• Taschkent

    May 25 in Uzbekistan ⋅ ☀️ 27 °C

    Wir fahren wieder über weite Ebenen, ca 5 Stunden, nach Taschkent.
    Taschkent mit drei Millionen Einwohnern bevölkerungsreichste Stadt Zentralasiens, liegt in einer Oase des kurzen, aber wasserreichen Flusses Tschirtschik (Chirchik) in den westlichen Ausläufern des Tienschan. Die Stadt ist über 2200 Jahre alt, und es gab Zeiten, da hat man mit Ehrfurcht vom reichen und mächtigen Schasch (Tschatsch) gesprochen. Mit seiner idealen Lage am Südrand der großen Steppen war es prädestiniert als Handelsstadt; hier fand der Austausch zwischen den Nomadenvölkern des Nordens und den Sesshaften der südlichen Oasen statt später dann auch zwischen Russland und den zentralasiatischen Khanaten. Als reiche Stadt an der Grenze zweier Zivilisationen war sie aber auch oft das Streitobjekt rivalisierender Herrscher.
    Dass Taschkent trotz dieser Bedeutung immer hinter Samarkand und Buchara zurückstand und auch heute eher Transitstation als Ziel der Reisenden ist, hat sowohl historische Ursachen als auch einen wesentlichen seismischen Grund: Die Stadt wurde 1966 von einem gewaltigen Erdbeben zerstört. Im Unterschied zu Aschgabat, wo bei einem Erdbeben 1948 fast die gesamte Bevölkerung umkam, hatte Taschkent Glück im Unglück. Das Beben, bestehend aus mehr als 1000 Erdstößen, zerbröselte zwar förmlich die orientalische Altstadt, forderte aber kaum Menschenleben. 75 000 Familien wurden obdachlos. Das Beben von Aschgabat hatte man verschwiegen, jenes von Taschkent wurde sofort publik gemacht und löste eine Welle von Hife aus.
    Tausende Bauarbeiter Sowjetunion kamen her und zogen in Rekordzeit neue Wohnblöcke im Zentrum und in neuen Satellitenstädten ringsum die Hauptstadt hoch. Taschkent kann mit Fug und Recht als respektables Museum sowjetischer Plattenbau-Architektur gelten.
    Wir steigen in einen hop on hop off 🚌 ein und fahren im rush hour ca. 2,5 Stunden durch die Stadt.
    Der Fernsehturm im Norden der Stadt unweit vom Aquapark ist nicht zu übersehen mit seinen 375 Metern Höhe. Er ist der höchste Fernsehturm Zentralasiens und der zwölfthochste der Welt. Fertiggestellt wurde er 1985.
    Amur Temur Platz steigen wir wieder aus und versuchen im nahe gelegenen Park mit Streetfood Buden etwas zu essen zu finden. Im Restaurant Ugolok, mit sozialistischen Charme wird uns eine Auswahl an Speisen angeboten, spezialisiert ist das Restaurant auf gebratene Hühnchen. Es schmeckt alles sehr 😋, Kosten 15 Euro.
    Es lassen sich entferntere Orte gut mit der Metro erreichen, es gibt drei einander kreuzende Linien, deren Stationen zweckmaßig über die Stadt verteilt sind. Die zentelen Stationen sind in ihrer thematisch künstlerischen Gestaltung sehenswert. Wir fahren einige Stationen an Kosten 0,12 Euro.
    Beim Ein- iund Aussteigen wird massiv gedrängelt. Hat man es aber in die Bahn geschafft, wird uns sofort ein Platz angeboten.
    Durch abgelegene Gassen laufen wir ca. 30 Minuten zurück zum Hotel Sato.
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