Tag 4 – Rauf zu Bauer Jensen
June 15 in Germany ⋅ 🌬 15 °C
Die Nacht war nicht so prickelnd. Meine linke Nase ist immer wieder zugegangen. Aber so richtig heftig, und ich habe nicht viel Schlaf abbekommen. Meine Erkältung, die ich vor zwei Wochen hatte, holt mich wohl wieder ein.
Zur Abklärung, ob die Nasennebenhöhlen voll sind, bin ich auf dem Weg nach Bremervörde bei einem HNO-Arzt vorbeigefahren. Pünktlich um 8 Uhr war ich dort. Einmal durchkärchern, Ultraschall, ob nicht doch was drin sitzt, und mit einem Sack voll giftiger Medikamente bin ich um 10:30 Uhr wieder Richtung Elbfähre gerollt.
Am Fähranleger war Stau. Nachdem ich die Nase voll mit Rxxx hatte, hatte ich quasi die Erlaubnis, „rotz“frech an den wartenden Autos, Wohnis, LKWs und Bussen vorbeizufahren. Ganz nach dem Motto, wie es auch in Norwegen üblich ist: Motorcycles first.
Der Stau war ungefähr einen Kilometer lang, und ich hätte gewiss drei oder vier Fähren warten müssen, wenn ich mich brav hinten angestellt hätte.
Ha! Bin sogar an drei Harley-Fahrern aus Belgien vorbei. Die haben ein bisschen komisch geguckt. Zumindest nach dem, was ich im Rückspiegel gesehen habe. Tigger war der Meinung, dass die Belgier neidisch auf die blaue Elise waren. Harley können sowas einfach nicht.
Mich hat gewundert, dass kein selbsternannter Hausmeister oder Blockwart dabei war, der mich z. B. durch das Öffnen einer Tür am Vorbeifahren hindert.
An Bord habe ich mich in eine Nische gekuschelt, sodass ich keinem anderen Kfz Platz weggenommen habe. Ich bin ja fürsorglich – mir gegenüber und den anderen.
Die Überfahrt hat 10 Euro gekostet und vielleicht 20 Minuten gedauert. Ein älterer Herr kam zu mir und hat mich gelöchert: Wo es hingeht, wo ich schon war, was das für eine BMW ist, wie alt ich bin und warum meine Frau nicht mitfährt. Er kam aus Cuxhaven und hatte mit seiner Frau eine Woche E-Bike-Radlurlaub in Dänemark gebucht. Imma nett, wenn man ein wenig Small Talk machen kann.
Es ist topfeben hier oben, und es gibt viele Kasernen oder militärische Übungsplätze. Kann aber auch sein, dass mich mein Navi wieder ein paarmal an derselben Stelle vorbeigeführt hat.
Ich ziehe durch bis zum Campingplatz „Beim Bauer Jensen“, so ungefähr 30 Kilometer vor Flensburg. Netter kleiner Platz neben einem Bauernhof. Mit Muh von der Kuh und Blöken vom Schaf.
Ich bau auf und fahr einen Sprung nach Flensburg. Bissi am Hafen und in der Innenstadt rumlaufen.
Wieder zurück am Campingplatz gibt's eine Runde mit dem Kettcar und dann duschen. Bissi was essen, ich tröste eine Dose Bier, weil sie so alleine ist, und dann ab auf die Luma.
Heute waren es 209 Kilometer plus Flensburg rein und raus. Der Tag ist wie im Flug vergangen. Morgen früh habe ich einen Termin zum Vorderreifenwechseln und dann geht's ab nach Dänemark.
Btw.: Sonnenuntergang ist um 22:01 Uhr und die Vögel lärmen.Read more





















