• Gibraltar, Cadiz

    September 20 in Spain ⋅ 🌬 30 °C

    Heute morgen ist es schwierig ins Meer zu gehen, die Wellen sind zu hoch. Ich finde eine durch Felsen geschützte Stelle.
    Ich fahre an der Küste entlang Richtung Torremolinos. Die Touristenorte gehen ineinander über und sind kaum voneinander zu unterscheiden. Gegen Mittag erreiche ich die britische Enklave Gibraltar. Sie hat eine Fläche von 6,8 km² und kann grundsätzlich in zwei Bereiche aufgeteilt werden: Die Stadt Gibraltar (westlich des Felsens) und den Felsen von Gibraltar. Gibraltar ist Luftlinie nur ca. 20 Kilometer von Afrika entfernt. Bei gutem Wetter sieht man bis zum anderen Kontinent. Der Felsen von Gibraltar ist 426 Meter hoch und nimmt flächentechnisch den größten Teil der britischen Kolonie ein. Das Wahrzeichen von Gibraltar wird von zahlreichen Berberaffen bewohnt, weshalb der Beiname “Affenfelsen” entstand. Eine schmale Straßen, die teilweise nur einspurig befahrbar ist, führt durch einen Tunnel zur südlichsten Spitze von Gibraltar, dem Europa point. Den Weg dorthin weist das schlanke Minarett der Ibrahim-al-Ibrahim-Moschee, ein „Geschenk“ des ehemaligen Königs von Saudi-Arabien, Fahd.
    Ich nutze die niedrigen Dieselpreise und mache mein Tank wieder voll £ 1,43 pro Liter. Ca. 50 km Richtung Westen liegt der südlichste Ort von Spanien, Tarifa. Umgeben ist die Altstadt von einer Stadtmauer. Innerhalb von knapp 2 Stunden ist man komplett durch alle Gassen gelaufen. Tarifa hat einen der längsten und schönsten Strände. Die Stadt gilt auch als Windhauptstadt in Südeuropa. Selbst in der Nebensaison kann man hunderte Kites am Himmel beobachten. Durch die Länge der Bucht verteilt sich die Menge aber über viele Kilometer. Mehr als 50 Kite-Schulen gibt es vor Ort.
    Von hieraus fahre ich jetzt Richtung Norden, die Atlantikküste entlang. Nach 20 Minuten erreiche ich Bolonia Claudia. Sie ist die am vollständigsten erhaltene römische Ruinenstadt auf der iberischen Halbinsel und wurde benannt nach dem römischen Kaiser Claudius (41- 45 n.Chr.). Sie war zu der Zeit der wichtigste Mittelmeerhafen in der Region. Ende des 2. Jahrhunderts wurde Baelo Claudia von einem Erdbeben erschüttert. Der sich anschließende wirtschaftliche Niedergang führte zur Aufgabe der Stadt im 6. Jh.
    Die ehemalige römische Stadt liegt heute direkt an einem Strand mit einem Sand so fein wie Puderzucker. Mit über 30 Metern hoch in den Himmel überragt eine Düne auf spektakuläre Art das weitläufige Dünensystem, zu dem sie gehört. Mit einer Breite von über 200 m bewegt sie sich langsam im Rhythmus der Winde vorwärts, die von der Straße von Gibraltar her wehen. Heute weht der Wind sehr stark, ca. 7-8 .
    Ca. 90 Minuten später erreiche ich Cadiz. Die Stadt des Lichts am blauen Meer, zählt zu den interessanten Hafenstädten an der spanischen Atlantikküste. Der weltweite Handel brachte Reichtum in die Stadt. Cádiz gilt als die älteste Stadt auf europäischem Boden. Das Cádiz der Neuzeit liegt auf einer Landzunge, an deren nordwestlichen Spitze die historische Altstadt liegt. Das alte Zentrum wird fast vollständig von Stadtmauern umgeben, dazwischen befindet sich das Gewirr von Gassen und Plätzen.
    Ich besuche noch den Turm Tavira. Er ist die höchste Stelle der Altstadt. Von der 45 m über dem Meeresspiegel liegenden Turmspitze, erbaut im Jahre 1778, wurde der Hafen und die Schiffsbewegungen überwacht. Weitere Wachtürme lagen in Sichtweite. Die Bewegungen der Schiffe auf dem Meer wurden mit der Hilfe von Signalflaggen zwischen den Türmen übermittelt. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist die oben installierte Camera obscura, mit einer 360 Grad Rundumsicht auf die Stadt und die Bucht von Cádiz.
    In der Altstadt treffe ich auf eine Gruppe junger Menschen die ein Gestell nach einer Musik tragen, vermutlich üben sie für eine Prozession.
    Ich schlendere durch die Gassen der Altstadt auf der Suche nach einer Taperia. In der Bar Laudril werde ich fündig, an der Bar ist neben einem Australier noch ein Platz frei. Er reist in 6 Wochen durch Europa und ist schon eine Woche in Cadiz. Ich esse 3 Tapas und trinke ein Glas Weißwein für 16 Euro. Es ist angenehm warm, so dass man ärmellos noch draußen sitzen kann.
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