• Buchara

    May 22 in Uzbekistan ⋅ ☁️ 27 °C

    Die UNESCO nahm die Stadt 1993 ins Weltkulturerbe der Menschheit auf.
    Wir starten schon früh, gegen 8 Uhr, um den Touristenströmen zu entgehen.
    Nach 20 Minuten erreichen wir das Chor Menor. Diese Miniaturmoschee aus dem Jahre 1807 ist eigentlich das Torhaus einer großen Medrese, von der nichts erhalten blieb als dieses Bauwerk mit den vier dicken Türmchen. Es beherbergt ein winziges Souvenirgeschäft.
    Die Moschee Kaljan wurde im 15./16 Jahrhunderts an der Stelle einer Freitags moschee aus dem 12. Jahrhundert erbaut. Sie ist bis zum heutigen Tag die Hauptmoschee von Buchara, in den enormen Hof mit den schönen Iwanen passen gut und gern Zehntausend Gläubige.
    Das Minarett war wie ein Leuchtturm, denn oben in der sogenannten Laterne wurde nachts ein Feuer angezűndet. Die Hauptfunktion des Minaretts war freilich eine andere - von hier oben ließ der Muezzin seinen Ruf zum Gebet über die ganze Stadt erschallen. Eine dritte Funktion sei hier nur am Rande erwähnt: Delinquenten wurden vom Turm in die Tiefe gestürzt.
    Die Freitagsmoschee Bolo Chauz wurde 1712 erbaut. Dieses Bauwerk am gleichnamigen Wasserbecken war die wichtigste Moschee der Stadt denn wegen der Nähe zur Zitadelle kamen oft Vertreter des Hofes oder Emir zum Beten hierher. Die prächtige Kassettendecke des offenen sogenannten Sommer-lwans wird von 20 hölzernen Säulen getragen.
    In einer Mädresse kann eine gut erhaltene Wohnzelle eines Koranschülers besichtigt werden. In unteren Bereich wurde studiert und oben wurde geschlafen. Ein Fenster gibt es nicht.
    Es gibt hier zahlreiche alte Kuppelbasare (Toq) aus dem 16. Jahrhundert. Sie alle werden von zum Teil hämmernden. schleifenden, stickenden, malenden, töpfernden und webenden Handwerker, sowie fröhlích rufenden und heranwinkenden Händlerinnen genutzt. Durch die Kuppel der Juweliere gelangt man in den Tim, wo Seide verkauft wird, und von hier in die Kuppel der Fellmützen.
    Das einem gepflegten Park ist das älteste bedeutende Bauwerk Zentralasiens! Es wur- de einige Zeit vor Ismai Samanis Tod um Jahre 907 erbaut. Der kompakte würfelförmige Bau ist klein im Vergleich mit allem anderen, was Buchara zu bieten hat, mit einer Seitenlänge von Zehn Metern und seinen lehmfarbenen Wänden fällt er kaum auf, zumal er in einer Vertiefung steht. Man fand das Mausoleum auf einem alten Friedhof und musste es ausgraben, es war zu einem Drittel in den späteren Kulturschichten verborgen. Diese Linie kann man heute noch erkennen. Die Außenwande sind mit Ornamenten aus Backstein verkleidet, die an Holzschnitzerei oder Flechtwerk erinnern.
    In einer Werkstatt können dort hergestellte Puppen mit den Charaktergesichtern an Ort und Stelle ausprobiert und gekauft werden. Früher sah man auch Haustiere sich in einen der zahlreichen Becken baden und sich laben. Wurmkrankheiten wurden über dieses Wasser verbreitet, bzw. waren typisch für Buchara. Aus hygienischen Gründen wurden in den 1930ern die meisten Becken zugeschüttet, gleichzeitig wurden die Sümpfe um Buchara trockengelegt. Die Störche, die auf den Kuppeln und Mauern genistet hatten, verschwanden. Vogel des Glücks nennt man sie hier, nun werden sie durch Storchenskulpturen ersetzt.
    Am Liabi Chauz ist immer etwas los. Komischerweise scheinen viele Gäste der Stadt zu glauben, dass hier der schönste Ort sei. Fast alle kommen zum Liabi Chauz oder werden hierher gekarrt, um am berühmtesten Wasserbecken der Stadt zu sitzen und essen.
    In den sich anschließenden Park steht eine bekannte Bronzefigur. Der berühmte Narr Hodzha Nasreddin sitzt verschmitzt lächelnd auf seinem Esel.
    Wir essen in einem historischen, schön gestalteten Restaurant, Ayvan Restaurant, 15 Euro.
    Auf der Ruckseite der Moschee Kaljan, am südwestlichen Eck der Außenmauer, kann man regelrecht eintauchen ins mittelalterliche Buchara, aber nur, wenn man eine Frau ist. Hier liegen das Bad Hammomi Kunjak aus dem 16. Jahrhundert, in der die Haremsdamen des Emirs gebadet haben bzw. gepflegt wurden. Die gleiche Prozedur aus Einweichen, abgeschrubbt werden, sich auf warmen Fliesenboden entspannen und kräftiger Massage kann man sich noch heute gônnen - nach Voranmeldung, denn es gibt viele Interessentinnen. 40 Dollar. Wir gönnen uns mit einer Gruppe von 5 Frauen die 90 minütige Behandlung und fühlen uns anschließend 20 Jahre jünger.
    Übernachtung im Hotel Atlas.
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