• Endstation Roter Staub: Ankunft in Port Hedland

    September 20 in Australia ⋅ ☀️ 29 °C

    Der rote Sand rollt sich unaufhörlich von den Reifen ab und hinterlässt eine lange Spur auf dem Great Northern Highway. Nach Meilen voller Weite und roter Erde haben wir es geschafft: Vor uns taucht Port Hedland auf. Wer hier eine glanzpolierte Touristen-Promenade erwartet, liegt falsch – dieser Ort ist rau, gigantisch und voller Kontraste. Hier sind ein paar Dinge, die uns direkt ins Auge gesprungen sind.
    Z.B. „Lebenskrisen“ am Bahnübergang: Wenn dir hier ein Zug begegnet, kannst du erst mal den Motor abstellen. Port Hedland ist berühmt für die längsten Züge der Welt.
    Die Firma BHP hält den Rekord mit einem unglaublichen, 7,3 Kilometer langen Zug aus über 260 Waggons voller Eisenerz. Da fängt die Spitze schon an zu entladen, während das Ende noch tief in der Wüste Schwung holt.
    Die Mega-Maschinen-Zocker: Während man draußen im Staub schwitzt, wird ein Großteil der gigantischen Züge und Erzverarbeitungsanlagen komplett ferngesteuert. Die "Fahrer" sitzen rund 1.300 Kilometer weiter südlich in klimatisierten Büros in Perth und steuern die tonnenschweren Riesen mit Joysticks – fast wie an einer Konsole- soweit unsere Recherche.

    Schneeberge in den Tropen: Kurz vor der Stadtgrenze traut man seinen Augen kaum. Mitten in der sengenden Hitze ragen plötzlich strahlend weiße, riesige Gebirge auf. Das sind die Dampier Salt Works, eine der größten Salzgewinnungsanlagen der Welt. Der Kontrast zwischen dem roten Staub auf unserer Stoßstange und den weißen Salzgipfeln ist surreal.

    Romantik trifft auf Rost: Port Hedland ist eine Industriestadt, aber genau darin liegt der schräge Charme. Am Redbank Bridge Lookout steht man da und fotografiert einen der schönsten tropischen Sonnenuntergänge Australiens – direkt über den Bahngleisen und den riesigen Förderbändern.
    Unser Sonnenuntergang war zwar auf dem Campingplatz, aber dafür romantisch. Beim Briefing hören wir auch von dem anderen Naturereignis, Staircase to the Moon: Wenn das Timing stimmt (zwischen März und Oktober), kann man hier ein echtes Naturschauspiel sehen. Das Licht des Vollmonds spiegelt sich bei Ebbe so in den Schlammflächen der Küste, dass es aussieht, als führe eine goldene Treppe direkt in den Himmel. Romantischer wird es selbst im Outback nicht.
    Jetzt wird erst mal der rote Staub abgeschüttelt und die Stadt erkundet. Außer diesem riesigen Industriehafen, um den herum eine große Parkanlage gebaut wird, gibt es nicht wirklich viel zu sehen.
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