• Faro, Albufeira, Lagos

    September 24 in Portugal ⋅ ☀️ 24 °C

    Ich habe den Strand für mich allein, nur ein paar Wellenreiter sind schon im Wasser.
    Mit Blick über die Lagune genieße ich die morgendliche Stimmung. Es herrscht noch Ruhe auf der Insel.
    In Faro angekommen suche ich das Stadttor Arco da Vila auf. Das Bauwerk wurde an der Stelle eines mittelalterlichen Stadttors, das beim Erdbeben von 1755 zerstört wurde, im Stil des Neoklassizismus errichtet und 1812 eingeweiht. Über dem Portal steht eine Marmorstatue von Thomas von Aquin, dem Schutzheiligen der Stadt. Ist man durch das Tor getreten, beginnt die Altstadt mit ihren weiß getünchten Häuser. Nicht weit entfernt befindet sich die Kathedrale. Sie wurde im 13. Jahrhundert nach dem Ende der Reconquista an der Stelle einer Moschee errichtet. Die Kirche trug schwere Schäden von zwei Erdbeben in den Jahren 1722 und 1755 davon. Aufgrund wiederholter Wiederaufbauarbeiten ergibt sich ein Mix verschiedener Baustile. Elemente der Gotik, des Barock und Manierismus sind zu erkennen.
    Auf meinem Stadtrundgang komme ich auch an der Igreja do Carmo vorbei. Die imposante Kirche im nördlichen Teil der Altstadt wurde zwischen 1719 und 1807 im Barockstil erbaut.
    Von außen besticht die Kirche mit ihrer barocken Fassade sowie den beiden Glockentürmen. Im Innenraum beeindrucken der mit vergoldeten Schnitzereien verzierte Hauptaltar und die reich dekorierten Nebenkapellen.
    Im kleinen Klostergarten der Kirche befindet sich die berühmte Knochenkapelle Capela dos Ossos, die von über 1000 Mönchen des Karmeliterordens gebaut und im Jahr 1816 eingeweiht wurde.Die rund 1.245 Schädel verstorbener Mönche sowie die Inschrift über dem Eingang soll an die menschliche Vergänglichkeit erinnern.
    Faro erscheint etwas vernachlässigt und wirkt daher nicht als Touristenmagnet.
    Auf dem Weg liegt Loulé. Man spürt sofort den Kontrast zwischen dem ursprünglichen Portugal und der touristisch geprägten Algarve-Küste. Hier dominiert kein Massentourismus, sondern das authentische Leben: kleine Handwerksläden, enge Gassen mit Kopfsteinpflaster und alte Herrenhäuser mit bunten Fliesenfassaden.
    Ich erreiche Albufeira. Von dem kleinen Ort, den ich vor 40 Jahren kennengelernt habe, ist nichts mehr wieder zu erkennen. Menschenmassen drängen sich durch die typischen Gassen eines beliebten Ferienortes.
    Über Carvoeira erreiche ich am Nachmittag Lagos. Die Altstadt von Lagos ist von Stadtmauern aus dem 16. Jahrhundert umgeben. Beim Spaziergang durch die Gassen entdecken Besucher weiße Häuser, Kopfsteinpflaster und Plätze mit Cafés und Restaurants. Die Altstadt kombiniert verschiedene architektonische Einflüsse und zeigt Spuren der maurischen und portugiesischen Geschichte. Zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten zählt der Mercado de Escravos. Dieses Gebäude gilt als einer der ersten Orte in Europa, an dem versklavte Menschen aus Afrika verkauft wurden. Die Gassen erscheinen nicht so überfüllt von Touristen zu sein, wie andere Orte. Sie wirken sehr entspannt.
    Ich esse im caso do prego, einer Tapasbar, marinierten Thunfisch, angebraten, mit einer phantastischen Käutersauce. Als Nachtisch karamelisierte Kondensmilch mit Bananen und Sahne. Alles sehr 😋.
    Als Strand zum Übernachten hatte ich mir den ponta ruiva beach an der Westküste ausgesucht. Die Straße dorthin wird immer ruppiger, die ist mit vielen Schlaglöchern versehen. Auf den letzten Metern, einen steilen Hang hinauf mit sehr tiefen Querrillen, muss ich kapitulieren. Ich übernachte an einem schönen Strand in Lagos mit Blick auf die Steilküste.
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