Pferde im staatlichem Besitz, werden den 16 Ministerien zugeordnet und treten gegeneinander bei Rennen oder Dressur an. Bezeichnend ist ihr golden schimmerndes, kurzes Fell und in selten Fällen ihre blauen Augen.
    Vor dem Mittagessen besuchen wir noch die Ertugrul gazi Moschee. Sie wurde 1998 komplett renoviert und bietet ca. 3000 Besuchern Platz zum Beten.
    Zu einem späten Mittagessen essen wir Pilaw, Reis mit Fleisch.
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  • Auf dem Weg nach Usbekistan

    May 18 in Uzbekistan ⋅ ☀️ 29 °C

    3:45 Uhr sitzen wir im Bus auf dem Weg zum Flughafen, um nach Dasoguz im Norden von Turkmenistan zu fliegen. Wir überqueren die Karakum Wüste, die den größten Teil des turkmenischen Territoriums einnimmt. Sie ist eine der größten Wüsten der Welt, ein ganzes Reich aus Sand und Dürre. Das Klima hier ist von Härte geprägt, der Temperaturunterschied zwischen den Jahreszeiten beträgt mehr als 90 Grad. Erstaunlicherweise lebt aber immer noch etwa ein Siebtel der Bevölkerung in der Karakum-Wüste und hat sich an die unfreundlichen Bedingungen der Wüste angepasst. In Dasoguz sind die Winter hart mit bis zu -20 Grad und die Sommer sehr heiß. Auch hier gibt es wie in ganz Turkmenistan viele Sandstürme. Die Zahl der Krebsfälle ist hier sehr erhöht, man vermutet, dass die Pestizide, die sich auf dem Grund des ausgetrockneten Teil des Aralsees abgelagert haben, mit dem Wind hier her geblasen werden.
    2 Stunden brauchen wir auf einer Straße voller Schlaglöcher um Kohne Urgentsch zu erreichen, die ehemalige Hauptstadt von Khorezm. Einst zogen Handelskarawanen durch die Stadt und verschiedene Handwerksberufe florierten. Diese Stadt hat eine schwierige Prüfung der Zeit überstanden: zweimal wurde sie belagert und zerstört, aber Teile ihrer Geschichte haben bis heute überlebt: das sind mehrere Mausoleen, Minarette und Festungen aus dem Mittelalter. Der Grundstein für das Minarett wurde bereits im elften Jahrhundert nach Christus gelegt, sein Bau dauerte nach einem Baustopp allerdings bis 1336 an. Das Minarett gilt als das höchste in ganz Zentralasien, es ist stolze 62 Meter hoch und zudem etwa 1,5 Meter nach Westen hingeneigt.
    Auf dem Weg zur Grenze nach Usbekistan halten wir in einem kleinen Ort und essen kleine gedämpfte, mit Rindfleisch gefüllte Teigtaschen, Mantis.
    Der Grenzübertritt gestaltet sich, auch Dank von unserer Führerin Maizah, sehr einfach. Der Bus darf bis zum Gebäude des kleinen Grenzübergangs vorfahren und die Prozedur dauert statt geplanten 2,5 Stunden nur ca. eine Stunde bis wir wieder im 🚌 sitzen.
    Nach 40 Minuten erreichen wir Nikus.
    Hier haben wir nach einigen Tagen ohne Google, WhatsApp..... wieder ein gutes Internet, so dass ich die Tage unserer Reise hier hochladen kann. Einige haben sich schon gewundert, dass sie keine Fotos sehen.🤔🤔
    Die Stadt Nukus wird von drei Wüsten umgeben - dem Karakum (schwarzer Sand), dem Kyzylkum (roter Sand) und der felsigen Wüste - dem Plateau Ustyurt und die vierte Wüste Aralkum oder Akkum (weißer Sand infolge des Austrocknens des salzigen Aral) schloss sich ihnen an.
    Bekannt wurde Nukus durch das Savitsky Museum. Es zeigt die zweitgrösste Sammlung der russischen Avantgarde (nach dem Russischen Museum in St. Petersburg). Ausserdem hat es auch die grösste Sammlung archäologischer, volkskundlicher, angewandter und zeitgenössischer Kunst aus Karakalpakstan und Zentralasien. Mehr als 86’000 Exponate wurden gesammelt, aber nur etwa 3% sind in den beiden Gebäuden des Museums ausgestellt.
    Wir fahren weiter Richtung Chiwa.
    Usbekistan 1,25x größer als Deutschland und hat 37 5 Millionen Einwohner.
    Übernachtung im Hotel Jipek Joli.
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  • Chiwa

    May 19 in Uzbekistan ⋅ ☁️ 25 °C

    Usbekistan verkauft inzwischen keine Rohbaumwolle mehr, sondern hochwertige Garne, Stoffe und zunehmend auch fertige Textilerzeugisse. Die Entwicklung der Wirtschaft ( Wirtschaftswachstum 7% pro Jahr) und auch der Preise, ist von Jahr zu Jahr spürbar.
    Wir besuchen auf eigene Faust die weit verzweigten Markthallen. Die Menschen nehmen freundlich Kontakt mit uns auf.
    Vor der Abfahrt Richtung Osten, durch die Wüste, genießen wir die russischen Bilder im Savitzky Museum.
    Nach 2 Stunden Fahrt auf einer sehr schlechten, zum Teil noch in Bau befindlichen Straße, halten wir bei der Anlage Topraq Kala. Sie war einst eine vollwertige Stadt mit einem luxuriösen Schlosspalast, der von einer beeindruckenden Verteidigungsmauer und quadratischen Türmen umgeben war.
    Die einst prächtige Burg war der Kern der antiken Stadt und die Residenz der Khorezmian-Könige des 2.-3. Jahrhunderts n. Chr. Hier, hinter der Verteidigungsmauer, befanden sich Schutzgalerien vor feindlichen Angriffen, zahlreiche Straßen und Einkaufspassagen.
    Nach weiteren 2 Stunden erreichen wir Chiwa. Die Oasenstadt gehört zum UNESCO- Weltkulturerbe und gleich einem Freilichtmuseum.
    Falls jemand „Ali Baba und die 40 Räuber“ oder „Aladdin und die Wunderlampe“ neu verfilmen will, wäre diese Stadt die perfekte Kulisse. 
    Als Hauptstadt des historischen Reiches Choresm (Choresmien) war sie bereits vor über 1000 Jahren ein bedeutendes Handelszentrum an der Seidenstraße.
    Abendessen im Khorzem Art Restaurant
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  • Chiwa

    May 20 in Uzbekistan ⋅ ☀️ 25 °C

    Chiwa wurde erst wirklich bedeutsam, als der Strom Amudaria sein Bett entlang der Stadt nahm. Heute ist der Amudaria nicht mehr der tollwütige Strom, der sich mitsamt seinem Bett hin und her wirft. Den Großteil seiner von den Gletschern des Pamir und Hindukusch kommenden Wasser verliert er im Mittellauf an den Karakum-Kanal und weitere Kanäle für die Bewässerung der gigantischen Baumwollfelder. Chiwa liegt nicht mehr am Fluss, sondern 40 Kilometer südwestlich von ihm.
    An der Tür der Wüstenfestung Chiwa hing lange ein unsichtbares Schild: Bitte nicht stören. Wer es missachtete, wurde hingerichtet.
    Der Sklavenmarkt von Chiwa war bis 1873 in Betrieb. >Lieferanten< waren vor allem die kriegerischen turkmenischen Wüstennomaden mit Angriffen auf Karawanen.
    Zwischen 1740 und 1872 und noch ein paar Jahre darüber hinaus wurde in Chiwa alles geschaffen, was wir heute bewundern können.
    Morgens früh erklimmen wir die steilen Stufen des Minaretts. Von dort genießen wir den Blick auf die historischen Gebäude.
    Der machtige Wall um die innere Stadt stammt aus dem 18. Jahrhundert und wird unterbrochen von 4 großen Toren in alle Himmelsrichtungen. Sie ist 2200 Meter lang, sieben bis acht Meter hoch und ist mit all seinen Schießschartenmauern und Bastionen fast vollständig erhalten. In Inneren der Mauern befinden sich ca. 60 historische Gebäude, zahlreiche Minarette, Mädressen (wo Studenten gelebt haben), Moscheen, Paläste, Burg.
    Die Mädressen waren mit hohen Mauern umgeben, innen drei Höfe: ein Hof wird größtenteils von lwans (großer nach einer Seite offener Raum) eingenommen, die über zwei Etagen reichen - sehr praktisch, um im Sommer etwas Kühle über den Tag zu retten. Wunderschön geschnitzte Holzpfeiler auf mit Spruchen und Ornamen verzierten Steinbasen stützen die Decken der Iwane ab. Die Decken der offenen Räume wurden mit satten Farben ausgemalt. Nur hier in Chiwa trifft man auf runde, gemauerte Podeste in den Höfen - darauf wurden die Filzjurten aufgebaut. Diese alte nomadische Tradition hatte nichts mit Nostalgie zu tun. Die Filzjurten ließen sich im Winter leichter, schneller und sparsamer beheizen - in den Palästen gab es keine Heizungen, und auch Heizrnaterial war in der Wüste vor dern Zeitalter von Ől oder Gas schwer zu beschaffen. Die Kohlepfannen in einer Palastjurte wurde auch einrnal mít Kameldung geheizt.Die Mädressen waren mit hohen Mauern umgeben, innen drei Höfe: ein Hof wird größtenteils von lwans (großer nach einer Seite offener Raum) eingenommen, die über zwei Etagen reichen - sehr praktisch, um im Sommer etwas Kühle über den Tag zu retten. Wunderschön geschnitzte Holzpfeiler auf mit Spruchen und Ornamen verzierten Steinbasen stützen die Decken der Iwane ab. Die Decken der offenen Räume wurden mit satten Farben ausgemalt. Nur hier in Chiwa trifft man auf runde, gemauerte Podeste in den Höfen - darauf wurden die Filzjurten aufgebaut. Diese alte nomadische Tradition hatte nichts mit Nostalgie zu tun. Die Filzjurten ließen sich im Winter leichter, schneller und sparsamer beheizen - in den Palästen gab es keine Heizungen, und auch Heizrnaterial war in der Wüste vor dern Zeitalter von Ől oder Gas schwer zu beschaffen. Die Kohlepfannen in einer Palastjurte wurde auch einrnal mít Kameldung geheizt.
    Mittags essen wir mit Kartoffeln, Kürbis oder Fleisch gefüllte Teigtaschen und ein Fladenbrot. Vielfach findet man mit Gas oder Holz beheizte Öfen, ähnlich den Tandoori Öfen. Die rohen Teigtaschen werden an die heiße Innenseite des Ofens geklatscht und anschließend heiß gegessen, Kosten 2 Euro pro Teil.
    Läuft man durch die Gassen von Chiwa, biegt man um eine Ecke, ergibt sich in jedem Moment ein schönes Fotomotiv.
    Wir laufen auch alle Tore ab und wundern uns über die Grabmäler auf der Innen- und Außenseite der nördlichen Mauer. Ein Stück entfernt wird uns die Zubereitung eines Fladenbrot gezeigt und uns wird Tee und diverse Marmeladen, wie 🍓, Pflaume und Aprikosen, angeboten.
    Abends sind die Gebäude wunderschön, farbig beleuchtet.
    Wir genießen den Sonnenuntergang auf der Tapas Restaurant Terrasse bei einem kühlen Bier und leckerem Essen ( Kosten 8,50 Euro).
    Übernachtung im Hotel Euro Asia.
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  • Buchara

    May 21 in Uzbekistan ⋅ ☁️ 20 °C

    Ca. 7 Stunden benötigt der Bus nach Buchara von der rund 450 Kilometer entfernten Oasenstadt Chiwa. Die Fahrt auf der usbekischen Autobahn A 380 führt vorbei an Sanddünen, Büschen und Erdgasleitungen durch die lebensfeindliche Wüste 200.000 km² große Kysylkum Wüste zwischen den Flüsssen Syrdarja im Nordosten und Amudarja im Südwesten. Westlich des Amudarja liegt die noch größere Wüste Karakum auf Staatsgebiet von Turkmenistan.
    Sogar Schaf- und Ziegenherden sind zu sehen. Aber wo die Tiere grasen, bleibt ein Rätsel. Am Straßenrand stehen vereinzelt Pappattrappen von Polizeiautos. Sie sollen die Fahrer vom Rasen abhalten.
    Buchara und auch Chiwa waren vom 17. bis weit ins 19. Jahrhundert abgeschottete Emirate, in die Ungläubige keinen Fuß setzen durften - bei Strafe ihrer Hinrichtung. Es war lebensgefährlich, hier zu reisen und fast keiner kehrte zurück. Fernab der Städte machten turkmenische Wüstenstämme die Gegend unsicher, raubten Karawanen aus und verkauften die (brauchbaren, arbeitsfähigen) Ausgeraubten auf den Sklavenmärkten von Chiwa und Buchara. Innerhalb der scheinbar sicheren Stadtmauern ließen die Herrscher der Emirate jede (auch vermeintliche) Missetat mit Verstümmelung, Tod oder Verfaulen im Kerker bestrafen. Kleinste Abweichungen vom Wertekanon hatten dramatische Folgen.
    Archäologen haben nachgewiesen, dass die Stadt fast so alt ist wie Samarkand. Bereits im 7. Jahrhundert vor unserer Zeit befand sich hier eine Siedlung. Urkundlich erwähnt wurde Buchara zum ersten Mal im 6. Jahrhundert. und kurz darauf, 674, war sie auch schon von den Arabern erobert worden. Buchara wurde Hauptstadt eines Emirats in der Provinz Chorasan. Der Eroberer ließ den Tempel abreißen und 712 durch eine Moschee ersetzen. Für jeden Moscheebesuch bekam man zwei Dirham.
    892 wurde sie zur Hauptstadt des Samaniden- Reiches. Das Wirken zahlreicher berühmter Personlichkeiten ist mit Buchara und dieser Epoche verbunden.
    Hochgebildete, feinsinnige Khane und Emire hielten ihre Völker mit despotischen und grausamsten Mitteln in Schach.
    1220 ließ Dschingis Khan sie dem Erdboden gleichmachen; 30 000 Einwohner wurden enthauptet.
    Durch den Karawanenhandel erlebte die Stadt eine weitere große Blütezeit. Heute noch erhaltene Marktkuppelbauten aus dieser Zeit sind Zeugen einer regen Handelstätigkeit und eines hochentwickelten Handwerks. Buchara war weit über die Grenzen hinaus berühmt für seine Gold-und Seidensticker, Miniaturmaler, Kupferziselierer, Messerschleifer und Keramiker.
    Buchara verwandelte sich unmerklich vom fortschrittlichen Zentrum muslimischer Gelehrsamkeit in einen Hort der Buchstabengelehrtheit und Intoleranz. Der geistliche Dogmatismus lähmte das gesamte Leben.
    Durch einen neuen Impuls durch die russische Regierung wurde Buchara aus einem mehr als zweihundertjährigen Schlaf gerissen. Die neuen Herrscher machten sie 1920 bis 1924 zur Hauptstadt der Sowjetischen Volksrepublik Buchara, bevor sie in die Usbekische Sozialistische Sowjetrepublik eingegliedert wurde.
    Der alte Stadtkern ist eine Mischung
    aus Festung, Medresen, Moschen. Auch Märkte, Bãder, Wohnhäuser und Wasserbecken aus elf Jahrhunderten sind vollständig erhalten.
    Unterbringung im Atlas hotel, direkt im Zentrum. Abendessen im Ayvan Restaurant und Zargaron Terrasse.
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  • Buchara

    May 22 in Uzbekistan ⋅ ☁️ 27 °C

    Die UNESCO nahm die Stadt 1993 ins Weltkulturerbe der Menschheit auf.
    Wir starten schon früh, gegen 8 Uhr, um den Touristenströmen zu entgehen.
    Nach 20 Minuten erreichen wir das Chor Menor. Diese Miniaturmoschee aus dem Jahre 1807 ist eigentlich das Torhaus einer großen Medrese, von der nichts erhalten blieb als dieses Bauwerk mit den vier dicken Türmchen. Es beherbergt ein winziges Souvenirgeschäft.
    Die Moschee Kaljan wurde im 15./16 Jahrhunderts an der Stelle einer Freitags moschee aus dem 12. Jahrhundert erbaut. Sie ist bis zum heutigen Tag die Hauptmoschee von Buchara, in den enormen Hof mit den schönen Iwanen passen gut und gern Zehntausend Gläubige.
    Das Minarett war wie ein Leuchtturm, denn oben in der sogenannten Laterne wurde nachts ein Feuer angezűndet. Die Hauptfunktion des Minaretts war freilich eine andere - von hier oben ließ der Muezzin seinen Ruf zum Gebet über die ganze Stadt erschallen. Eine dritte Funktion sei hier nur am Rande erwähnt: Delinquenten wurden vom Turm in die Tiefe gestürzt.
    Die Freitagsmoschee Bolo Chauz wurde 1712 erbaut. Dieses Bauwerk am gleichnamigen Wasserbecken war die wichtigste Moschee der Stadt denn wegen der Nähe zur Zitadelle kamen oft Vertreter des Hofes oder Emir zum Beten hierher. Die prächtige Kassettendecke des offenen sogenannten Sommer-lwans wird von 20 hölzernen Säulen getragen.
    In einer Mädresse kann eine gut erhaltene Wohnzelle eines Koranschülers besichtigt werden. In unteren Bereich wurde studiert und oben wurde geschlafen. Ein Fenster gibt es nicht.
    Es gibt hier zahlreiche alte Kuppelbasare (Toq) aus dem 16. Jahrhundert. Sie alle werden von zum Teil hämmernden. schleifenden, stickenden, malenden, töpfernden und webenden Handwerker, sowie fröhlích rufenden und heranwinkenden Händlerinnen genutzt. Durch die Kuppel der Juweliere gelangt man in den Tim, wo Seide verkauft wird, und von hier in die Kuppel der Fellmützen.
    Das einem gepflegten Park ist das älteste bedeutende Bauwerk Zentralasiens! Es wur- de einige Zeit vor Ismai Samanis Tod um Jahre 907 erbaut. Der kompakte würfelförmige Bau ist klein im Vergleich mit allem anderen, was Buchara zu bieten hat, mit einer Seitenlänge von Zehn Metern und seinen lehmfarbenen Wänden fällt er kaum auf, zumal er in einer Vertiefung steht. Man fand das Mausoleum auf einem alten Friedhof und musste es ausgraben, es war zu einem Drittel in den späteren Kulturschichten verborgen. Diese Linie kann man heute noch erkennen. Die Außenwande sind mit Ornamenten aus Backstein verkleidet, die an Holzschnitzerei oder Flechtwerk erinnern.
    In einer Werkstatt können dort hergestellte Puppen mit den Charaktergesichtern an Ort und Stelle ausprobiert und gekauft werden. Früher sah man auch Haustiere sich in einen der zahlreichen Becken baden und sich laben. Wurmkrankheiten wurden über dieses Wasser verbreitet, bzw. waren typisch für Buchara. Aus hygienischen Gründen wurden in den 1930ern die meisten Becken zugeschüttet, gleichzeitig wurden die Sümpfe um Buchara trockengelegt. Die Störche, die auf den Kuppeln und Mauern genistet hatten, verschwanden. Vogel des Glücks nennt man sie hier, nun werden sie durch Storchenskulpturen ersetzt.
    Am Liabi Chauz ist immer etwas los. Komischerweise scheinen viele Gäste der Stadt zu glauben, dass hier der schönste Ort sei. Fast alle kommen zum Liabi Chauz oder werden hierher gekarrt, um am berühmtesten Wasserbecken der Stadt zu sitzen und essen.
    In den sich anschließenden Park steht eine bekannte Bronzefigur. Der berühmte Narr Hodzha Nasreddin sitzt verschmitzt lächelnd auf seinem Esel.
    Wir essen in einem historischen, schön gestalteten Restaurant, Ayvan Restaurant, 15 Euro.
    Auf der Ruckseite der Moschee Kaljan, am südwestlichen Eck der Außenmauer, kann man regelrecht eintauchen ins mittelalterliche Buchara, aber nur, wenn man eine Frau ist. Hier liegen das Bad Hammomi Kunjak aus dem 16. Jahrhundert, in der die Haremsdamen des Emirs gebadet haben bzw. gepflegt wurden. Die gleiche Prozedur aus Einweichen, abgeschrubbt werden, sich auf warmen Fliesenboden entspannen und kräftiger Massage kann man sich noch heute gônnen - nach Voranmeldung, denn es gibt viele Interessentinnen. 40 Dollar. Wir gönnen uns mit einer Gruppe von 5 Frauen die 90 minütige Behandlung und fühlen uns anschließend 20 Jahre jünger.
    Übernachtung im Hotel Atlas.
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  • Shahrisabz, Samarkand

    May 23 in Uzbekistan ⋅ ☁️ 21 °C

    Shahrisabz ist die Geburtsstadt des Herrschers Timur. Sie liegt klimatisch begünstigt an den Ausläufern eines Gebirges. Ab 1380 verwandelte Timur Shahrisabz in eine prachtvolle Festungsstadt. Ein riesiges Fünfeck mit einer Kantenlänge von bis zu 2000 Metern wurde mit einer Mauer umgeben, 11 Meter hoch, alle 50 Meter mit halbrunden Türmen verstärkt. Als Sitz seines Stammes ließ er im Nordosten dieses Fünfecks den Aq Saraj (Oq Saroy), errichten - ein Weißes Schloss der Superlative, mit einem Portal von 50 Metern Höhe und einer Spannweite von 22 Metern. Noch heute ragen die Pylonen dieses Tores 38 Meter hoch auf.
    Die Minarette waren anderthalbmal so hoch wie das Minarett Kaljan in Buchara. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts zerstörten die Schaibaniden die herrliche Anlage. Die Anwohner bedienten sich und verwendeten die Ziegel für ihre Häuser. Schätzungsweise die Hälfte der Altstadt von Shahrisabz wurde aus diesen Ziegeln errichtet. Nur das Portal und die seitlichen Turmpfeiler haben standgehalten, wie ein riesiger Zahn steht die immer noch beeindruckende Ruine einsam auf weiter Flur. Die Höhe beeindruckt auch heute noch, wenn man durchläuft. Wie hat man dies im 14. Jahrhundert gebaut? Auch die Bauzeiten sind unvorstellbar kurz gewesen.
    Um die ca. 80 Kilometer nach Samarkand auf dem kürzesten Wege zu bewältigen, muss man über den Tachta-Karatscha-Pass fahren. Im April blühen an den Hängen wilde Tulpen und lris. Für Busse ist der Pass trotz der inzwischen guten Asphaltstraße gesperrt, sie müssen den weiten Weg über Arabband nehmen.
    Mit 2500 Jahren gehört Samarkand zu den ältesten, kontinuierlich besiedelten Städten der Welt. In Laufe der jahrhunderte wurde die Stadt erobert, zerstört und wieder - unter anderem von Alexander dem Großen, später von den Mongolen unter Dschingis Khan.
    Timur machte Samarkand 1369 zu seiner Hauptstadt. Samarkand profitierte am meisten von den Beutezügen des Herrschers und von den Tributzahlungen der Unterworfenen. Die Stadt erlebte eine nie gekannte Blüte unter Timur und seinen Nachfahren - den Timuriden, allesamt Nachfahren des zweiten Sohnes Dzhinghis Khans,
    Die usbekische Regierung lässt Samarkand zielgerichtet als internationale Konferenz-Metropole ausbauen. Eine idealisierte morgenländische Stadt wurde komplett neu gebaut, sie dient als Kulisse. Dieses an Disneyland erinnernde Projekt heißt: Die ewige Stadt.
    Gegen 17: 30 kommen wir in Hotel Zarina in der Nähe des Zentrums an.
    Wir starten gleich und schauen uns die alten Mausoleen Rukhobod und Gur Emir an.
    Als Timur 1403 das Mausoleum für seinen Enkel Muhammad-Sultan anlegen ließ, den er eigentlich als seinen Nachfolger auserkoren hatte, der dann aber mit 27 Jahren starb, ahnte er sicher nicht, dass er bald danebenliegen würde. Doch der Herrscher starb an der Foigen eines Gelages am Beginn seines geplanten China Feldzuges und wurde schon 1405 hier beigesetzt.
    Wir essen im Shokrukh Nur, einem typischen Restaurants, auch für Einheimische. Es gibt typisches usbekisches Essen zu adäquaten Preisen. Wir essen dumplings, und verschiedene Spieße vom Holzofengrill, alles sehr lecker gewürzt, Kosten 8,20 Euro, inklusive einem 🍺.
    Der Registan Samarkand ist das symbolische Herz der alten Seidenstraßenmetropole Samarkand im heutigen Usbekistan. Die Deutsche UNESCO-Kommission bezeichnet Samarkand als „Schnittpunkt der Weltkulturen“, und der Registan bildet das eindrucksvolle Zentrum dieses Welterbes. Drei gewaltige Lehranstalten des Islam, die Medresen Ulugbek, Sher-Dor und Tilla-Kari, rahmen einen rechteckigen Platz ein, der über Jahrhunderte als Markt, Gerichtsplatz und Repräsentationsbühne diente.
    Die Ursprünge des Registan reichen bis in die Zeit der Timuriden im 14. und 15. Jahrhundert zurück. Timur (in Europa oft als Tamerlan bekannt) machte Samarkand zu seiner Hauptstadt und ließ in der Stadt monumentale Bauten errichten.
    Die Ulugbek-Medrese auf der Westseite des Platzes wurde in den 1410er bis 1420er Jahren errichtet und um 1420 vollendet. Ulugbek, selbst ein bedeutender Astronom und Gelehrter, ließ hier eine der renommiertesten Hochschulen der islamischen Welt betreiben.
    Im 17. Jahrhundert erlebte der Registan eine neue Blüte, als zwei weitere Medresen, Studienorte, hinzukamen.
    Schon in jungen Jahren bewies Timur sein Engagement für die Traditionen der Steppennomaden; er war ein guter Reiter und ein ausgezeichneter Bogenschütze. In einer Schlacht wurde Timur von Pfeilen getroffen und am rechten Arm und rechten Bein verletzt. Dies führte zu einer Lähmung für den Rest seines Lebens. Seine Feinde nannten ihn deshalb Temur-i-leng, was auf Persisch „Timur der Lahme“ bedeutet. Im Westen ist er deshalb auch als Tamerlan bekannt. Sein Wahlspruch lautete" hat du Zweifel bezüglich meiner Macht, schau dir meine Werke an".
    Innerhalb von 35 Jahren formte er ein Reich, welches ursprünglich „Reich von Timur“ und später „Reich der Timuriden“ genannt wurde. Aufgrund der Nähe zu Shahrisabz und der strategisch günstigen Lage machte Timur Samarkand zu seiner Hauptstadt. Obwohl er selten anwesend war, beschloss er, die Stadt mit einzigartigen Architekturdenkmälern zu schmücken. Er liess nicht nur die Kriegsbeute nach Samarkand bringen, sondern auch Architekten und Handwerker aus verschiedenen Ländern. Fortan wurden auch andere Städte seines Reiches mit architektonischen Meisterwerken geschmückt.
    Zum Zeitpunkt seines Todes umfasste das Gebiet seines Reiches neben Zentralasien auch Afghanistan, Pakistan, einen Teil Indiens, den Iran, den Irak, den gesamten Kaukasus (Armenien, Georgien, Aserbaidschan), Syrien sowie einen Teil der Türkei. Timur starb in Otrar (Kasachstan), als er auf dem Weg war, Teile von China zu erobern. Er wurde in Samarkand im Gur-Emir-Mausoleum beigesetzt.
    Die Menschen in Usbekistan sind sehr freundlich, sie winken uns, möchten ein Foto machen, ein Teilnehmer unserer Gruppe wurde auch zum Essen eingeladen. Immer wieder werden wir freundlich angesprochen.
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  • Samarkand

    May 24 in Uzbekistan ⋅ 🌙 15 °C

    Gemütliches frühstücken und Start gegen 8:30 vom Hotel aus. Ca. 5 Minuten von uns entfernt ist der Registan. Wir besuchen das Innere der 3 Mädressen. Bis vor 100 Jahren waren die Gebäude durch den jahrhunderte langen Verfall sehr in Mitleidenschaft gezogen worden. Nach und nach wurden die Fassaden wie früher mit aufwändigen Fliesenmosaiken versehen, so dass sie heute in diesem Glanz erstrahlen. Auch die Innenräume wurden farbig und facettenreich rekonstruiert. Der ganze Platz beeindruckt in seiner Größe und der Dimension der Gebäude. Unvollstellbar ist, dass eine Mädresse in ca. 3 Jahren erbaut wurde. Wie haben sie das früher wohl gemacht🤔🤔
    Wir laufen durch die Gassen Richtung Norden, wo nicht viele Touristen unterwegs sind. Eine Gruppe von Frauen begegnet uns, die den Basar ansteuern. Heute am Sonntag, ist eindeutig wieder Frauentag. Viele Frauen in Gruppen sind wieder unterwegs.
    Zunächst besuchen wir die Moschee Bibi Chanym. Diese Moschee war die Hauptmoschee zu Timurs Zeiten. Timur hatte sie zu Ehren seiner Schwiegermutter errichten lassen, sicher auch im Bewusstsein dessen, dass nicht nur seine Willenskraft, seine taktische Schläue und strategische Beharrlichkeit, sondern vor allem die Heirat mit einer Frau aus dem Clan der Dschingisiden ihm den Aufstieg ermöglicht. In einer Bauzeit von knapp 5 Jahren bis zur Grundsteinlegung 1399 wurde ein Bauwerk geschaffen, das alles Dargewesene in den Schatten stellte. Bibi Chanym, fertiggestellt kurz vor Timurs Tod, galt lange als die größte und schönste Moschee des Orients. Allerdings konnte man sich nicht lange an ihrer Pracht erfreuen, denn diverse gigantomanische Veränderungen des Anfangsbauplans führten dazu, dass die Größe und Schwere des Bauwerks die damaligen technischen Möglichkeiten überschritten, nach der Fertigstellung begann die Moschee einzustürzen. Der Baumeister musste es nicht mit ansehen, er war im gleichen Jahr an einer Überdosis Alkohol gestorben, Eine Legende, die gern erzählt wird, berichtet von einem Kuss, den einer der indischen Baumeister der betörend schönen Gattin Temurs gestohlen habe. Timur habe das bemerkt und den Baumeister entlassen, weswegen das Bauwerk nicht fertiggestellt wurde.
    Neben der Moschee 🕌, wartet der Bazar Siyot auf die Reisenden, der bei weitem nicht so vielfältig und prăchtig wie andere mor- genländische Märkte, aber eine kleine Erinnerung an die Karawanen der großen Seidenstraße ist. Obst, Gemüse, Brot, Trockenfrüchte und Nüsse, sowie Gewürze, typische Kleidung und Tücher mit Ithak Muster finden ihren Weg in die Rucksäcke der Reisenden und nach Europa.
    Für viele Besucher von Samarkand steht ganz oben auf der personlichen Hitliste eine Totenstadt: Schah-i Zinda. Es handelt sích um eine dicht gedrăngte Ansammlung märchenhaft schöner Mausoleen aus dem 12. bis 15.Jahrhundert am Südrand des Hügels von Afrosiyob, dem Bereich der ursprünglichen alten Stadt. Diese Pracht kann man nur dann annähernd verstehen, wenn man sich dem Thema Tod aus einer Glaubensrichtung zu nãhern versucht, die nicht viel mit dem klassischen Islam zu tun hat. Für die gewaltsam islamisierten Völker Zentralasiens haben nach wie vor ihre Ahnen eine Bedeutung, die der Rolle von Allah mindestens gleichzusetzen ist. In dieser Totenstadt versuchte man beides zu ver- binden. Die zahlreichen Sprüche auf den Mausoleen drücken den Schmerz über den Tod aus, aber auch die Hoffnung, dass man sich ein ewiges Leben erwerben kann, wenn man in seiner aktiven islamischen Glaubensausübung aus dem Leben gerissen wurde. Tod und Verderben, Kriege und Krankheiten waren allgegenwärtig im Mittelalter, es wurde mitten im Leben gestorben. Auch die Herrscherhäuser waren davon nicht verschont. Bestattet sind hier keine armen Leute, sondern vornehmlich Angehörige von Dynastien und Personen, die den Herrschenden nahe waren: Amir Burunduk, Amir Zadeh, die Amme von Amir Timur, eine Nichte und eine Schwägerin des Amirs, seine jüngere Schwester Schirin Bek Aga, die wohl das schönste Mausoleum in Schah-i Zinda bekam.
    Von der Totenstadt versuchen wir ein Taxi nach Konigil, einem kleinen, ca. 8km entfernten Dorf, wo Handwerksberufe dargestellt werden, zu bekommen. Wir zahlen ca. 3,3 Euro, verhandeln lässt sich der Preis nicht.
    Bekannt wurde diese Gegend durch die Herstellung von Seidenpapier.
    Seitdem im 8. Jahrhundert chinesische Kriegsgefangene der verlorenen Schlacht am Talas die Geheimnisse des Handwerks preisgeben mussten, um ihr Leben zu retten, war Samarkand (Afrosiyob) dafür berühmt, das beste Papier im mítteren Osten herzustellen. Dutzende Papiermühlen am Fluss Siyob hatte es bis in die timuridische Zeit gegeben, die Seidenpapierherstellung war einer der wichtigsten Wirtschaftszweige von Samarkand. In den Wirren der Auflösung des Timuriden-Reiches zog das Handwerk um ins Fergana-Becken, 1930 wurde die Seidenpapierzeit von den Sowjets beendet. Seit zwei Jahrzehnten gibt es am Siyob wieder eine Papiermühle. Zehn Jahre haben die Brüder Muchtorov gebraucht, um die technologischen Ablaufe zu rekonstruieren und wieder das echte, gelbliche Samarkander Seidenpapier herstellen zu können. Dank ihrer Arbeit kann heute auch die Miniaturmalerei wieder auf Seidenpapier erfolgen, und alte Gemälde können originalgetreu restauriert werden.
    In der Anlage treffen wir auf ein Hochzeitspaar, das Fotos im Rahmen einer Tee Zeremonie aufnimmt.
    In einer Demoanlage zur Bestellung eines ayurvedischen Öls wird Sesam, Flachs, Baumwolle und Kerne einer Honigmelone gemischt und ausgepresst. Es kommt ein aromatische Öl heraus, leider wird es nicht verkauft.
    Wir lassen uns von einem der Händler ein Taxi besorgen, diesmal zahlen wir 1,5 Euro. Unterwegs tanken wir Gas an einer Tankstelle. Fast alle Fahrzeuge können hier mit Gas fahren. Wir müssen kurz vor der Zapfsäule aussteigen, zwischen den Zapfsäulen befinden sich Mauern wegen der Explosionsgefahr. Gas und ⛽️ sind wieder extrem preiswert.
    Nach einem kurzen Stopp im Hotel laufen wir zu dem Restaurant vom Vorabend. Wir essen wieder sehr 😋 Dumplings und Fleischspieße.
    Übernachtung im Hotel Zarina.
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  • Taschkent

    May 25 in Uzbekistan ⋅ ☀️ 27 °C

    Wir fahren wieder über weite Ebenen, ca 5 Stunden, nach Taschkent.
    Taschkent mit drei Millionen Einwohnern bevölkerungsreichste Stadt Zentralasiens, liegt in einer Oase des kurzen, aber wasserreichen Flusses Tschirtschik (Chirchik) in den westlichen Ausläufern des Tienschan. Die Stadt ist über 2200 Jahre alt, und es gab Zeiten, da hat man mit Ehrfurcht vom reichen und mächtigen Schasch (Tschatsch) gesprochen. Mit seiner idealen Lage am Südrand der großen Steppen war es prädestiniert als Handelsstadt; hier fand der Austausch zwischen den Nomadenvölkern des Nordens und den Sesshaften der südlichen Oasen statt später dann auch zwischen Russland und den zentralasiatischen Khanaten. Als reiche Stadt an der Grenze zweier Zivilisationen war sie aber auch oft das Streitobjekt rivalisierender Herrscher.
    Dass Taschkent trotz dieser Bedeutung immer hinter Samarkand und Buchara zurückstand und auch heute eher Transitstation als Ziel der Reisenden ist, hat sowohl historische Ursachen als auch einen wesentlichen seismischen Grund: Die Stadt wurde 1966 von einem gewaltigen Erdbeben zerstört. Im Unterschied zu Aschgabat, wo bei einem Erdbeben 1948 fast die gesamte Bevölkerung umkam, hatte Taschkent Glück im Unglück. Das Beben, bestehend aus mehr als 1000 Erdstößen, zerbröselte zwar förmlich die orientalische Altstadt, forderte aber kaum Menschenleben. 75 000 Familien wurden obdachlos. Das Beben von Aschgabat hatte man verschwiegen, jenes von Taschkent wurde sofort publik gemacht und löste eine Welle von Hife aus.
    Tausende Bauarbeiter Sowjetunion kamen her und zogen in Rekordzeit neue Wohnblöcke im Zentrum und in neuen Satellitenstädten ringsum die Hauptstadt hoch. Taschkent kann mit Fug und Recht als respektables Museum sowjetischer Plattenbau-Architektur gelten.
    Wir steigen in einen hop on hop off 🚌 ein und fahren im rush hour ca. 2,5 Stunden durch die Stadt.
    Der Fernsehturm im Norden der Stadt unweit vom Aquapark ist nicht zu übersehen mit seinen 375 Metern Höhe. Er ist der höchste Fernsehturm Zentralasiens und der zwölfthochste der Welt. Fertiggestellt wurde er 1985.
    Amur Temur Platz steigen wir wieder aus und versuchen im nahe gelegenen Park mit Streetfood Buden etwas zu essen zu finden. Im Restaurant Ugolok, mit sozialistischen Charme wird uns eine Auswahl an Speisen angeboten, spezialisiert ist das Restaurant auf gebratene Hühnchen. Es schmeckt alles sehr 😋, Kosten 15 Euro.
    Es lassen sich entferntere Orte gut mit der Metro erreichen, es gibt drei einander kreuzende Linien, deren Stationen zweckmaßig über die Stadt verteilt sind. Die zentelen Stationen sind in ihrer thematisch künstlerischen Gestaltung sehenswert. Wir fahren einige Stationen an Kosten 0,12 Euro.
    Beim Ein- iund Aussteigen wird massiv gedrängelt. Hat man es aber in die Bahn geschafft, wird uns sofort ein Platz angeboten.
    Durch abgelegene Gassen laufen wir ca. 30 Minuten zurück zum Hotel Sato.
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  • Aksu Djabagly

    May 26 in Kazakhstan ⋅ ☁️ 22 °C

    Die Grenze zu Kasachstan ist nur ca. 25 km entfernt. Es ist die gleiche Prozedur wie beim Eintritt nach Usbekistan. In Kasachstan angekommen, begegnen wir Menschen, die keinen Hehl daraus machen, dass sie Hitler gut fanden/ finden.
    Kasachstan ist das 9. größte Land (7,5 x so groß wie Deutschland) hat viele Bodenschätze und ist dünn besiedelt ( ca. 20 Millionen Einwohner). In Astana der Hauptstadt leben ca. 1,5 Millionen Menschen. Den 1,5 Millionen Bewohnern wird einiges abverlangt, denn das Klima ist hart. Ein Temperaturgefälle zwischen mínus 40 und plus 35 und einer Jahresdurchschnitts- temperatur von 3 Grad bedeuten, dass es von Oktober bis April eher ungeműtlich ist. Um die Einwohner bei Laune zu halten, hat man zahlreiche Indoor-Freizeitmöglichkeiten geschaffen: gigantische Shopping-Malls mit Kinos, Delphinarium und Ozeanarium, Sportstätten und beheizbare Stadien, Museen, Konzerthäuser zwei riesige Moscheen und die pompöse Astana-Opera.
    Bei den zugänglichen kulturhistorischen Schätzen kann Kasachtan nicht mit seinem südlichen Nachbarn Usbekistan mithalten, aber großräumige Naturlandschaften machen es zu einem Geheimtipp für Abenteuer- reisende. Über ein weitreichendes Netz von Bahnlinien sind alle Gebietshauptstädte
    des riesigen Landes erreichbar. Der Reisende muss sich auf ein beträchtliches Stadt-Land-Gefälle einstellen. Dem
    fast europäisch anmutenden Almaty mit
    seinen Luxusgeschäften und exzellenter
    Restaurants und der boomenden Steppen- metropole Astana stehen Kleinstädte
    und Dörfer mit bescheidener Infrastruktur
    in beeindruckenden Landschaften gegenüber.
    Wir fahren fast 4 Stunden Richtung Nordosten in das Naturreservat Aksu-Djabagly. Unterwegs halten wir in Schymkent, einer 2000 Jahre alten Stadt, für ein kleines Mittagessen. Die Straße ist autobahnähnlich ausgebaut mit vielen Geschwindigkeits- und Polizeikontrollen, viele Kameras sind entlang der Strecke aufgebaut.
    Wir sind sind in einem einfachen hostel untergebracht. Das Internet ist wechselnd und nur in der Nähe des Haupthauses vorhanden. Auf einem kleinen Spaziergang, entlang der wenig befahrenen Hauptstraße, begrüßen uns die Kinder wieder sehr freundlich und versuchen in englisch mit wenigen Worten ein Gespräch zu führen. Nach 10 Minuten erreichen wir einen kleinen Supermarkt, wo wir uns mit Kleinigkeiten für die morgige Wanderung eindecken. Neben dem Supermarkt werden 🎂 verziert und eingepackt. Die arbeitenden Frauen freuen sich, dass wir ihre Arbeit anschauen möchten und lassen uns in ihrer Backstube ungezwungen umherlaufen.
    Gemeinsam essen wir in unserer Unterkunft eine klare Gemüsesuppe mit Dill, Hühnchen mit Erbsenbrei und 🍎, dazu gibt es grünen Tee., 10 Euro.
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  • Bischkek, Hauptstadt von Kirgistan

    May 28 in Kyrgyzstan ⋅ ⛅ 16 °C

    Wir starten gegen 8:30 Uhr und fahren weiter Richtung Osten. Soweit das Auge reicht ist das Land flach, auf unsrer rechten Seite begleitet uns ein Gebirgszug mit schneebedeckten Gipfeln, die bis zu 4500m ansteigen.
    Wiederholt fahren wir unmittelbar am der Grenze zu Kirgisistan entlang.
    Nach ca. 5 Stunden erreichen wir die Grenze und die gleiche Prozedur erfolgt wie wieder. Diesmal steigen wir aus unseren Mercedes Bussen aus und nach dem Übertritt wieder ein.
    Durch eine Stunde Zeitverschiebung erreichen wir erst gegen 17 Uhr das Hotel Bridges. Nur die Hälfte der Gruppe lässt sich von unserem Fahrer in das eine halbe Stunde entfernte Zentrum fahren.
    Wir schlendern durch die Parks, wo viele junge Leute Volleyball spielen. Sie stehen zu viert in einer Reihe, spielen sich den Ball zu und schmettern über eine längere Distanz zu den anderen vier Spielern. Wir erfreuen uns an den Wasserspielen und einigen interessanten Gebäuden und Plätzen.
    Im gemütlich eingerichteten Restaurant Nowat finden wir noch ein Plätzchen und essen gemeinsam ein Potpourri sehr leckerer, einheimischer Gerichte.

    Kirgistan wird auch die Schweiz Zentralasiens genannt. 90% des Landes liegt auf einer Höhe von über 1800m Höhe. Durch die natürlichen Bedingungen ist hier die dominierende Wirtschaftsform in der extensiven Weidewirtschaft geradezu vorgegeben. So trifft man auf den Hochgebirgswiesen auf die Sommernomaden mit ihren Herden und ihren typischen Filzzelten, den Jurten.
    Im Nordwesten und Süden findet man, auch wegen ausreichend vorhandenem Wasser, Obst- und Gemüseplantagen.
    Als erstes und bisher einziges Land Zentralasiens hatte Kirgistan eine parlamentarische Regierungsform. Das kleine, streitbare Gebirgsvolk hat bisher 3x Präsidenten wegen Machtmissbrauch aus dem Amt gejagt.
    Die Fläche von Kirgistan beträgt das 0,6 fache von Deutschland mit ca. 7, 2 Millionen Einwohnern.
    In Bischkek, der Hauptstadt, leben mindestens 1,3 Millionen. Die zahlreichen Märkte bilden das finanzielle und wirtschaftliche Rückgrat der Stadt, von hier aus werden auch die Nachbarländer versorgt. Wenn man sich durch den dicken Stau quält, muss man zweifellos zu dem Schluss kommen, dass halb Kirgistan hier auf den Beinen bzw. auf den Rädern ist. Durch diese Verdichtung entsteht ein unglaubliches Verkehrschaos, eine Metro ist nicht vorhanden.
    Bischkek ist eine junge Stadt. Sie entstand am Rande einer Kosakengarnison, die im Zuge einer russischen Invasion nach Mittelasien im Jahre 1862 hier etabliert wurde. 1924 wurde sie Hauptstadt der autonomen kirgisischen Gebiete. Wärend der großen vaterländischen Kriege von 1941 bis 1945 wurden zahlreiche russische Betriebe nach Mittelasien umgesiedelt. Sie bleiben nach Ende des Krieges und tragen dazu bei, dass der Ort von einem Provinznest zu einer Metropole aufstieg. Am 1.2.1991 wurde die Stadt auf Anweisung des obersten Sowjets zu Bischkek und Hauptstadt ernannt.
    Übernachtung im bridges hotel
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  • Wanderung in den Aksu Canyon

    May 27 in Kazakhstan ⋅ 🌬 20 °C

    Frühstück mit einheimischer Wurst, Käse und Omelett.
    Gegen 9:30 Uhr fahren wir auf unwegsamen Wegen zur Schlucht. Wären wir einen Monat früher gekommen, wären die Wiesen mit Tulpen übersät gewesen. Kasachstan ist die Heimat der Tulpen. Sie werden mit Samen in die Erde gebracht und nach 5 Jahren trägt die Pflanze erst eine Blüte. Die Zwiebel wandert bis zu einem halben Meter tief. Jetzt sieht man nur noch die Samenkapseln.
    Seit 100 Jahren wird hier auf einer Fläche von 850 Quadratkilometer eine außergewöhnlich artenreiche Flora und Fauna geschützt. Hier ist das älteste Naturreservat Zentralasiens. Am Fuß des Tisn- Shan- Gebirges ist er der Lebensraum von 238 Vogelarten, 1400 Pflanzenarten, von denen 27 ausschließlich in dieser Region vorkommen.
    In den Tälern der Aksu Canyons wachsen unter anderem Lilien, Krokusse, Tulpen, Baustein, Pistazien - und Mandelbäume.
    Der Weg in die Schlucht ist anfangs sehr gemäßigt, später recht steil. Der Fluss, den wir erreichen hat eine starke Strömung und hellblaues Wasser wie ein Gletscherfluss.
    Nach kurzem Aufenthalt geht es wieder hinauf. Es windet, regnet und donnert unterwegs. Trockenen Fußes erreichen wir gegen 13 Uhr wieder die obere Kante der Schlucht. Wir haben 500 Höhenmeter bewältigt.
    Dort wartet ein Lunch mit kleinen dumplings, 🍅 und Gurken auf uns.
    Der Nachmittag steht zur freien Verfügung. Auf einem kleinen Spaziergang im Ort treffen wir wieder auf spezielle Schafe. Sie haben am Hintern ein Fettpolster, dass als Delikatesse gilt.
    Wir besuchen auch wieder die 4 Damen aus der Backstube. Sie freuen sich uns wieder zu sehen und wollen sich gerne mit uns fotografieren lassen. Die fertigen 🎂 werden in einen großen Umkreis geliefert.
    Zum Abendessen gibt es Gurkensalat, Hühneraugen, Frikadellen und Dämmerung.
    Übernachtung im Zhenya und Lyuba guesthouse
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  • Yssyk-Kul See bei Tampa

    May 29 in Kyrgyzstan ⋅ ☀️ 16 °C

    Das Frühstück ist phantastisch, das beste der ganzen Reise. Fleisch mit Gemüse, frische 🍓, Eier und Kaffee nach Wunsch und weiteres.
    Der Osh Bazar, der Osh-Markt, ist die beliebteste Sehenswürdigkeit in Bischkek. Der Bazar ist ein originäres und authentisches Phänomen für die Region Zentralasien. Der Bazar ist nicht nur ein Verkaufsort. Es ist ein Ort der Sozialisierung und Organisation der örtlichen Bevölkerung. Heute kommen die Menschen gerne, um zu handeln, zu kommunizieren und die neuesten Nachrichten in der Gesellschaft zu erfahren.
    Ursprünglich war der Osh-Markt ein Grüner Basar – ein Lebensmittelmarkt mit frischem Gemüse, Obst und Kräutern. Das Hauptgebäude mit einem Torbogen am Eingang ist der Hauptlebensmittelmarkt. Beim Betreten des Bogens werden auf der rechten Seite frisches Brot und fertige Fleischspezialitäten verkauft, es gibt auch einen überdachten Fleischpavillon. Linke Reihen mit Süßigkeiten, frischen und getrockneten Früchten, Gemüse, Nüssen und Lebensmitteln. Es werden Mehl, Zucker, Haferflocken und andere Getreide in Ballen verkauft. Weiße runde Bälle, die sauer riechen, sind Kurut – getrockneter saurer Hüttenkäse. Wird verwendet, um ein nationales saures Milchgetränk herzustellen. In der nächsten Reihe werden schwarze kleine Substanzen in Taschen und Flaschen verkauft – Nasvay, ein handgemachtes Tabakprodukt.
    Auf den Rückweg zum Hotel sieht man viele junge Menschen mit Schärpen, sie feiern heute ihren Uniabschluss.
    Gegen Mittag führt uns der Weg 300km weiter Richtung Osten zu einem Salzsee, dem
    Yssuk-Kul, der heiße See.
    Nach dem südamerikanischen Titicacasee ist der im Tianshan-Gebirge liegende See mit 6236 km² Fläche der zweitgrößte Gebirgssee der Erde. Er ist 182 km lang, 60 km breit, bis 668 m tief und liegt 1607 m über dem Meeresspiegel. Auch aufgrund seines Salzgehaltes friert er auch bei -20 Grad nicht zu.
    Wissenschaftler des Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie vermuten auf der Basis von Genom-Analysen, dass um das Jahr 1338 der Erreger des Schwarzen Todes am Yssyk-Köl erstmals auf den Menschen übersprang.
    Auf dem Weg besuchen wir das Unesco Weltkulturerbe Burana. Der Burana Turm ist eines der ältesten Bauwerke dieser Art in Zentralasien. Er liegt in der Nähe der Stadt Tokmok. Der Bau wurde im 10. oder 11. Jahrhundert errichtet. Die ursprüngliche Höhe wird mit mindestens 40 m angenommen, der obere Teil wurde jedoch durch ein starkes Erdbeben abgeworfen und zerstört. Heute ist der Turm 21,7 Meter hoch.
    Auf einem sich anschließenden nestorianischer Friedhof findet man eine Sammlung steinerner Halbfiguren und Köpfe aus verschiedenen Epochen, teilweise über 1000 Jahre alt und aus ganz Kirgisistan zusammengetragen worden.
    Wir erreichen gegen 19:30 unser Hotel, etwas verspätet, da eins unserer Fahrzeuge einen Platten hatten. Die Straße war zu großen Teilen noch eine Baustelle.
    Das Hotel Utes liegt einsam, hoch oben am Ufer des Sees. Beim gemeinsamen Abendessen wird Gurkensalat, Gemüsesuppe und Fleisch mit Kartoffeln und Gemüse serviert, zum Nachtisch ein Kuchen. Es schmeckt alles sehr lecker.
    Auf dem Hotelgelände wird ein Uniabschluss und ein Polterabend gefeiert. Sie übertreffen sich teilweise gegenseitig mit der Lautstärke der Musik. Einige von unserer Gruppe tanzen einfach mit, die andern freuen sich mit uns zu tanzen.
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  • Übernachtung in Jurten

    May 30 in Kyrgyzstan ⋅ ☁️ 19 °C

    Ich laufe 10 Minuten den steilen Gang hinunter zum See. Das Ufer ist sehr flach mit kleinen und meist großen glitschigen Steinen. Er soll ca. 16 Grad warm sein, für den Namen" warmer See " doch recht kühl. Spätestens nach dem Aufstieg ist einem wieder warm.
    Zum Frühstück gibt es flüssigen Griesbrei und 2 Quarkküchlein, dazu Zitronentee, alles sehr 😋.
    Wir fahren weiter am Südufer des Sees nach Osten entlang. Die Straße kann man nur als endlose Baustelle bezeichnen, es staubt und holpert ohne Ende.
    Der 375 Kilometer lange Gebirgsrücken des Terskej Alatoo begrenzt den Yssyk-Kö im Süden, mit dem 5281 Meter hohen Peak Karakol hat er seine höchste Erhebung. Ein
    schönes Tal am gleichnamigen Fluss mit auffälligen roten Sandsteinformation, "gebrochenes Herz und die sieben Stiere" erstrecken sich nach Süden. Der lokalen Sage zufolge sollen diese Stiere einst das Land verwüstet haben und zur Strafe zur Stein geworden sein.
    An den radon-, schwefelwasserstoff-, natrium- und kalzium, chloridhaltigen Quellen wird seit 1910 gekurt. Eine Wand von Vier- und Fünftausendern mit großen Hanggletschern schließt das breite Tal nach Süden ab.
    In dem Tal gibt es mehrere Camps mit Jurten, einige Bewohner aus der Umgebung verbringen hier auch ihr Wochenende. Wir treffen nicht nur auf Gauchos, die ihre Viehherden zusammenhalten, sondern auch auf Reiter, die hier für einige Tage gezeltet haben.
    Wir laufen nach den Mittagessen in das Tal hinein, in der wunderschönen Landschaft haben viele Gäste Müll hinterlassen. Man hat beim Wandern nicht das Gefühl sich in Kirgistan zu befinden, sondern man könnte auch in den Alpen wandern. Erstaunlich ist, dass auf dieser Höhe, 2200m noch ein Wald steht.
    Auf dem Rückweg ist ein Teil der Straße gesperrt und wir versuchen über einen steilen Schotterhang wieder auf eine höher gelegene Straße zu kommen. Ein 🚗 hält spontan und zieht die Begleiterin die letzten 2m auf die Straße. Kurze Zeit später treffen wir auf eine Baustelle, eine chinesische Firma verlegt große Wasserrohre. Wir können einen Blick auf die sehr einfachen Unterkünfte werfen.
    Den Nachmittag lassen wir bei einer Tasse Kaffee ausklingen.
    Jörg hat Geburtstag und wir stoßen auf ihn an, er wird mit einer hier typischen Kopfbedeckung gekrönt.
    Zum Abendessen gibt es Hühnersuppe, Kartoffelbrei, Gemüse und Rindfleischgrschnetzeltes.
    Einige sitzen in gemütlicher Runde noch in der großen Jurte zusammen.
    Übernachtung im Yurt camp
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  • Karakol

    May 31 in Kyrgyzstan ⋅ ☁️ 24 °C

    Die Nacht in den Jurten auf 2200m war kalt. Wir hatten uns schon mit Kleidung und dicken Decken vorbereitet. Am Fluss stehend beginnt der Tag mit Quigongübungen mit Jörg. So starten wir entspannt in den Tag. Zum Frühstück gibt es Spiegeleier mit armen Rittern (Brot). Gegen 8:45 fährt ein Teil der Gruppe zum Viehmarkt in Karakol. Wir brauchen für die 30km mit Baustellen 90 Minuten.
    Der Viehmarkt ist schon in vollem Gange, verkauft werden Sch🐑afe, Kü🦬he und 🐎. Wir treffen wieder auf die Schafe mit den ausladenden Pobacken, die aus Fett bestehen und als Delikatesse gelten. Spektakulär ist wie die Tiere in die Wagen verladen werden. Auf den Transportwagen findet man oft deutsche Aufschriften. Auch ein Hufschmied ist auf den Markt zu finden. Die Pferde werden mit 2 Gurten fast hochgehoben um sie gut zu fixieren. Die Pferde haben vermutlich noch nie ein Hufeisen getragen, sie reagieren häufig sehr nervös.
    Gegen 11 Uhr ist der Markt fast zu Ende.
    Wir geben unser Gepäck im Hotel ab und 🏃‍♀️ in das Zentrum von Karakol. Im Café Giraff essen wir eine Kleinigkeit.
    In der Nähe befindet sich die Kathedrale der heiligen Dreieinigkeit.
    Die Geschichte der Kirche reicht bis zur Gründung von Karakol im Jahr 1869 zurück, als die ersten russischen Siedler an dieser Stelle eine kleine Kirche errichteten. Dieses ursprüngliche Bauwerk stand jedoch nicht lange, da es 1876 durch ein Erdbeben zerstört wurde. Der Bau einer neuen Kirche begann 1895. Die Kirche ist mit fünf Kuppeln gekrönt und ihre Wände bestehen aus Holzstämmen, die wunderschön mit Schnitzereien und verschiedenen Gemälden verziert sind. Das Bauwerk besteht aus der widerstandsfähigen Tian Shan-Fichte.
    Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden in Russland keine Holzkirchen mehr gebaut. Die Region Semiretschje, zu der Karakol bedingt gehört, war jedoch anfällig für Erdbeben, was den Bau von Holzkirchen anstelle von Ziegelkirchen erforderlich machte, die bei Erdbeben einsturzgefährdet waren.
    Rund um die Kirche findet man noch alte Häuser mit Holz verkleidet.
    15 Minuten entfernt befindet sich der große Bazar von Karakol. Die Stände befinden sich in Containern. Häufig finden sich mehrere Stände mit gleichen Produkten in einer Reihe. Die Mode verführt nicht zum Kaufen. Viele Einheimische sind hier unterwegs, es herrscht lebhaftes Markttreiben.
    Nicht weit entfernt steht die Dunganen Moschee. Die Moschee ist ein faszinierendes Bauwerk, das eng mit der über ein Jahrhundert alten Geschichte der großen Dungan-Gemeinde in Karakol verbunden ist. 1877 wurde China von einem Bürgerkrieg zwischen chinesischen Muslimen und Anhängern traditioneller chinesischer Religionen heimgesucht. Die muslimische Bevölkerung wurde schwer verfolgt, was über 300,000 Menschen dazu veranlasste, über das Tian Shan-Gebirge nach Kirgisistan zu fliehen, wo sich viele, darunter eine beträchtliche Zahl in Karakol, niederließen. Diese chinesischen Muslime wurden als Dunganen bekannt, ein Name, der bis heute Bestand hat.
    Karakol ist mit 100 000 Einwohnern die 3. größte Stadt, sie liegt auf 1800m Höhe. Überall besteht ein Reparaturbedarf, Steine fehlen im Bürgersteig, Ränder von Straßen sind kaum befestigt, in großen Löchern stecken Kisten oder Kartons.
    Abendessen im Dastorkon Restaurant. Wir haben verschiedene kirgisische Gerichte, auch Pferdefleisch bestellt. In Turkmenistan würde man kein Pferdefleisch essen. Auch der Wein und Stutenmilch muss getestet werden, dies wird ein einmaliges Erlebnis bleiben. Kosten 12 Euro.
    Übernachtung im Hotel Tagaitay.
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  • Schlucht Alty Arashan

    June 1 in Kyrgyzstan ⋅ ☀️ 25 °C

    Um 8:30 Uhr werden wir von einem KAMAZ, ehemaliges russisches Militärfahrzeug, abgeholt. Ca. 2,5 Stunden rumpelt das Fahrzeug den für normale Fahrzeug unzugängliche Feldweg von 17 km sehr langsam nach oben. Auch Herden von 🐑 und Kühen werden von den Ranchern auf 🐎 und mit Hilfe ihrer Hunde🐕 nach oben getrieben. Viele andere Fahrzeuge, u.a. alte russische, haben das gleiche Ziel oder kommen ins entgegen. Die Fahrt führt meist am Fluss entlang, zeitweise erstreckt sich aber auch neben dem Reifen der Hang steil nach unten. Am Ende der Straße stehen einige Häuser und Jurten, Übernachtungen sind möglich. Von hier aus kann man Wanderungen unternehmen oder sich entspannt in heiße Quellen legen. Unsere Gruppe teilt sich auf, einige laufen wieder ins Tal zurück, andere vertreiben sich die Zeit hier oben und fahren mit den KAMAZ wieder zurück. Gegen 16 Uhr kommen wir wieder am Hotel an.
    Wir nutzen die Sitzmöbel vor dem Hotel in einen Kaffee oder Bier zu trinken.
    An heutigen Tag, dem 1.6. Ist Tag des Kindes. In der Nähe des Hotels findet eine große Veranstaltung mit live Auftritten, Hüpfburgen und vielen Ständen statt. Gestern wurde noch der ganze Tag geprobt. Viele Familien mit Kindern sind unterwegs. Große Bereiche sind abgesperrt, Durchgänge werden von Polizisten, Militär oder Sicherheitspersonal kontrolliert. Die Stimmung ist sehr gut, viele junge Menschen tanzen vor der Bühne. Sie sind chic angezogen.
    Ca. 10 Minuten entfernt finden wir im Restaurant Saimaluu noch einen Tisch. Wir bestellen wieder querbeet kirgisische Gerichte, auch Mutton mit Fett ( von den Fettschafen) ist dabei. Alles ist sehr lecker gewürzt. Wir bezahlen 9,80 Euro pro Person.
    Auf dem Heimweg können wir noch das Feuerwerk von dem großen Feste genießen.
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  • Scharyn Nationalpark

    June 2 in Kazakhstan ⋅ ☁️ 16 °C

    Das Frühstück im Hotel Tagaitay bietet eine große Auswahl an leckeren Gerichten.
    Wir setzen unsere Reise in Richtung Almaty, in Kasachstan, fort. Nach 90 Minuten erreichen wir die Grenze nach Kasachstan. Diesmal ist der Grenzübertritt sehr einfach und schnell. Nach kurzer Zeit erreichen wir einen beeindruckenden Aussichtspunkt auf einen Canyon. Anschließend besuchen wir den Black und den Scharyn Canyon, dem Höhepunkt des Tages.
    Er ist nach dem Scharyn- Fluss benannt, der im Nationalparkgebiet einen tiefen Canyon in das umgebende Gestein gewaschen hat. Dieser wird häufig mit dem Grand Canyon in den USA verglichen. Der Scharyn-Canyon ist etwas kleiner als dieser, aber ähnlich bizarr ausgeformt. Er bietet beeindruckende Sandsteinformationen, die über Millionen von Jahren durch Wind und Wasser geformt wurden. Diese geologischen Prozesse begannen vor etwa 12 Millionen Jahren, als sich die Landschaft durch tektonische Aktivitäten veränderte. Die Hauptgesteinsarten sind Sandsteine, die in verschiedenen Farbtönen schimmern und dem Canyon sein charakteristisches Aussehen verleihen. Die geografische Lage des Charyn-Canyons ist entscheidend für seine Entstehung. Umgeben von den Tian Shan-Bergen, beeinflussten die klimatischen Bedingungen und die Wasserläufe die Erosion der Gesteine. Die Schlucht erstreckt sich über 154 Kilometer und erreicht an manchen Stellen eine Tiefe von bis zu 300 Metern. Man kann einen Teil des Canyons durchwandern, die Strecke beträgt ca. 2,4 km. Der Rückweg ist leicht ansteigend, es besteht auch die Möglichkeit in der Hälfte über einen steilen Wanderweg den Canyon zu verlassen. Ich habe diesen Weg auch mit Flipp Flopps bewältigen können, es ist aber nicht jedem zu empfehlen.
    Anschließend fahren wir noch ca. 2 Stunden nach Saty Village und übernachten im Kolsay Grand hotel. Zum Abendessen erhalten wir Reis mit Hühnchen.
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  • Kolsai Seen

    June 3 in Kazakhstan ⋅ ☁️ 19 °C

    Die Kolsai-Seen, bekannt als die „Perle des nördlichen Tien Shan“, sind eine Reihe von drei atemberaubenden Bergseen, die alle durch den Kolsai-Fluss verbunden sind, der in den Gletschern des Kungei-Alatau-Gebirges entspringt. Eingebettet in eine abgeschiedene Bergschlucht hat jeder See seinen eigenen, einzigartigen Charme.
    Wir laufen bei blauem Himmel den ersten See entlang, der Weg verläuft hügelig und am Hang in höherer Lage. Der erste See liegt auf einer Höhe von 1800m, ist ca. 2 km lang und 80m tief.
    Die Mehrheit des Baumbestandes besteht aus Nadelhölzern. In höher gelegenen Regionen ist die Schrenks Fichte, die zuweilen auch Tien-Shan-Fichte genannt wird und Höhen von bis zu 50 Metern erreicht, weit verbreitet. Die Schrenks Fichte gedeiht in Höhenlagen von 1200 bis 3500 Metern und ist in den Gebirgen Zentralasiens heimisch.
    Sie ist nach dem Naturforscher Alexander von Schrenk benannt.
    Der 2. See liegt auf 2200m Höhe, hinter dem 3. See kann man nach Kirgistan gelangen.
    Einige der Teilnehmer laufen von 1800m die 8km zum Hotel und erreichen es kurz vor einem heftigen Gewitter. Auf dem Weg nach unten komme ich an einer Baustelle vorbei, die Bauarbeiter rufen "How are you? Where are you from? " sie halten dem Daumen nach oben. Die Menschen in Zentralasien nehmen gerne Kontakt auf, manche freuen sich die wenigen Worte in englisch oder deutsch, die sie gelernt haben, in eine Kommunikation einzubringen. Sie freuen sich auch über ein gemeinsames Foto mit ihnen.
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  • Kandysee

    June 4 in Kazakhstan ⋅ ☁️ 19 °C

    In einer Entfernung von etwa elf Kilometern von den Kolsai-Seen befindet sich in einer Höhe von rund 2000 Metern ein weiterer See, der Kaindysee. Er entstand 1911 durch einen von einem Erdbeben ausgelösten großen Erdrutsch. Die herabstürzenden Stein- und Geröllmassen bildeten einen Damm und versperrten einen Wasserabfluss in die Schlucht. Der See wird von Schmelz- und Regenwasser gespeist, ist ca. 400 Meter lang und maximal 30 Meter tief. Die vor dem Erdbeben auf trockenem Boden gewachsenen Bäume starben später ab und nur die kahlen Stämme ragen nun aus dem Wasser. Es handelt sich dabei in erster Linie um die zu den Kieferngewächsen (Pinaceae) zählende Schrenk Fichte.
    Wir werden mit sogenannten UAZ, ca. 60 Jahre alten Fahrzeugen, über eine Schotterpiste in die Berge gefahren. Weitere 30 Minuten braucht man um zum Kandysee zu laufen 🏃‍♀️. Der See mit seinem blaugrünen Wasser sieht sehr malerisch aus.
    Mit unseren Kleinbussen braucht man ca. 3,5 Stunden nach Almaty. Wieder durchqueren wir die flache, endlose Weite des Landes, nur am Horizont sind schneebedeckte Berge zu erkennen.
    Gegen 15:30 erreichen wir das Hotel Otra, ein " Kleinod" aus russischer Zeit.
    Almaty ist mit rund zwei Millionen Einwohnern die größte Stadt Kasachstans. Sie war von 1936 bis 1991 Hauptstadt der kasachischen SSR und bis 1997, nach dem Zerfall der Sowjetunion, die Hauptstadt von Kasachstan.
    Sie ist die Stadt der Äpfel. Früher hieß die Stadt Alma-Ata, was in etwa so viel wie „Der Großvater der Äpfel“ bedeutete.
    Der 1983 fertiggestellte 371,5 Meter hohe Fernsehturm Almaty gehört zu den höchsten Bauwerken der Welt.
    Gegenüber von unserem Hotel liegt der Panfilow Park. Der Name des Parks beruht auf einer angeblichen Begebenheit aus dem Zweiten Weltkrieg. Damals sollen 28 Soldaten der Alma-Ata-Infanterieeinheit Moskau vor den Deutschen verteidigt haben und so zu mindest den Vormarsch der Deutschen stark verzögert haben, so dass die Kämpfer in der Stadt mehr Zeit für Verteidigung bekamen. Die Gruppe erhielt ihren Namen von General Ivan Panfilov, der die 316. Division befehligte. Hier im Park steht ein riesiges schwarzes Denkmal, das die Soldaten aus allen 15 Sowjetrepubliken abbildet und davor brennt eine ewige Flamme zum Gedenken an die Gefallenen des Zweiten Weltkriegs und der Ostfront.
    Inmitten des Parks steht die 1907 errichtete Christi Himmelfahrts Kathedrale.
    Sie ist das größte orthodoxe Gebäude (56 Meter hoch), das vollständig aus Holz gebaut wurde, und das zweitgrößte der Welt. Dank ihrer Architektur überstand sie das Erdbeben von 1911, unbeschadet.
    Wir schienen durch die Fußgängerzone wo man Geschäfte aller Art vorfindet, auch edle Parfümerien oder Marken wie Boss und Rolex.
    Im Restaurant Nowat bestellen wir wieder eine Auswahl kasachischer Gerichte. - Fleisch, Gemüse, Nudeln....Sie sind sehr unterschiedlich gewürzt und schmecken alle ausgezeichnet.
    Das Hotel Kazakhstan ist wahrscheinlich das bekannteste Gebäude Kasachstans, denn mit seiner unverwechselbaren goldenen Krone wurde ein 102 Meter hohes Wahrzeichen geschaffen. Gebaut wurde das Hotel von 1975 bis 1977 und damals war auch nicht geplant, dem Hotel eine goldene Krone aufzusetzen. Die Architekten hatten vielmehr geplant, dass der Zipfel des Hotels einer goldenen Weizenähre ähneln sollte, die die Bedeutung Kasachstans als Kornkammer der Sowjetunion symbolisieren sollte.
    In der Rooftop Bar des Hotel Kasachstan soll man einen ausgezeichneten Blick auf die Stadt haben. Im Bereich des Aufzugs und in der Umgebung werden offensichtlich Bauarbeiten durchgeführt, Kabel hängen herunter, Fliesen fehlen oder sind verklebt. Im 26. Stock angekommen sollen wir pro Person ca. 30 Euro Deposit bezahlen, wir verzichten auf einen Besuch.
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  • Almaty

    June 5 in Kazakhstan ⋅ ☁️ 21 °C

    Wir beginnen den Tag mit Quigongübungen. Nach dem Frühstück laufen wir zu einer Metrostation. Die Metro Almaty ist eines der architektonisch beeindruckendsten U-Bahn-Systeme Zentralasiens: ein Netz, das 1988 als sowjetisches Projekt begann, nach dem Zusammenbruch der UdSSR eingefroren wurde und schließlich am 1. Dezember 2011 eröffnet wurde — nach mehr als 23 Jahren intermittierenden Bauarbeiten. Heute umfasst es 11 Stationen und 13,4 km Streckenlänge, betreibt Züge von 6:20 bis Mitternacht und befördert rund 27 Millionen Fahrgäste jährlich (2024). Eine Einzelfahrt kostet 120 Tenge (ca. 0,25 €). Die Stationen sind spektakulär. Echter kasachischer Marmor, florentinische Mosaike, monumentale Gewölbe, historische Bronzen und riesige LED-Bildschirme koexistieren unter einer Stadt, deren Oberfläche im permanenten Verkehrschaos versinkt. Im Winter erzeugt die Kombination aus Heizanlagen, Temperaturinversionen und dichtem Verkehr Luftverschmutzungsereignisse, die Almaty zu einer der Städte mit der schlechtesten Luftqualität in ganz Eurasien machen. Die Metro Almaty betreibt nur eine einzige Linie, Die vollständige Fahrt von Endpunkt zu Endpunkt dauert etwa 20 Minuten.
    Wir fahren 6 Stationen von 13 ab und fotografieren sie. In Taschkent konnten wir beobachten, dass die jungen Menschen in Zug sofort aufstanden und einen Platz für uns frei machten. Hier erfolgt das Verhalten nur verzögert oder gar nicht.
    In Jel cafe, einem gemütlich und vintage eingerichteten Café machen wir eine Pause.
    Ich schlendere entlang der
    Panfilov-Straße. Sie ist das pulsierende Herz Almatys. In dieser Fußgängerzone kann man durch die zahlreichen Boutiquen, entlang der zahlreichen Straßencafés, Restaurants und Parks bummeln.
    In einem Einkauszentrum reiht sich ein Bekleidungsgeschäft an das Andere. In kaum einem Geschäft befindet sich ein Kunde, das Zentrum wirkt wie eine Geisterstadt.
    Der Abschluss des Stadtbummels bildet der Besuch des Grünen Bazars. Der Grüne Basar ist ein großer Markt mit einer reichen Geschichte, er befindet sich im Zentrum von Almaty. Auf dem Gelände dieses Basars wird seit 1868 gehandelt, auch heute noch findet man eine Vielfalt an Waren.
    Am Abend trifft sich die Gruppe im Restaurant Eldoro in der Nähe unseres Hotels. Leider erfüllt das Restaurant in keiner Hinsicht die Erwartungen, die in den letzten Abenden sehr zufriedenstellend erfüllt worden waren, Kosten 7,80 Euro.
    In Hotel trinken wir, in unserer Kleingruppe, zusammen noch ein 🍺.
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  • Heimreise

    June 6 in Kazakhstan ⋅ ☁️ 23 °C

    Abfahrt vom Hotel gegen 2:45 Uhr, Fahrzeit ca. 20 Minuten.
    Leider kann ich nicht mit dem anderen Teilnehmern zurückfliegen. Angeblich bin ich erst in die nächste Maschine gegen 10 Uhr Teilnehmern worden, in meinem Unterlagen finden sich diese Angaben nicht. 2 Teilnehmer fliegen mit mir nach Istanbul. Es ist wunderschönes Wetter und man sieht gut den Fluss Amudarja mit seinen grünen Ebenen beiseits, das kaspische Meer und Istanbul.
    In Istanbul haben wir nur eine sehr kurze Umsteigezeit, gegen 20 Uhr bin ich zu Hause.
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