Tag 23 nach Svendborg
July 4 in Denmark
☁️ 18 °C
Der Tag beginnt supa. Wie ich aus dem Zelt klettere, lacht mir die Sonne ins Gesicht. Jetzt noch das Müsli mit Eierlikör anrühren und der Tag kann nicht besser werden.
Ab zum Waschhaus. Die haben aber weiches Toilettenpapier. Einzelblatt.
Auf dem Rückweg sehe ich wieder kleine Männerspielzeuge. Ich wäre nicht ich, wenn ich es nicht gleich ausprobieren würde (Bilddokumente sind angehängt).
Hinter meiner Hecke ist eine Familie mit zwei ganz lieben Blagen. Zum Schlafengehen haben sie sich gestern schon eine Stunde lang einschreien müssen und heute Früh waren sie um 5:50 Uhr wach … und machen wieder Theater. Die Vorstellung heißt: Fortsetzung folgt.
Mama, Papa und zwei kleine Kinder in einem riesigen Hauszelt. Wie geht das mit dem Motorrad? Sie fahren ein rollendes Wohnzimmer: eine Honda Gold Wing 1500 mit Beiwagen und Anhänger. Die Kinder sitzen mit Kindersitz und Babyschale im Beiwagen.
Ich packe, dabei will der Größere von den beiden die ganze Zeit mit mir reden. Leider verstehe ich ihn nicht. Ich texte ihn auf Deutsch zu und er guckt nur, bevor er wieder laut wird. Erst als sein Vater ihn abholt, kann ich fertig packen.
Sodalla, Elise ist beladen. Noch schnell an der Rezeption auschecken und dann Abflug Richtung Svendborg, das auf der Insel Fyn liegt. Ich lasse Elise langsam warm werden und nehme dann jede Kurve mit, die kommt. Also so alle 20 Minuten eine, denn Kurven gibt es in Dänemark nicht viele.
Es ist teilweise eine langweilige, manchmal aber auch eine gemütliche Fahrt. Ich fahre Landstraße. Auf der Autobahn gibt es gar keine Kurven, das ist noch langweiliger.
Es gibt Strecken, da kommt eine Ampel nach der anderen und dann wieder ein Kreisverkehr nach dem anderen. Kommt man in einen Ort, sind dort überall flache Bauten. Weitläufig verteilt an breiten Straßen – so wie in Amerika. Ihr wisst schon: Falls mal einer da war, kennt er sich aus.
Pause zwischendurch. Tanken für Elise und bei einer Bäckerei gibt es eine Buttersemmel und einen Cappuccino.
Kleine bis mittlere Holzhäuser und wirklich nur in den ganz großen Städten mal ein vierstöckiges oder noch höheres Haus.
Mittagszeit. Ich kaufe bei SuperBrugsen ein. Wie immer nehme ich so einen kleinen Korb zum Hinterherziehen. Der Helm kommt da nämlich rein, dann muss ich ihn nicht tragen und ich Roller los.
Es geht an den Convenience-Food-Regalen und Theken vorbei und ich kann mir gar nicht vorstellen, schon alles fertig zu kaufen. Zielstrebig geht es zur Fleischtheke. Das ungesunde rote Fleisch, nicht zu dick, weil ich ja nur die kleine Pfanne habe. Heute im Angebot: speckumwickeltes Ochsenfilet. Ein bisschen über einen Zoll dick, das sollte gehen.
Zwei solche Scheiben sind mein, dazu Salat. Portobellos und Knoblauch habe ich noch. Ach, fehlt noch eine Zwiebel. Ein bisschen was zum Trinken und etwas fürs Frühstück morgen gehen auch noch mit.
Und für jetzt: ein riesengroßer Salat mit Scampis und dazu ein Stück Baguette.
Es wird auf dem Motorradkoffer angerichtet. Den Rest, den ich nicht mehr verstauen kann, klemme ich ins Gepäcknetz.
Och, eine Megabrücke … die Ny Lillebæltsbro. Die „Neue-Kleiner-Belt-Brücke“ ist eine 1.700 Meter lange Hängebrücke nach Fyn. Auf der Gegenfahrbahn hat sich nach einem Unfall ein etwa fünf Kilometer langer Stau vor der Brücke gebildet. Habe ich ein Glück. Auf Stau habe ich keine Lust.
Es geht weiter die Straße entlang. Ich sehe ein Schild: „Hafen und Kiosk“ und denke mir: Da könnte doch ein Kaffee auf mich warten.
Irgendwann schaffe ich dann doch die 280 Kilometer und suche mir den Rantzausminde Camping aus.
Die Campingplatzbesitzerin ist vom Typ Hausmeister und Kontrolleur. Sie ist hinter allen her und wuselt überall herum. Beim Zeltaufbauen kommt sie und fragt, ob alles in Ordnung ist. Dann kommt sie wieder und fragt, ob der Seitenständer von Elise nicht ein Loch in den Rasen macht. Kurz darauf erscheint sie erneut – diesmal mit einem Brett.
Ich bin in der Küche und koche. Da kommt sie rein und will sehen, was ich mache. Die anderen Campinggäste hätten sich beschwert, es würde so gut riechen. Ich sage ihr: Zwiebeln und Knoblauch, Fleisch gut anbraten und den Rest mit viel Liebe machen. Sie düst wieder davon. Wahrscheinlich macht sie sich jetzt Notizen in ihrem Rezeptbücherl.
Ich darf den Glaspavillon benutzen, weil ich mit harter Währung gezahlt habe. 15 € kostet die Nacht, einmal Duschen inklusive. Sie nimmt nämlich keine Kreditkarte. Mit Cash bringt man das Geld wohl besser an der Steuer vorbei.
Im Pavillon, der eigentlich ein Gewächshaus ist, residiert eine reizende Statue, die mir beim Essen zuguckt.
Die anderen Camper müssen sich bei dem aufkommenden Wind in ihr Wohni zurückziehen und ich kann gemütlich im Glashaus sitzen und die Gegend bewundern. Die Steine bleiben heute draußen.
Gaaanz leise höre ich die Luftmatratze:
„Christian … komm zu mir ….“Read more



























TravelerHallo Crissi, du hast ja eine tolle Reise hinter dir, ich hab jeden Tag deine wundervollen Geschichten gelesen.