• Sevilla, Matalascanas

    September 22 in Spain ⋅ ☀️ 31 °C

    Heute morgen empfinde ich das Wasser kälter als im Mittelmeer.
    Ich frühstücke wieder in meiner Bar neben dem Camper, knuspriges flaches Brötchen und einen Kaffee für 5 Euro.
    Ca. 20 Minuten entfernt ist die Destillerie Osborne. Sie wurde 1772 gegründet. Mit den berühmten Marken „Veterano“ und „103“ macht sich Osborne später weltweit einen Namen. 1956 wird der Stier zum Markenzeichen. Salvador Dalí, einer der bekanntesten Künstler des 20. Jahrhunderts kann als Werbeträger für die Marke Veterano gewonnen werden. Für 26 Euro kann man eine Besichtigung machen und 5 Sherrys versuchen. Da ich noch weiterfahren möchte, verzichte ich darauf.
    Ca. 80 Minuten später erreiche ich Sevilla. Es ist wieder ein großes Problem einen Parkplatz zu finden. Im einem Wohngebiet werde ich fündig. Wenige Meter entfernt befinde ich mich schon inmitten der zahlreichen Keramikläden. Auf der anderen Seite des Flusses Guadalquivir befindet sich die Altstadt. Mein erster Weg führt zur Kathedrale. Laut den Ticketportalen gibt es keine Eintrittskarten mehr. An der Kasse bekomme ich noch ein Ticket und sogar zum Seniorentarif, mehr als die Hälfte billiger, 7 Euro. Die Kathedrale von Sevilla ist die drittgrößte christliche Kirche der Welt — nach dem Petersdom in Rom und der Paulskathedrale in London — und das größte gotische Bauwerk nach Volumen. Das Hauptschiff ist 135 m lang, 82 m breit, und die Gewölbedecke erreicht an ihrem Scheitelpunkt 56 m Höhe. Das entspricht ungefähr der Höhe eines 15-stöckigen Gebäudes. Man kann sich nicht vorstellen, dass man sich in einer Kirche verlaufen kann, hier ist es möglich. Die Kirche hat soviele Seitenaltäre und Räume, die nacheinander angeordnet sind. Auch ist es nicht möglich die Größe des Gebäudes in einem Blick zu erfassen, auch der Hauptraum ist mehrfach unterteilt.
    Der Hochaltar ist der größte der Welt: 13,6 m breit, 28 m hoch, mit 45 Szenen aus dem Leben Christi und der Jungfrau in geschnitztem polychromem Holz. Er wurde 1481 in Auftrag gegeben und 1564 fertiggestellt — 83 Jahre Arbeit von mehreren Künstlern. Die Vergoldung verwendet schätzungsweise 2,5 kg Blattgold.
    Das Grab des Christoph Kolumbus im südlichen Querschiff wird von vier gekrönten Bronzefiguren getragen.
    Der Aufstieg zum Turm, Giralda, erfolgt über 35 Rampen — keine Treppen — es sollte so möglich sein mit Pferden zur Spitze des Turms zu reiten. Nur am Ende befinden sich 20 Stufen. Der Ausblick von der Spitze (70 m) ermöglicht den Ausblick über die Altstadt.
    Ich schlendere durch das ehemals jüdische Viertel Santa Cruz. Es ist der verwinkeltste Teil der Altstadt von Sevilla und eine Sehenswürdigkeit für sich. Durch die bunten Gassen kommst man von einer kleinen Plaza zur nächsten.
    Nicht weit davon entfernt ist der Metropol Parasol. Der Erbauer ließ sich bei der Kreierung dieses Wahrzeichens von den Säulen der Kathedrale von Sevilla inspirieren und arbeitete zugleich den Anblick der Birkenfeigenbäume des nahe gelegenen Plaza del Cristo de Burgos ein. Das Resultat dieser außergewöhnlichen Symbiose ist ein Prachtbau aus organischen Strukturen, der als größte Holzkonstruktion weltweit gilt.
    Sonnenschirme in Form von Pilzen.
    Äußerlich ähnelt die Konstruktion einem Gebilde aus sechs Sonnenschirmen, die in ihrer Form zugleich an Pilze erinnern. Teilweise sind einzelne Teile des Metropol Parasol zu einem Sonnenschutz miteinander verbunden. Maße, wie die Höhe von 26 Metern, die Länge von 150 Metern sowie die Breite 70 Metern beeindrucken die Besucher.
    Für 18 Uhr habe ich eine Flamencovorführung gebucht. Man hat mir einen Platz direkt an der Bühne reserviert. Die 3 Künstler sind phantastisch.
    Um der Großstadt zu entfliehen fahre ich weiter Richtung Norden und finde in Matalascanas wieder einen ruhigen Platz mit Blick aufs Meer.
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