• Bordeaux, Rochefort, La Rochelle

    October 3 in France ⋅ ☀️ 24 °C

    Ich starte morgens nach dem Kaffeetrinken Richtung Bordeaux. Nach fast 5 Stunden, mit Stau, und 260km erreiche ich das Zentrum und finde auch gleich einen Parkplatz, nur 2 km bis zur Kathedrale. Mit 124 Metern Länge, 18 Meter Breite und 29 Meter Höhe zählt sie zu den größten Sakralbauten von ganz Frankreich. Direkt neben der Kathedrale von Bordeaux steht der Glockenturm Tour Pey-Berland. Bordeaux hat mit 1.200 Metern eine der längsten Fußgängerzonen Europas.
    Länger sind nur noch die Strøget in Kopenhagen und die Einkaufsstraße in Jesolo bei Venedig. Dort gibt es auch ein Geschäft, das sich ganz und gar Harry Potter verschrieben hat, es gibt Zauberstäbe, diverse interessante Süßigkeiten und sogar den Zauberbesen Nimbus ( übersetzt Regenwolke).
    Die Grosse Cloche ist ein echtes Highlight in Bordeaux. Sie ist der einzige Teil der alten Stadtmauer von Bordeaux, der übrig geblieben ist. DIe Glocke ist 7.750 Kilogramm schwer und befindet sich über einem ehemaligen Jugendgefängnis.
    Die Porte Cailhau befindet sich zwischen der Altstadt und dem Fluss Garonne und war für lange Zeit der Haupteingang in die Stadt.
    Die Pont de Pierre ist die älteste Brücke von Bordeaux und überquert die Garonne. Das ist übrigens der gleiche Fluss, der auch durch Toulouse fließt. Die Steinerne Bücke, wie sie auf deutsch genannt wird, besteht aus 17 Bögen und ist 487 Meter lang und nur für öffentliche Verkehrsmittel, Radfahrer und Fußgänger zugänglich.
    Ein echtes Highlight ist der Wasserspiegel neben dem Place de la Bourse einem der zentralen Plätze in Bordeaux. Der Wasserspiegel, auf Französisch Miroir d’eau, befindet sich zwischen dem Place de la Bourse und dem Fluss Garonne. Er besteht aus einer Granitplatte, auf der sich eine circa zwei Zentimeter tiefe Wasserfläche befindet. Durch einen Brunnenmechanismus steigt das Wasser aus einem Wassertank auf, der sich unterhalb der Platte befindet. Dadurch entsteht eine sehr coole Spiegelung, die klasse Fotomotive ergibt.
    Auf der Fahrt weiter gegen Norden sehe ich auch mal Weinfelder, irgendwo muss ja der viele Bordeauxswein angebaut werden🤔🤔.
    Ich halte kurz in Saintes. Dort sind noch die Reste eines Amphitheaters zu sehen, dass im 1. Jahrhundert gebaut wurde und Platz bot für ca. 12.000 bis 15.000 Zuschauer (Kolosseum, ca. 50 000 Plätze)
    In Rochefort befindet sich die letzte, 1900 in Betrieb gegangene, Schwebefähre in Frankreich. Zwei stählerne Pylone von 68 m Höhe, ein 175 m langer Brückenträger verbindet die Stützen in 50 m Höhe. Sie steht unter Denkmalschutz. Weltweit sind von ursprünglich rund 20 Schwebefähren noch acht erhalten.
    La Rochelle gehört zu den schönsten Hafenstädtchen an der französischen Atlantikküste. Die Stadtoberen der inzwischen rund 80.000 Einwohner haben stets ihren eigenen Weg gewählt und, aus der Sicht der französischen Krone, stets „die Falschen“ unterstützt: die Engländer … und die Hugenotten. Das bescherte dem Atlantikhafen nicht nur eine turbulente Geschichte, sondern auch ein einzigartiges Flair und eine Geisteshaltung, die bis heute seinen einzigartigen Charme prägt. La Rochelle war im 16. und 17. Jahrhundert ein bedeutendes Zentrum des Protestantismus in Frankreich. Die Stadt bot den Hugenotten nicht nur wirtschaftliche Freiheiten, sondern auch einen Ort, an dem sie ihre Religion ungehindert ausüben konnten. Finanziert wurde der Widerstand nicht nur mit weltweitem Handel, sondern auch mit Freibeutern. Hugenottische Korsaren griffen spanische Schiffe an, um die Kriegskasse der katholischen Monarchie zu schwächen. Die erbeuteten Waren wurden in den Häfen von La Rochelle verkauft oder dienten als Nachschub für protestantische Armeen.
    Bereits ab dem 12. Jahrhundert genoss La Rochelle die Privilegien eines Freihafens – fünf Jahrhunderte lang. Ihre direkte Lage an einem Weltmeer machte die Stadt zu einem betriebsamen Knotenpunkt für den Handel mit England und anderen europäischen Ländern. Hier fanden die protestantischen Kaufleute jene wirtschaftliche Unabhängigkeit, die sie für ihren Handel brauchten. Die relative Autonomie der Stadt und ihre Offenheit gegenüber religiösen Minderheiten machten sie zu einem Zufluchtsort für Verfolgte und zu einem Symbol des Widerstands gegen die katholische Monarchie. La Rochelle war damals der Dorn im Auge der französischen Krone. Kardinal Richelieu, der mächtige erste Minister unter Ludwig XIII., betrachtete La Rochelle als Bedrohung für die Einheit des Königreichs und setzte während des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) alles daran, die Macht der Hugenotten zu brechen. Seine Strategie: eine Blockade der Stadt von Land und Meer, um die Bevölkerung auszuhungern und die Hugenotten zur Kapitulation zu zwingen. 13 Monate lang konnte La Rochelle diesem Druck widerstehen. Doch am 28. Oktober 1628 war La Rochelle am Ende, ausgehungert und ausgeblutet. Stolz eroberte Kardinal Richelieu die letzte Hochburg der Hugenotten.
    In La Rochelle esse ich im La Trinquette, direkt an einem kleinen Fluss gelegen, Rindfleisch mit Kokos, Sesam und Estragon.
    Bei meinem Spaziergang beginne ich mir den alten Hafen, wo man einen schönen Blick auf die Türme und die Altstadt hat. Eine Band spielt in einer der Gassen, wo heute viele Menschen unterwegs sind.
    Drei Kilometer lang sind die Arkaden der Altstadt, die zum Bummeln bei jedem Wetter einladen.
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