• Angekommen

    7. marts 2023, Marokko ⋅ 🌙 20 °C

    Oft erzählen wir unseren Kindern Geschichten zum Einschlafen. Um etwas herunterzufahren von all den Reiseeindrücken, die auf sie einprasseln. So auch die Geschichte von einem Storch, der nun von Afrika seinen Weg Richtung Europa sucht. Es ist Frühling hier nördlich der Sahara und es scheint, auch uns zöge es mit den Störchen nordwärts. Nach einem Monat auf den Kanaren landen wir in Marokko. Und haben wir anfänglich noch gezögert, mit den Kindern den Schritt weg von Europa zu machen, wissen wir schon nach einem Tag: Genau das haben wir gebraucht. Weg von Booking Ratings und dicken Portmonees, hin zu freundlichen Menschen, Leben in den Strassen, kaum einem Auto auf der Bergstrecke von Ait Baha Richtung Tafraout. Vom ersten Meter an überwachen uns die Forces Auxiliaires. Diskret tauchen die lokalen Sicherheitsleute ab und zu per Motorrad auf, wenn wir etwas länger für eine Strecke brauchen. Die ersten Übernachtungsplätze werden dann auch von diesen organisiert. Uns ist es egal, wir geniessen die blühenden Mandelbäume, das Unterwegssein, die Berge. Lange haben wir den Anti Atlas links liegen gelassen und merken nun rasch, dass dieser Teil von Marokko einer der schönsten ist. Nach Tafraout wird es einsam, die Forces Auxiliaires verlieren unsere Spur. Hinauf auf eine karge Hochebene, hinein in die trockenen Berge am Rand der Sahara. Hoch oben auf dem Tiz-n-Tleta erleben wir die perfekte Zeltnacht: Mondlicht, Stille, mit weitem Blick hinaus in die Wüste. Am nächsten Morgen dann die Fahrt hinunter in die Oasenschlucht von Tagmout: Palmengrün im Kontrast mit den rotbraunen Felswänden, die nächsten 45km ein Throwback in die Wüstenstrecken unserer grossen Reise: Taklamakan, Western Desert, Namib, Hajar, Negev. Wir fühlen uns zuhause, angekommen im Rhythmus der Langzeitreise. Über uns kreist ein Schwarm Störche im Abendlicht.Læs mere