Bilbao, Burgos
September 29 in Spain ⋅ ☁️ 24 °C
Morgens fahre ich in Gijon am La Labral vorbei, das mit 270.000 m² größte Gebäude Spaniens. Nach Jahrzehnten des Verfalls wurde das Gebäude restauriert und in eine Stadt der Kultur verwandelt, mit Hochschulen, Kunstzentren und Forschungseinrichtungen.
Besonders beeindruckend sind die größte elliptische Kirche der Welt, ein Theater in den Dimensionen des Parthenon und ein 130 Meter hoher Turm mit einem fantastischen Aussichtspunkt.
Meine erste Station sind die Bufones de Praia. Sie sind ein natürliches Phänomen, das durch die Wirkung der Erosion des Meeres und des Regens auf den Kalksteinfelsen verursacht wird und zu Rissen und Schornsteinen führt, die das Meer mit dem Land verbinden. Der Schlag der ruhigen Wellen gegen die Steilküste führt dazu, dass die komprimierte Luft in den Galerien ausgestoßen wird. An Tagen mit starkem Wellengang entweichen jedoch Luft und Wasser unter hohem Druck mit Wasserstrahlen, die große Höhen bis zu 40m erreichen, nach außen. Heute hört man nur Töne, die entstehen, wenn die Wellen in die Felsen dringen.
In Llanes gibt es ein interessantes Kunstprojekt. In Rahmen von Erweiterungsarbeiten des Hafens, die Ende des 20. Jahrhunderts durchgeführt wurden, entwarf und realisierte ein Künstler eines seiner bekanntesten Werke mit dem Titel „Los Cubos de la Memoria“(Die Würfel der Erinnerung). Der Künstler bemalte Würfel – teils figurativ, teils abstrakt – sowohl an der Süd- als auch an der Nordseite der Mole, und heute sind mehr als 200 Betonblöcke verziert, wodurch der Hafen von Llanes zu einem großen Freilichtmuseum der Erinnerung geworden ist.
El Capricho ist eines der wenigen Bauwerke, die Antoni Gaudí außerhalb Barcelonas entworfen hat. In dem kleinen Küstenort Comillas erhebt sich das bunte Gebäude auf einem kleinen Hügel inmitten einer Grünanlage. Ein aus Comillas stammender Geschäftsmann hatte im 19. Jahrhundert seine Heimat verlassen, um in den neuen Kolonien sein Glück zu versuchen. Es gelang ihm als erfolgreicher Investor und Unternehmer nicht nur mit einer eigenen Schifffahrts- und Eisenbahngesellschaft, sondern auch mit Sklavenhandel, ein beträchtliches Vermögen zu machen und mit Taschen voller Geld in die Heimat zurück zu kehren. Er investierte das Geld u.a. in prachtvolle Prunkbauten, wie sie in Barcelona in Mode waren, für die Entwürfe wurde Gaudi engagiert. Dank dieser Investitionen in moderne Architektur entwickelte sich das Dörfchen Comillas bald zu einem beliebten Badeort der wohlhabenden Gesellschaftsschicht. Auch der spanische König hielt sich oft und gerne hier auf.
In Bilbao besuche ich die weltberühmte Brücke puente colgante. Die Biscaya-Brücke, ist eine einzigartige Konstruktion in Spanien. Ursprünglich als Hängende Brücke bezeichnet, handelt es sich bei der Biscaya-Brücke tatsächlich um eine Schwebefähre. Sie wurde bereits im Jahr 1893 eingeweiht und ist somit die älteste Schwebefähre der Welt. Diese Brücke verbindet die Orte Portugalete und Getxo im spanischen Baskenland und ermöglicht einen freien Schifffahrtsverkehr auf dem Fluss. Sie besteht aus zwei 45 Meter hohen Stahlfachwerktürmen an beiden Ufern, die durch ein 160 Meter langes horizontales Traggerüst verbunden sind. An diesem Traggerüst ist eine 14 mal 10 Meter große Transportbarke aufgehängt. Die Schwebefähre kann eine Nutzlast von bis zu 22 Tonnen transportieren und bietet Platz für bis zu sechs PKW sowie Passagiere. Eine zusätzliche Fußgängerüberführung ist im oberen Teil der Hochbrücke vorhanden und kann über einen Aufzug erreicht werden. In der Vergangenheit wurden etwa zwanzig ähnliche Brücken in Europa, Afrika und Amerika gebaut. Seit 1916 werden jedoch keine Schwebefähren mehr errichtet. Heute sind noch neun dieser einzigartigen Konstruktionen in Betrieb.
Von außen mache ich noch ein Foto vom Guggenheim-Museum. Es wurde nach 4 Jahren Bauzeit, 1997 eröffnet. Jährlich besuchen 1 Millionen Menschen die Ausstellung.
Auf der Fahrt nach Süden von Bilbao nach Burgos ändert sich die Landschaft entscheidend. Führten die Straßen nach Porto anfangs in zum Teil engen Kurven, durch viele grüne Hügel mit üppigen Bewuchs rauf und runter wurden, die Berge gegen Norden und später entlang der nördlichen Küste immer steiler. Nach Bilbao wird die Landschaft flach und nur wenig hügelig. Die dominierende Farbe ist beige oder gelblich zu nennen.
Burgos, in Kastilien und Leon und am Jakobsweg gelegen, hat ca. 177 000 Einwohner. Den Eingang in die Altstadt markiert der Arco de Santa María, ein Wahrzeichen der Stadt Burgos. Das alte Stadttor war Bestandteil der ehemaligen Befestigungsanlagen. Hinter dem Arco liegt einer der traditionellen und zentralen Plätze in Burgos. Doch der Blick richtet sich sofort auf die größte Attraktion der Stadt, die Kathedrale von Burgos. Sie zählt zu den schönsten und größten gotischen Kirchen in Spanien. Der Innenraum der Kirche ist beeindruckend. In 54 Meter Höhe erhebt sich die Kuppel, gestützt von vier Säulen. Darunter befindet sich das Grab des spanischen Nationalhelden El Cid und seiner Gattin.
Wie in vielen anderen spanischen Städten beeindruckt das Flair am Abend. Die Fußgängerzonen sind sauber und die meist hellen spiegelnden Böden erzeugen eine edle Atmosphäre. Man trifft hier auf meist kleine individuelle Geschäfte, keine Ketten, die zum Bummeln oder einfach nur Schaufenster anschauen einladen. Das Leben spielt sich in den Gassen und Winkeln ab, wo Menschen sich treffen und etwas trinken oder essen.
Beeindruckend war heute auch wieviele Touristen in kleinen Orten unterwegs waren, deren Namen ich bis dato nicht kannte. Viele dieser Orte und deren Umgebung, häufig auch Nationalparks, laden aufgrund der Schönheit zum Wiederkommen ein.Read more










































