In a Scottish State of Mind
Oct 31–Nov 7, 2025 in Germany ⋅ ☁️ 16 °C
"Reisen ist der schönste Weg, um Geld auszugeben und trotzdem reicher zu werden."
Auf geht's in ein neues Abenteuer, nach Schottland.
Vor uns liegen acht Tage mit dem Mietwagen durch die Low- und Highlands. Wir starten von Edinburgh aus, fahren nach Glasgow, machen Halt in Glencoe und Fort Williams, kommen zu unserem nördlichsten Punkt Inverness. Von hier geht es durch den Cairngorms National Park wieder zurück nach Edinburgh.
Denkt man an Schottland, hat man schon viele Bilder im Kopf von immergrüner Landschaft, den Highland Cattles (Hochlandrindern), Dudelsack spielenden Männern im Kilt. Man kann fast schon den dampfend, näher kommenden Hogwarts Express aus den Harry Potter Filmen hören, bevor er über das Glenfinnan-Viadukt fährt. Und ist da nicht die Verfolgungsjagd von James Bond in der Region Glencoe auf dem Weg nach Skyfall.
Viele Filme haben unsere Sicht auf diese einmalige Region beeinflusst, gar geprägt. So auch die mutig kämpfenden Männer aus "Braveheart", die "Avengers" im Edinburgh Castle, "Indiana Jones"," "Transformers", "Angel's Share - Ein Schluck für die Engel", das Animations-BioPic "Merida" und nicht zuletzt auch der 'Highlander" selbst, "Es kann nur einen geben!" im Eilean Donan Castle.
Im Laufe des Abends erfahren wir, das man in Glasgow Szenen für den neuen Spiderman-Film gedreht hat. Dazu wurden ganze Straßenzüge abgesperrt, die aussehen, als seien sie in Brooklyn (NYC), was ich absolut bestätigen kann.
Aber der Reihe nach. Zunächst heißt es früh raus, mit dem Zug zum Frankfurter Airport. Einchecken, Boarding, noch mit einem Kaffee die Müdigkeit wegzaubern. Dann ein Direktflug auf die Insel.
Nach meinen letzten Erfahrungen bei Fahrten mit der Bahn, muß ich heute ein großes Lob aussprechen. Alle Züge waren pünktlich, die Mitarbeiter, auch zu der frühen Stunde, freundlich und hilfsbereit. Was mich absolut überzeugt hat, das ich ohne Reservierung einen Sitzplatz hatte, den ich per QR-Code in der DB-App finden und für mich per Komfort- Check-in kostenfrei reservieren konnte. Und das Bord-WiFi funktionierte einwandfrei. Einzig die Stromversorgung am Sitzplatz könnte verbessert werden. Ohne Wackelkontakt gäbe es unterbrechungsfreie Ladung.
So ging es stressfrei, mit nur einem Halt in Mannheim, zum Frankfurter Airport. Hier konnte ich, dank gewähltem Flug mit Lufthansa, mein Gepäck bereits im Übergang vom Bahnsteig zum Flughafen aufgeben und "gepäckfrei" weitergehen.
Der im Vorfeld, auf Viertel nach Neun, gebuchte "Slot" zum Security Check verlief anders als erwartet. Lange Schlange , anstehen, statt gewähltem Termin. Und gefühlt fliegen viele Menschen zum allerersten Mal und sind überfordert mit den Sicherheitsregeln. Dennoch ein guter Start für viele schöne kommende Tage.
Auch das vorab online gebuchte Essen an Bord kam nach dem Getränk. Zum Schluss etwas Süßes, die kleine Lufthansa Schoggi.
Am Ausgang des Terminals begrüßte uns der aus großen Buchstaben gestaltete EDINBURGH-Schriftzug. Ab zur Mietwagen Station. Nach dem Online Check-in zum Schalter von Europcar. Hier empfing uns eine freundliche Mitarbeiterin. Im Laufe des Mietvorgangs stellte sie sich als Gleyce vor. Auf die Frage nach ihrer fehlenden schottischen Aussprache antwortete sie uns mit, das sie halb brasilianischer und halb italienischer Herkunft sei und mit einem Schotten verheiratet ist. Gegen einen kleinen Aufpreis erhielten wir statt dem gebuchten Ford Focus einen Mercedes-Benz GLC 220, mit dem wie dann westwärts Richtung Glasgow fuhren.
Hello Glasgow. Diese Hafenstadt liegt in den Lowlands am River Clyde. Ihre bekannte Architektur im viktorianischen und Jungenstil stammt aus der Periode des 18.-20. Jahrhunderts, als die Stadt ein wohlhabendes Handels- und Schiffsbauzentrum war. Heute gilt Glasgow als bedeutendes nationales Kulturzentrum. Hier hat sich neben der Scottish Opera, dem Scottish Ballett auch das National Theatre of Scotland etablierte. Ergänzt wird die Kultur-landschaft um renommierte Museen und einer lebendigen Musikszene.
Nachdem wir unser Gepäck im zentral gelegenen Hotel citizenM abgelegt haben, halten wir Ausschau nach einem Fish & Chips Lokal. Wir finden uns im "The Oxford" (https://www.tripadvisor.de/Restaurant_Review-g1…) wieder und bestellen das bekannteste Gericht des Vereinigten Königreichs.
Das Essen war sehr gut, beim Zahlen komme ich mit dem Wirt ins Gespräch. Burhan fragt mir vorher wir kommen. Aus Deutschland. Da hat sein Verein Fenerbahçe zuletzt gegen Bayern München gespielt. Er selbst kam vor über 21 Jahren aus Izmir nach Schottland. In seiner Heimat hat er ein Hotel geleitet und dabei seine heutige schottische Frau kennengelernt.
Wir ziehen weiter und genießen den etwas morbiden Charme aus altehrwürdigen Prachtbauten und modern Gebäuden. Unser Halt ist das "The Pot Still" (https://thepotstill.co.uk/). Durch die Tür und wir sind erstaunt über die Auswahl an Bier, auch aus deutschen Brauereien und vor allem an Whisky. Da das Lokal sehr gut besucht ist, finden wir einen Platz an der Theke. Wir sind neugierig auf Destillate, die wir noch nicht kennen und bestellen. Während unserer kleinen Tasting-Serie kommen wir mit den Einheimischen in Kontakt. Man erzählt uns, das der Sohn nächstes Jahr heiraten will. Der Vater plant einen Junggesellen-Abschied in Deutschland. Wir empfehlen die Bierwanderung in Franken.
Auf unserem weiteren Weg stoßen wir auf die "Scotch Malt Whisky Society". Wir treten ein und uns empfängt die Frage, ob wir eine Reservierung haben oder Mitglieder sind. Leider nein. Man bietet uns den Day Pass für 27£ an. Dieser beinhaltet .... den Eintritt. Später erfahren wir von einem Mitglied, das diese Gesellschaft ihre eigenen Fässer kauft und abfüllt. Alles exklusiv und für jedermann.
Wir ziehen weiter zur mehrfach ausgezeichneten Whisky Kneipe "The Bon Accord". Hier treffen wir auf einen alten Studienfreund meines Schwagers, der seit 10 Jahren in Glasgow lebt und eine Professur für mittelalterliche Geschichte hat sowie im Bereich der Templer forscht. Er stellt uns Ralfy vor, eine Koryphäe in Sachen Whisky. Ralfy betreibt einen eigenen YouTube Kanal (https://youtube.com/@thewhiskybothy?si=wcoT4RqW…).
Da bleibt es nicht aus, etwas zu fachsimpeln. Es gibt Empfehlungen, hier bestellt man gerne auch mal "half and half", also ein Bier und einen Whisky.
Wir beenden den Abend und hatten tolle Gespräche mit netten Menschen über das Leben, die Arbeit und den Whisky.
What a wonderful day!Read more
Raindrops knocking on my window
Nov 1–7, 2025 in Scotland ⋅ ☀️ 10 °C
Ein neuer Tag beginnt. Leise klopfen die Regentropfen an unser Fenster und unseren Schlaf.
Die Erinnerungen an den letzten Abend noch im Kopf, stehen wir auf, machen uns fertig. Zunächst stärken wir uns im Café "Black Sheep" (https://blacksheepcoffee.co.uk) bevor wir die ca. 127 Meilen über Oban Richtung Glencoe antreten. Es geht durch den Loch Lomond and The Trossachs National Park. Wir fahren an der Westseite des gleichnamigen Sees, Loch Lomond, dem mit ca. 71 qkm flächenmäßig größten See Schottlands und Großbritanniens sowie drittgrößter See des Vereinigten Königreichs, entlang. Die Landschaft der Lowlands weicht den beginnenden Highlands.
Unser erster Stopp ist an den "Falls of Falloch", einem sonst malerischen, 10 Meter hohen, Wasserfall des River Falloch. Derzeit führt er aufgrund der immer wieder einsetzenden Regenfälle deutlich mehr Wasser.
Wir genießen die kurze Wanderung und fahren weiter, bis wir spontan im Artisan Café (Old Church Road, Crianlarich FK20 8RU, Vereinigtes Königreich) anhalten. Dieses gemütliche Café in einer alten Kirche hat einen besonderen Charme. Es bietet verschiedene Scones, selbst gebackenen Kuchen sowie eine kleine Auswahl an warmen Gerichten an. Ich entscheide mich für den klassischen Schwarztee mit einem Mandarinen-Mandel Kuchen. In kürzester Zeit ist der Raum voll, auch mit den kleinen und großen Vierbeinern, die hier willkommen sind.
Nach der Auszeit machen wir noch kurz Halt im "The Green Welly Shop" (www.thegreenwellystop.co.uk). Dieser wurde uns als Tipp zum Kauf von schottischem Whisky empfohlen. Beim Betreten entdecken wir einen sehr touristischen Shop mit viel "Nippes". Der Whisky hat sich in einer kleinen Ecke am hintersten Ende versteckt. Dort gibt es durchaus eine gute Auswahl, auch an unbekannten, lokalen Destillaten. Leider sind die bekannten Klassiker etwa 10-20% teurer als in Deutschland....
Es geht weiter durch die wirklich beeindruckende Landschaft der ansteigenden Highlands. Immer wieder regnet es und auf den eher engen Straßen bilden sich zum Teil sehr große Pfützen. Also müssen auch immer wieder anhalten, um den Gegenverkehr passieren zu lassen.
Wir stoppen auf dem weiteren Weg an der St. Conan's Kirk (https://stconanskirk.org.uk/), einer am Seeufer des Loch Awe gelegenen Kirche. Sie besteht aus Elementen verschiedener Baustelle. Umgeben ist sie von einer Gartenanlage.
In Oban angekommen besuchen wir als erstes die örtliche Distillery. Auch hier gibt es zum Teil sehr gute Whiskys aus der Diageo Gruppe. Aber die "Special Releases" und Angebote sind trotz Preisreduzierung teuer also in unserem Heimatland.
Wir schlendern die Hauptstraße entlang und kehren spontan in das Oban Fish & Chips Restaurant (https://obanfishandchipshop.co.uk/) ein. Die servierte Spezialität ist von noch besserer Qualität als gestern in Glasgow.
Auf der Fahrt nach Glencoe passieren wir die Connel Bridge und erreichen unsere nächste Herberge, das Ballachulish Hotel am Loch Linnhe.Read more
My land is my country
Nov 2–7, 2025 in Scotland ⋅ ☁️ 8 °C
Der Ausdruck „Mein Land ist meine Heimat“ ist eine kraftvolle Aussage über die persönliche Verbundenheit und Zugehörigkeit zu einem Ort.
Aus einer Whisky-Laune heraus, bekam ich vor ein paar Jahren von meinem Schwager zu Weihnachten ein sehr kleines Stück Land im Glencoe Nature Reserve (www.highlandtitles.com) geschenkt. Seither darf ich mich "Lord of Glencoe and Lochaber" nennen. Was kurios klingt, hat den praktischen Hintergrund, das Land in seiner ursprünglichen Form zu renaturieren und anschließend zu erhalten.
Zur Geschichte: Laura Bevis, auf der Suche nach einer Möglichkeit ihr Studium zu finanzieren, kam auf die Idee, Souvenirgrundstücke von der Familienfarm in den schottischen Highlands zu verkaufen. Also fragte sie ihren Vater Peter. Er fand die Idee seltsam, stimmte aber zu, solange er einen Teil der Einnahmen für die Anpflanzung von Bäumen verwenden durfte, um das Land wiederherzu- stellen, das durch jahrhundertelange Landwirtschaft und rücksichtslosen kommerziellen Holzeinschlag zerstört worden war. Damit war die Idee der Highland Titles geboren.
Bevor wir starten, genießen wir uns im Ballachulish Hotel beim Frühstück und haben einen traumhaften Blick auf Loch Linnhe und das typisch schottische Wetter: Regen. Das Buffet ist durchaus deftig und bietet neben eine guten Auswahl an Müsli auch die lokalen Spezialitäten wie gebratene Tomaten, Würstchen, Baked Beans und Haggis an.
Zur Erläuterung: Haggis ist eine Spezialität aus der schottischen Küche und besteht aus dem Magen eines Schafs, Paunch genannt, der mit Herz, Leber, Lunge, Nierenfett vom Schaf, Hafermehl, Zwiebeln und manchmal auch Graupen gefüllt wird. Haggis wird mit Pfeffer und Piment scharf gewürzt und das Hafermehl verleiht ihm eine etwas schwerere Konsistenz als Wurst.
Mahlzeit. Nachdem ich es probiert habe, kann ich sagen, das es besser schmeckt als sein Ruf ist.
Um 10:30 treffen wir uns am Empfang des Highland Titles. Wir werden freundlich begrüßt und sind bei dem Wetter die einzigen Gäste. In den Sommermonaten kommen hier etwa 12.00 Besucher an!
Los geht's mit einem Golf Caddy, also rein Elektrisch, zu meinem "Land". Unsere Fahrerin erklärt welche Arbeiten sie in dem Reservat machen, die Tiere, die hier leben. So gibt es u. a. Wildkatzen. Man betreibt hier auch ein Igel Krankenhaus (Hedgehog Hospital). Dort werden die kleinen Geschöpfe aufgepäppelt, bis sie wieder zurück in die Natur kommen. Es gibt dafür ein Gehege zur Eingewöhnung.
Auf der Tour treffen wir auch ein paar Highland Cattles. Für diese kann man auch eine Patenschaft bekommen.
Weiter geht es zur Fütterung der eigenen Schweine. Diese sind eine Mischung aus belgischen Schweinen und englischen Sattelschweinen. Sie sind kleiner als die deutschen Hausschweine und haben kaum Fett. Dafür sind sie sehr muskulös und haben ein dünnes borstiges Fell.
Das nächste Ziel ist, auf Empfehlung, das Eilean Donan Castle aus dem 13. Jahrhundert. Auf dem Weg dorthin passieren wir beeindruckende Landschaften mit den Higland typischen Bergen und Schluchten. Und immer wieder Wasser. Wir passieren den Loch Lochy, kommen zum Loch Garry, dem Loch Cluanie. Kurz vor Shiel Bridge komme ich in einer Kurve, auf den sehr engen Straßen, kurzzeitig vom Asphalt ab und schlitze dabei den linken Vorderreifen auf. Schnell verliert der Reifen Luft und zwingt uns zum Anhalten. Uns ist außer einem Schrecken nichts passiert. Wir betrachten den Schaden und wählen die Notrufnummer der Autovermietung.
Nach ca. einer Stunde kommt die ersehnte Hilfe und schleppt uns in seine Werkstatt "Morar Motors" in Kyle, kurz vor der Isle of Skye. Wir haben Glück und ein passender Reifen ist im Lager. In wenigen Minuten ist er gewechselt und wir sin wieder fahrbereit. Später erzählt mir ein Freund, das diese Schäden in den Highlands häufiger vorkommen...!
Inzwischen hat das Castle geschlossen und wir können nur noch ein Foto von aussen machen.
Zwei Stunden später sind wir wieder im Hotel und bestellen ein paar Gerichte zum Abendessen und lassen den Tag Revue passieren.Read more
West Highland
Nov 3–7, 2025 in Scotland ⋅ 🌧 13 °C
Heute erwartet uns ein durchweg nasser Tag. Der Regen hat sich dauerhaft eingerichtet und die Sonne versteckt sich hinter einer geschlossenen Wolkendecke.
Wir ziehen weiter nach Fort William, "Home of the Hogwarts Express", der seit dem 24.10. im Winterschlaf ist. Die Stadt, in den westlichen Highlands, liegt am Loch Linnhe. Sie ist das Tor zum Ben Nevis, dem mit 1.345 m höchsten Berg Schottlands und Großbritanniens sowie zum Tal Glen Nevis mit dem Wasserfall Steall Falls. Das nahe gelegene Nevis Range Mountain Resort bietet Skipisten und Waldwege. Schnee haben wir oben am Gipfel auch schon gesehen....
Im Stadtzentrum von An Gearasdan (gällischer Name von Fort William; "Die Festung") ist auf den Tourismus ausgelegt. Es gibt viele Outdoor-Geschäfte , um sich für den Aufstieg auf den Ben Nevis zu rüsten sowie eine große Anzahl an Souvenir Shops. Daneben bietet das West Highland Museum Einblicke in das Leben und die Geschichte der Region. Im Nordosten befindet sich die Brennerei Ben Nevis mit Ausstellungen zur Whiskyherstellung.
Wir passieren die Skulptur „Sore Feet”, welche einen Wanderer zeigt, der auf einer Bank sitzt und seinen Stiefel auszieht, nachdem er die 96 Meilen des West Highland Way erfolgreich zurückgelegt hat. Aufgrund des andauernden Nass von Oben, suchen wir das Café 'The Wildcat " zum Trocknen auf.
Unser Ziel auf den höchsten Berg zu "zu gondeln" lassen wir hinter uns. Einzig die Wolken könnten wir aus der Nähe betrachten. Also steuern wir die Whisky Destille Ben Nevis an und buchen eine 'Classic Tour". Mhairi, unsere schottische Whisky-Expertin gibt uns Einblicke in den Herstellungsprozess mit anschließendem Tasting fast aller verfügbaren Sorten.
Anschließend erreichen wir unsere Unterkunft für die nächste Nacht. Das Hotel "The Garrison" war früher eine Polizeistation mit Gefängnis. Seit 2018 ist es ein Hotel und hat die Geschichte in den Zimmern integriert. So heißt ein Bereich "Zellenblock".
Ein letztes Mal gehen wir raus und beenden den Tag mit einem Topf voll lokaler Muscheln.Read more
Loch Ness northbound
Nov 4–7, 2025 in Scotland ⋅ ☁️ 10 °C
Die Sonne zeigt sich zunächst zögerlich, kommt über den Tag mit ganzer Kraft durch und beschert uns einen wunderbaren Herbsttag in den schottischen Highlands.
Unser Weg geht Richtung Norden, vorbei am Commando Memorial und weiter zum ersten Halt "Invergarry Castle". Die Burg lag, in der Nähe des Dorfes Invergarry, am Loch Oich, während der Clankriege strategisch wichtig. Sie wurde nach 1602 erbaut und war Sitz des Clanchefs der MacDonnells of Glengarry, einem mächtigen Zweig des Clan MacDonald. (Weitere Infos:
(https://de.wikipedia.org/wiki/Invergarry_Castle). Heute kann man nur noch die Ruine von aussen betrachten sowie ein moderneres Schiffswrack im See davor.
Weiter geht es ans die Südspitze von Loch Ness (schottisch-gälisch: Loch Nis [ˈlɔx ˈnɪʃ]). Es ist der östlichste und größte der drei langgestreckten Süßwasserseen im Great Glen. Diese ziehen sich von der Schottischen See bis zur Nordsee in gerader nordostwärts verlaufender Linie. In der längsten Ausdehnung erstreckt sich Loch Ness vom unteren Zufluss des River Oich bei Fort Augustus bis zum oberen Abfluss in den River Ness über 36 km. Aufgrund seiner Tiefe hat er das größte Wasservo- lumen aller schottischen Seen. Mit einer Wasseroberfläche von 56,4 km² ist er nach Loch Lomond der zweitgrößte See Schottlands und dank "Nessie" der bekannte See in Großbritannien.
Man berichtet seit Jahrhunderten immer wieder von Sichtungen des Seeungeheuers, genannt "Nessie". Aufgrund dieser Berichte ist Loch Ness ein beliebtes Ziel für Touristen. Das Dorf Drumnadrochit gilt als Zentrum des Nessie-Tourismus.
Zwischen dem Loch Oich und dem Loch Ness wurde von 1803-1822 der 97 km lange Kaledonische Kanal (Caledonian Canal) erbaut. Er verbindet die Ost- und Westküste Schottlands und war damals eine Meisterleistung der Ingenieurskunst. Nach Fertigstellung konnten die Highlands schneller besiedelt und wirtschaftlich genutzt werden als zuvor. (Weitere Infos: https://de.wikipedia.org/wiki/Kaledonischer_Kanal)
Auf der Westseite des See's gelangen wir durch herbstlich gefärbte Wälder zum Urquhart Castle. Es ist die größte Burg der Highlands. Seine Ursprünge gehen bis ins 6. Jahrhundert zurück. Deutlich kann man in den erhaltenen Ruinen die Stalllungen, Küchen und Wohnräume erkennen. Durch seine exponierte Lage hat es Sicht in beide Richtungen auf den See.
Am späten Nachmittag erreichen wir Inverness. Wir bekommen beim Schlendern in die Stadt einem ersten Eindruck. Vor dem Abendessen gehen wir in die Whisky-Bar "The Malt Room" (www.themaltroom.co.uk/) und wählen einen Flight, bestehend aus drei verschiedenen Whiskies von unabhängigen Distillerien aus. Beim Probieren kommen wir mit Paul, einem Mitarbeiter ins Gespräch Er teilt uns mit, das er von den Fidsxhis aus dem Südpazifik kommt. Seine Eltern sind beide zunächst nach Deutschland/Hannover ausgewandert bevor sie dann nach Schottland übersiedelten. Seine Freundin ist Schottin. Paul zeigt uns den Tasting Raum und die dort aufbewahrten Schätze. Die Auswahl ist sehr groß und bietet viele Flaschen, die es in Deutschland nicht gibt.
Zum Abendessen haben wir im Restaurant Aspendos einen Tisch reserviert. Das uns in Ben Nevis empfohlene türkische Lokal macht einen guten Eindruck. Mit Austatung und Bilder, vermittelt es einen Eindruck aus der anatolischen Heimat des Wirtes. Er selber kommt aus Antalya und ist .... mit einer Schottin verheiratet. Inzwischen haben sie zwei Kinder. Allein die Sonne und Wärme vermisst er.Read more
Reise in die Vergangenheit
Nov 5–7, 2025 in Scotland ⋅ 🌧 10 °C
Nach der ersten Nacht am River Ness wollten wir das Inverness Castle (schottisch-gälisch: Caisteal Inbhir Nis) besuchen. Leider ist es derzeit wegen eines Umbaus geschlossen. Es sollte bereits im Sommer/Herbst diesen Jahres wieder als "Experience" für die Öffentlichkeit bereit sein, dauert aber länger. Man kann es nur von außen, reduziert durch Bauzäune, betrachten.
Das Inverness Castle ist eine Höhenburg auf einem Felsen über dem Fluss Ness. Das rote Sandsteingebäude wurde 1836 vom Architekten William Burn errichtet. An seiner Stelle stand schon seit dem 11. Jahrhundert eine Festung, die im Laufe der Jahrhunderte mehrmals umgebaut und zerstört wurde.
Über die Ness Bridge geht es zur Inverness Cathedral, welche die nördlichste anglikanische Kathedrale im Vereinigten Königreich ist. Sie wurde dem schottischen Schutz- heiligen St. Andrew gewidmet. Die Kathedrale hat eine lange Geschichte, feierte 2024 ihr 150 jähriges Jubiläum und ist ein fantastisches Beispiel für die Architektur von Alexander Ross. Neben prachtvollen Buntglasfenstern kann man das Talent der Handwerker in den detailreichen Schnitzereien aus Holz und Stein sehen.
Das es heute Nieselregen im Dauer-Angebot gibt, entscheiden wir uns zum Fort Georg zu fahren.
Nach dreißig minütiger Fahrzeit erreichen wir die Festung aus dem 18. Jahrhundert mit noch heute genutzter Kaserne. Die befindet sich auf einer Landzunge zwischen dem Moray Firth und der Nordsee.
Ebenfalls ist das Regimentsmuseum der Highlander auf dem Gelände zu besichtigen.
(www.historicenvironment.scot/visit-a-place/plac…)
Auf dem Rückweg steuern wir noch das Culloden Battle Field an, eine historische Stätte in der Geschichte Schottlands. Hier, auf diesem Schlachtfeld, fand am 16. April 1746 die letzte Schlacht der Jakobiten-Aufstände statt, welche zur Eroberung des britischen Throns durch die Stuarts führen sollte.
Die jakobitische Armee unter der Führung von Bonnie Prince Charlie kämpfte gegen die Truppen der Regierung unter dem Herzog von Cumberland und wurde in weniger als einer Stunde vernichtend geschlagen. Die Schlacht markierte das Ende der traditionellen schottischen Clan-Kultur und führte zu brutalen Vergeltungsmaßnahmen und Vertreibungen.
(https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_bei_Cull…)
Den Abend verbringen wir im "River House", einem auf Fisch und Meeres- früchte spezialisiertem Restaurant. (https://riverhouseinverness.co.uk/)
Freundlich wurden wir empfangen, der Service stets aufmerksam, aber nicht aufdringlich. Von der Vorspeise ( to nibble) bis zum Dessert alles in top Qualität.
Die vier gewählten Gänge:
- Hebridean Hot Smoked Salmon Pâté (Heißgeräucherte Lachspastete aus den Hebriden); gekrönt mit Whiskybutter und serviert mit geröstetem Brioche
- Cullen Skink (Cullen-Suppe)
Traditionell und herzhaft. Geräucherter Schellfisch, Lauch, Kartoffeln und Sahnesuppe. Serviert mit knusprigem Brot
- Mussel Menu (Muschelmenü)
Gedämpfte Shetland-Muscheln, zubereitet auf drei verschiedene Arten, serviert mit grobem Brot.
Ich wähle die Art MARINIERE mit Weißwein, Knoblauch, Schalotten und Sahne. Ergänze es mit einer Portion mit Algen gewürzten Pommes frites.
- Affogato
Vanilleeis serviert mit einem Espresso und einem Schuss AmarettoRead more
Return to the beginning
Nov 6–7, 2025 in Scotland ⋅ ☁️ 14 °C
Langsam neigt sich die Reise dem Ende zu und wir machen uns auf den Rückweg nach Edinburgh.
Die dreieinhalb stündige Fahrt führt uns durch abwechslungsreiche Landschaften der Highlands und Nationalparks. Dazu gehören u.a. der Cairngorms National Park.
Schottland zeigt sich hier hügelig, in den bunten Herbstfarben und moosbedeckten Flächen. Aufgelockert mit Schafen und Highland Cattles, einzelnen Gehöften und Ruinen.
Eine lohnenswerte Unterbrechung machen wir am Wallace Monument.
(www.nationalwallacemonument.com) Es handelt sich dabei um einen 67 m hohen, vierkantigen Turm, welcher 1869 bei Stirling, Schottland, zum Gedenken an den Freiheits- kämpfer William Wallace errichtet wurde.
Der im neugotischen Stil erbaute Turm befindet sich 1,5 km nordöstlich von Stirling auf dem Berg Abbey Craig an der Straße nach Dunbley. Angeblich soll Wallace von diesem Hügel aus die englische Armee beobachtet haben, ehe er die schottischen Truppen beim Angriff befehligte. Die Bauzeit betrug acht Jahre. Ortsansässige behaupten, man habe den Turm als Attraktion für englische Touristen erbaut.
Ganz oben angekommen, sieht man aus der Krone das Stirling Castle am Horizont. Der aufkommende Nebel umhüllt auch uns...
Wir erreichen Edinburgh. Nach dem Check-in im Hotel ziehen wir Richtung Edinburgh Castle, vorbei am Fischmarkt, die Victoria Street hinauf. Die Straßen und Plätze sind hier einfach nach den jeweiligen Gewerken und Gegebenheiten benannt.
Als wir den Castlehill hinaufkommen, sehen wir, das es für den heutigen Tag keine Tickets mehr gibt. Also schauen wir uns die Burg von außen an und schlendern ein wenig durch die Stadt. Diese ist gut besucht. Man sagt uns, in der Saison sind hier mindeszens zehn Mal so viele Menschen.
Wir buchen für den nächsten Tag eine geführte Tour durch die Unterwelt und die Altstadt.
Zum Dinner wählen wir heute eine vietnamesische Garküche, das Viet Street.
(https://vietstreetedinburgh.com/) Als wir die Rechnung begleichen kommen wir mit John ins Gespräch. Er stammt aus Aberdeen, wohin seine Eltern aus Indien ausgewandert sind. In seinem Erzählungen beschreibt er die Schwierigkeiten, die er als Kind und Jugendlicher hatte, es hier in der Stadt aber geschafft hat.
Wir wechseln das Lokal und finden uns im "The Piper's Rest" wieder. Hier gibt es Live Music, einen Whisky und Kontakt zu meiner Sitznachbarin, die aus Kalifornien stammt. Wir tauschen ein paar Wortfetzen aus und genießen den Abend.Read more
Last Stop: Edinburgh
November 7, 2025 in Scotland ⋅ 🌙 14 °C
Spontan entscheiden wir unser Frühstück im Holyrood Café einzunehmen. Ein nettes kleines Café mit typischen englischen Speisen, Bagels und Sandwiches. Sehr freundlicher Service.
(www.tripadvisor.de/Restaurant_Review-g186525-d1…)
Wir schlendern anschließend die historische Straße "Royal Mile" entlang. Diese führt vom Palace of Holyroodhouse zum Edinburgh Castle und ist eine schottische Meile lang. Hier, im Herz der Altstadt, befinden sich zahlreiche Sehens- würdigkeiten wie das Scottish Storytelling Centre, die St Giles' Cathedral, Restaurants, Pubs und das schottische Parlament. Sie ist gesäumt von imposanten Mietshäusern und engen Gassen (Closes), die in die Tiefe der Stadt führen.
Gegen 11:00 treffen wir uns am Hunter Square zu einer Führung durch den Untergrund. Während wir warten sprechen uns zwei Männer an. Es stellt sich heraus, das es sich um Zwillinge aus Neuseeland handelt. Sie sind für einen. Monat in Großbritannien unterwegs auf den Spuren ihrer Vorfahren. Sie haben die gleiche Tour gebucht.
Morvin begrüßt uns. Wir starten. Unweit des Treffpunktes versinken wir durch eine Haustür in Gewölben unter der Stadt. In schummrigem Licht und einer Geisterbahn ähnlichen Ausstattung wird die Geschichte lebendig. Ein Stadtplan zeigt uns die Größe der Stadt vor ein paar hundert Jahren und wie sie gewachsen ist. Wer lebte in welchen Stadtteil?
Es gab ein großes Feuer das, in vier Tagen und fünf Nächten, die Stadt niederbrannte. Viele Menschen suchten Schutz in den Gewölben und starben, als die Häuser darüber zusammen brachen und der Schutz sie lebendig begrub.
Die Pest halbierte die Population von zuvor 40.000 auf 20.000.
In den Gewölben wurde auch Whisky und Gin gebrannt. Als Lichtquelle dienten Fischöllampen.
(https://de.wikipedia.org/wiki/Edinburgh)
Trotz dieser dunklen Zeit, wird das Mittelalter heute geschönt dargestellt und findet Einzug in Weihnachtsmärkte, Ritterkämpfe und andere Veranstaltungen.
Wir sagen "Mar sin leibh" (Auf Wiedersehen) und entschwinden zum Flughafen. Mietwagen abgeben, einchecken und ab geht es in 10 Grad kältere Deutschland .
Wieder festen Boden unter den Füssen stelle ich fest, das man am Service der Deutschen Bahn noch arbeiten kann. Aufgrund einer wirklich nur kleinen Verspätung des Fliegers und den langen Wegen zum Gepäckband bekomme ich diesen sehr knapp und spurte zum Bahnsteig. Dort sehe ich den Zug, leider öffnet sich keine Tür mehr und er fährt ohne mich. Auf die Frage an den Bahnmitarbeiter, wann und wie ich weiter komme, erhalte ich die Antwort "das gleich ein Zug mit fast 2 Stunden Verspätung kommt. Damit erreiche ich mein Ziel in der gebuchten Zeit."
Leider nein! Es gibt eine Störung auf einem der Stellwerke, weshalb wir zunächst nicht aus dem Fernbahnhof Frankfurt herauskommen. Irgendwann gibt es kostenfreies Wasser und Süßigkeiten. Die Bahnmitarbeiter sind bemüht, einige Kunden unverschämt und nehmen mehr als sie tragen können. Reicht dann nicht mehr für alle....
Als wir wieder fahren erklimmt mich die Gewissheit, das die Pünktlichkeit heute nicht erreicht wird. Auch in Stuttgart warte ich fast 50 Minuten auf den Anschluß und komme fast zweieinhalb Stunden später zu Hause an.
Am nächsten Tag reklamiere ich die Verspätung und erhalte innerhalb von 24 Stunden die Hälfte des Fahrpreises erstattet. Sensationell (oder ist die Bahn das schon gewohnt?).Read more













































































































































































































