• Shahrisabz, Samarkand

    May 23 in Uzbekistan ⋅ ☁️ 21 °C

    Shahrisabz ist die Geburtsstadt des Herrschers Timur. Sie liegt klimatisch begünstigt an den Ausläufern eines Gebirges. Ab 1380 verwandelte Timur Shahrisabz in eine prachtvolle Festungsstadt. Ein riesiges Fünfeck mit einer Kantenlänge von bis zu 2000 Metern wurde mit einer Mauer umgeben, 11 Meter hoch, alle 50 Meter mit halbrunden Türmen verstärkt. Als Sitz seines Stammes ließ er im Nordosten dieses Fünfecks den Aq Saraj (Oq Saroy), errichten - ein Weißes Schloss der Superlative, mit einem Portal von 50 Metern Höhe und einer Spannweite von 22 Metern. Noch heute ragen die Pylonen dieses Tores 38 Meter hoch auf.
    Die Minarette waren anderthalbmal so hoch wie das Minarett Kaljan in Buchara. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts zerstörten die Schaibaniden die herrliche Anlage. Die Anwohner bedienten sich und verwendeten die Ziegel für ihre Häuser. Schätzungsweise die Hälfte der Altstadt von Shahrisabz wurde aus diesen Ziegeln errichtet. Nur das Portal und die seitlichen Turmpfeiler haben standgehalten, wie ein riesiger Zahn steht die immer noch beeindruckende Ruine einsam auf weiter Flur. Die Höhe beeindruckt auch heute noch, wenn man durchläuft. Wie hat man dies im 14. Jahrhundert gebaut? Auch die Bauzeiten sind unvorstellbar kurz gewesen.
    Um die ca. 80 Kilometer nach Samarkand auf dem kürzesten Wege zu bewältigen, muss man über den Tachta-Karatscha-Pass fahren. Im April blühen an den Hängen wilde Tulpen und lris. Für Busse ist der Pass trotz der inzwischen guten Asphaltstraße gesperrt, sie müssen den weiten Weg über Arabband nehmen.
    Mit 2500 Jahren gehört Samarkand zu den ältesten, kontinuierlich besiedelten Städten der Welt. In Laufe der jahrhunderte wurde die Stadt erobert, zerstört und wieder - unter anderem von Alexander dem Großen, später von den Mongolen unter Dschingis Khan.
    Timur machte Samarkand 1369 zu seiner Hauptstadt. Samarkand profitierte am meisten von den Beutezügen des Herrschers und von den Tributzahlungen der Unterworfenen. Die Stadt erlebte eine nie gekannte Blüte unter Timur und seinen Nachfahren - den Timuriden, allesamt Nachfahren des zweiten Sohnes Dzhinghis Khans,
    Die usbekische Regierung lässt Samarkand zielgerichtet als internationale Konferenz-Metropole ausbauen. Eine idealisierte morgenländische Stadt wurde komplett neu gebaut, sie dient als Kulisse. Dieses an Disneyland erinnernde Projekt heißt: Die ewige Stadt.
    Gegen 17: 30 kommen wir in Hotel Zarina in der Nähe des Zentrums an.
    Wir starten gleich und schauen uns die alten Mausoleen Rukhobod und Gur Emir an.
    Als Timur 1403 das Mausoleum für seinen Enkel Muhammad-Sultan anlegen ließ, den er eigentlich als seinen Nachfolger auserkoren hatte, der dann aber mit 27 Jahren starb, ahnte er sicher nicht, dass er bald danebenliegen würde. Doch der Herrscher starb an der Foigen eines Gelages am Beginn seines geplanten China Feldzuges und wurde schon 1405 hier beigesetzt.
    Wir essen im Shokrukh Nur, einem typischen Restaurants, auch für Einheimische. Es gibt typisches usbekisches Essen zu adäquaten Preisen. Wir essen dumplings, und verschiedene Spieße vom Holzofengrill, alles sehr lecker gewürzt, Kosten 8,20 Euro, inklusive einem 🍺.
    Der Registan Samarkand ist das symbolische Herz der alten Seidenstraßenmetropole Samarkand im heutigen Usbekistan. Die Deutsche UNESCO-Kommission bezeichnet Samarkand als „Schnittpunkt der Weltkulturen“, und der Registan bildet das eindrucksvolle Zentrum dieses Welterbes. Drei gewaltige Lehranstalten des Islam, die Medresen Ulugbek, Sher-Dor und Tilla-Kari, rahmen einen rechteckigen Platz ein, der über Jahrhunderte als Markt, Gerichtsplatz und Repräsentationsbühne diente.
    Die Ursprünge des Registan reichen bis in die Zeit der Timuriden im 14. und 15. Jahrhundert zurück. Timur (in Europa oft als Tamerlan bekannt) machte Samarkand zu seiner Hauptstadt und ließ in der Stadt monumentale Bauten errichten.
    Die Ulugbek-Medrese auf der Westseite des Platzes wurde in den 1410er bis 1420er Jahren errichtet und um 1420 vollendet. Ulugbek, selbst ein bedeutender Astronom und Gelehrter, ließ hier eine der renommiertesten Hochschulen der islamischen Welt betreiben.
    Im 17. Jahrhundert erlebte der Registan eine neue Blüte, als zwei weitere Medresen, Studienorte, hinzukamen.
    Schon in jungen Jahren bewies Timur sein Engagement für die Traditionen der Steppennomaden; er war ein guter Reiter und ein ausgezeichneter Bogenschütze. In einer Schlacht wurde Timur von Pfeilen getroffen und am rechten Arm und rechten Bein verletzt. Dies führte zu einer Lähmung für den Rest seines Lebens. Seine Feinde nannten ihn deshalb Temur-i-leng, was auf Persisch „Timur der Lahme“ bedeutet. Im Westen ist er deshalb auch als Tamerlan bekannt. Sein Wahlspruch lautete" hat du Zweifel bezüglich meiner Macht, schau dir meine Werke an".
    Innerhalb von 35 Jahren formte er ein Reich, welches ursprünglich „Reich von Timur“ und später „Reich der Timuriden“ genannt wurde. Aufgrund der Nähe zu Shahrisabz und der strategisch günstigen Lage machte Timur Samarkand zu seiner Hauptstadt. Obwohl er selten anwesend war, beschloss er, die Stadt mit einzigartigen Architekturdenkmälern zu schmücken. Er liess nicht nur die Kriegsbeute nach Samarkand bringen, sondern auch Architekten und Handwerker aus verschiedenen Ländern. Fortan wurden auch andere Städte seines Reiches mit architektonischen Meisterwerken geschmückt.
    Zum Zeitpunkt seines Todes umfasste das Gebiet seines Reiches neben Zentralasien auch Afghanistan, Pakistan, einen Teil Indiens, den Iran, den Irak, den gesamten Kaukasus (Armenien, Georgien, Aserbaidschan), Syrien sowie einen Teil der Türkei. Timur starb in Otrar (Kasachstan), als er auf dem Weg war, Teile von China zu erobern. Er wurde in Samarkand im Gur-Emir-Mausoleum beigesetzt.
    Die Menschen in Usbekistan sind sehr freundlich, sie winken uns, möchten ein Foto machen, ein Teilnehmer unserer Gruppe wurde auch zum Essen eingeladen. Immer wieder werden wir freundlich angesprochen.
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