• Tag 25 Durch den Regen …

    July 6 in Germany ☁️ 21 °C

    Ich bin nicht ganz sicher, aber ich glaube, ich bin so um 0:30 Uhr ins Bett gekommen. Norma und Knud waren auf einem Open Air und als sie heimgekommen sind, hatten wir noch ein Ratscherl. Knud hat sich bald ins Bett verdrückt und Norma die Unterhaltung überlassen. Nebenbei ließ sie auf dem Tablet Fußball laufen. Sie ist ein Megafan und verpasst so gut wie kein Spiel. Sie hat sich gefreut, dass Norwegen gegen Brasilien gewonnen hat. Wenn ich das sagen darf: Mir war's Wurst. Mailand oder Madrid – Hauptsache Italien!
    Irgendwann haben wir zwei dann auch beschlossen, dass es für heute langt.

    Ich habe heute am längsten geschlafen – vom ganzen Urlaub. Bis 7:30 Uhr.

    Ich rolle mich aus dem Bett und geselle mich zu Knud, der schon Kaffee aufgebrüht und die Tageszeitung praktisch auswendig gelernt hat. Er muss heute nur noch zwei Stunden arbeiten und ab morgen haben sie selber Urlaub und düsen mit ihrem Wohni ab. Da hat's gerade noch geklappt mit meiner Übernachtung.

    Wir reden über dies und das und irgendwann kommt auch Norma aus ihrer Höhle. Ich quatsch mit ihr weiter und gegen 9:00 Uhr fange ich an, alles zusammenzupacken. Irgendwie wird es immer schwerer, die Packtasche zuzubekommen. Ich wälze mich wieder auf ihr herum, damit die Luft rausgeht. Von außen mag das sehr komisch aussehen. Ich habe ja schon mal gesagt: wie Lumpi, der morgens um halb zehn seinen Spaß hat.

    Ich gucke raus zu Elise. Sie steht im Nieselregen. Beim Packen werde ich wieder supanass. Kann gleich wieder Haare föhnen.

    Abflug. Grobe Richtung Magdeborg, Quetlinborg ... Nach Norwegen und Dänemark gibt's für mich nur noch "-borg".

    Pause beim Tanken. Pause beim Bäcker: Milchkaffee und Butterbreze. Nachmittags Pause beim Bäcker: Kaffee und ein süßes Teil.

    Ansonsten gibt's nur Fahren durch Regen. Es läuft super, die Reifen haben Grip. Nur der eine oder andere versetzte Kanaldeckel verzieht das Vorderrad ein wenig. Am späten Nachmittag reißt es etwas auf.

    Ich finde den weltbesten Campingplatz – zumindest laut Internetauftritt – und rufe dort an.

    „Ein Zelt, ein Motorrad, ein alter Mann ... Habt ihr auf der Zeltwiese was frei?“

    „Und wie lange seid ihr da?“

    Ich bekomme die Erlaubnis zur Landung und der Tower ist bis 21 Uhr besetzt. Abflug.

    Das Navi hat mich gelotst ... aber zu einer komischen Adresse vom Typ Feldweg. Der Rest war querfeldein. Für mich und Elise kein Problem. Tigger kullerte nur wieder mit der Bierflasche im Topcase hin und her. Was macht man da eigentlich mit einem Wohni? 😳

    Ich bin angekommen und habe gesehen, dass es auch für die Langweiler einen anderen Weg hierher gibt.

    Der Campingplatzbesitzer fragt: „Bist du der alte Mann, mit dem ich telefoniert habe? So siehst du aber gar nicht aus.“

    Wir mussten beide lachen.

    Ich soll erst mal aufbauen und dann noch mal zu ihm kommen.

    Beim zweiten Besuch sagt er: „Ah ja ... jetzt siehst du alt aus.“

    Und wir mussten wieder beide lachen.

    10 € Rentnertarif inklusive warm duschen, so lange ich will. Das ist mal eine Ansage. Ohne Anmeldung, ohne Namen, ohne Quittung und ohne gar nix.

    Mich treibt es ein bisschen Richtung Osten.

    Ich will auf dem Heimweg noch durchs Erzgebirge, ein bissi Tschechien und dann raus über die Oberpfalz ... Hallo zu Christine und Erich sagen. Sie wissen aber noch nix davon. 🤫

    Schnell ist die Küche aufgebaut und ich brutzel mir mein Abendessen. Wie immer ein Lob an die Küche und den Sternekoch.

    Abspülen, duschen, Blog schreiben und darüber schmunzeln, was mir wieder so eingefallen ist. Am Abend den Tag noch mal Revue passieren zu lassen, ist gar nicht so schlecht.

    Höre ich da wieder meine Luftmatratze leise wiseln ...

    „Christian, komm zu mir.“

    Das waren heute 361 Kilometer mit viel, viel flüssigem Sonnenschein.

    Aba Motorradfahren macht unheimlich Spaß.
    Read more