Tag 16 Jotunheimvegen
June 27 in Norway
☁️ 16 °C
Ich schlafe jeden Tag besser. Vielleicht liegt es auch daran, dass meine Nase langsam besser wird und es nicht geregnet hat.
Gestern Abend ist noch eine Familie aus Holland angekommen. Ach übrigens, der ganze Campingplatz ist eigentlich voller Holländer. Ganz Holland muss leer sein.
Das kleine Kind, so 1,5 Jahre alt, ist bis 23 Uhr noch draußen rumgelaufen und wollte nicht ins Bett.
Als es dann so weit war, hat es eine knappe Stunde geschrien und geweint. Man, das kleine Teil war echt ausdauernd. Eigentlich wollte ich früh schlafen gehen, aber vor Mitternacht war an Schlaf nicht zu denken, da der holländische VW-Bus unweit meiner dünnen Zeltwände stand.
Irgendwann war dann doch Stille.
Frühstück, zusammenräumen, abspülen und dann noch Waschraum. Heute war wieder mal Beine rasieren angesagt und frische Unterwäsche gab es heute auch. Ich überlege kurz, ob ich die schon mal hatte … ja doch. Wobei es eigentlich egal ist: An der frischen Luft beim Motorradfahren merkt man eh nix, und ich habe so viel Merino an wie geht. Das hält eh gut zwei Wochen, dann dreht man es auf links.
Gestern war zwar Freitag, aber trotzdem war bei mir Waschtag. Es ist nicht alles trocken geworden, und ich stopfe den Rest in ein Orangennetz, das ich mal aufgehoben hatte. Das klemme ich dann auf die Rolle, und bei der Fahrt tagsüber wird alles im Wind getrocknet.
Sodalla, Abflug Richtung Circle K: Super bleifrei für Elise, Kaffee und einen Kakauli für mich.
Ich unterhalte mich mit ein paar Jungs, die mit einem Mietwagenbus von Hertz unterwegs sind.
„Na, geht es zum Angeln?“ – die schauen mich verdutzt an, und wir kommen ins Plaudern. Sie sind aus Frangen und reden auch so. Frau und Kind zuhause gelassen, ab zum Fischen nach Norwegen mit Freunden. Fünf Jungs in einem VW-Bus, der Rest der Sitzplätze mit Bierträgern aufgefüllt.
Dann noch kurz zum Extra-Supermarkt und für heute und morgen einkaufen. Morgen ist Sonntag, da bekommt man kein Bier im Supermarkt. Also heute zwei Dosen kaufen. Tigger nimmt gleich eine links und rechts in den Arm und verschwindet im Topcase.
Erster Wegweiser zum Jotunheimvegen. Das ist eine knapp 50 km lange Maut-Schotterstraße. Wikipedia sagt: durch eine reizvolle Gegend.
Bis es schotterig wird, warten jede Menge Kurven auf uns. Tigger johlt wieder und kullert mit den zwei Bierdosen im Topcase hin und her. Ich habe einen Supa Kontakt zu Hildegard, und wir nehmen jede Kurve wie die Profis. Gut, immer ein paar Zentimeter Luft unter den Fußrasten – wir wollen ja heile ankommen. Aber dennoch habe ich es ganz schön laufen lassen, so vollgepackt wie die alten Wikinger unterwegs waren.
Mautstelle. Ich bin gespannt, ob das heute mit der Kennzeichenerfassung funktioniert. Ich bin zwar registriert mit Kennzeichen und Kreditkarte. Man muss sich innerhalb von 48 Stunden melden und zahlen, falls das mit dem elektrischen System nicht klappt.
Elise strampelt gleich mit den Füßen und legt auf Schotter los.
Beim ersten Halt: Och, warte mal … ich glaube, ich werde von Mücken überfallen. Ich lasse das Visier unten, aber eine findet doch den Weg über den Kinnriemen. Irgendwo an der Schläfe werde ich dann gestochen.
Gang rein, und ohne Schulterblick geht es mit Karacho weiter.
Die Prozedur ist dann alle paar Minuten die gleiche: anhalten, Foto, und gleich weiter. Dabei komme ich aber irgendwie nicht weiter – und es liegen ja noch 50 Kilometer vor mir.
Es ist einfach klasse zu fahren. Der Boden ist annähernd trocken und sehr griffig. Es ist eine malerische Gegend hier auf dem Fjell. Mir kommen einige Motorradfahrer entgegen und jede Menge Mountainbiker.
Als Fahrradfahrer musst du einfach schneller sein als die Mücken, sonst macht das alles keinen Spaß.Read more


























