• Chrissiesplace
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Passo Stelvio …

A short but fine adventure by Chrissiesplace Read more
  • Trip start
    July 29, 2025

    Von Innsbruck zum Brenner

    July 29, 2025 in Italy ⋅ ⛅ 13 °C

    Zirler Berg runter Richtung Innsbruck. Dort quäle ich mich durch die Stadt. Rund um den Bahnhof ist eine Baustelle, in der ich schon 2022 bei dem ersten Dolomitentrip mit Elise gestanden bin. Unvorstellbar viel Verkehr, aber es hat zumindest aufgehört zu regnen.
    Ich fahr heute das erste Mal östlich von Innsbruck eine kleine Straße parallel zur Brenner-Landstraße durch Patsch, Hennerboden und Pfons und komme vor Matrei wieder auf die Brenner-Landstraße zurück. Nett zu fahren, aber fast nur 30er- oder 50er-Beschränkung wegen der vielen kleinen Dörfer. Also man kommt nicht richtig vorwärts, aber der Weg ist ja das Ziel.
    Ja, endlich am Brenner. Mit einem Bild wird alles dokumentiert … Ich höre leichtes Wimmern aus dem Tankrucksack. Der kleine Stofftiger will raus, aber er darf jetzt nicht raus, weil ich keinen Reisepass für ihn dabeihabe.
    Ab dem Brenner geht Sandalien los. Ich hol schon mal die Flip-Flops raus und Elise will bauchfrei fahren. Tigger nölt weiter aus dem Tankrucksack: „Wann sind wir endlich da? Wann bekomme ich ein Eis?“
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  • Jaufenpass

    July 29, 2025 in Italy ⋅ ⛅ 11 °C

    Die Landstraße runter bis Sterzing geht ruckzuck und schon sehe ich die ersten Schilder zum Jaufenpass. Eine Kehre nach der anderen geht es hoch bis zum Sattel auf 2.094 Meter. Elise ist in ihrem Element – Kurven und Serpentinen.
    Angekommen am Pass mache ich natürlich ein Foto und Elise fragt, bevor ich abdrücke: „Hab ich die Haare schön?“
    Ich denke mir: Frauen … und drücke ab. Mich stört meine Helmfrisur nicht. Von den drei Haaren, die ich noch habe, stehen zwei nach links und eins keck nach rechts von der Murmel ab. Ich sage mir … passt!
    Ich fahr weiter Richtung Meran und dann hintenrum über Hafling nach Terlan. Ich wollte das letzte Mal schon die supakurvige Strecke über Hafling nehmen, aber da hat es so geregnet.
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  • Camping Ganthentaler

    July 29, 2025 in Italy ⋅ ☀️ 26 °C

    Kurz vor dem Campingplatz kaufe ich mein Ankommbier und zwei Stückl Fleisch bei einem kleinen Kramerladen in Terlan. Entrecôte gibt es hier nicht, aber dafür eingelegtes Schweinenackensteak.
    Es ist später Nachmittag und der Campingplatzbesitzer wartet schon auf mich. Es ist ein neuer Besitzer und er hat den Platz erst seit diesem Frühjahr übernommen, erzählt er mir. Ich bekomme einen Traumspot auf der Zeltwiese zwischen zwei Holländern zugewiesen und bau mein Zelt und meinen kleinen Campingstuhl auf.
    Elise muss leider außerhalb vor einer Hecke stehen bleiben, weil sich Mitcamper die letzten Tage über Motorenlärm beschwert haben.
    Danach gibt es den Ankomm-Motor-Radler und ich richte meine Küche fürs Abendessen her. Noch ein kurzer Dip in den Pool und dann unter die Dusche, bevor es mit dem Essenmachen weitergeht.
    Genau wie ich fertig bin mit dem Brutzeln, geht genau über dem Campingplatz ein Platzregen runter und ich muss mich im Zelt verstecken und mein Fleisch vor dem Regen in Sicherheit bringen. Ich checke WetterOnline.de und – siehe da – haargenau über dem Campingplatz eine Regenwolke und sonst weit und breit blauer Himmel.
    Aber mir macht das nix und ich wolfe einfach alles in meinem kleinen Vorzeltbereich weg.
    Bissi später hab ich mich dann noch auf ein kleines Bankerl neben meinem Zelt gesetzt und den Resten vom Bier ein liebevolles Zuhause gegeben.
    Es waren wundervolle 332 Kilometer und ich freu mich auf meine Luftmatratze.
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  • Ab zum Stilfser Joch

    July 30, 2025 in Italy ⋅ ☀️ 14 °C

    Es ist 6:00 Uhr und ich bin putzmunter. Ich frühstücke mein Müsli und trinke einen löslichen Gourmet-Kaffee Jacobs 2 in 1 mit den Vitaminen BASF.
(Memo an mich: Equipment für Filterkaffee besorgen.)
    Die Sonne ist schon wach und scheint auf den dem Campingplatz gegenüberliegenden Berg. Einfach ein schönes Bild.
    Das Zelt bleibt heute stehen und ich fahr mit leichtem Gepäck beschwingt los. Es geht ab zur nächsten Tankstelle und dann das Vinschgau aufwärts Richtung Reschen und zu meinem heutigen Ziel: dem Stilfser Joch.
    Es ist noch a bissi frisch, aber das macht uns nichts. Trotz Berufsverkehr geht es zügig durch Meran und die Landstraße hoch bis Spondinig.
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  • Serpentinen Passo Stelvio

    July 30, 2025 in Italy ⋅ ☀️ 14 °C

    Das Navi sagt: links ab Richtung Prad am Stilfser Joch.
    Sodalla, vom Schild, dass der Pass offen ist, erst mal ein Foto machen.
    Erinnerungen kommen hoch an die Zeit, wie ich vor über vierzig Jahren die Serpentinen gefahren bin. Damals, in einer Zeit ohne Handy und Kreditkarte. Ich war unterwegs mit einer Flasche Wasser, einer in der Frühstückspension beim Frühstück geklauten Semmel und vielleicht 15.000 Lire, damit ich einmal tanken kann. Ach, und ich darf es gar nicht laut sagen: einer Packung Zigaretten.
    Die Fahrt hoch zum Pass war einfach genial. Es war irgendwie viertel nach neun und gegen Dreiviertel zehn war ich oben. Eine Kurve nach der anderen, eine Serpentine nach der anderen.
    Irgendwo zwischendrin hat ein Fotograf seine Position bezogen, aber ich war noch zu früh oder vielleicht waren wir auch zu schnell für ihn ;-)
    Ihr müsst wissen: Rund um die Pässe hier positionieren sich Fotografen und versuchen, spektakuläre Fotos von diversen Fahrzeugen zu schießen und bieten diese gegen eine PayPal-Spende im Internet an.
    Oben angekommen auf 2757 Metern erst mal eine Ankommbratwurst. Ich nehme mir die Hirschwurst in einem Vinschgerl und freu mich, bei den doch frischen Temperaturen etwas Warmes in den Bauch zu bekommen.
    Im Nachhinein ärgere ich mich, dass ich kein Souvenir mitgenommen habe. Aber so habe ich wenigstens einen Grund, nochmal „irgendwann“ hinzufahren und mir das T-Shirt mit „Passo Stelvio“ drauf zu kaufen.
(Memo an mich: irgendwann nicht vergessen.)
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  • Richtung Bormeo

    July 30, 2025 in Italy ⋅ ☀️ 16 °C

    Es ist irgendwie kurz vor 11 Uhr und die Straßen sind schön leer. Es ist traumhaft, hier zu fahren. Die Straße ist trocken, zwischendurch mal bewölkt, aber richtig schön.
    Damals … zu der Zeit, als das Zigarettenbürscherl unterwegs war, hat jemand hier oben zu ihm gesagt: „Den Gavia-Pass, den musst du fahren.“
    Gesagt, getan. Den fahr ich auch dieses Mal. Und ab geht die wilde Lucy.
    Der Gavia-Pass hat Beschränkungen. Es ist Winterausrüstung gefordert und maximal 3,5 Tonnen Gewicht erlaubt. Okay, Elises Reifen haben M+S-Kennung, aber ohne Schneeflockensymbol. Ich habe eh ein wenig abgenommen und war noch dazu vorher beim Bieseln. Hoffe, das reicht mit dem Gewicht.
    Von Bormio geht es Richtung Santa Caterina Valfurva. Vor mir biegt ein sehr tiefer, breiter Alfa Romeo Alfetta ein. Ein aufgemotzter Oldtimer aus den späten Achtzigern mit einem Auspuffrohr, aus dem beim Beschleunigen ein Lärm und Gegröle kommt, das sich ähnlich anhört wie mein Magen, wenn ich mal einen Tag nichts zum Essen bekomme.
    Ich merke sofort, dass das ein Aborigine ist, denn er nimmt jede Kurve mit Highspeed und driftet sogar gekonnt um ein paar Kehren. Und wir immer hinterher. Das war ein heißer Ritt bis zur Passhöhe auf 2621 Meter.
    Der sportlich ambitionierte Fahrer muss aus der Rennszene sein. Er war der optimale Guide und kannte jede Kurve. Da braucht man nicht überholen … und ich wäre wahrscheinlich auch nicht an ihm vorbeigekommen.
    Beim Hinterherfahren hat man gesehen, dass die Beifahrerin mittig auf der Rücksitzbank saß und sich links und rechts festgehalten hat. Wenn ich da drin gesessen wäre, hätte ich eine Windel gebraucht.
    Elise ist in ihrem Element. Eine Schräglage nach der anderen geht es hoch, bis es nach der Baumgrenze immer karger wird.

    Oben an der Passhöhe bei 2621 Meter angekommen parke ich und mach ein Foto und denke mir: Das hat sich aber ein bisschen verändert in zweiundvierzig Jahren. Aus der kleinen Schutzhütte ist ein stattliches Restaurant geworden. Es ist im Vergleich zu 1983 auch alles geteert und die Straßen sind bissi breiter geworden.
    Ich sehe den Alfa-Fahrer wieder und sage zu ihm: „You ride like the Devil is behind you.“
    Er grinst und hebt den Daumen.
    Elise fragt mich nachher, warum ich sie als Teufel bezeichnet habe. Tststs … sie schon wieder
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  • Passo Tonale und Mendelpass

    July 30, 2025 in Italy ⋅ ⛅ 13 °C

    Nach einer Pause geht es durch den Nebel auf der Südrampe vom Gavia weiter Richtung Passo Tonale. Der ist nur 1882 Meter hoch, aber bei den Skifahrern sehr beliebt. Von der Hochebene aus geht es via Gondel und Skilifte zu den bekannten italienischen Autobahnskipisten.
    Hier merke ich, dass meine Antriebskette trocken gelaufen ist. Der Scottoiler für die automatische Kettenschmierung versagt auf einmal seinen Dienst.
    Ich google nach einer Motorradwerkstatt, um ein Kettenspray zu kaufen, und muss dafür noch einen Pass fahren: den Mendelpass, um Richtung Kalterer See zu kommen. Dort ist ein KTM-Motorradhändler.
    Der Pass ist noch niedriger – nur 1362 Meter – aber superschöne geschwungene Kurven.
    Ich kaufe die Dose Kettenspray für Elise und um die Zeit zu überbrücken, damit das Öl auch gut einwirken kann, besuche ich einen Supermarkt und wühle mich durch das Angebot in der Fleischtheke.
    Memo an mich: Nicht mit Hunger einkaufen gehen.
    Zurück zum Campingplatz geht es noch an wunderschönen Apfelbäumen vorbei.
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  • Campingleben

    July 30, 2025 in Italy ⋅ ☀️ 25 °C

    Den Abend lasse ich nach einer Dusche mit meinen Abendessen zwei Fleischstücken, einer Uncle Ben’s Reisepfanne und einer oder waren es zwei (?) Dosen Gösser Pils ausklingen. Ach, zwischen den beiden Bier musste ich noch zum Abspülen in die Outdoor Küche.
    Es war ein wunderbarer 278 Kilometer langer Rundkurs, mit unzähligen Kurven, Serpentinen und Kehren.
    Ich sitze auf meinem kleinen Stühlchen und schau einen Film aus der ZDF-Mediathek an und mein Tiger macht es sich in der Zwischenzeit im Topcase gemütlich und fragt mich, wo denn die bella ragazza bleiben, um ihm Gesellschaft zu leisten.
    Irgendwann fallen ich todmüde auf die Luftmatratze.
    So nach 23:00 Uhr kommt der kleine Tiger zu mir ins Zelt und weckt mich. Er sagt mir, draußen wird fotografiert und er will auch ein Foto haben.
    In diesem Moment schlägt ein Blitz unweit vom Campingplatz ein. Es wird taghell und das ganze Zelt hebt sich gefühlt einen halben Meter. Gut, dass ich auf der Luftmatratze war – die hat dann den freien Fall nach unten abgefedert.
    Ich habe Tigger gefragt, ob er auch schön gelächelt hat beim Blitz, damit es ein schönes Foto von ihm wird.
    Ich bin dann gleich wieder eingeschlafen und der leichte Regen auf dem Zelt hat dazu beigetragen, dass man mein Schnarchen nicht mehr gehört hat.
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  • Och, es geht wieder heimwärts

    July 31, 2025 in Italy ⋅ ☀️ 14 °C

    Ich wurde wieder früh wach. Kurz nach halb sieben war ich schon mit Müsli und Kaffee durch, dann flugs abspülen und die Küche im Koffer verstauen. Nochmal in den Waschraum zum Duschen und Zähneputzen. Hier erlebt man den Charme der Siebzigerjahre nochmal hautnah.
    Die Reste wie Zelt, Luma und Schlafsack packen und aufladen und … Abflug. Gezahlt hatte ich schon tags zuvor.
    Elise scharrt schon mit den Hufen. Heute geht es über das Timmelsjoch Richtung Heimat. Noch kurz tanken und dann geht es an Meran vorbei das Passeiertal hoch.
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  • Rauf aufs Timmelsjoch

    July 31, 2025 in Italy ⋅ ☀️ 17 °C

    In St. Leonhard in Passeier teilt sich die Straße Richtung Jaufenpass und Timmelsjoch. Ich fahr links rum die Timmelsjoch-Hochstraße.
    Klasse Auffahrt über die Serpentinen. Es macht immer wieder Spaß, wie leichtfüßig sich Elise bewegen kann, selbst wenn sie bepackt ist und dadurch breite Hüften hat.
    Es geht bis auf 2509 Meter hoch. Zwischendurch gibt es immer wieder grandiose Aussichten, die ich einfach auf mich wirken lasse.
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  • Timmelsjoch ganz oben

    July 31, 2025 in Austria ⋅ ☁️ 5 °C

    Oben angekommen geht es ein wenig in die Wolken rein. Ich zahl am Mauthäuschen meinen Obolus für die hochalpine Straße und mach dann Halt und bummel durch das Motorradmuseum.
    Die Pause tut gut und ich kann mich auch ein wenig aufwärmen, wobei ich immer an meine Gepäckrolle denken muss, die ich nur mit Zurrgurten befestigt habe.
    Nach der Pause und gestärkt mit einem heißen Kaffee und einem Kipferl geht es auf der österreichischen Seite talwärts Richtung Sölden.
    Ich war vorher noch nie hier, aber nur durchs Durchfahren durch den Ort kann ich sagen: Ich kann Sölden nicht leiden.
    Warum?
    Einfach darum!
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  • Durch Tirol nach Bayern

    July 31, 2025 in Austria ⋅ ☁️ 15 °C

    Von Imst aus geht es nach einem Tankstopp weiter hoch zum jüngsten Alpenpass Europas, dem Hahntennjoch (1903 m).
    Über die Hahntennjoch-Passstraße kommt man zur Sommersiedlung Pfafflar. Sie gilt als eine der ältesten Höhensiedlungen Tirols. In diesem idyllischen Bergdorf finden sich alte Holzhäuser, deren Bau bis ins 13. Jahrhundert zurückreicht, und auch ein Schnitzelwirt, bei dem ich zur Mittagszeit einfalle und – wie könnte es anders sein – ein Schlawiner-Schnitzel wolfe.
    Nach dem Mittagessen starte ich wieder als Glühwürmchen und füttere das Navi mit der Adresse von Haimhausen. Als Routenoption gebe ich „Abenteuer“ ein … mal sehen, was das Garmin Zumo XT daraus macht.
    Es geht über Garmisch hintenherum nach Weilheim, wo ich für einen Kaffee und eine Rosinensemmel gerne Halt mache. Mein Po möchte auch gerne eine Pause machen und ich laufe ein bisschen ziellos in einem Edeka rum.
    Draußen braut sich wieder was zusammen und es wird wohl wieder eine kostenlose Motorradwäsche geben.
    Um 18:00 Uhr bin ich gesund und munter nach 384 Kilometern angekommen.
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    Trip end
    July 31, 2025