Samarkand
May 24 in Uzbekistan ⋅ 🌙 15 °C
Gemütliches frühstücken und Start gegen 8:30 vom Hotel aus. Ca. 5 Minuten von uns entfernt ist der Registan. Wir besuchen das Innere der 3 Mädressen. Bis vor 100 Jahren waren die Gebäude durch den jahrhunderte langen Verfall sehr in Mitleidenschaft gezogen worden. Nach und nach wurden die Fassaden wie früher mit aufwändigen Fliesenmosaiken versehen, so dass sie heute in diesem Glanz erstrahlen. Auch die Innenräume wurden farbig und facettenreich rekonstruiert. Der ganze Platz beeindruckt in seiner Größe und der Dimension der Gebäude. Unvollstellbar ist, dass eine Mädresse in ca. 3 Jahren erbaut wurde. Wie haben sie das früher wohl gemacht🤔🤔
Wir laufen durch die Gassen Richtung Norden, wo nicht viele Touristen unterwegs sind. Eine Gruppe von Frauen begegnet uns, die den Basar ansteuern. Heute am Sonntag, ist eindeutig wieder Frauentag. Viele Frauen in Gruppen sind wieder unterwegs.
Zunächst besuchen wir die Moschee Bibi Chanym. Diese Moschee war die Hauptmoschee zu Timurs Zeiten. Timur hatte sie zu Ehren seiner Schwiegermutter errichten lassen, sicher auch im Bewusstsein dessen, dass nicht nur seine Willenskraft, seine taktische Schläue und strategische Beharrlichkeit, sondern vor allem die Heirat mit einer Frau aus dem Clan der Dschingisiden ihm den Aufstieg ermöglicht. In einer Bauzeit von knapp 5 Jahren bis zur Grundsteinlegung 1399 wurde ein Bauwerk geschaffen, das alles Dargewesene in den Schatten stellte. Bibi Chanym, fertiggestellt kurz vor Timurs Tod, galt lange als die größte und schönste Moschee des Orients. Allerdings konnte man sich nicht lange an ihrer Pracht erfreuen, denn diverse gigantomanische Veränderungen des Anfangsbauplans führten dazu, dass die Größe und Schwere des Bauwerks die damaligen technischen Möglichkeiten überschritten, nach der Fertigstellung begann die Moschee einzustürzen. Der Baumeister musste es nicht mit ansehen, er war im gleichen Jahr an einer Überdosis Alkohol gestorben, Eine Legende, die gern erzählt wird, berichtet von einem Kuss, den einer der indischen Baumeister der betörend schönen Gattin Temurs gestohlen habe. Timur habe das bemerkt und den Baumeister entlassen, weswegen das Bauwerk nicht fertiggestellt wurde.
Neben der Moschee 🕌, wartet der Bazar Siyot auf die Reisenden, der bei weitem nicht so vielfältig und prăchtig wie andere mor- genländische Märkte, aber eine kleine Erinnerung an die Karawanen der großen Seidenstraße ist. Obst, Gemüse, Brot, Trockenfrüchte und Nüsse, sowie Gewürze, typische Kleidung und Tücher mit Ithak Muster finden ihren Weg in die Rucksäcke der Reisenden und nach Europa.
Für viele Besucher von Samarkand steht ganz oben auf der personlichen Hitliste eine Totenstadt: Schah-i Zinda. Es handelt sích um eine dicht gedrăngte Ansammlung märchenhaft schöner Mausoleen aus dem 12. bis 15.Jahrhundert am Südrand des Hügels von Afrosiyob, dem Bereich der ursprünglichen alten Stadt. Diese Pracht kann man nur dann annähernd verstehen, wenn man sich dem Thema Tod aus einer Glaubensrichtung zu nãhern versucht, die nicht viel mit dem klassischen Islam zu tun hat. Für die gewaltsam islamisierten Völker Zentralasiens haben nach wie vor ihre Ahnen eine Bedeutung, die der Rolle von Allah mindestens gleichzusetzen ist. In dieser Totenstadt versuchte man beides zu ver- binden. Die zahlreichen Sprüche auf den Mausoleen drücken den Schmerz über den Tod aus, aber auch die Hoffnung, dass man sich ein ewiges Leben erwerben kann, wenn man in seiner aktiven islamischen Glaubensausübung aus dem Leben gerissen wurde. Tod und Verderben, Kriege und Krankheiten waren allgegenwärtig im Mittelalter, es wurde mitten im Leben gestorben. Auch die Herrscherhäuser waren davon nicht verschont. Bestattet sind hier keine armen Leute, sondern vornehmlich Angehörige von Dynastien und Personen, die den Herrschenden nahe waren: Amir Burunduk, Amir Zadeh, die Amme von Amir Timur, eine Nichte und eine Schwägerin des Amirs, seine jüngere Schwester Schirin Bek Aga, die wohl das schönste Mausoleum in Schah-i Zinda bekam.
Von der Totenstadt versuchen wir ein Taxi nach Konigil, einem kleinen, ca. 8km entfernten Dorf, wo Handwerksberufe dargestellt werden, zu bekommen. Wir zahlen ca. 3,3 Euro, verhandeln lässt sich der Preis nicht.
Bekannt wurde diese Gegend durch die Herstellung von Seidenpapier.
Seitdem im 8. Jahrhundert chinesische Kriegsgefangene der verlorenen Schlacht am Talas die Geheimnisse des Handwerks preisgeben mussten, um ihr Leben zu retten, war Samarkand (Afrosiyob) dafür berühmt, das beste Papier im mítteren Osten herzustellen. Dutzende Papiermühlen am Fluss Siyob hatte es bis in die timuridische Zeit gegeben, die Seidenpapierherstellung war einer der wichtigsten Wirtschaftszweige von Samarkand. In den Wirren der Auflösung des Timuriden-Reiches zog das Handwerk um ins Fergana-Becken, 1930 wurde die Seidenpapierzeit von den Sowjets beendet. Seit zwei Jahrzehnten gibt es am Siyob wieder eine Papiermühle. Zehn Jahre haben die Brüder Muchtorov gebraucht, um die technologischen Ablaufe zu rekonstruieren und wieder das echte, gelbliche Samarkander Seidenpapier herstellen zu können. Dank ihrer Arbeit kann heute auch die Miniaturmalerei wieder auf Seidenpapier erfolgen, und alte Gemälde können originalgetreu restauriert werden.
In der Anlage treffen wir auf ein Hochzeitspaar, das Fotos im Rahmen einer Tee Zeremonie aufnimmt.
In einer Demoanlage zur Bestellung eines ayurvedischen Öls wird Sesam, Flachs, Baumwolle und Kerne einer Honigmelone gemischt und ausgepresst. Es kommt ein aromatische Öl heraus, leider wird es nicht verkauft.
Wir lassen uns von einem der Händler ein Taxi besorgen, diesmal zahlen wir 1,5 Euro. Unterwegs tanken wir Gas an einer Tankstelle. Fast alle Fahrzeuge können hier mit Gas fahren. Wir müssen kurz vor der Zapfsäule aussteigen, zwischen den Zapfsäulen befinden sich Mauern wegen der Explosionsgefahr. Gas und ⛽️ sind wieder extrem preiswert.
Nach einem kurzen Stopp im Hotel laufen wir zu dem Restaurant vom Vorabend. Wir essen wieder sehr 😋 Dumplings und Fleischspieße.
Übernachtung im Hotel Zarina.Read more




























