• Tag 21 Lom - Camping Lofthus

    July 14, 2024 in Norway ⋅ ☁️ 10 °C

    Das übliche, aufstehen, frühstücken, packen, tanken … Abflug. Heute geht es auf eine meiner Traumstrassen von Norwegen. Die Norwegische Landschaftsroute Sognefjellet verläuft zwischen Lom und Gaupne und ist 108 km lang (Straße 55). Dies ist Nordeuropas höchster Pass. Von den grünen Wiesen und der üppigen Kulturlandschaft von Bøverdalen führt die Straße durch das Tal hinauf zur Spitze von 1434 Metern. Zwischendurch muss man aufpassen denn die Bauern lassen ihre Schafe einfach so rumlaufen. Die Schafe liegen seelenruhig auf der Straße und man muss um sie rum fahren. Entlang einem Fluss zieht sich die Straße immer höher. Es wird frisch, 12 Grad, 10 Grad … und dann 7,5 Grad. Gut, dass ich meine Merino Unterwäsche an habe. Auf den Weg hoch zum Pass, immer wieder Wasserfälle und übrig geblieben Schneefelder. Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass Elise Reifen mit M+S Kennzeichnung hat ? Oben angekommen auf der Passhöhe 1428 m ist es einfach imposant. Mir gefällt es hier viel besser wie die Aida im Geirangerfjord anzusehen. Hier ist einfach nur Natur mit bisschen Wind, Kälte, Schnee, Nieselregen. Am Berg gegenüber ein Gletscher. Er hat die Farbe wie die Gletschereisbonbons. Wo es vorne hoch geht, geht es auch hinten runter. Ich fahre die Serpentinen und Haarnadelkurven. Es macht richtig Spaß. Fast kein Auto, manchmal ein Wohnmobil.
    Es geht auf eine Fähre, ich unterhalte mich mit einem norwegischen Motorradfahrer, der mich unterwegs überholt hat. Er hat einen Radarwarner, kennt sich aus und weiß wo die Polizei steht. Außerdem sagt er mir, wird nur von vorne geblitzt und da haben Motorräder kein Kennzeichen. Wenn er Strecke machen will, fährt er schon mal 160 Km/h. Erlaubt ist hier 80. Er erzählt mir, dass er manchmal auf die deutsche Autobahn fährt und einmal im Jahr zum Sachsenring auf die Rennstrecke. Wir zwei haben die Pole auf der Fähre, aber sein Kawasaki mit 160 PS zieht einfach davon. Elise flüstert mir ins Ohr, wenn wir kein Gepäck dabei hätten, hätten wir ihn stehen gelassen.
    Nächstes Highlight das Aurlandsfjellet hat eine ziemlich steile Anfahrt. Eigentlich Nix für Wohnmobile und Reisebusse …. aber die älteren Herrschaften wollen in beiden Gefährten die Straße blockieren. Gut. Es kann nicht jeder mit dem Motorrad fahren. Dieses Hochplateau war auch bombe. Unter mir geht das längste Straßentunnel mit 24,5 Km durch den Berg und ich oben drüber. Berge, Felsen, Wasserfälle, Schafe und immer wieder Schneefelder, selbst im Juli. Hinten runter gehen wieder Serpentinen, ich weiß gar nicht wieviele. Einfach genial. Da sehe ich ins Aurlandfjord rein … und was sehe ich … ein Kreuzfahrtschiff. Ein paar Kurven weiter sind auch schon die Renault Twizy sichtbar. In Rudeln treten sie auf, scheinbar die neueste Erfindung für Kreuzfahrer die nicht mehr zu Fuß laufen wollen oder mit dem Reisebus die Gegend erkunden wollen.
    Ich kaufe noch schnell was für mein Abendessen ein. Heute ist Sonntag und es darf im Supermarkt kein Bier verkauft werden. Schade. Wieder was gelernt. Ich finde den Campingplatz (18€). Zelt aufbauen, Essen mache, abspülen. Quatsch mit einem holländischen Pärchen die mit einen Land Rover mit Expeditionsausrüstung und Dachzelt unterwegs sind. Ich frage, ob sie auch Offroad fahren. Er schaut mich an und sagt : Nein, könnte ja was kaputt gehen. Heute waren es wieder schöne 340 Km. Bissi Office machen, dann Luftmatratze horchen.
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