Historischer Ort
Aug 31–Sep 12 in Canada ⋅ ☁️ 12 °C
Am Morgen begrüßt uns ein neugieriger, wunderschön blau-schwarz leuchtender, Diademhäher im Garten. Erste Sonnenstrahlen schauen ums Haus. Der Tag ist noch frisch, ich wähle eine lange Hose plus Hoody und war zu warm gekleidet...
Auf der Sea-to-Sky-Route steuern wir den Train Wreck Trail an. Start- und Endpunkt ist am "Stillen Örtchen". Und das gibt es an fast allen Wanderrouten.
Wie überall wird auch hier im "Bärenland" auf seine Spuren aus Losung, Kratzspuren und bearbeiteten Baumstämmen hingewiesen.
Nach einiger Wanderzeit öffnet sich der Wald und wir kommen an das Ufer des Cheakamus River. Auch hier leuchtet das Wasser wieder türkisblau durch winzige Gesteinspartikel, die von Gletschern ins Wasser gespült werden. Im weiteren Lauf des Flusses kommen wir an eine Hängebrücke. Als ich diese überquere, fahren unter mir zwei Kajaks stromabwärts. Im Waldgebiet auf der anderen Seite stehen wir plötzlich zwischen sieben scheinbar wahllos zwischen den Bäumen verteilten Waggons. Es hat etwas von Zug-Mikado. Diese sind inzwischen die Leinwand für Graffiti-Künstler geworden und die Farben leuchten verstärkt durch die Sonnenstrahlen.
Das Unglück ereignete sich am 11.08.1956. Der Zug war in Lillooet – 130 km nördlich von Whistler – gestartet und mit Holz für Vancouver beladen worden. Bei seiner Ankunft in Whistler hatte der Zug Verspätung, weshalb die Besatzung versuchte, die Zeit durch schnelleres Fahren wieder aufzuholen. Zum Zeitpunkt des Unglücks war diese Bahnlinie die einzige direkte Möglich- keit, Rohstoffe und Menschen zwischen Squamish und Lillooet und überall dazwischen zu transportieren.
Jeder war auf den Zug angewiesen, und jede Verspätung war ein großes Problem. Der Zug fuhr mit mehr als der doppelten zulässigen Höchstgeschwin- digkeit, als sich das Unglück auf einem schmalen Gleisabschnitt ereignete, der durch Fels gehauen war und am Ende eine scharfe Kurve aufwies. In der Kurve entgleiste eine der Lokomotiven und kam zum Stehen. Zwölf Güterwagen entgleisten, und einige verkeilten sich in der engen Passage und blockierten die Strecke tagelang. Fünf der entgleisten Güterwagen konnten geborgen werden, die restlichen sieben waren jedoch zu stark beschädigt, um gerettet zu werden. Diese sieben Güterwagen wurden von brauchbarem Material befreit und hierher geschleppt, was der schnellste Weg war, die Züge wieder planmäßig fahren zu lassen
Auf dem Weg zurück in die Stadt halten wir noch kurz an Naherholungsgebiet Lost Lake.
Der weitere Plan war, mit der Gondel auf den Berg zu fahren, um dort oben die legendäre "Peak-2-Peak Gondel" zwischen den beiden Bergspitzen Whistler und Blackcomb zu nutzen. Bei einem Tagespreis von CAN $ 115,00 (€ 72,00), der auch um fast 14:00 Uhr noch verlangt wurde, entscheiden wir uns dagegen.
Also eroberten wir Whistler Village, machten eine Kaffeepause und schlenderten bis zum Abendessen durch's Dorf.
PS: Der Ortsnamen Whistler leitet sich von den Pfeifgeräuschen der dort heimischen Eisgrauen Murmeltiere ab.Read more




























