• Sturm am Teide

    21. februar 2023, Spanien ⋅ ⛅ 20 °C

    Manchmal braucht es auf Reisen einfach etwas Glück. Einen Schutzengel oder vielleicht auch zwei. Und am Ende hilft wohl auch die jahrelange Reiseerfahrung. All das brauchen wir, als wir in den nächsten Tagen Teneriffa durchradeln. Der Norden der Insel empfängt uns subtropisch: Warm, feucht, grün. Den Berg hoch gehts wie im Lift: Nach 10km sind wir schon auf 1000 Meter. Richtung Süden, durch den Teide Nationalpark haben wir unsere Strecke geplant. Bald ist es wieder vulkanisch und trocken um uns. Der Brunnen auf unserer Karte hat kein Wasser, die Flaschen leeren sich. Wenn wir Autofahrer nach Wasser fragen, kriegen wir höchstens ein mitleidiges Lächeln. Wir durchbrechen ein Nebelband, warmes Abendlicht, vor uns himmelhoch der Teide. Glücksgefühle. Dazu finden wir auch noch Schmelzwasser. Es tropft von einem Tuffstein und ein hellsichtiger Strassenarbeiter hat darunter ein Salatschüssel grosses Becken ausgemauert. Daraus schöpfen wir sechs Liter, genug für die Nacht. Ein windgeschützter Zeltplatz, ein glasklarer Himmel voller Sterne. Die Wettervorhersage ist gut. Trotzdem erleben wir in dieser Nacht einen Wettersturz wie aus dem Lehrbuch. Sturm und Eisregen. Als auch am nächsten Mittag keine Besserung in Sicht ist, nutzen wir unser Glück, dass wir hier in unserem Biwak auf 2300 Meter noch Internet haben und organisieren ein Taxi. Eine halbe Stunde draussen im Whiteout, alles ist innert Minuten mit einer Eisschicht überzogen. Dann gehts im warmen Auto rasch runter vom Berg. Von nun an bleiben wir dem Sonnenschein treu: Genussradeln auf der alten Küstenstrasse, unspektakulär aber ruhig. Dann ein paar Tage am Meer. Das Abenteuer am Teide: Geschichte.Læs mere