• Daniela reist
  • Daniela reist

Sommerfahrplan

Dieses Jahr gönne ich mir einen freien Sommer, in dem ich die Länder rund um die Ostsee erkunden möchte. Vielleicht im September mit einem Abstecher zum Mittelmeer... Weiterlesen
  • Beginn der Reise
    1. Juni 2026

    Letzte Vorbereitung

    28. Mai in Deutschland ⋅ ☀️ 25 °C

    Am Montag werde ich mein 2-monatiges Interrail-Ticket aktivieren und den Zug nach Dänemark besteigen. Das Wochenende werde ich wohl damit verbringen mein Reisegepäck so auszudünnen, dass alles in meinen Rucksack passt. Ich bin gespannt, ob es mir gelingt;-))Weiterlesen

  • Atempause

    2.–4. Juni in Dänemark ⋅ ☁️ 19 °C

    Mein Interrailticket habe ich heute vollumfänglich genutzt! Eine Fahrt aus Deutschland ins Ausland ist enthalten - von München nach Kolding waren es fast 1000 km. Nach 12 hFahrt ist es auch Zeit für einen Tag Pause…
    Matthias begleitet mich die ersten Wochen in Dänemark und gemeinsam erkunden wir die Kleinstadt. Sie ist nicht spektakulär, im Schloss verbringen wir einige Stunden, bevor wir dann noch im Outdoor-Laden vergessenes besorgen.
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  • Ankommen

    4.–8. Juni in Dänemark ⋅ ☁️ 16 °C

    Seit Mittwoch sind wir nun in Aarhus, der zweitgrößten Stadt Dänemarks mit ca. 300T Einwohnern. Durch die vielen Studenten ist es eine junge Stadt mit vielen Bars und Cafés, außerdem gibt es interessante Museen und gute Restaurants. Nachdem wir uns gestern durch die Stadt haben treiben lassen, waren wir heute im ARoS Kunstmuseum, das in einem beeindruckenden Gebäude mit „Regenbogenkranz“ untergebracht ist. Nicht alles erschließt sich mir als Kunst, aber das liegt ja immer im Auge der Betrachterin… Das Wetter ist wie erwartet durchwachsen, wir hoffen auf die nächsten Tage!Weiterlesen

  • Aus den Tiefen des Moores zu höchsten Höhen

    5. Juni in Dänemark ⋅ ⛅ 17 °C

    Unser gestriges Ziel war das MOMU, das wichtigste Museum Dänemarks zur Vor- und Frühgeschichte, etwas südlich von Aarhus. Es ist schön aufgebaut über die verschiedenen Epochen, allerdings ertrinkt man fast an der Vielzahl an Ausstellungsstücken; es sind schon sehr, sehr viele Utensilien des täglichen Lebens in den Vitrinen…

    Das absolute Highlight ist der Grauballemanden, eine im Moor über 2300 Jahre konservierte Leiche. Die schwarze Haut ist geerbtes Leder und auch die Haare sind echt inkl. der Henna-Färbung durch das Moor!

    Heute ist komplettes Kontrastprogramm angesagt: im Hafen ist ein neues Viertel entstanden mit dem 142m hohen Aarhus Øje als höchsten Gebäudes Dänemarks als Highlight. Bei sonnigem Wetter sind wir am Meer entlang gebummelt, inkl. meines erstes Smørrebrød mit leckeren Krabben!
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  • Auf Fünen verweht!

    8.–12. Juni in Dänemark ⋅ ☁️ 17 °C

    Viele fragen sich sicher, wer oder was ist überhaupt Fünen und warum fährt man dahin?

    Die pragmatische Antwort, die Insel liegt nun Mal zwischen Aarhus und Kopenhagen, man kommt eh dran vorbei! Andererseits ist hier mit Odense die Heimat des Dichters H.C. Andersen, dessen Märchen eigentlich jeder kennt. Erst an Weihnachten gab es eine Ausstellung in Starnberg zum kleinen Tannenbaum https://www.andersenstories.com/de/andersen_mae…. Rund um Odensee gibt es schöne Natur am Meer. Wir haben uns daher auch für ein Hotel in Kerteminde im Inselosten entschieden und für 2 Tage ein Auto gemietet. Etwas schade ist, dass nichts so stabil ist, wie die Unstabilität des Wetters 🙁

    Unseren ersten Tag haben wir in Odense verbracht, größtenteils im H.C. Andersen Museum und mit dem Kauf eines neuen Koffers für Matthias. Bei seinem bisherigen sind in sehr kurzem Abstand nicht nur beide Räder sondern auch noch der Hauptgriff kaputt gegangen, was den Transport wirklich schwierig macht.

    Dienstags stand eigentlich Inselerkundung auf dem Plan. Da wir jedoch beide keine Fans von Wanderungen bei Wind und Regen sind, haben wir uns am Vormittag für einen Besuch im Museum Brandt verbracht. Ein echtes Highlight!
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  • Inselerkundung

    9. Juni in Dänemark ⋅ 🌬 17 °C

    Am Nachmittag ging es nach einem kurzen Abstecher nach Faaborg zum Wasserschloss Egeskov, das in einen herrlichen Park eingebettet ist. Auf dem Gelände sind zahlreiche weitere Museen, insb. auch eines mit historischen Fahrzeugen.

    Den letzten Tag auf Fünen haben wir mit dem Besuch einer Wikingeranlage gestartet, bevor es dann in den Zoo von Odense ging. Das absolute Highlight war das Oceaneum. Es gab ein großes Becken mit faszinierenden Manatis, die ich so nahe noch nie gesehen habe. Das Highlight war jedoch die Pinguinanlage, mit Königs- und Eselspinguinen. Wir kamen genau zur Fütterungszeit und es war richtig viel los im Becken.

    Am nächsten Morgen ging es dann weiter nach Kopenhagen.
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  • Kopenhagen

    11.–17. Juni in Dänemark ⋅ ⛅ 15 °C

    Nach einer angenehmen Zugfahrt sind wir gut in unserem Airbnb angekommen. Abends natürlich noch ein erster Abstecher in die Stadt.
    Am nächsten Morgen stand dann klassisches Sightseeing an, natürlich mit einem Besuch bei der Kleinen Meerjungfrau!Weiterlesen

  • Kopenhagen - was bleibt?

    16. Juni in Dänemark ⋅ ☁️ 14 °C

    Kopenhagen war ein absolutes Muss auf dieser Reise. Allerdings lebt die Stadt für mich vor allem von der tollen Lage am Wasser, natürlich neben Top Restaurants und Museen, sowie einer schönen Innenstadt. Durch das schlechte Wetter hat es mir leider auch die Laune etwas verhagelt. Insbesondere der Wind war so extrem, dass Matthias auch mit dem Regenschirm hätte nach Hause fliegen können 😕

    Ein Highlight war das Louisiana Museum of Modern Art, etwas außerhalb gelegen in einer herrlichen Villa angesiedelt.
    Den nächsten Tag haben wir größtenteils im Aquarium verbracht mit einem Abstecher ins alternative Christiana, das sich als Freistaat sieht und zumindest auch teilweise so toleriert wird.
    Und unser letzter Tag galt einem Besuch in der Glyptothek und etwas schlendern durch die Stadt.

    Ihr seht, es war für mich kein absolutes Highlight, aber gefühlte 12 Grad sind im Juni auch nicht wirklich lustig. Ich setze meine Hoffnungen auf Midsommer in Schweden!!!
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  • Wetterumschwung 😎

    17.–18. Juni in Dänemark ⋅ ☁️ 16 °C

    Es ist unglaublich. Vorgestern noch hat es bei 15 Grad so gewindet, dass Matthias mit dem Regenschirm hätte nach Hause fliegen können. Kaum ist er heute zum Flughafen aufgebrochen, schon schlägt das Wetter um! Bei mir geht es Richtung Norden weiter. Aktuell lasse ich mir bei Kaffee und Kuchen am Fähranleger von Helsingør die Sonne ins Gesicht scheinen. In nur 10 Minuten bin ich dann in Schweden. Midsommer kann kommen!Weiterlesen

  • Sommerfrische zu Midsommer - ein Experiment!

    18.–23. Juni in Schweden ⋅ ☀️ 18 °C

    Midsommer ist in Schweden der wichtigste Feiertag nach Weihnachten. Gefeiert wird die Sommersonnenwende – die Zeit, in der die Tage am längsten sind und es selbst nachts kaum dunkel wird.

    Da ich bereits früh wusste, dass es ein klassisches Familienfest ist und die Städte sich zu diesem Termin leeren und fast alles geschlossen sein wird, habe ich Copilot den Job gegeben, mir einen schönen Urlaubsort an der Westküste Schwedens entlang meiner Route zu finden. Nach einigen Diskussionen ist die Wahl auf Varberg, einer Kleinstadt eine knappe Autostunde südlich von Göteborg gefallen. Und tatsächlich sind die Städter genau hier, ich habe Menschen sowohl aus Göteborg als auch südlich von hier kennengelernt. Die Strandpromenade ist schön, es gibt zahlreiche Cafés und Restaurants und mit dem Bus kommt man auch ganz gut voran.

    Meine Unterkunft ist ein ehemaliges Gefängnis innerhalb der Festungsanlage Fästningens, das bis 1931 noch in Betrieb war. Ich wohne in einer Ex-Zelle von ca. 10qm: Zwei Betten, ein Fenster, das eher Licht als Aussicht liefert. Das ehemalige Klo dient heute als Papierkorb. Dazu Gemeinschaftsbad und eine Küche. Allerdings sind die anderen Zellen kaum belegt, mehr als genug Platz für mich. Und nach nur 5 Minuten ist man mitten im Geschehen!
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  • Midsommer-Feierlichkeiten

    19. Juni in Schweden ⋅ ☀️ 21 °C

    Da das Wetter am Freitag hervorragend war, habe ich mich den Schweden angeschlossen und den Tag am Meer verbracht. Man kann wunderbar an der Küste entlang nach Süden spazieren, sich die Sonne ins Gesicht scheinen lassen und die Atmosphäre genießen. Die ganze Stadt scheint unterwegs, wenn nicht hier, dann mit dem Boot auf den vorgelagerten Inseln. Gegen Abend entschließe dann auch ich mich zum Picknick, mit Brot und Käse auf dem Steg vor der Festung. Wirklich dunkel wird es nicht, abends um elf kann man herrlich den Sonnenuntergang genießen.

    Am nächsten Tag möchte ich dem Thema Midsommer noch etwas näher kommen. Ich fahre in einen Vorort und schaue mir die Feierlichkeiten an. Das Event findet auf einer großen Wiese statt mit nur wenigen Bänken. Wer sitzen möchte, bringt sich Stühle oder Decken selbst mit. Eine kleine Band ist bei letzten Übungen, dann geht es los! Ein geschmückter Baum wird von Männern in Tracht aufgestellt. Nach einer kleinen Rede startet die Musik und dann direkt auch der Tanz, der größtenteils aus Umrundungen des Baums der sich an den Händen haltenden Teilnehmern besteht. Wobei man sagen muss, dass daran fast ausschließlich Menschen mit Kindern teilnehmen. Nach einer guten Stunde ist alles vorbei und die ersten verabschieden sich, ich auch. Hmmm, war jetzt so wie bei uns das Aufstellen eines Festbaums. Aber ohne Alkohol, der in der Öffentlichkeit außerhalb von Restaurants verboten ist. Und vermutlich auch deshalb wesentlich entspannter.

    Die weiteren Tage verbringe ich an den Stränden im Süden sowie auf der vorgelagerten Halbinsel Getterön.
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  • Entspanntes Göteborg

    25.–30. Juni in Schweden ⋅ ⛅ 22 °C

    Am Dienstag ist meine Vorfreude auf Göteborg bereits so groß, dass ich früh meine Sachen packe und mich auf den Weg mache. Vom Bahnhof aus ist es nur eine kurze Fahrt mit der Tram zu meinem Airbnb etwas südlich vom Zentrum. Bevor ich meinen Koffer die Treppen hinauf bringe, gibt es zur Stärkung zunächst eine der beliebten Zimtschnecken!

    Nach meiner „Zeit im Knast „ ist es schön, ein großes Zimmer in einer Wohnung de facto für mich allein zu beziehen. Denn die Besitzerin schaut in den ganzen Tagen nur einmal kurz vorbei.

    Bereits jetzt fühle ich mich bereits angekommen! Göteborg hat gut 600T Einwohner und alles wirkt trotzdem so herrlich entspannt - ein echter Wohlfühlort! Kaum raus aus der Wohnung, schon lande ich in Haga, ein Altstadtviertel, in dem noch viele Holzhäuser stehen und es auch zahlreiche Cafés und Restaurants gibt.

    Am nächsten Morgen ist es noch etwas wolkig, bevor es auch hier die nächsten Tage heiß werden soll. Daher entschließe ich mich zum Besuch des „Konstmuseum“, dessen Gebäude im Inneren bereits ein Kunstwerk an sich ist. Nachdem sich am Nachmittag der Sommer meldet, bekomme ich nun endlich meine Stadtrundfahrt per Boot, die in Kopenhagen im wahrsten Sinne des Wortes „ins Wasser gefallen“ ist! Das Schippern durch die Kanäle und den Hafen ist herrlich und gibt mir Inspiration für meine Zeit hier.

    Der botanische Garten etwas außerhalb der Stadt lockt mich mit seiner Orchideensammlung. Leider leider werden die Gewächshäuser gerade renoviert, so dass ich mich mit dem Außenbereich zufrieden geben muss. Echt schade…
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  • Auf zu den Schären!

    26. Juni in Schweden ⋅ ☀️ 20 °C

    Man hört ja so viel über die wundervollen Schärengärten, vor allem vor Stockholm. An der Westküste vor Göteborg gibt es sie natürlich genauso. Der heutige Freitag bietet sich besonders an - das Wetter ist herrlich und trotzdem ist es noch nicht so voll. Mit der Tram kommt man bis zum Hafen und auch die Fähre nach Styrsö ist ganz normaler Teil des öffentlichen Nahverkehrs. Ich habe mir heute ein echtes Bad im Meer fest vorgenommen. Aber ich muss sagen, ich bin eifach zu verwöhnt vom indischen Ozean; es reicht nur bis zu den Oberschenkeln! Ich arbeite daran… Die Insel ist irgendwie wie erwartet. Man hat ständig das Gefühl, dass um die Ecke die Villa Kunterbunt steht und Pippi mich auf ein Getränk aus dem Limonadenbaum einlädt😎 Es war definitiv ein wirklich schöner Ausflug, aber die Eindrücke wiederholen sich natürlich auch! Auf dem Heimweg lege ich noch einen Stop in Killan an, ein aufstrebendes Viertel im Westen mit einer tollen Bar mit Livemusik zum nicht vorhandenen Sonnenuntergang!

    Am Samstag treibt es mich dann nochmals ins Zentrum, damit ich ja keine der Sehenswürdigkeiten verpasse! Der Stadtpark ist schön, aber heute können wir fast mit den deutschen Rekordtemperaturen mithalten. Selbst in die Kirchen schaffe ich es nicht, wobei eine wegen Gottesdienst geschlossen ist.

    Letztendlich kapituliere ich vor der Hitze: noch eine leckere Pizza und dann ab nach Hause. Die verschwitzten Klamotten nochmal waschen, damit der Koffer morgen zur Weiterreise duftet. Dann noch eine Runde WM schauen und schon mal über Finnland nachdenken…
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  • Fußball in Stockholm

    28. Juni–2. Juli in Schweden ⋅ ☁️ 23 °C

    Seit gestern Nachmittag bin ich in Stockholm. Nach einem Tag fremdeln fühle ich mich auch ganz gut angekommen. Ich hänge einfach noch Göteborg nach…

    Nun sitze ich in einem Pub um die Ecke meines Hotels und schaue mir 🇩🇪 🇵🇾 an. Zur Halbzeit steht es 0:1;-(( Es wird schon werden…

    Den Tag habe ich mit einem Besuch in Södermalm gestartet, von wo aus man einen tollen Blick über die Stadt hat. Nach einem kleinen Bummel ist man direkt an Meer, mit dem Ticket des öffentlichen Nahverkehrs kann man die Fähre besteigen und ein Bisschen kühle Luft schnuppern. Es war ehrlich gesagt Zufall, dass ich auf der Insel gelandet bin, wo sowohl das ABBA-, als auch das Vasa-Museum beherbergt sind. Ich habe mich spontan für zweiteres entschieden; die 18,5 Grad zum perfekten Schifferhalt kamen meinem Besuch sehr entgegen! Es ist schon krass, dass man als König ein modernes Kriegsschiff bei Top-Ingenieuren aus den Niederlanden in Auftrag gibt in und das dann bei der Jungfernfahrt geräuschlos sinkt. Die Aufbereitung dagegen ist ein Meisterstück, nach 400 Jahren ist das der Wahnsinn!

    Ansonsten geht meine Reiseplanung voran! Im Vorhinein war eigentlich nur klar, dass ich nach Finnland möchte, jetzt steht fest, dass ich mich schrittweise zur aktuellen europäischen Kulturhauptstadt Oulu 200 km südlich vom Polarkreis herantasten möchte. Demnächst mehr dazu…

    Oh je, wie kann man nur gegen Paraguay verlieren 😲 Kein Wort mehr dazu!
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  • ABBA oder Beethoven?

    1. Juli in Schweden ⋅ ☁️ 23 °C

    Wo ist bei dieser Überschrift wohl der Zusammenhang? Ganz einfach: mein Programm der letzten 2 Tage in Stockholm!

    Dienstag Abend hatte ich noch keinen echten Plan für die nächsten Tage. Daher waren am Mittwoch früh Ideen gefragt. Nach ein Bisschen surfen habe ich mich für ABBA entschieden, mit Bus und Fähre war ich schnell da und bin auch sofort in der Vergangenheit versunken. Eigentlich bin ich kein wirklicher Fan der Band, aber singen und tanzen im interaktiven Museum haben echt Spaß gemacht, auch wenn die Qualität solala ist. Nach reiflicher Überlegung gibt es die Videos mit meinen Gesangs- und Tanzkünsten aber nur persönlich!!!

    Auf dem Nachhauseweg bin ich noch in einem kleinen Bar-Kiosk am Meer eingekehrt, wo man die Sommeratmosphäre wirklich einsaugen kann!

    Kaum fange ich an, mich in der Stadt ein Bisschen auszukennen, schon ist mein letzter Tag da ☹️ Mein eigentliches Ziel ist die Markthalle Hötorget; aufgehalten werde ich jedoch von Beethoven-Klängen (hat man mir gesagt…) aus einem riesigen blauen Haus. Es ist das Konserthuset, das dieses Jahr hundertjähriges Jubiläum feiert! In diesem Zuge werden tagsüber im Foyer des Art déco Gebäudes kostenlose Konzerte von Musikstudenten gegeben. Bereits beim Bau war klar, dass es außer als Konzerthaus als angemessene Location zur Verleihung der Nobelpreise dienen soll. Selbst die Stühle für die Nobelpreisträger sind noch im Original vorhanden! Eine an der Führung beteiligte Schwedin erzählte, dass ihr Sohn eines der hochbegehrten Tickets in einer Verlosung gewonnen hat. Das war ein super Event für ihn.

    So sehr ich auch am Anfang mit Stockholm gefremdelt habe, so hat mich abschließend der Hötorget überzeugt. Auf den Schäreninseln war ich nicht, ich wage jetzt einfach die These, dass sie sich nicht stark von denen vor Göteborg unterscheiden. Falls es jemand besser weiß, Feedback gerne!

    So, nun freue ich mich auf Finnland!
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  • Durch die Schären nach Finnland

    5. Juli in Finnland ⋅ 🌧 18 °C

    Nach Finnland geht es mit dem Schiff weiter. Morgens um 7h bin ich abfahrbereit am Hafen und warte darauf, dass mich die „Viking Grace“ durch die Schären schippert. Etwa 12 Stunden braucht sie bis nach Turku, bis 1812 sogar Hauptstadt. Leider wurde die Stadt vor 200 Jahren nahezu komplett durch ein Feuer zerstört, daher gibt es keine wirkliche Altstadt. Auf mich wirkt sie heute eher wie eine nette Studentenstadt, deren Leben sich vor allem entlang des Flusses Aurajoki abspielt.

    Bei herrlichem Sonnenschein kommen wir an, vorbei am Ruisrockfestival, das wohl von Größe und Künstlern vergleichbar mit Rock am Ring ist. Vom Wetter auf jeden Fall, man erkennt das Publikum in der Stadt bereits an den Gummistiefeln…

    Leider kann ich die herrlichen Bars und Cafés am Wasser kaum genießen, da das Wetter nicht mitspielt. Auch ein Ausflug in das Urlaubsstädtchen Naantali etwas nördlich am Meer wird daher eher ein kurzes Vergnügen… Aber egal, ich fahre einfach ein Bisschen früher weiter, in einigen Tagen ist schönstes Sommerwetter angesagt ☀️
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  • Saunieren in Tampere

    6.–8. Juli in Finnland ⋅ 🌧 14 °C

    Bereits am späten Vormittag komme ich in Tampere an und habe Glück, dass ich bereits einchecken kann. Tampere nennt sich selbst die Saunahauptstadt der Welt; Fakt ist, dass die Saunakultur Finnlands 2020 in die Liste des Immateriellen Weltkulturerbes der Unesco aufgenommen wurde. Damit steht mein Nachmittagsprogramm fest.

    Beim Betreten des Gebäudes denke ich zuerst, ich habe mich verlaufen, denn ich stehe mitten in einem Café direkt am Fluss. Aber ein kleiner Vorhang führt dann in die Sauna. Der Ort ist auf das Saunieren selbst ausgerichtet, es gibt nicht so viel Drumherum wie bei uns, was die veranschlagten 90 Min. zu einem guten Fenster macht. Zumindest hier läuft alles in Badekleidung, es wäre auch blöd, denn bei der Abkühlung im Fluß kann die ganze Stadt zuschauen… Und danach sitzt man noch gemütlich mit Blick auf den Fluss!

    Am nächsten Tag mache ich mich auf den Weg zum Sara Hildén Art Museum, das vor allem aktuelle Bilder von finnischen Künstlerinnen zeigt. Und zurück in der Stadt verbringe ich den nächsten Regen in der historischen Markthalle, in der die Auswahl des Essens wirklich schwierig ist, so lecker die Auslagen aussehen!
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  • Sommer am Polarkreis

    8.–13. Juli in Finnland ⋅ ☁️ 15 °C

    Ok, es ist etwas übertrieben. Nicht der Sommer, denn seit ich mein Airbnb in Oulu bezogen habe gibt es keinen Tropfen Regen mehr und ich verbringe eine herrliche Zeit hier. Aber ich bin nicht ganz am Polarkreis. Oulu ist immerhin die nördlichste Großstadt außerhalb Russlands und ich war sowieso noch nie so weit im Norden, noch ca. 200 km sind es bis zum Polarkreis. Es liegen weniger als 4 Stunden zwischen Sonnenunter- und aufgang! Außerdem ist Oulu dieses Jahr europäische Kulturhauptstadt. Das ist aber nicht der Grund meines Besuchs, sondern war mehr der Auslöser, mich mit dieser Region zu beschäftigen.

    Die Stadt erstreckt sich über mehrere Inseln, auf denen allerdings aufgrund einiger Feuer nur noch wenige der alten Holzhäuser stehen. Besonders schön erhalten sind sie auf Pikikatu, wohin mich ein Biergarten mit finnischer Live-Musik treibt. Mann kann sich herrlich durch die Stadt entlang der Flüsse und über den Marktplatz treiben lassen, überall gibt es etwas zu schauen, aber es ist wunderbar entspannt. Was mich komplett überrascht, wie jung Oulu ist, was wohl an den Unis und vielen Technologieunternehmen liegt.

    Nach 2 Tagen Stadt entscheide ich mich für einen Mietwagen für weitere Erkundungen. Zunächst geht es nach Hailuoto, einer großen vorgelagerten Insel auf der nur etwa 1000 Menschen leben. Und im Sommer kommen natürlich Touristen, um die Ruhe und die schönen Sandstrände zu genießen. Krass sind die vielen Festivals und Konzerte überall hier in Skandinavien. In Oulu Pop, hier Indie-Rock. Ich war mit einer Finnin beim Essen und es ist wohl wirklich so, dass man sehr sehr viel in die kurze Sommerzeit packt, was man bei uns über ein halbes Jahr verteilen kann…

    Der Samstag führt mich eine halbe Stunde weg von Oulu nach Koiteli in eine schöne Flusslandschaft, in der ich den halben Tag verbringe. Wie fast alle anderen hier habe auch ich mein Picknick dabei und nach einer kleinen Wanderung kann ich es am Wasser genießen. Einzig nicht erfolgreich bin ich bei der Suche nach meiner recherchierten Sauna, die ich zum Tagesabschluss besuchen wollte 🙁

    Der größte Vorteil einer Wohnung ist ganz klar, dass ich meine Gepäck wieder auf Vordermann bringen kann, was auch dringend notwendig war. Damit verbringe ich dann noch den ganzen Sonntagvormittag, damit ich den Rest des Wochenendes noch in Ruhe am Meer genießen kann.

    Und schon ist meine Zeit hier vorbei und ich sitze im Zug nach Helsinki, der über 6 Stunden braucht und mir damit genug Zeit für meinen Footprint lässt 😎
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  • Zu Besuch bei der „Tochter der Ostsee“

    13.–17. Juli in Finnland ⋅ ☁️ 22 °C

    Nach über 6 Stunden Fahrt bin ich trotz erster Klasse wirklich froh anzukommen. Dann noch einen km leicht bergauf zum Hotel…

    Mit Betreten der Lobby ist meine Laune schon wieder direkt gut, denn ich komme zeitgleich mit Matthias an, der mich für eine Woche begleitet. Helsinki und Tallinn wollen wir gemeinsam erkunden. Heute sind wir beide recht schlapp, nach einer kleinen Stadterkundung kehren wir beim Koreaner ein.

    Helsinki ist erst seit gut 200 Jahren Hauptstadt Finnlands, weil die Russen das Zentrum nach der Eroberung näher an das Zarenreich verlegen wollten. Bis dahin war Turku Hauptstadt, mein erster Stopp in 🇫🇮 - so schließt sich der Kreis…

    Den Dienstag verbringen wir mit der klassischen Stadtbesichtigung: Zentrum, dem Dom Tuomiokirkko, der orthodoxen Uspenski-Kathedrale…

    Beim Aufwachen am nächsten Morgen werden wir von herrlichem Sonnenschein begrüßt und wir entscheiden uns zu einem Inselausflug zur Seefestung Suomenlinna - Welterbestätte von Helsinki. Von der Festung ist nicht mehr viel zu sehen, ich denke es ist mehr die historische Bedeutung der Anlage…

    Am Abend lockt das eher kleine, 1970 eröffnete Tavastia. Es zählt zu Europas ältesten Rockclubs, in dem finnische Rocklegenden wie Nightwish und auch Bands wie die Foo Fighters aufgetreten sind. Heute stehen die Finalisten eines lokalen Wettbewerbs auf dem Programm, der passend für alte Leute bereits um halb acht startet 😎

    Mich führt der nächste Morgen zu einer Sauna direkt am Meer. In meiner Zeit in Finnland bin ich ein echter Fan von „Sauna im Sommer“ geworden, vor allem mit Abkühlen in Fluss oder Meer! Matthias hat sich indessen zum Besuch der in den Fels gehauenen Temppeliaukion Kirkko und des Friedhofs entschieden. Auf dem Heimweg verliebe ich mich im Schaufenster noch in ein Kleid, dass natürlich hervorragend für unser geplantes Abendprogramm geeignet ist. Zunächst führt uns der Weg ins Museum Amos Rex, dessen Design allein fantastisch ist. Es ist grundsätzlich unterirdisch angelegt, hat jedoch Fenster zum darüber liegenden Platz. Die Ausstellung zeigt vor allem aktuelle Kunstwerke der lokalen Szene.

    Am nächsten Morgen steht mein Abschied aus Skandinavien an. Von den besuchten Ländern hat mir Finnland am besten gefallen hat, ohne dass ich erklären kann, warum. Stockholm ist objektiv gesehen sicherlich die schönste Stadt, aber ich fand Oulu toll und Helsinki hat auch ihren Charme… Ich bin auf das Baltikum gespannt!
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  • Tallinn - das Tor zum Baltikum

    17.–20. Juli in Estland ⋅ ⛅ 25 °C

    Das Wochenende verbringen wir in Tallinn. Am Freitag bringt uns die Fähre in nur 2 Stunden nach Estland und wir können direkt im Hotel einchecken, so dass wir noch viel vom Tag haben. Unser Taxifahrer hat uns erzählt, dass er schon einmal in Nürnberg war und die beiden Städte vergleichbar findet. Und irgendwie ist da etwas dran, wenn man so durch die mittelalterliche Altstadt bummelt - der Hauptplatz ist umrahmt von alten Gebäuden, es gibt eine Burg und einen Domberg. Gerade im Zentrum sind viele Restaurants und Cafés, in denen man die Seele baumeln und sich die Sonne ins Gesicht scheinen lassen kann. Äußerlich am beeindruckendsten ist für mich die orthodoxe Alexander Nevsky Cathedral, deren Türme immer mal wieder durchblitzen. Aber auch die Burg mit den gut erhaltenen Türmen und langen unterirdischen Gängen lohnt eine Erkundung. Den Samstagabend genießen wir in einem Restaurant mit riesigem eingewachsenen Garten, etwas abseits vom Trubel.

    Am Sonntag ist Museumstag. Vor allem für das Kumu Kunstmuseum wollen wir uns genug Zeit nehmen. Es ist in den schönen Kadriorg-Park eingebettet und zeigt estnische Kunst vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart sowie aktuelle Ausstellungen. Danach geht es zum ehemaligen Wasserflugzeug-Hangar ins Lennusadam, vor allem zur Besichtigung des historische U-Boot Lembit.
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  • Natur pur in Lahemaa

    20.–24. Juli in Estland ⋅ ☁️ 16 °C

    Zur Reisevorbereitung habe ich unter anderem zwei sehr schöne Bildbände genutzt. Der eine gibt Ideen zu „secret cities“, die sich dadurch auszeichnen, dass es tolle aber noch nicht so überlaufene Städte sind, der andere zu Naturlandschaften. Als ich darin die Fotos des Lahemaa Nationalparks mit Moorlandschaften und Wäldern gesehen habe, ist Estland fest auf meine Reiseroute gerutscht.

    Nachdem wir den Mietwagen abgeholt, einige Lebensmittel eingekauft und ich Matthias an der „Kiss & Fly“-Zone am Flughafen abgesetzt habe geht es los Richtung Osten. Nach etwa einer Stunde habe ich mein Ziel erreicht. Direkt gegenüber des Herrenhauses Palmse Manor habe ich ein kleines Häuschen, angeschlossen an ein nettes Gasthaus.

    Nach dem Abendessen habe ich noch einen sonnigen Blick in den Garten, am nächsten Tag ist damit erstmal Schluss! Den verregneten Dienstag nutze ich zur Besichtigung der beiden Herrenhäuser Palmse und Sagadi Manor, die von adeligen Deutsch-Balten erbaut wurden. Ein Bisschen Wikipedia: Die Deutschen kamen mit den Kreuzzügen im 12. Jh. ins Land und die „Missionare“ sind dann geblieben und haben sich in 🇪🇪 und auch 🇱🇻 zum Geldadel entwickelt.
    Danach wird es dringend Zeit für ein Bisschen Reiseplanung, denn am heutigen Dienstag weiß ich noch nicht, wo ich ab Freitag sein werde…

    Mittwoch früh sieht die Welt dann wieder rosig aus. Mein Plan für die nächsten 10 Tage steht, der Regen ist weg und ich freue mich auf das Viru-Moor, durch das ein 3 km langer Holzbohlenweg gelegt wurde. Am Anfang begleiten mich noch hohe Bäume, vor allem Birken und Kiefern. Je feuchter es wird, desto niedriger werden die Pflanzen. Die Kiefern sind etwas verkrüppelt, was am
    nährstoffarmen Boden liegt sowie an den hohen Temperaturschwankungen. Der Nachmittag führt mich an die Nordspitze des Parks in das Kunstmuseum eines privaten Sammlers, so la la würde ich sagen. Für mich zu unstrukturiert…

    Meinen letzten Tag im Park verbringe ich im Nordosten in herrlichen naturbelassenen Wäldern. Und beim Strandspaziergang vor dem Abendessen begleitet mich die Sonne ( Spezialität des Hauses ist ‚Schnitzel‘).

    So schön und ruhig es hier ist, so freue ich mich dann doch auf etwas mehr Trubel. Ich kann mir gar nicht vorstellen wie es ist, wenn viele der Restaurants, die es eh nur im 5 km-Abstand gibt dann auch noch geschlossen sind.
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  • Abstecher nach Westen ans Meer

    24.–27. Juli in Estland ⋅ ⛅ 19 °C

    Nachdem ich nun das Auto noch bis Montag habe bin ich sehr flexibel mit meinem nächsten Ziel. Narva im Osten wäre naheliegend, ist jedoch Grenzstadt zu Russland. Irgendwie habe ich dabei kein gutes Gefühl…

    Stattdessen entscheide ich mich für Haapsalu, einen klassischen Urlaubsort am Meer westlich von Tallinn. Meine Unterkunft ist etwas außerhalb, mit 25€ allerdings auch der absolute Preisausreißer nach unten. Das Städtchen ist herausgeputzt, die Holzhäuser schön renoviert, die Altstadt voll von Cafés und Restaurants und an der Strandpromenade findet ein schöner Food Market statt.

    Am nächsten Abend habe ich eine Bootstour im Matsalu Nationalpark gebucht. Ich war beim Telefonat schon etwas verwundert, dass ich einziger Gast bin, habe mir aber nichts weiter dabei gedacht (echter Geheimtipp!). Wir treffen uns abends um acht, mit dem Ziel, Biber und vielleicht auch Elche zu sehen. Bekannt ist der Park vor allem für Vögel, die im Frühjahr und Herbst hier einen Zwischenstopp einlegen. Leider sehe ich nur einige Vögel und die Biber halten Abstand vom Boot. Das hoch gewachsene Gras macht die Sichtung nicht leichter, so sehr meine Guides sich auch Mühe geben!

    Am nächsten Morgen begrüßen mich Regenwolken🌦️ beim Blick aus dem Fenster, so dass ich den geplanten Strandtag durch Saune ersetze, was im Baltikum genauso ein Familien-Event ist wie im Skandinavien. Der kleinste Besucher trägt sogar noch Windeln, Kindergartenkinder sind viele zu Gast. Danach schlendere ich noch ein Bisschen durch die alte Festung - zur Hälfte zerstört. Zum Abschied entscheide ich mich für ein kleines Restaurant mit klar einem meiner Lieblings-Menues: mich lacht auf der Speisekarte eine Canelloni mit Ente und Brombeeren an. Mit der Kellnerin evaluiere ich, ob ich wohl davon satt werde und wir kommen zu dem Schluss, dass die große Kuchentheke dann helfen muss! Ich muss in den nächsten Tagen dringend mehr Kalorien verbrauchen nach dieser Schoko-Bananen-Torte…
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  • Tartu - Studentenstadt im Südosten

    27.–30. Juli in Estland ⋅ ☁️ 24 °C

    Nach der Abgabe meines Mietwagens in Tallinn führt mich der Weg Richtung Südosten nach Tartu, der zweitgrößten Stadt Estlands. Das Herz der Stadt ist die Universität, eine der ältesten Nordeuropas. Rund um das klassizistische Hauptgebäude und den Rathausplatz sind viele Cafés und Restaurants und man ist auch direkt am Fluss. Meine Highlights sind der botanische Garten und das Kunstmuseum. Und tatsächlich die Johanniskirche. Gar nicht wegen ihrer langen Historie als Backsteinbau mit Terakottafiguren sondern weil es ein Ort für Menschen ist. Es gibt keinen klassischen Jesus am Kreuz sondern nur ein kleines Bild etwas versteckt, die klassischen Wandbilder fehlen komplett. Stattdessen liegen auf den Kirchenbänken selbst gemachte Sitzkissen, es gibt einen Kinderbereich und eine kleine Kunstausstellung. Kein Ort, der einen ehrfürchtig erstarren lässt, sondern an dem man sich wohl fühlt!

    Leider nimmt meine Reiseplanung nun deutlich mehr Zeit in Anspruch, was wirklich nervt… Bis Tallin war alles klar und auch Lahemaa stand auf meinem Plan. Danach gab es nur diesen einen Satz: „ich reise durchs Baltikum und fahre dann zum Mittelmeer weiter“. Nicht sehr viel für 2 Monate… Ende Juli läuft mein Interrail-Ticket aus und ein neues lohnt sich nicht. Nun habe ich die Qual der Wahl. Ich brauche etwas mehr Ruhe und daher möchte ich im nächsten Monat am liebsten nur 4 feste Ziele haben und den Rest über Tagesausflüge abdecken. Und einen Flug wird es auch geben!

    Diese Entscheidungen machen alles so viel einfacher und ich besteige am nächsten Tag mit Vorfreude den Zug Richtung Lettland!
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  • Zugfahrt nach Lettland - Sigulda

    30. Juli in Lettland ⋅ ⛅ 25 °C

    In Tartu nehme ich den Zug nach Lettland und steige in Sigulda aus. Man kennt die Stadt als Wintersportort fürs Rodeln und das war auch für mich der initiale Grund für den Halt. Der Ort ist mehr eine Ansammlung von Häusern im Gaujo Nationalpark, der zusammen mit Turaida und Krimulda einen gemeinsamen Bereich bildet. Es klappt alles gut ohne Auto - zu Fuß, mit Bus, Zug und Seilbahn komme ich gut voran. So schön der Ort auch ist, irgendwie wirkt es komisch. Breite Straßen führen durch die Stadt für nicht allzu viele Autos, die bebauten Grundstücke haben oft keine Zäune und dazwischen liegen größere Grünanlagen…

    Am ersten Tag sind 28 Grad angesagt und ich entscheide mich nach der Burgbesichtigung für eine schattige Wanderung hinter dem Gaujo-Fluss nach Turaida, die doch etwas über Berg und Stein führt. Der Weg ist für mich schon anstrengend - der Fluß spaltet die Landschaft, die höchste Erhebung, die ich bisher hier gesehen habe, natürlich alles relativ… Eigentlich wollte ich den Bus zurück nehmen, hat irgendwie aber nicht geklappt, so bin ich echt schlapp zurück und sinke nach dem Essen direkt ins Bett…

    Am nächsten Morgen nehme ich den Zug nach Césis, einer umschwärmten Kleinstadt eine halbe Stunde zurück Richtung Estland. Ich lande in vollem Getümmel eines Laufevents, der die ganze Stadt beschäftigt. Nach etwas Sightseeing kann ich mich auch gut darauf einlassen, die Sieger begrüßen und den Nachmittag nach Burgbesichtigung ausklingen lassen.

    Meinen letzten Tag lasse ich gemütlich angehen. Spätes Frühstück und dann mit der Seilbahn zum anderen Flußufer nach Grimulda. Das Herrenhaus, das zu Kriegszeiten auch als Sanatorium gedient hat ist zwar äußerlich noch schön anzuschauen, drinnen ist nur das Sanatorium übrig und das „Landschulheim“, wie ich es bezeichnen würde… Der Rückweg führt mich vorbei am Schloss, wo heute das Abschlussevent eines klassischen Musikfestivals inkl. freier Konzerte herrscht.
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  • Entschleunigung in Riga

    3.–10. Aug. in Lettland ⋅ ☁️ 24 °C

    Eine ganze Woche bin ich nun in Riga und lasse mich durch die Stadt treiben. Ausschlafen, spontan entscheiden worauf ich Lust habe und mich dann auf den Weg machen. Mein Apartment im nördlichen Zentrum ist gut gelegen, ich komme überall zu Fuß hin und vor der Tür fahren direkt mehrere Busse! In alle Richtungen gibt es nette Cafés, Bars, etc., so dass man auch einfach nur gemütlich mit einem Buch in der Sonne bei einem Cappuccino sitzen kann. Besonders schön ist es im Jungendstilviertel mit seinen prächtig renovierten Villen.

    In der Altstadt ist alles komplett auf Tourismus ausgelegt, allerdings ist es außer am Samstag relativ leer; sehr viele freie Plätze in den Restaurants rund um den Dom und den Rathausplatz. Das liegt wohl vor allem an den fehlenden osteuropäischen/ russischen Touristen, stattdessen sieht man auch hier überall die ukrainische Flagge. Und glücklicherweise liegen im Hafen auch keine Horden von Kreuzfahrtschiffen. So muss ich nirgends reservieren oder Schlange stehen, weder in Museen noch zum Essen, wenn ich mir mal ein schönes Restaurant gönne.

    Viel Zeit habe ich im Lettischen Nationalen Kunstmuseum verbracht, am meisten beeindruckt hat mich jedoch das Okkupationsmuseum. Nach dem ersten Weltkrieg waren die Letten mal rund 20 Jahre unabhängig, bevor Hitler und dann Russland dies bis 1991 zu Nichte machten.

    Weiterhin kann man entlang der Daugava durch schön angelegte Parks schlendern oder mit dem Boot fahren, die Märkte der Stadt besuchen und zumindest letzten Samstag bayrischer Blasmusik lauschen, die die deutsche Botschaft organisiert hat.

    Als wir am Dienstag selbst hier fast 30 Grad haben gibt es einen Strandtag in Jurmala und ich bin außer bei Saunabesuchen zum ersten Mal so richtig im Meer! Jurmala gilt als Sehnsuchtsort und zufällig treffe ich auf eine lettisch stämmige Familie aus Kempten, die die knapp 2000 km mit dem Auto zurückgelegt hat und jeden Sommer hier verbringt.
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