Cambodia
Phum Ta Sĕn Khang Tbong

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26 travelers at this place

  • Day41

    Angkor Wat bei Sonnenaufgang

    March 28, 2019 in Cambodia ⋅ ⛅ 31 °C

    Um 4:40 Uhr klingelt der Wecker. In 10 min bin ich fertig und auch der Tuktuk-Fahrer ist schon da. Es geht durch das noch dunkle Siem Reap. Nur einige weitere Tuktuk-Fahrer un die ersten Straßenverkäufer sind schon unterwegs oder in den Vorbereitungen für den kommenden Tag.
    Als wir in Angkor ankommen ist es stockfinster. Die Straßen waren beleuchtet, doch nun liegt alles dunkel vor uns. Wie Glühwürmchen bewegen sich die einzelnen Touristengruppen mit ihren Taschenlampen vorwärts. Viele kommen mit Guide, aber einige so wie ich ohne.
    Positioniert wird sich zunächst direkt an den Wasserspeichern vor dem Wat. Hier soll sich eine schöne Spiegelung ergeben, wenn die Sonne aufgeht. Und tatsächlich wird es langsam hell und mit der Helligkeit spiegelt sich Angkor Wat und das Farbenspiel des Himmels im Wasser. Sehr stimmungsvoll und malerisch.
    Kurz nach sechs ist es dann fast hell und ich entschließe mich, nicht auf den Sonnenball draußen, sondern hinter der dritten vllt auch zweiten Einfassung zu warten.
    Zunächst gibt es eine Enttäuschung, die oberste Plattform in der ersten Einfassung ganz oben ist noch nicht offen. Ich entschließe mich zunächst die Leere und Stille des Ortes und das warme Licht für Fotos zu nutzen. Dann finde ich zwischen der dritten und zweiten Einfassung einen tollen Platz zum Sitzen und Genießen: auf dem obersten Absatz der Treppe einer der Bibliotheken.
    Hier steigt, mir direkt gegenüber, die Sonne aus den Bäumen hinter der dritten Einfassung empor. Glutrot. Und taucht alles in ein goldenes Licht. Wunderschön.
    Nach vielen Minuten gehe ich weiter auf Erkundungstour über das Gelände und erfahre dann, dass die Plattform heute nicht begehbar sei. Immer einmal inder Woche werde die oberste Ebene zu Reinigungszwecken von bösen Geistern gesperrt.
    Mist, das wusste ich nicht. Und heute läuft mein 3-Tages-Pass ab. Ich bin ein bisschen enttäuscht.
    Ich streife weiter und erreiche die Ebene, wo einzelne Mönche Segnungen anbieten. Um einem Mann bei seiner Video-Aufnahme dieses Ritus nicht im Weg zu stehen, muss ich leicht versetzt dazu stehe bleiben und bekomme bei der traditionellen Bespruhung mit geweihte Wasser eine Ladung ab. Zunächst halte ich es für ein Versehen, doch dann passiert noch zweimal. Das war deutlich, ich stehe zu nah und soll mich vom Acker machen.
    Ich bin zutiefst geschockt. Nie im Leben würde mir einfallen, eine solche Zeremonie zu stören. Nur weil ich nicht durchs Bild laufen wollte.
    Mich hat diese Situation zutiefst getroffen und es ist mir unglaublich peinlich. Ich muss weinen, weil ich es persönlich nehme.
    Im Verlauf wird mir jedoch klar, dass es nichts persönliches war, sondern nur sichergestellt werden sollte, dass die Segnung nicht ihre Kraft verliert, weil ich daneben stehe.
    Während der kommenden Minuten bin ich aber dann auch nicht die einzige, der eine unfreiwillige Dusche zu Teil wird. Auch andere begehen den Fehler allzu interessiert und zu nah dabei zu stehen.
    Gegen eine Spende hole auch ich mir eine Segnung ab. Die jetzt wirklich für mich bestimmt ist. Nicht ohne zuvor den Mönch in Verlegenheit zu bringen, denn Frauen dürfen ihn nicht direkt ansprechen oder Blickkontakt aufnehmen. Ich stehe jedoch von vorher noch so neben mir, das ich das vergesse. Aber das ist mit der Segnung danach auch schon wieder vergessen.
    Immer noch ein bisschen beklommen und um mindestens eine Lektion zu mir selbst reicher, verlasse ich die inneren Einfassungen. Es ist mittlerweile kurz vor acht und schon jetzt merkt man, wie heiß dieser Tag noch werden wird. Nun strömen auch die asiatischen Touristengruppen in die Anlage. Ich ziehe mich zurück und fahre ins Hotel. Hier habe ich noch ein bisschen mit all den Eindrücken zu kämpfen.
    Aber nach dem Frühstück fasse ich den Entschluss meinen 3-Tages-Pass für eine andere Tempelgruppe etwas abgelegen von Angkor zu nutzen und mir für morgen, um doch noch die Plattform und Angkor im Nachmittagslicht zu sehen, einen 1-Tages-Pass zu kaufen.
    Vorher bin ich noch in der Stadt unterwegs. Hier gibt es einen schönen Laden für Naturkosmetik, die komplett in Kambodscha und fast ausschließlich mit kambodschanischen Zutaten hergestellt wird. Es gibt ein kleines Fabrikgelände, dass man sich kostenlos anschauen kann. Hier sieht man, wie die Angestellten Frauen alles in Handarbeit von der Verpackung aus Palmblättern bis zum eigentlichen Produkt selbst herstellen. Sehr interessant und cool, dass es das hier gibt ohne dass ein Expat seine Finger im Spiel haben muss.
    Gegen eins breche ich dann zur Rolous-Gruppe auf, drei kleinere und abgelegenere Tempel, die aber doch ihren Reiz haben und spannend anzusehen sind. Immer wieder begeistern mich die vielen Details, mit denen die einzelnen Steine dekoriert wurden und dadurch der Tempel von unten bis oben durchweg verziert war.
    Danach geht es in der Nachmittagshitze zurück.
    Ich nutze die Zeit bis zum Abendessen für ein ausgiebiges Bad im Hotelpool. Und ich habe ihn komplett für mich alleine inklusive Aussicht über die Dächer von Siem Reap und untergehender Sonne.
    Zum Abendessen gibt es dann Cashew - Hühnchen und Morning Glory ("Wasserspinat"). Morning Glory ist sehr zurückhaltend im Geschmack und ähnlich wie echter Spinat. Mit Knoblauch und Chili gedünstet sehr lecker.
    Die ersten sieben Bilder sind von Angkor Wat, die restlichen von der Rolousgruppe. Das siebente Bild zeigt die Bibliothek, wo ich einen Absatz höher als die Frau gesessen habe.
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You might also know this place by the following names:

Phum Ta Sĕn Khang Tbong, Phum Ta Sen Khang Tbong, ភូមិ តាសិនខាងត្បូង