Tag 22 Elvis, Johnny und MC Touring
July 3 in Denmark
🌬 18 °C
Dänemark, ja hier geht ein Wind. Bei jeder Böe heute Nacht hat die kleine Hütte geknackt und geächzt. Ich dachte schon, dass ich das bin, wenn ich mich im Bett auf die andere Seite gerollt habe.
Ein bisschen überheizt ist der kleine Raum und mein Daunenschlafsack, der für -22 Grad gedacht ist, hat mitgeholfen, eine sehr, ja fast schon zu wohlige Saunawärme zu schaffen.
Ich stehe um kurz vor 7:00 Uhr auf und gucke raus. Aha, das Meer ist noch da. Die Wohnmobile stehen noch. Ein Zelt sehe ich keins. Ui, da fliegt gerade eine Kuh vorbei.
Wir haben draußen Windstärke 29. Auf dem Weg zum Waschhaus ist gleich mal mein Capi weg … vom Winde verweht. Ich hüpfe hinterher und bekomme es wieder zu fassen. Ein köstliches Bild für Außenstehende.
Ich habe mal ein Buidl von WetterOnline.de angepappt, nicht dass ihr meint, ich erzähle hier immer einen Schmarren. Alles die Wahrheit und nichts als die Wahrheit.
Heute die letzten fünf Löffel Müsli, dann ist das auch leer. Nach den drei Wochen ist so vieles leerer geworden. Eine Gaskartusche ist verbrutzelt, Duschgel und Zahnpasta sind auch schon gut weggegangen. Ich hatte jeweils kleine Reisepackungen vom Drogeriemarkt Müller dabei. Ich finde das besser, denn bis zum Schluss immer die große, fast leere Duschdas-Flasche herumzufahren, ist auch doof. So werden die kleinen Packungen nach und nach aufgebraucht und entsorgt.
Der Lagermeister meldet aber schon: Mindestbestand erreicht bei diversen Reiseutensilien. Für weitere Hacks fragt mich einfach oder folgt mir.
Die Hütte ist mit einer viertel Quadratmeter großen Küche ausgestattet. Das Wichtigste: Eine Kochplatte und eine Kaffeemaschine sind da. Es gibt keinen Flatrate-Kaffee an der Tanke mehr, wie in Norwegen. Ab heute kostet jede Tasse Kaffee an der Tankstelle wieder richtig Geld.
Ich füttere die Kaffeemaschine mit Wasser und Pulver und als sie fertig gegurgelt hat, setze ich mich mit meiner Tasse Kaffee ans Fenster und gucke raus … ihr wisst schon … Kühe beobachten und so.
In die Hütte will ich gar nicht richtig gucken. Wie kann man in ein paar Stunden nur so viel Unordnung machen? Sowas passiert in einem Zelt nicht.
Packen, abspülen, Abflug. Mit Rückenwind.
Soll ich mal was sagen? Ich freue mich richtig aufs Motorradfahren heute.
Hildegard hat heute die ganze Nacht die Haare geföhnt bekommen. Richtig auftoupiert sehen sie aus.
Wir machen heute den Abflug Richtung Randers zum Elvis-Museum. Am Straßenrand sehe ich die nächsten Kühe, die auf ihren Flug warten. Boarding hatten sie schon, der Abflug geht gleich los.
Ich fahre das erste Stück Autobahn. Also, ich versuche es zumindest ordentlich und auf meiner Spur hinzubekommen. Gelingt mir fast immer, aber bei Böen mit 80 km/h von Steuerbord ist das nicht immer einfach.
Ich mache mehrere kleinere Pausen, da das ganz schön Konzentration kostet. Bei einer dieser Pausen google ich auch nach einer Bäckerei. Zwölf Kilometer noch und dann querab, sagt das Navi.
In der Bäckerei bettle ich die junge Verkäuferin an, ob ich auch Butter auf eine Körnersemmel bekommen kann. Der Kaffee und die Semmel mit richtig fett Butter drauf schmecken hervorragend.
Gestärkt schwinge ich mich lässig auf meine 71 Pferde und reite weiter.
In Randers lotst mich das Navi zum Elvis-Presley-Museum in der Graceland Randers Vej 3.
Ich besuche das Elvis-Museum und auf dem gleichen Gelände gibt es seit ein paar Jahren auch noch das Johnny-Cash-Museum.
Es gibt gesammelte Stücke rund um Elvis und sein Leben wird sehr detailliert beschrieben. Als ich dort war, lief gerade eine Führung … leider auf Dänisch. Das Einzige, was ich verstanden habe, waren die Worte: „Elvis Presley.“ 🤣 Ich habe dann nach ein paar Minuten aufgegeben und abgebrochen.
Und der Johnny … es ist das einzige Johnny-Cash-Museum außerhalb der USA. Eine interessante Ausstellung mit viel schriftlicher Information. Ich habe einen Ordner auf Deutsch bekommen und bin damit durch die Ausstellung gelaufen und konnte alles nachlesen.
Von dort aus war es nicht mehr weit zu meinem Campingplatz, dem MC Touring Camp. Ein Campingplatz von Motorradfahrern für Motorradfahrer.
Platz gefunden und das Zelt hinter einer Hecke aufgebaut. Die bremst den Wind ein wenig. Ich bin ja so pfiffig. Rundherum stehen auch Bäume, die helfen, die Böen etwas abzudämpfen.
Elise steht ein paar Meter daneben und Hildegard … ja, Hildegard hat heute Wallenmähne.
Es wird wieder fein gekocht. Ein Lob in die Küche. Abspülen, Küche in den Koffer zurückräumen, bissi Blog schreiben. Doof rumgucken.
Ich glaube, ich höre die Luftmatratze schon rufen.
Das waren supawindige 197 Kilometer, aber es hat supa Spaß gemacht.Read more





















