• Tag 17 Namsos - Trondheim

    July 10, 2024 in Norway ⋅ ☁️ 14 °C

    Nach dem Fußballspielgucken wollte ich eigentlich früher ins Bett gehen, doch nachdem die Kinder ihr Kettcar abgeben mussten, weil die Rezeption um 23:00 Uhr schließt, sind sie lautstark über die Zeltwiese gelaufen und haben gespielt. Deutsche Kinder sitzen eher am Handy und zocken, die norwegischen und schwedischen Kinder spielen draußen mit Steinen und Stöcken. Bemerkenswert. Der Nachteil war halt, dass mein Zelt mitten in ihrer Spielfläche war, so dass ich dann noch eine Runde über den Campingplatz gegangen bin und hab mir auch noch den angrenzenden kleinen See angesehen. Um 23:15 Uhr hat man noch die Sonne gesehen hier südlich vom Polarkreis geht sie nun wieder unter und wir haben etwa dreieinhalb Stunden „Nacht“. Da wird es aber auch nicht richtig dunkel.
    5:30 Uhr in der Früh hat mich doch wieder eine Drecksmöwe geweckt. Schreit mir doch direkt ins Ohr und ich bin wach. Wenn ich schon mal wach bin, bin ich mit Unterhose und T-Shirt zum Waschhaus auf die Toilette und hab mich nochmal hingelegt und ein bisschen schluferratzi gemacht.
    Aufstehen, Frühstück im Gemeinschaftsraum gemacht, zusammen gepackt, Zähne putzen und noch eine kleine Runde über den Platz.
    Abflug zur Tanke, Elise bekommt auch was zum Frühstück, feinstes bleifrei und ich einen Flatratekaffee. Ich hab nicht ganz aufgepasst, dann hat mich mein Navi doch einen anderen Weg gelotst, den ich eigentlich nicht fahren wollte. Es war die E6 sowas ähnliches wie eine gut ausgebaute Bundesstraße. Eigentlich wollte ich westlicher eine kleinere Straße lang fahren. Ich hab das Missgeschick aber zu spät gemerkt und war dann schon eine Weile unterwegs, so dass es sich nicht mehr gelohnt hat umzukehren. So bin ich auf der E6 weitergefahren zwischen ganz vielen Wohnmobilen und LKWs. Ich hab mir gedacht, bis Trondheim schaff ich das schon und es muss auch mal wieder eine langweilige Strecke geben, wo man nur geradeaus fahren muss. Kurven sind besser und die kommen auch wieder.
    Es ist schon sehr interessant, ich sehe immer wieder Hundebesitzer, die mit ihrem Hund direkt an der Landstraße spazieren gehen. Auch schiebt die eine oder andere Mutti den Kinderwagen an der Landstraße entlang. In meinen Augen ist es schon ein bisschen gefährlich. Aber vielleicht liegt es daran, dass die norwegischen Autofahrer sehr, sehr langsam und sehr sehr vorsichtig unterwegs sind. Sie haben zum Beispiel die Angewohnheit, wenn sie überholt werden, dass sie dann bremsen damit der Überholer schneller vorbeikommt. In Deutschland nicht vorstellbar, da tritt jeder BMW oder Mercedes Fahrer erst mal aufs Gas und sagt : Du überholst mich jetzt nicht !
    Die Landschaft ringsrum sieht wieder aus wie im Allgäu. Es ist richtig schön hügelig und es ist richtig schön grün. Ein See links, ein See rechts. Ich glaub, die Norweger wissen gar nicht wie schön sie es hier haben und wie viel Bäume und wie viel Grün sie haben.
    Kurz vor Trondheim sehe ich das Schild zum Campingplatz Ich fahre ab von der E6 und folge der Beschilderung zum Campingplatz Storsand Gård Camping. Dort angekommen frage ich, ob sie denn einen Spot für mich übrig haben für ein Zelt. An der Rezeption lachen Sie und sie sagen, sie haben viele Plätze für mich frei. (27€)
    Es ist irgendwie kurz nach zwei, und es wird schon ganz ganz dunkel. Ich baue das Zelt auf und es tröpfelt schon. Ich schwinge mich ganz schnell auf die Elise und fahr zum nächsten Supermarkt, um mir mein Abendessen und etwas für Frühstück zu besorgen. Im Regen fahr ich wieder vom Supermarkt nach Hause und lade gleich alles in der Gemeinschaftsküche ab. Fast alle Campingplätze hier in Nordik haben Gemeinschaftsküchen und Gemeinschaftsaufenthaltsräume. Dort treffen sich die Norweger und Schweden und brutzeln ihr Essen oder spielen am Abend Karten und unterhalten sich. Das mag wahrscheinlich daran liegen, dass draußen die Mücken nach frischem Blut unterwegs sind oder die Temperaturen sind so, dass man nicht unbedingt draußen vor dem Zelt sitzen möchte.
    Ich habe mir heute ein besonderes Soulfood gemacht, zumindestens nenne ich es so. Es gab wieder mal ein Entricote, Scampi dazu, also Surf and Turf, Wokgemüse aufgepeppt mit Erdnüssen und eingelegtem Feta Käse. Dazu gab es natürlich eine Dose Bier. Ich muss ja nicht mehr fahren heute. Es ist 16:00 Uhr und es regnet fürchterlich draußen. Ich bleib noch 2 Stunden in der Gemeinschaftsküche sitzen. Ich habe mir in der ZDFmediathek einige SOKO Krimis runtergeladen und ich schau mir einen Film an, während ich dem Regen durch das leicht geöffnete Fenster zusehen kann.
    Abgespült und den Film fertig angeguckt, packe ich alles zusammen und geh durch den Regen zurück zum Zelt. Schnell husche ich in das Zelt hinein und richte mein Schlafabteil her. Den ganzen Rest werfe ich quasi in meinem Wohnzimmer und Abstellraum und lass es gut sein. Für heute Abend gibt es noch ein bisschen Office time und einen Krimi aus der Mediathek.
    Mir geht es gut und ich freu mich, dass ich am Leben bin.
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